New Zealand Defence Force

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Flag of New Zealand.svg Neuseeländische Verteidigungsstreitkraft
New Zealand Defence Force
Führung
Oberbefehlshaber
de jure:
Königin Elisabeth II., vertreten durch Generalgouverneur von Neuseeland Jerry Mateparae
Oberbefehlshaber de facto: Der Verteidigungsminister
Verteidigungsminister: Jonathan Coleman
Militärischer Befehlshaber: Generalleutnant Rhys Jones
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 9.051 (Rang 129)
Reservisten: 2.240
Wehrpflicht: Nein
Wehrtaugliche Bevölkerung: 809.519 Männer im Alter von 17 bis 49 (2005),

802.069 Frauen im Alter von 17 bis 49 (2005)

Wehrtauglichkeitsalter: 17 für Freiwillige; bis 49
Haushalt
Militärbudget: 1,7 Milliarden NS$ (2006-07)
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 1,0 %[1] (2005)
Geschichte
Gründung: 1990
Faktische Gründung: 1914

Der Name New Zealand Defence Force (NZDF, zu dt.: „Neuseeländische Verteidigungsstreitkraft“), der im Gegensatz zu vielen anderen Ländern im Singular gehalten ist, bezeichnet die Gesamtheit der drei neuseeländischen Streitkräfte. Die NZDF wurde in ihrer jetzigen Form 1990 gegründet und besteht aus den Teilstreitkräften New Zealand Army, Royal New Zealand Navy und Royal New Zealand Air Force.

Oberbefehl[Bearbeiten]

Der Oberkommandierende der NZDF ist der Generalgouverneur von Neuseeland, in Vertretung der Königin von Neuseeland, Elisabeth II..

De facto werden die Befugnisse auf den Verteidigungsminister übertragen. Der Kommandeur der Streitkräfte ist der Chief of Defence Force (CDF) Generalleutnant Timothy Keating, der auch als Hauptberater des Verteidigungsministers agiert.

Geschichte[Bearbeiten]

Die neuseeländische Militärgeschichte beginnt mit der British Army, die über die Sicherheit der Siedler in Neuseeland wachte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts dienten Neuseeländer, zusammen mit Australiern, in unabhängigen Truppenteilen unter britischem Kommando. So kämpfte das ANZAC in Ersten Weltkrieg. Mit dem Fortschreiten der neuseeländischen Unabhängigkeit von Großbritannien wurden stärkere Verbindungen zu Australien und den USA geknüpft.

Im Rahmen des ANZUS-Abkommens nahm Neuseeland, gegen den Willen der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien, am Vietnamkrieg teil. Der Einsatz führte zu heftigen Kontroversen und dem Entstehen einer außerparlamentarischen Opposition.

Die USA suspendierten 1986 ihre Verpflichtungen gegenüber Neuseeland, als diese sich weigerten, nukleargetriebenen oder mit Nuklearwaffen bestückten Schiffen das Anlaufen neuseeländischer Häfen zu erlauben. Schiffe der US Navy müssen vor Anlaufen von neuseeländischen Gewässern deklarieren, ob sie Atomwaffen an Bord haben und welche Antriebsart sie haben. Seit 1986 ist es Politik der US Navy, keinen Kommentar darüber abzugeben, ob eines ihrer Schiffe in neuseeländischen Gewässern war.

Aufgaben und Bündnisse[Bearbeiten]

Die NZDF hat vier Hauptaufgaben:[2]

  • Verteidigung von Neuseeland
  • Überwachung der regionalen Sicherheit
  • Internationale Konfliktverhütung und Krisenbewältigung, einschließlich des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus
  • Unterstützung von Bündnispartnern

Durch seine isolierte Lage und den guten Beziehungen zu seinen Nachbarn hält Neuseeland weniger starke Streitkräfte für ausreichend.[3] Im September 2008 dienten etwa 600 Neuseeländer in Auslandseinsätzen im Pazifikraum, Asien und dem Mittleren Osten.

Neuseeland ist Mitglied der ANZUS, ein Militärbündnis mit dem Ziel den Pazifikraum zu sichern.

Einheiten[Bearbeiten]

Armee[Bearbeiten]

Die neuseeländische Armee (New Zealand Army) besteht aus etwa 4.500 Vollzeitsoldaten und 2.500 Teilzeitsoldaten. Die meisten dieser Soldaten gehören zur Infanterie. Neuseeland besitzt keine Kampfpanzer, dafür über 100 modifizierte Fahrzeuge vom Typ LAV III (genannt NZLAV). Außerdem hat Neuseeland eigene Spezialeinheiten mit dem New Zealand Special Air Service (NZSAS). Andere Armeeeinheiten sind:

  • Kgl. neuseel. Infanterie Regiment (Royal New Zealand Infantry Regiment)
  • Kgl. neuseel. Panzerkorps (Royal New Zealand Armoured Corps)
  • Kgl. neuseel. Artillerieregiment (Royal Regiment of New Zealand Artillery)
  • Kgl. neuseel. Pionierkorps (Corps of Royal New Zealand Engineers)
  • Kgl. neuseel. Fernmeldekorps (Royal New Zealand Corps of Signals)
  • Kgl. neuseel. Logistikregiment (Royal New Zealand Army Logistic Regiment)
  • Kgl. neuseel. Medizinkorps der Armee (Royal New Zealand Army Medical Corps)
  • Kgl. neuseel. Schwesternkorps (Royal New Zealand Army Nursing Corps)
  • Kgl. neuseel. Zahnmedizinkorps (Royal New Zealand Army Dental Corps)
  • Kgl. neuseel. Militärpolizeikorps (Corps of Royal New Zealand Military Police)
  • Neuseel. Aufklärungskorps (New Zealand Intelligence Corps)

Marine[Bearbeiten]

Die königlich-neuseeländische Marine (Royal New Zealand Navy (RNZN)) besitzt zwei Fregatten der ANZAC-Klasse sowie acht weitere, kleinere Schiffe. Dazu gehören besonders Patrouillenboote und Unterstützungsschiffe. In den kommenden Jahren will die Marine im Rahmen des Projekt Protector sieben weitere Schiffe kaufen: Eine weitere Fregatte, zwei große und vier kleine Patrouillenboote

Die Marine ist derzeit in einer Umbauphase, besteht aber aus folgenden Einheiten:

  • Kampfgeschwader (Naval combat force)
  • Logistik- und Unterstützungsgeschwader (Logistics support force)
  • Hydrographisches Geschwader (Hydrographic force)
  • Marinetaucher Diving support
  • 6. Staffel RNZAF (No. 6 Squadron RNZAF; Marineflieger unter dem Befehl der Luftwaffe)

Luftwaffe[Bearbeiten]

Die königlich-neuseeländische Luftwaffe (Royal New Zealand Air Force (RNZAF)) besitzt etwa 50 Flugzeuge, welche vor allem aus P-3 Orion Seeaufklärern, C-20 und weiteren, kleineren Transportflugzeugen besteht. Die RZNAF besitzt seit der Abschaffung der Douglas A-4 und Aermacchi MB 339 keine Kampfflugzeuge mehr. Ein Plan zur Beschaffung von 28 F-16 wurde im Jahr 2000 fallen gelassen. Die verwendeten Bell UH-1 sollen durch den NH-90 ersetzt werden.

Die fliegenden Einheiten der RNZAF sind:

  • 3. Staffel (No. 3 Squadron) UH-1
  • 5. Staffel (No. 5 Squadron) P-3 Orion
  • 6. Staffel (No. 6 Squadron) Kaman H-2
  • 40. Staffel (No. 40 Squadron) – C-130 Hercules/Boeing 757
  • 42. Staffel (No. 42 Squadron) – Beech Kingair B200

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Military of New Zealand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The World Factbook
  2. New Zealand Defence Policy“, The New Zealand Ministry of Defence, 1. Dezember 2008 (Abgerufen 2. Dezember 2008)
  3. Background Note: New Zealand“ (engl.),US Department of State