Oberkatz

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Oberkatz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberkatz hervorgehoben
50.60416666666710.223611111111463Koordinaten: 50° 36′ N, 10° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Hohe Rhön
Höhe: 463 m ü. NHN
Fläche: 9,12 km²
Einwohner: 271 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98634
Vorwahl: 036966
Kfz-Kennzeichen: SM, MGN
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 048
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 35
98634 Oberkatz
Bürgermeister: Manfred Heurich (parteilos)
Lage der Gemeinde Oberkatz im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
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Evangelische Kirche

Oberkatz ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen im fränkisch geprägten Süden von Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Hohe Rhön an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Kaltensundheim hat.

Geografie[Bearbeiten]

Oberkatz gehört der Verwaltungsgemeinschaft Hohe Rhön an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Kaltensundheim hat. Der Ort liegt im Katzgrund, der nach der etwas oberhalb des Ortes entspringenden Katza benannt ist. Südwestlich des Ortes erhebt sich die Diesburg, von welcher der Rhön-Rennsteig-Weg auf dem Rücken der Hohen Löhr auf die südöstlich des Ortes gelegene Hohe Geba führt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Stepfershausen im Osten, Rhönblick im Süden, Aschenhausen im Westen, Kaltennordheim im Nordwesten, Oepfershausen im Norden, Unterkatz im Nordosten

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals wurde das Dorf im Jahr 874 erwähnt, es soll aus mehreren Rittergütern entstanden sein. Vermutlich gehörten die Katzorte bereits 1297 zum Amt Sand. Auch um 1350 wird Oberkatz als zum Amt Friedelshausen bzw. zum Amt Sand gerechnet.

Neben den Grafen von Henneberg hatten hier folgende Adelsfamilie Besitzungen im Ort: die Marschalk von Marisfeld, die Herren von Teufel, von Bratten, von Hohnberg, von Helba, von Buttlar, von Dietsch, von Strauch, von der Keer, von Herda und von Auerochs sowie die Klöster Frauenbreitungen und Sinnershausen. Früher stand dicht am Ort die "Wolfsburg". Sie wurde von Eberhard von der Keer 1380 neu aufgebaut und befestigt, aber bereits 1397 von den Fürsten als Raubritterschloss zerstört. Als aber die von der Keer 1412 in das Hoheitsgebiet des Bischofs von Würzburg mit Gewalt eingefallen waren, ließ Bischof Johann diese Burg von seinen Söldnern erobern und erneut zerstören. Später wurde sie wieder aufgebaut und endgültig im Bauernkrieg zerstört.

Oberkatz war 1617–1692 von Hexenverfolgungen betroffen: Fünf Frauen gerieten in Hexenprozesse, zwei wurden hingerichtet, eine mit Landesverweis bestraft. Das erste Opfer war 1619 Barbara, Georg Öhmels Frau.[2]

Von 1592 bis 1829 gehörte Oberkatz weiterhin zum Amt Sand, welches ab 1680 im Herzogtum Sachsen-Meiningen lag. Das Marktrecht erhielt Oberkatz im Jahr 1705 durch den Meininger Herzog Bernhard I. (Sachsen-Meiningen). Damals wurden Viehmärkte durchgeführt. 1829 bis 1869 gehörte der Ort zum Verwaltungsamt Wasungen, von 1869 bis 1872 zum Verwaltungsamt Meiningen, seitdem zum Landkreis Meiningen.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Oberkatz setzt sich aus 6 Ratsherren zusammen.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Manfred Heurich wurde am 6. Juni 2010 gewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Filialkirche von 1618 hat eine schlichte Ausstattung; die Orgel von 1838 ist fast im Originalzustand erhalten geblieben.
Hauptartikel: Dorfkirche Oberkatz
  • Heimatstube und Backhaus

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Die Kulturlandschaft um Oberkatz entstand auch als Ergebnis der fortdauernden Beweidung mit Schafen und Ziegen. Der Schäferweg ist ein 5 km langer Themenwanderweg in der Oberkatzer Flur und informiert mit Schautafeln über das traditionelle Gewerbe der Wanderschäfer in der Rhön.[3]
  • Etwa 2 km südlich des Ortes befindet sich auf der Hohen Löhr ein sehenswerter starker Wacholderbewuchs.
  • Am Höhn und im Rieder Holz befinden sich vorgeschichtliche Hügelgräber.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Lichtmessmarkt, immer am ersten Samstag im Februar. Die größte Attraktion hierbei ist ein in Erbsstroh gebundener Tanzbär mit Gefolge.
  • Weideabtrieb, immer am 3. Oktober. Viehabtrieb, Umzug und Attraktionen rund um das Katzbachhaus

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Kai Lehmann: Unschuldig. Hexenverfolgung südlich des Thüringer Waldes, über 500 recherchierte Fälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert, Untermaßfeld 2012, S. 266f.; Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“, Bereich Oberkatz, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 240ff. und 247.
  3. Infoblatt zum Thüringer Schäferweg (PDF-Datei; 2,73 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberkatz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien