Aschenhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Aschenhausen führt kein Wappen
Aschenhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aschenhausen hervorgehoben
50.60027777777810.202777777778525Koordinaten: 50° 36′ N, 10° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Hohe Rhön
Höhe: 525 m ü. NHN
Fläche: 3,61 km²
Einwohner: 178 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98634
Vorwahl: 036966
Kfz-Kennzeichen: SM, MGN
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 002
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Oberkätzer Str. 6
98634 Aschenhausen
Bürgermeister: Günther Rudloff (SSV Aschenhausen)
Lage der Gemeinde Aschenhausen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
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Aschenhausen ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen im fränkisch geprägten Süden von Thüringen. Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft Hohe Rhön an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Kaltensundheim hat.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Ostfuß des Leichelberges und nordwestlich der Diesburg in der Thüringer Rhön. Durch den Ort führt der Rhön-Rennsteig-Wanderweg, der die Wasserkuppe mit Oberhof verbindet.

Im Ort befindet sich die Quelle des Weißbaches, der nach Süden zur Herpf fließt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Kaltensundheim im Westen, Kaltennordheim im Norden, Oberkatz im Osten.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals wurde der Ort im Jahr 838 als Aseshuson erwähnt. Es gehörte ab dem 15. Jahrhundert zum Amt Sand der Grafschaft Henneberg-Schleusingen, die Hochgerichtsbarkeit über den Ort unterstand aber nicht der Zent Friedelshausen. Bis 1803 war Aschenhausen ein reichsritterschaftliches Dorf im Besitz der Reichsritterfamilie von Spesshardt (auch Speßhart), die seit 1486 im Dorf wohnte.

Die ritterschaftlichen Orte Aschenhausen und Roßdorf kamen mit Auflösung der Reichsritterschaft im Jahr 1803 in den gemeinschaftlichen Besitz der Herzogtümer Sachsen-Meiningen und Sachsen-Weimar-Eisenach, bis schließlich 1808 Aschenhausen in den alleinigen Besitz Sachsen-Weimar-Eisenachs und Roßdorf in den Sachsen-Meiningens fiel. Aschenhausen wurde dem Amt Kaltennordheim angegliedert.[2]

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

Bis zum Ersten Weltkrieg gab es ein relative große jüdische Gemeinde, die um 1848 mit insgesamt 50 Familien sogar die Bevölkerungsmehrheit im Dorf bildete. Danach ging die Gemeindegröße durch Abwanderung, vor Allem nach Meiningen und Eisenach, jedoch allmählich zurück. Von 1850 an bestand der Ortsbeirat von Aschenhausen aus drei christlichen und drei jüdischen Mitgliedern, und der stellvertretende Bürgermeister war bis 1918 immer ein jüdisches Gemeindemitglied. Auf Grund der starken Abwanderung lebten 1929 nur noch 10 ältere jüdische Personen im Dorf. Die sechs 1942 noch in Aschenhausen lebenden Juden wurden in das KZ Theresienstadt deportiert und verloren dort ihr Leben. Von den in Aschenhausen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen kamen 33 in der NS-Zeit gewaltsam ums Leben.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat Aschenhausens setzt sich aus 6 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen, die alle aus der Wählervereinigung des SSV Aschenhausen stammen (Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004, bei der auch der ehrenamtliche Bürgermeister Günther Rudloff gewählt wurde).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche
Der jüdische Friedhof

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die evangelische Dorfkirche stiftete 1602 Balthasar Rab von Speßhardt (1574-1612), dessen Gebeine in der Gruft unter dem Altar ruhen. Die Kirche ist einfach ausgestattet mit bemalten Holzteilen sowie einem Orgel-Altar. 1993 wurde sie restauriert.
  • Ein Zeugnis der langen jüdischen Besiedlung ist die ehemalige Synagoge, das älteste der wenigen erhaltenen jüdischen Versammlungshäuser in Südthüringen. In der Pogromnacht 1938 versuchten SA-Männer aus Kaltennordheim, sie in Brand zu setzen, wurden aber von der Ortsbevölkerung daran gehindert. Das Gebäude war schon 1936 an einen christlichen Anwohner verkauft worden, wurde als Scheune genutzt und hätte bei einem Brand große Teile des Dorfs in Gefahr gebracht. Nach 1989 grundlegend restauriert, ist sie heute Begegnungsstätte für Menschen aller Konfessionen, und es werden Führungen angeboten.
  • Ebenfalls interessant ist der jüdische Friedhof am Fuße des Leichelberges mit ca. 150 recht gut erhaltenen Grabsteinen (Mazewa). Angehörige eines in Łódź (Litzmannstadt) ermordeten jüdischen Ehepaares errichteten nach 1989 einen Gedenkstein.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

  • Am Ort führt die Straße Meiningen–Kaltensundheim als Umgehungsstraße vorbei, die die B 19 und die B 285 verbindet.
  • Der Ort hat eine Bushaltestelle an der Buslinie 411 der Meininger Busbetriebs GmbH.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Beschreibung des sachsen-meiningischen Amts Sand S. 182f.
  3. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser, Band 8, Erfurt, 2003, S. 247, ISBN 3-88864-343-0
  4. Constantin von Wurzbach: Wydenbruck, Ferdinand Graf. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band 59, Verlag L. C. Zamarski, Wien 1890, S. 37.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aschenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien