Klings
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Wartburgkreis | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Oberes Feldatal | |
| Höhe: | 475 m ü. NN | |
| Fläche: | 6,51 km² | |
| Einwohner: | 480 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 74 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 36452 | |
| Vorwahl: | 036966 | |
| Kfz-Kennzeichen: | WAK | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 63 045 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Wilhelm-Külz-Platz 2 36452 Kaltennordheim |
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| Bürgermeister: | Franz Nelitz (parteilos) | |
| Lage der Gemeinde Klings im Wartburgkreis | ||
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Klings ist eine Gemeinde im Wartburgkreis in Thüringen. Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft Oberes Feldatal an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Kaltennordheim hat.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Geografische Lage
Die Gemeinde Klings befindet sich im südlichen Teil der Thüringischen Rhön, auch Vodere Rhön genannt und gehört zum Biosphärenreservat Rhön.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden und -städte
Die Gemeinde grenzt im Norden an Empfertshausen, im Osten an Diedorf (Rhön) und Fischbach/Rhön, im Süden an die Stadt Kaltennordheim und im Westen an die hessische Stadt Tann (Rhön)[2]
[Bearbeiten] Berge
Die Landschaft um Klings wird durch die Berge und Täler der Vorderen Rhön bestimmt. Als höchster Punkt der Gemeinde gilt der Pinzler (661 m ü. NN). Bemerkenswert sind auch die Berge und Hügel Sauergehäu (658,9 m ü. NN), Windberg (608,3 m ü. NN) und der Höhn (510 m ü. NN).[3]
[Bearbeiten] Flüsse
Vom Ortsnamen Klings wurde einst der Gewässername Klingbach abgeleitet, der etwa 3000 m lange Quellbach mündet bei Diedorf in die Felda. Die Wasserführung des Klingbach war ausreichend, um die am Nordrand der Gemeinde befindliche Lindenmühle und die einstige Kirschmühle betreiben zu können.[3]
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Ur- und Frühgeschichte
Bereits vor 3000 Jahren, in der Mittleren Bronzezeit siedelten Menschen der Fulda-Werra-Gruppe im Gebiet von Klings und Diedorf, wie uns Bodenfunde aus dem Jahr 1928 am Windberg bestätigen. [4] Ihnen folgen keltische Siedler, welche die Rhön mit mächtigen Befestigungsanlagen überziehen, so auch die Wallburg auf dem Umpfen bei Diedorf.
[Bearbeiten] Mittelalter
Der Ort Klings gehörte im Frühmittelalter zum fränkischen Gau Tullifeld. Zunächst gehörte das Feldatal zum Einflußgebiet des Bistum Würzburg doch schon nach 1100 wird Fulda in diesem Gebiet zum Territorialherren. Bereits 869 wurde dem Kloster Fulda eine Hufe in Clingison geschenkt. Klings gehörte zunächst zum Gericht Dermbach, ab 1300 zum Burgbezirk der fuldischen Burg Fischberg, welche sich auf dem Berg Höhn befand. Zu dieser Zeit führte eine wichtige Handelsstraße von Fulda kommend, über Diedorf nach Schmalkalden. Fürstabt Heinrich VI. von Hohenberg veranlasste um 1325 den weiteren Ausbau des Fischberg zum Amtssitz; schon 1398 wird Amt Fischberg als Pfand benutzt. Es kommt so ab 1511 an die hennebergischen Grafen; 1512 wurde Fischberg in einer Fehde durch Ritter Ernst von Brandenstein erobert. Auch andere Mächte üben ihren Einfluss aus: 1334 verkaufen die Herren von Frankenstein, Besitztümer in Klingsen, die für sie ein Ritter Johann von Buttlar als Lehen bewirtschaftete, an das Bistum Würzburg. [4] In einer Fehde gegen die Grafen von Henneberg wird Klings und die Nachbarorte Ober- und Unteralba bei Dermbach von einem Reitertrupp unter Beteiligung der Ritter von Hausen, von Hopfgarten und von Herbilstatt überfallen, geplündert und niedergebrannt.
[Bearbeiten] Frühe Neuzeit
Dem direkten Einfluss des Fuldaer Klosters entfremdet wurde schon 1550 in der Umgegend von Tann die Reformation durchgeführt.[5] Ein Erdrutsch oder Bergsturz hat sich 1561 bei Klings zugetragen, darüber informiert ein zeitgenössisches Flugblatt. Schwer wurde der Ort im Dreißigjährigen Krieg mitgenommen: 1631 hatte Klings 60 Wohnhäuser und 65 Einwohner, nach dem Krieg (1659) zählte man nur noch 25 Wohnhäuser und 26 Einwohner. [6] Als Teil der hennebergischen Erbmasse geht das Amt Fischberg an das Herzogtum Sachsen. 1707 erhielt Kloster Fulda das Amt Fischberg zurück und begann sofort einen Prozess der Rekatholisierung, hierbei spielten die 1718 im Nachbarort erbaute Propstei Zella und das neu geschaffene Kloster in Dermbach eine bedeutende Rolle. [7]
[Bearbeiten] 19. Jahrhundert
Schon 1802 entschied der Reichsdeputationshauptschluss im Gefolge des Friede von Lunéville für eine Auflösung der geistlichen und reichsritterschaftlichen Territorien in der Rhön, im Ergebnis entstand das Großherzogtum Frankfurt. Mit den territorialen Veränderungen im Ergebnis des Wiener Kongresses wurde das Dermbacher Gebiet wieder Teil des Eisenacher Oberlandes, es gelangte 1815 an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Amtsgerichtsbezirk Kaltennordheim. 1879 wurden, basierend auf der Volkszählung von 1875 erstmals statistische Angaben zum Ort publiziert. Klings hatte in diesem Jahr 76 Wohnhäuser mit 384 Einwohnern. Die Größe der Flur betrug 580,5 ha davon Höfe und Gärten 5,3 ha, Wiesen 194,6 ha, Ackerfläche 208,8 ha. Wald 35,3 ha, Teiche, Bäche und Flüsse 0,12 ha, auf Wege, Triften, Ödland und Obstbauplantagen entfielen 136,2 ha. Das Dorf hatte einen Viehbestand von 12 Pferden, 226 Rindern, 116 Schafen, 57 Ziegen und 24 Schweinen. Durch einen Großbrand im Jahre 1874 wurde das Dorf zu 70 Prozent zerstört, die heutige Kirche wurde 1802 erbaut. Die landwirtschaftlichen Erträge waren wegen der rauhen klimatischen Bedingungen und der steinigen Böden gering, daher wurde die Weidewirtschaft bevorzugt. Im Ort wurde im 19. Jahrhundert auch die Leineweberei betrieben.[8] Nördlich vom Ort wurde am Höhn ein Steinbruch und eine Kiesgrube angelegt. Der Bau der Feldabahn ermöglichte einen gewissen wirtschaftlichen Aufschwung.
[Bearbeiten] DDR-Zeit
Bei den Verwaltungsreformen in den Jahren 1950 und 1952 wurde der Ort Klings in den Bezirk Suhl und den neu geschaffenen Kreis Meiningen aufgenommen.[7] Während der DDR-Zeit befand sich die Gemeinde im Sperrgebiet an der Grenze zur Bundesrepublik Deutschland und war somit von den Umlandbewohnern nur mit Passierschein zu erreichen. Im Ort wurde eine LPG eingerichtet.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
Der Gemeinderat aus Klings setzt sich aus 8 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.
- F WG Klings 7 Sitze
- Einzelbewerber 1 Sitz
(Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004)
[Bearbeiten] Bürgermeister
Der ehrenamtliche Bürgermeister Franz Nelitz wurde am 27. Juni 2004 gewählt.
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet.
[Bearbeiten] Verkehr
[Bearbeiten] Straßenverkehr
Durch den 1.6 km entfernten Nachbarort Diedorf (Rhön) verläuft die B 285 im Abschnitt Dorndorf–Dermbach- Diedorf - Kaltennordheim.
[Bearbeiten] Schienenverkehr
Der Betrieb der Feldabahn wurde 2003 eingestellt und 2008 wurde mit dem Rückbau der Gleisanlage begonnen. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich jetzt in der Kreisstadt Bad Salzungen und östlich in Wasungen - jeweils im Streckennetz der Süd-Thüringen-Bahn.
[Bearbeiten] Busverkehr
Nach Klings verkehrt die Buslinie L-109 (Bad Salzungen - Dermbach - Empfertshausen - Klings - Kaltennordheim) der Verkehrsgesellschaft Wartburgkreis mbH.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Die Einwohner der Gemeinde Klings arbeiten überwiegend in den Betrieben der Umlandgemeinden. Größter Arbeitgeber vor Ort ist der Steinbruchbetrieb am Höhn, hier wird Basalt abgebaut, bereits die Hälfte des Berges ist so "verschwunden". Am südlichen Ortsrand befinden sich die Gebäude und Stallungen einer Agrargenossenschaft. Im Ort ist eine Schnitzwerkstatt ansässige.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Dorfkirche, um 1802 erbaut
- Heimatstube Klings
- Burgruine Fischberg - Auf dem Höhn befand sich die Burg Fischberg, deren Trümmer zuletzt 1993 archäologisch untersucht worden sind, da dieser Berg durch den Steinbruchbetrieb abgetragen wird. Die Burg soll bereits im Bauernkrieg zerstört worden sein. [6]
- eine Schnitzwerkstatt im Ort und mehrere Dorfbrunnen
- die Hexenlinde - ein bemerkenswerter Baum auf der Landesgrenze und markanter Aussichtspunkt (646,8 m ü. NN)
- Basaltsteinbruch - geologischer Aufschluss
[Bearbeiten] Literatur
- Adelbert Schröter Land an der Straße. Die Geschichte der katholischen Pfarreien in der thüringischen Rhön St.-Benno-Verlag Leipzig 1989. ISBN 3-7462-0430-5
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden
- ↑ Thüringer Landesvermessungsamt Wartburgkreis und Kreisfreie Stadt Eisenach, Erfurt 2002, ISBN 3-86140-250-5
- ↑ a b Thüringer Landesvermessungsamt TK25 - Blatt 5326 Tann (Rhön), Erfurt 1999, ISBN 3-86140-090-1
- ↑ a b Michael Weih Was ein Bodendenkmal erzählt: Die Burg Fischberg in der Rhön In: Urgeschichte und Heimatforschung Heft 22. Weimar 1985 S. 59-62
- ↑ Adelbert Schröter Land an der Straße. Die Geschichte der katholischen Pfarreien in der thüringischen Rhön S.77ff
- ↑ a b Paul Lehfeld Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Heft XXXVII Jena 1911. S. 216.
- ↑ a b Gerd Bergmann Das Eisenacher Land und seine wechselnden Ausdehnungen im Laufe der Zeiten In: EP Report 2 - Heimatblätter des Eisenacher Landes, Marburg 1992, ISBN 3-924269-94-7, S. 60-64.
- ↑ C. Kronfeld, Landeskunde des Großherzogthumes Sachsen-Weimar-Eisenach. Zweiter Teil. Weimar 1879. S. 52 f.
[Bearbeiten] Weblinks
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