Stepfershausen

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Stepfershausen führt kein Wappen
Stepfershausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Stepfershausen hervorgehoben
50.610.3430Koordinaten: 50° 36′ N, 10° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Meiningen (erfüllende Gemeinde)
Höhe: 430 m ü. NHN
Fläche: 15,76 km²
Einwohner: 634 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98617
Vorwahl: 036943
Kfz-Kennzeichen: SM, MGN
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 071
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Im Gäßchen 161
98617 Stepfershausen
Bürgermeister: Jens Töpfer (parteilos)
Lage der Gemeinde Stepfershausen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
Altersbach Aschenhausen Belrieth Benshausen Bermbach Birx Breitungen Brotterode-Trusetal Christes Dillstädt Einhausen (Thüringen) Ellingshausen Erbenhausen Fambach Floh-Seligenthal Frankenheim/Rhön Friedelshausen Grabfeld (Gemeinde) Grabfeld Henneberg (Thüringen) Hümpfershausen Kaltensundheim Kaltenwestheim Kühndorf Leutersdorf Mehmels Meiningen Meiningen Melpers Metzels Neubrunn Oberhof Oberkatz Obermaßfeld-Grimmenthal Oberschönau Oberweid Oepfershausen Rhönblick Rippershausen Ritschenhausen Rohr Rosa Roßdorf (Thüringen) Rotterode Schmalkalden Schwallungen Schwarza Springstille Steinbach-Hallenberg Stepfershausen Sülzfeld Unterkatz Untermaßfeld Unterschönau Unterweid Utendorf Vachdorf Viernau Wahns Wallbach Walldorf (Werra) Wasungen Wölfershausen Zella-Mehlis ThüringenKarte
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Stepfershausen ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen. Erfüllende Gemeinde für Stepfershausen ist die Stadt Meiningen.

Geografie[Bearbeiten]

Stepfershausen befindet sich nordöstlich der Hohen Geba, die zur Vorderen Rhön gehört und mit der es durch den Rhön-Rennsteig-Wanderweg verbunden ist (ehemaliger Ortsverbindungsweg zwischen Stepfershausen und Geba). Durch Stepfershausen führt die Verbindungsstraße zwischen den Kreisstädten Meiningen und Fulda in Hessen. Von Stepfershausen aus hat man eine gute Aussicht auf die Südseite des Thüringer Waldes und den Berg Dolmar, sowie den Inselberg, links davon und vom Gebaberg gut sichtbar ist der Pleßberg, in der vorderen Rhön gelegen. In der Gemeinde entspringt der Bach Solz, der bei Mehmels in den Bach Katza fließt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Stepfershausen gehört der Ortsteil Träbes (ca. 2 km in Richtung Hohe Geba).

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

1. Mit direkter Straßenverbindung:

2. Direkte Verbindung durch unbefestigte Wege:

Geschichte[Bearbeiten]

863 wurde Stepfershausen erstmals als Starcfridershusen erwähnt. Teile der um 1600 erbauten 1200 m langen Dorfmauer sind erhalten geblieben und noch bis zu 5 m hoch. Eine Burg war Vorgängerbau der jetzigen Kirche. Aus ihr gingen der befestigte Kirchhof, der hohe Mauerring und der Torturm hervor, die noch gut erhalten sind. 1389 wurde diese wehrhafte Anlage erwähnt. In dieser Zeit nannten sich auch Ritter nach dem Ort.[2][3] Der Ort gehörte ursprünglich zur Cent Wasungen der Grafschaft Henneberg-Schleusingen, kam aber schon im 14. Jahrhundert an das Amt Maßfeld.[4] Nach der Aufteilung der Grafschaft Henneberg im Jahr 1660 gehörte der Ort nochmals kurzzeitig bis 1672 zum Amt Wasungen und kam dann an das Amt Maßfeld im Herzogtum Sachsen-Meiningen zurück. 1825 wurde er dem Amt Meiningen angegliedert.

Stepfershausen war 1597–1647 von Hexenverfolgungen betroffen: Drei Männer und zwei Frauen wurden in Hexenprozessen angeklagt, drei Personen hingerichtet, von zwei Prozessen ist der Ausgang unbekannt. Das erste Opfer war 1597 Elsa Ritz.[5]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Stepfershausen setzt sich aus 8 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • SV 1 Sitz
  • FWV 2 Sitze
  • FV 2 Sitze
  • TG 1 Sitz
  • FW 1 Sitz
  • MC 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl 2009)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Jens Töpfer wurde am 6. Juni 2010 gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Laut Hauptsatzung der Gemeinde Stepfershausen vom 5. August 2003 in der Fassung der 1. Änderung vom 16. September 2003 § 2, Abs. (2), führt die Gemeinde weder ein eigenes Gemeindewappen noch eine eigene Gemeindeflagge. Das Dienstsiegel trägt die Umschrift "Gemeinde Stepfershausen - Thüringen" und zeigt das Wappen des Freistaates Thüringen.[6]

historisches Gemeindezeichen[Bearbeiten]

historisches Gemeindezeichen von Stepfershausen

Das historische Gemeindezeichen ist heraldisch nicht korrekt. Es zeigt einen blauen Schild, im Schildfuß mit der Zahl 863, diese gibt das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung an. Der blaue Schildfuß steht für zahlreiche Quellen und den Wasserreichtum der Gegend. Eine rote, schwarzgefugte Ziegelmauer symbolisiert die Friedhofsmauer des Ortes. Davor stehen ein Brunnen, wesentliches Wahrzeichen des Ortes und zwei Türme, der Kirchturm und der Torturm. Im Hintergrund symbolisiert ein grüner Hügel den Osthang der Hohen Geba, darauf ein grüner Baum.[7] [8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Links die alte, rechts die neue Schule, dazwischen der Schulturm, dahinter die Kirche
  • Stepfershausen ist aufgrund seiner 13 Laufbrunnen mit jeweils eigenen Namen und Brunnensprüchen als Dorf der Brunnen bekannt.
  • Die evangelische Trinitatis-Kirche besteht aus einem Langhaus von 1702 sowie einer Sakristei und einem Turm, die schon älter sind. (Der Kirchturm war möglicherweise früher der Bergfried der Burg.) In der Kirche befinden sich zweigeschossige Emporen auf toskanischen Säulen, das Gestühl ist mit Klappsitzen ausgestattet. Die Orgel von 1793 (I/P/9) stammt von Johann Caspar Rommel und wurde 1996 durch Orgelbau Hoffmann restauriert.[9] Auch für Konzerte wird die Kirche genutzt.
  • Der Torturm war wahrscheinlich ein Turm der abgegangenen Burg. Sein Obergeschoss ist aus Holz und ist durch eine welsche Haube abgedeckt. Kirch- und Torturm, die beide denkmalgeschützt sind, nennt man Wächter und Hüter.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Arthur Rudolph (1906–Hamburg), Raketenpionier
  • Richard Sell (* 1862 Sinnershausen; † 1913 Stepfershausen), Pfarrer in Stepfershausen von 1884 bis 1913. Er machte sich besonders verdient um den Raiffeisen-Gedanken, um arme Bauern vor Wucherern bewahren zu können.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze Jenzig-Verlag 2001 S. 239 ISBN 3-910141-43-9
  3. Burg
  4. Beschreibung des sachsen-meiningischen Amts Wasungen S. 178f.
  5. Kai Lehmann: Unschuldig. Hexenverfolgung südlich des Thüringer Waldes', über 500 recherchierte Fälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert, Untermaßfeld 2012, S. 355f.; Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“, Bereich Stepfershausen, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 240-244.
  6. Hauptsatzung der Gemeinde Stepfershausen (PDF; 27 kB)
  7. Hartmut Ulle: Thüringer Wappenbuch - Arbeitsgemeinschaft Genealogie e.V.(Hg.)
  8. Thüringer Naturbrief - Wappen der Thüringer Landkreise, Städte und Gemeinden [1]
  9. [2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stepfershausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien