Once (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Once
Originaltitel Once
Produktionsland Irland
Originalsprache Englisch
Tschechisch
Erscheinungsjahr 2006
Länge 86 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
JMK 0[1]
Stab
Regie John Carney
Drehbuch John Carney
Produktion Martina Niland
Musik Glen Hansard
Markéta Irglová
Kamera Tim Fleming
Schnitt Paul Mullen
Besetzung

Once ist ein irischer Independentfilm von John Carney aus dem Jahr 2006.

Der Film wurde 2008 mit einem Oscar in der Kategorie Bester Song ausgezeichnet.

Handlung[Bearbeiten]

Der Protagonist lebt wieder bei seinem verwitweten Vater in Dublin und repariert in dessen Elektrogeräteladen Staubsauger. Nebenbei betätigt er sich mit seiner verschrammelten Gitarre als Straßenmusiker und träumt von einer Karriere als Profimusiker. Eine junge tschechische Immigrantin, die in Dublin als Blumenverkäuferin auf der Straße arbeitet und später von einer reichen Familie als Putzfrau eingestellt wird, freundet sich mit ihm an und ermutigt ihn bald darauf, seine Träume in die Realität umzusetzen.

Nachdem ihn die ausgebildete Pianistin in einer Mittagspause mit ihrem Spiel fasziniert hat, entdecken die beiden, über die gemeinsame Begeisterung für die Musik hinweg, mehr und mehr auch ihre Sympathie füreinander, können aber die Spuren ihrer Vergangenheit nicht auslöschen. Während er in seinen Liedern eine schmerzliche Trennung verarbeitet, hat sie eine fast zweijährige Tochter mit ihrem Ehemann, der in Tschechien zurückgeblieben ist. Tagsüber kümmert sich ihre mit ihr nach Irland gezogene Mutter um das Kind des getrennt lebenden Ehepaares.

Mit einer bunt zusammengewürfelten Straßenband nehmen sie in einem Dubliner Studio eine Demo-CD auf. Danach gehen beide aber doch wieder getrennte Wege: Er entscheidet sich, es in London als Künstler zu versuchen und dort auch um seine alte Liebe zu kämpfen, die ihn bei einem Telefonat dazu ermutigt. Sie versucht mit ihrem Ehemann, der aus Tschechien nach Dublin zieht, einen Neuanfang. Als Abschiedsgeschenk lässt der Straßenmusiker ihr ein Klavier liefern, bezahlt von dem Geld, das sein Vater ihm für den Neuanfang in London gegeben hat.

Filmmusik[Bearbeiten]

Die Filmmusik wurde von den beiden Hauptdarstellern Glen Hansard und Markéta Irglová eingespielt und gesungen. Die Filmmusik wurde zum größten Teil von Hansard komponiert, auch Irglová steuerte zwei Lieder bei. Weitere zwei Lieder schrieben sie gemeinsam. Glen Hansard und Markéta Irglová wurden 2008 für den Song „Falling Slowly“ mit einem Oscar in der Kategorie Bester Song ausgezeichnet und waren im selben Jahr für den Grammy nominiert.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

Die beiden Hauptfiguren haben keine Namen. Sie werden im Abspann lediglich als „The Guy“ und „The Girl“ bezeichnet.

Die beiden Hauptdarsteller nahmen privat nach der Fertigstellung der Dreharbeiten eine Beziehung auf.[2] Der Altersunterschied zwischen den beiden beträgt 18 Jahre.

Hauptdarsteller Glen Hansard ist Sänger und Gitarrist der Band The Frames, Regisseur John Carney war dort bis 1993 Bassist. Hansard spielte den Outspan Foster im Musikfilm Die Commitments.

Der Film wurde beinahe in Dogma-Manier in 17 Tagen (bis auf einen Kran-Take) mit Handkamera an Originalschauplätzen und in den Wohnungen verschiedener Crewmitglieder gedreht. Das Budget betrug wegen dieser sparsamen Produktionsweise nur 130.000 Euro (160.000 US-Dollar). Finanzielle Förderung in Höhe von 100.000 Euro erhielten sie vom Irish Film Board.[3]

Once hatte am 15. Juli 2006 auf einem Festival in Irland Premiere. Nachdem er von allen europäischen Filmfestival-Jurys abgelehnt worden war, gewann er auf dem Sundance Film Festival 2007 überraschend den Publikumspreis.

Der Film startete in den USA mit nur zwei Kopien und wurde dort dennoch ein finanzieller Erfolg.

Der deutsche Kinostart war am 17. Januar 2008.

Vorgeschichte zum Film[Bearbeiten]

Regisseur John Carney hatte den Plan einen Film über einen Straßenmusiker zu machen. Zu diesem Zwecke bat er seinen Freund Glen Hansard einige Lieder zu schreiben, die er im Film verwenden konnte. Hansard und Carney spielten einige Jahre zuvor gemeinsam in der Band „The Frames“. Hansard machte Carney mit Markéta Irglová bekannt, welche der Profileigenschaft – Osteuropäerin und Musikerin – entsprach. Carney war bald davon überzeugt, ihr die Rolle der Hauptdarstellerin zu geben. Die Suche nach dem männlichen Hauptdarsteller war durch einige Entscheidungen geprägt. Carney hatte die Wahl, einen sehr guten Schauspieler zu verpflichten, der durchschnittlich singen konnte, oder einen sehr guten Sänger, der durchschnittlich im Schauspiel war. Er entschied sich für zweiteres, da der Fokus der Geschichte klar auf die Musik gelegt war.

Als er schließlich sah, wie Hansard und Irglová miteinander interagierten, stand für ihn fest, Hansard für die Hauptrolle zu verpflichten.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Academy Award (Oscar) 2008

  • In der Kategorie Bester Song mit „Falling Slowly“ für Glen Hansard und Markéta Irglová.

Independent Spirit Award 2008

Chlotrudis Award 2008

Sundance Film Festival 2007

Kritiken[Bearbeiten]

„Dieser kleine Film hat mir genügend Inspiration geschenkt, um damit durchs ganze Jahr zu kommen.“

Steven Spielberg: USA Today[5]

„Endlich einmal kein glatter, kein geschönter, kein konstruierter Quatsch an Beziehung und Music, sondern eine richtig urwüchsige, völlig unaufgeregte, angenehm lakonische Frisch-Fröhlich-Fromm-urige-Einfach-So-Begegnungs-Song-Geschichte von Boy und Girl. Das ist es. Wer an diesem Film vorbeistolpert, ist selber schuld, aber sage keiner, dass er nicht gewusst habe, dass es diesen Film gibt: „Once“ ist Musik-Charme- und Atmosphäre-Kult-pur. Ein Film zum, pardon, Liebhaben, Gerne-Mögen. SO WUNDERBAR-NORMAL-SCHÖN WAR KINO SCHON LANGE NICHT MEHR!“

Hans-Ulrich Pönack: Deutschlandradio Kultur[6]

„Mit Straßenmusikern scherzt man nicht: Der kleine Musikfilm ‚Once‘, Überraschungserfolg beim Sundance-Festival 2007, gibt sich als Neuinterpretation des Musikfilm-Genres – und scheitert grandios an der eigenen Ernsthaftigkeit.“

Stefanie Maeck: Spiegel Online[7]

„Eine echte Rarität: Musikfilm, Lebens- und Liebesgeschichte, glaubwürdig und warmherzig erzählt.“

Cinema

Margret Köhler vom Bayerischen Rundfunk nannte den Film „rundum gelungen“.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  2. Jamie Diamond: Life imitating art, The New York Times. 24. Februar 2008. 
  3. 'Once' upon a time, Artikel von Jon Weisman in Variety vom 18. Juli 2007, abgerufen am 7. Februar 2008
  4. Bonusmaterial auf der DVD, „Making a Day Musical“
  5. Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 16. Januar 2008
  6. Deutschlandradio: Filme der Woche
  7. spiegel.de
  8. BR-Online-Filmkritik (Version vom 3. September 2008 im Internet Archive)