Open Educational Resources
Als Open Educational Resources (Englisch, kurz OERs) werden freie Lern- und Lehrmaterialien in Anlehnung an den englischen Begriff für Freie Inhalte (open content) bezeichnet.
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[Bearbeiten] Begriff
Der Begriff wurde erstmals vom UNESCO 2002 Forum on the Impact of Open Courseware for Higher Education in Developing Countries verwendet. Als OERs können sowohl freie Lernmaterialien, freie Software als auch freie Lizenzen begriffen und verstanden werden.
Die unterschiedlichen Definitionen und Verständnisse von OER beinhalten nach Geser (2007) folgende Merkmale:
- „dass der Zugang zu freien Inhalten (einschließlich der Metadaten) für Bildungsinstitute, so genannte ‚Content Services‘ sowie Endverbraucher wie Lehrer, Schüler und Studenten und lebenslang Lernende kostenlos ist;
- dass Inhalte weniger restriktiv für die Weiterverbreitung zu Bildungszwecken lizenziert werden, so dass sie nach Möglichkeit verändert, kombiniert und in anderem Zusammenhang wiederverwendet werden können; folglich, dass Inhalte idealerweise unter Verwendung von offenen Standards und Formaten so gestaltet werden, dass sie einfach wiederzuverwenden sind;
- dass für Lernsysteme/-werkzeuge eine Software benutzt wird, deren Quellcode zugänglich ist (also eine Open-Source-Software) und dass offene Schnittstellen (open APIs) und Genehmigungen für die Weiterverbreitung von webbasierten Diensten sowie Inhalten vorhanden sind.“[1]
[Bearbeiten] Bewertung von OER
OER können einen enormen Nutzen für den Bildungsbereich und das lebenslange Lernen in einer Bildungsgesellschaft haben und bergen Vorteile für die Ersteller, die Nutzer, die Lernenden wie auch die Institutionen.
Als Ende 2011 bekannt wurde, dass die Kultusministerien mit den Schulbuchverlagen vereinbart haben, Urheberrechtsverletzungen auf Rechnern in den Schulen durch den Einsatz eines sogenannten „Schultrojaners“ zu verfolgen,[2] entstand eine lebhafte Diskussion zum Einsatz von OER in den Schulen, weil dadurch der Austausch von Materialien zur Unterrichtsvorbereitung wesentlich erleichtert werden könnte. Außerdem wurde kritisiert, dass die proprietären Angebote der Schulbuchverlage immer mehr durch selbsterstellte Materialien von Pädagogen für den eigenen Unterricht verdrängt würden. Der vermehrte diesbezügliche Einsatz freier Inhalte würde den gegenseitigen Austausch auch aus rechtlicher Sicht ganz wesentlich vereinfachen.[3][4][5]
Des Themas „Open Educational Resources“ hat sich verstärkt die Hewlett Foundation angenommen, aber auch die Europäische Kommission hat in den letzten Jahren verstärkt darauf geachtet, Projekte zu finanzieren, die sich direkt oder indirekt mit der Entwicklung und Nutzung frei zugänglicher Lerninhalte beschäftigen.
[Bearbeiten] Literatur
- Daniel E. Atkins, John Seely Brown, Allen L. Hammond: A Review of the Open Educational Resources (OER) Movement: Achievements, Challenges, and New Opportunities. Report to The William and Flora Hewlett Foundation. Februar 2007. Abgerufen am 10. Dezember 2011.
- Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD): Giving Knowledge for free: The Emergence of Open Educational Resources. 2007. ISBN 92-64-03174-X
- Guntram Geser. Open eLearning Content Observatory Services (OLCOS): Open Educational Practices and Resources: OLCOS Roadmap 2012. Salzburg Research, EduMedia Group. Salzburg. Januar 2007.
[Bearbeiten] Weblinks
- Artikel zu „Open Educational Resource“ der englischen Wikiversity
- Erläuterungen zum Thema von E-Teaching.org
- OER Commons
- Deutschsprachige Tutorials des OLCOS-Projekts zur Suche, Entwicklung, Teilen, Austausch, Modifizieren usw. von OER
- Das Intergeo-Projekt, welches von der EU gefördert eine OER für Mathematik/Geometrie aufbaut
- Cape Town Open Education Declaration (auf Deutsch)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Guntram Geser. Open eLearning Content Observatory Services (OLCOS): Open Educational Practices and Resources: OLCOS Roadmap 2012. Salzburg Research, EduMedia Group. Salzburg. Januar 2007. Seite 20.
- ↑ Markus Beckedahl: Drittes Update zum Schultrojaner. In: netzpolitik.org. 2. November 2011. Abgerufen am 10. Dezember 2011.
- ↑ Peter Mühlbauer: Offenes Lehrmaterial: Sind Schulbuchverlage noch zeitgemäß?. In: Telepolis. 7. November 2011. Abgerufen am 10. Dezember 2011.
- ↑ David Pachali: Open-Source-Schulbücher: Wie der Schultrojaner neue Ideen ins Bildungssystem schmuggelt. In. blog.zdf.de. 8. Dezember 2011. Abgerufen am 10. Dezember 2011.
- ↑ Schulbuchtrojaner – Urheberschutz oder Gefahr für die Freiheit von Lehre und Forschung?. Diskussion der Heinrich-Böll-Stiftung. Video. 8. Dezember 2011. – Audio (mp3). Abgerufen am 10. Dezember 2011.