Oskar Farny

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Oskar Farny

Oskar Farny (* 9. April 1891 in Dürren; † 20. Juni 1983 in Wangen im Allgäu) war ein deutscher Politiker (Zentrum, später CDU).

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Oskar Farny wurde 1891 als zweites von acht Geschwistern auf dem Hofgut Dürren geboren. Sein Vater war Hugo Farny. Nach dem Abitur in Ravensburg studierte er an der Eberhard Karls Universität in Tübingen von 1911 bis 1913 Jura. Während seiner Studienzeit wurde er Mitglied der A.V. Guestfalia Tübingen im CV. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg begann er eine militärische Karriere in Weingarten im Infanterie-Regiment „König Wilhelm I.“ (6. Württembergisches) Nr. 124. Im Krieg wurde er Weggefährte und enger Freund des späteren Generalfeldmarschalls Erwin Rommel. Nachdem sein älterer Bruder Hugo Farny 1919 sein Erstgeburtsrecht aufgegeben hatte und Pfarrer unter anderem in Tannheim war, wurde Oskar Farny Erbe des elterlichen Gutshofes und Inhaber der Edelweissbrauerei Farny in Dürren bei Waltershofen, das heute zur Gemeinde Kißlegg gehört. Die 1833 gegründete Brauerei war seit Gründung im Besitz der Familie Kugel, in die der Großvater Oskar Farnys Eustach Farny 1856 einheiratete. Ebenfalls 1919 übernimmt Farny den Vorstandsvorsitz der Vereinigten Käsereien Dürren, einer Genossenschaft, aus der sich die heutige Allgäuland-Käsereien GmbH entwickelte. Von 1958 bis 1967 war er Vorsitzender des Universitätsbundes Hohenheim.

Nach dem Tod Oskar Farnys 1983 wurde die Edelweiß-Brauerei in eine Stiftung überführt. Oskar Farny war seit 1913 mit Elisabeth Farny verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos.

Partei[Bearbeiten]

In der Weimarer Republik war Farny Mitglied der Zentrumspartei. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er, obwohl er in Württemberg-Hohenzollern wohnte, zunächst in die bayerische CSU ein. Erst nach seiner Wahl in den Bundestag 1953 wurde er Mitglied der CDU.

Abgeordneter[Bearbeiten]

Farny war von 1919 bis 1972 Mitglied des Gemeinderats seiner Heimatgemeinde Waltershofen und nach deren Eingemeindung 1972 Gemeinderat der Gemeinde Kißlegg.

Bereits 1920 wurde Farny in den württembergischen Landtag gewählt, in dem er sein Mandat allerdings nur bis 1921 ausübte. Von 1930 bis Juni 1933, als er sein Mandat niederlegte, und von November 1933 bis 1945 war Farny Reichstagsabgeordneter. Er war dabei der einzige spätere Bundestagsabgeordnete, der – obwohl kein NSDAP-Mitglied – am 12. November 1933 auf dem NSDAP-Reichstagswahlvorschlag gewählt wurde.

Farny gehörte dem Deutschen Bundestag von der Bundestagswahl 1953 bis zum 11. November 1953 an. Am 7. Oktober 1953, einen Tag nach seiner Wahl in den Bundestag, wurde er zum Minister für Bundesangelegenheiten des Landes Baden-Württemberg ernannt. Er bekleidete dieses Amt bis zum 23. Juni 1960. Nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Gebhard Müller, der zum Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes gewählt worden war, 1958 favorisierte dieser ihn als seinen Nachfolger, die CDU entschied sich jedoch für Kurt Georg Kiesinger.

Ehrungen[Bearbeiten]

Für seine Verdienste um die Qualitätssicherungsforschung in der Milchwirtschaft wurde Oskar Farny die Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim verliehen. 1960 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz und 1975 die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg[1] verliehen. 1977 erhielt er das Großkreuz des Silvesterordens.[2]

Nach Farny sind die Staatliche Milchwirtschaftliche Lehr- und Forschungsanstalt Dr.-Oskar-Farny-Institut und der Oskar-Farny-Weg in Wangen im Allgäu sowie die Oskar-Farny-Halle und die Oskar-Farny-Straße in Waltershofen benannt. Außerdem vertreibt die Edelweißbrauerei Farny ein Oskar Farny Premium Pils.

Literatur[Bearbeiten]

 Frank Raberg: Biographisches Handbuch der württembergischen Landtagsabgeordneten 1815–1933. Im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Kohlhammer, Stuttgart 2001, ISBN 3-17-016604-2, S. 191.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Staatsministerium Baden-Württemberg: Liste der Ordensträger 1975–2014. 3. Mai 2014, S. 2, abgerufen am 9. Juni 2014 (PDF; 145 kB).
  2. Biografie auf leo-bw.de