Oskar von Redwitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Holzschnitt Oskars von Redwitz von Emil Schröter

Oskar Freiherr von Redwitz (* 28. Juni 1823 in Lichtenau (Mittelfranken); † 6. Juli 1891 in St. Gilgenberg bei Bayreuth) war ein deutscher Dichter.

Leben[Bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten]

Oskar von Redwitz[1] wurde in Lichtenau, in der Nähe von Ansbach, am 28. Juni 1823 geboren. Er entstammt der ehemals reichsunmittelbaren fränkischen Adelsfamilie von Redwitz und war der Sohn des bayerischen Beamten Ludwig von Redwitz (1779–1848) sowie dessen Gattin Anna geb. Miller, der Nichte des Dichters Johann Martin Miller.[2]

Lebensgang[Bearbeiten]

Oskar von Redwitz, Foto um 1870
Büste von Oscar Freiherr von Redwitz im Schiller - Park in Meran.

Nach dem Besuch der Gymnasien in Speyer und Zweibrücken studierte v. Redwitz in München und Erlangen. Seit 1843 war er Mitglied des Corps Franconia München.[3]

Danach war Redwitz Anwärter auf den Bayrischen Staatsdienst (1846–49). Anschließend studierte er Sprachen und Literatur in Bonn (1849–50) und wurde 1851 Professor für Ästhetik und Geschichte der Literatur an der Universität Wien. 1852 gab er diesen Posten auf und zog auf seinen Landsitz Schellenberg (Schellenberger Hof) bei Weilerbach, Pfalz. Das Gut hatte seine aus Speyer stammende Frau Mathilde Hoscher, die er 1851 in Weilerbach heiratete, in die Ehe eingebracht.[4]

1854 zog er auf sein Schloss Schmölz in der Nähe von Kronach. Dieses ließ er bis 1857 um einen Südflügel erweitern. Doch bereits 1861 veräußerte der Freiherr den Stammsitz seiner Familie Redwitz-Schmölz an die Freiherren von Egloffstein.

Als gewähltes Mitglied der Bayerischen Bezirkskammer zog er 1862 nach München. Im Jahre 1872 wählte er seine Residenz in Meran zum Wohnsitz. Hier verkehrte er u.a. mit dem Schriftsteller Fedor von Zobeltitz.[5] Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er in einem Sanatorium für „Nervenleiden“ in der Nähe von Bayreuth, wo er am 6. Juli 1891 starb.

Sowohl in Weilerbach, als auch in seinem Geburtsort Lichtenau sind noch heute Straßen nach dem Dichter benannt.

Nachkommen[Bearbeiten]

Das Ehepaar hatte mehrere Kinder. Der Sohn Max von Redwitz (1858–1920) war General der Kavallerie und Hofmeister im Königshaus Wittelsbach, die Tochter Marie von Redwitz (1856–1933), Hofdame bei Herzogin Amalie in Bayern, betätigte sich als Schriftstellerin, die andere Tochter, Anna von Redwitz (1852–1924), hatte den Eisenbahnindustriellen Otto von Kühlmann geheiratet; ihr Sohn, der Diplomat Richard von Kühlmann, nahm im Ersten Weltkrieg die Amtsgeschäfte des deutschen Außenministers wahr. Ihr Enkel war der deutsche FDP-Politiker Knut von Kühlmann-Stumm (1916–1977).

Wirken als Schriftsteller[Bearbeiten]

Die fromme Sentimentalität seines romantischen Epos Amaranth (1849; 42. Auflage 1898) brachte ihm bereits begeisterte Bewunderer ein. Der Arbeit folgte Märchen (1850), Gedichte (1852) und die Tragödie Sieglinde (1854). Auf Schloss Schmölz schrieb er die Tragödie Thomas Morus (1856), die historischen Dramen Philippine Welser (1859) und Der Zunftmeister von Nürnberg (1860), von denen die ersten beiden großen Erfolg einbrachten.

1868 veröffentlichte er den Roman Hermann Stark, deutsches Leben, und 1871 Das Lied vom neuen deutschen Reich (Song of the New German Reich, bestehend aus mehreren hundert patriotischen Sonetten).

Als andauernde Sprachschöpfung von Redwitz’ erhielt sich „Husch, husch – die Waldfee!“ (aus Philippine Welser)[6].

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Gedichte[Bearbeiten]

  • Amaranth (1849)
  • Ein Märchen (1850) (Digitalisat bei lexikus.de / kostenloses Digitalisat bei GoogleBooks)
  • Gedichte (1852)
  • Das Lied vom neuen deutschen Reich (1871)
  • Ein deutsches Hausbuch (1883)

Romane[Bearbeiten]

  • Herman Stark, deutsches Leben (1868)

Dramen[Bearbeiten]

  • Sieglinde (1853)
  • Thomas Morus (1856)
  • Philippine Welser (1859)
  • Der Doge von Venedig (1863)

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nicht: von Redewitz, wie im Briefwechsel von Fritz Reuter. - Vgl. Fritz Reuter : gesammelte Werke und Briefe. - Bd. VIII: Briefe / bearb. von Hans Heinrich Leopoldi. (Rostock, 1990. - Nachdr. d. Ausg. 1966/67). - S. 495.
  2. Karl Barthel: "Die deutsche Nationalliteratur der Neuzeit", Braunschweig, 1862, Seite 488; Scan aus der Quelle
  3. Kösener Corpslisten 1930, 108, 74
  4. Fred Oberhauser: Literarischer Führer durch Deutschland, Insel Verlag, 1983, Seite 387, ISBN 3458140832; Ausschnitt aus der Quelle
  5. Fedor von Zobeltitz: Ich hab so gelebt, Ullstein Verlag, 1934, Seite 124; Ausschnitt aus der Quelle
  6. Philippine Welser: historisches Schauspiel in fünf Acten von Oskar von Redwitz, Verlag Kirchheim, 1859

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oskar von Redwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Oskar von Redwitz – Quellen und Volltexte