Weilerbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Weilerbach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Weilerbach
Weilerbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Weilerbach hervorgehoben
49.4813888888897.6322222222222241Koordinaten: 49° 29′ N, 7° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Weilerbach
Höhe: 241 m ü. NHN
Fläche: 16 km²
Einwohner: 4549 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 284 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67685
Vorwahl: 06374
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 049
Adresse der Verbandsverwaltung: Rummelstraße 15
67685 Weilerbach
Webpräsenz: www.weilerbach.de
Ortsbürgermeister: Horst Bonhagen (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Weilerbach im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Weilerbach ist eine Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Landkreis Kaiserslautern. Die Gemeinde ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Weilerbach, der sie auch angehört, und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Weilerbach liegt 11 km nordwestlich von Kaiserslautern. Zu Weilerbach gehören auch die Wohnplätze An den Kreuzen, Eichwieserhof, Obere Pfeifermühle, Samuelshof, Schellenbergerhof und Ziegelhütte.[3]

Nachbargemeinden sind Erzenhausen, Eulenbis, Rodenbach, Stadt Kaiserslautern (Stadtteil Einsiedlerhof), Ramstein-Miesenbach, Mackenbach und Schwedelbach.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahre 1214 erstmals urkundlich erwähnt, als König Friedrich II. seinem Getreuen Reinhard von Lautern, Ritter von Hoheneck, die Patronatsrechte über die Pfarrkirche zu Ramstein mit den Filialkirchen zu Weilerbach (Wilrebach) und Spesbach (Spethisbach) überließ. Siegfried von Hoheneck schenkte 1253 diese Rechte und die daraus resultierenden Einkünfte der bei Kaiserslautern liegenden Deutschherrenkomturei Einsiedeln. Papst Alexander IV. bestätigte 1258 den Besitz der Deutschherrenkomturei in Ramstein, Weilerbach und Spesbach. Im Jahr 1257 kommen Steinmar und Diederich von Weilerbach und 1273 Hertlin und Theodor von Weilerbach als Zeugen in Urkunden der Klöster zu Lautern und Enkenbach vor.[4]

Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Weilerbach zum kurpfälzischen Oberamt Lautern und war Gerichtsort für die Dörfer Erzenhausen, Eulenbis, Pörrbach, Rodenbach, Schwedelbach und Weilerbach sowie die Höfe Atzenhausen (heute Samuelshof), Einsiedel, Mückenhof und Schellenberg. Das Gericht war mit einem Schultheißen, vier Schöffen und dem Ramsteiner Gerichtsschreiber besetzt. Hier kreuzten die alten Straßen von Lautern nach Kusel und von Zweibrücken nach Bingen und waren der Grund für eine kurpfälzische Zollstätte.[4] Im Jahr 1787 hatte die Gemeinde 119 Familien und 578 Einwohner. An Gebäuden wurden drei Kirchen, zwei Pfarrhäuser, zwei Schulhäuser und 93 Wohnhäuser verzeichnet. Die Gemarkung Weilerbach umfaßte 2076 Morgen Äcker, 582 Morgen Wiesen, 23 Morgen Gärten und 60 Morgen Wald.[5]

Im Jahr 1794 hatten französische Revolutionstruppen das Linke Rheinufers eingenommen. Von 1798 bis 1814 gehörte die Region und damit Weilerbach zum Kanton Kaiserslautern im Departement Donnersberg. Weilerbach wurde unter der französischen Verwaltung Hauptort (chef-lieu) einer Mairie, der, anders als im vorherigen Gerichtsbezirk, neben Weilerbach (damals 751 Einwohner) die Gemeinden Erfenbach (298), Erzenhausen (386), Rodenbach (322), Siegelbach (293) und Stockborn (63) angehörten.[6]

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen und einem bayerisch-österreichischen Staatsvertrag kam die Pfalz 1816 zum Königreich Bayern. Unter der bayerischen Verwaltung blieb die Gemeinde Weilerbach im Kanton Kaiserslautern, der Teil des Landkommissariats Kaiserslautern (1862 umbenannt in Bezirksamt Kaiserslautern) im Rheinkreis war. Im Jahr 1837 hatte Weilerbach bereits 1.286 Einwohner, davon waren 525 Katholiken, 746 Protestanten und 15 Mennoniten.[4]

Im Bayerischen Ortschaftsverzeichnis aus dem Jahr 1928 wird die Landgemeinde Weilerbach, nun zum bayerischen Regierungsbezirk Pfalz gehörend, wie folgt beschrieben: Insgesamt 1.933 Einwohner (815 Katholiken und 1.118 Protestanten), 331 Wohngebäude und eine Fläche von 2.158 Hektar; es gab eine Eisenbahnstation, ein Postamt, eine Gendarmeriestation, eine Steuer- und Gemeindeeinnehmerei, eine katholische und eine protestantische Pfarrei, eine katholische und eine protestantische Schule sowie zwei Kinderbewahranstalten. Neben dem Dorf Weilerbach gehörten sechs weitere Ortschaften zur Gemeinde: Das Dorf Einsiedlerhof mit 187 Einwohnern, 28 Wohngebäuden und einer konfessionell gemeinschaftlichen Schule, das Einsiedler Forsthaus (4 Einwohner), Harzofen (7 Einwohner), Obere Pfeifermühle (6 Einwohner), der Weiler Samuelshof (32 Einwohner, 4 Wohngebäude) und Ziegelhütte (6 Einwohner).[7]

Das Dorf Einsiedlerhof wurde 1932 nach Kaiserslautern umgemeindet.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Weilerbach bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 751
1835 1.286
1871 1.390
1905 1.657
1939 1.720
Jahr Einwohner
1950 1.997
1961 2.394
1970 2.739
1987 3.163
2005 4.599

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Weilerbach besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[8]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2009 8 7 5 20 Sitze
2004 6 11 3 20 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold eine aufgerichtete blaue Pflugschar“.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnergemeinden sind Kingsbridge in England und Kanton Isigny-sur-Mer in Frankreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Im Reinhard-Blauth-Heimatmuseum wird die Geschichte der Region von der Steinzeit bis ins 19. Jahrhundert gezeigt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Ludwig Diehl (1894−1982), Theologe; 1934−1945 evangelischer Landesbischof der Pfalz.

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Johann Niclas Müller (1669−1732), Mühlentechniker, Erfinder; absolvierte eine Müllerlehre in Orten im Bereich der heutigen Verbandsgemeinde Weilerbach.
  • Carl Raab (1772−1854), in Weilerbach geborener Hufschmied und Landwirt; Mitbegründer der Firma Raab Karcher.
  • Oskar von Redwitz (1823-1891), Schriftsteller; lebte mehrere Jahre in Schellenbergerhof
  • Ludwig Levy (1854−1907), Architekt und Hochschullehrer; plante die protestantische Kirche in Weilerbach.
  • Gerold Scheuermann (*1929), Heimatforscher; Träger des Wappenbechers der Verbandsgemeinde Weilerbach.
  • Ludwig Grub (1930−2007), Bildhauer; lebte in der Verbandsgemeinde Weilerbach; Werke auf dem Skulpturenweg Rodenbach.
  • Herbert Schoner (1939−1971), Polizeibeamter; in Ausübung des Dienstes von Mitgliedern der RAF erschossen und in Weilerbach beigesetzt.
  • Hartmut Hofrichter (*1939), Architekt und Hochschullehrer; lebt in Weilerbach.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weilerbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Weilerbach – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 97 (PDF; 2,3 MB)
  4. a b c Michael Frey: Versuch einer geographisch-historisch-statistische Beschreibung des kön. bayer. Rheinkreises, Band 3, Neidhard, 1837, S. 86 ff (Google Books)
  5. Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen Geographisch-Historischen Beschreibung der Kurfürstl. Pfalz am Rheine, Band 4, Frankfurt und Leipzig, 1788, S. 285 (Google Books)
  6. P. A. Müller: Statistisches Jahrbuch für die deutschen Länder zwischen dem Rhein, der Mosel und der französischen Grenze, Mainz: Kupferberg, 1815, S. 147 (Google Books)
  7. Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1926 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928, Spalte 742 (digitale-sammlungen.de)
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen