Paulo Evaristo Arns

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Paulo Evaristo Kardinal Arns (Mai 1982)
Wappen von Paulo Evaristo Kardinal Arns

Paulo Evaristo Kardinal Arns OFM (* 14. September 1921 in Forquilhinha, Brasilien) ist Kardinalprotopriester und emeritierter Erzbischof von São Paulo.

Leben[Bearbeiten]

Paulo Evaristo Arns wurde als fünftes von dreizehn Kindern des deutschen, aus dem Moselgebiet stammenden Immigrantenehepaares Gabriel Arns (1890–1965) und Helene Steiner (1894–1974) geboren. Drei seiner Schwestern sind Ordensschwestern, ein Bruder ist ebenfalls Mitglied des Franziskanerordens; seine Schwester Zilda Arns war Präsidentin der Pastoral da Criança, die Kinderpastoral der katholischen Kirche in Brasilien. Er ist der Onkel von Leonardo Ulrich Steiner, Weihbischof in Brasilia.

Studium und Priester[Bearbeiten]

Paulo Evaristo Arns studierte von 1941 bis 1943 Philosophie in Curitiba und von 1944 bis 1947 Theologie in Petrópolis.

Am 10. Dezember 1943 trat Arns im Alter von 22 Jahren in den Franziskanerorden ein und empfing am 30. November 1945 durch Dom José Pereira Alves, Erzbischof von Niterói, das Sakrament der Priesterweihe. Er arbeitete in Petrópolis und lehrte gleichzeitig Theologie an der Katholischen Universität Petrópolis. 1950 folgten Studien in Literatur, Latein, Griechisch und Alte Geschichte an der Universität Sorbonne in Paris, bevor er wieder nach Petrópolis zurückkehrte.

Bischof und Kardinal[Bearbeiten]

Am 2. Mai 1966 wurde er zum Titularbischof von Respecta und zum Weihbischof im Erzbistum São Paulo ernannt. Die Bischofsweihe spendete ihm Agnelo Kardinal Rossi am 3. Juli desselben Jahres. Als Wahlspruch wählte er Ex spe in spem (lat. „Aus Hoffnung in Hoffnung“, „Aus Hoffnung hoffend“).

Am 22. Oktober 1970 wurde er zum Erzbischof von São Paulo ernannt. Während des Konsistoriums vom 5. März 1973 nahm ihn Papst Paul VI. als Kardinalpriester mit der Titelkirche Sant’Antonio da Padova in Via Tuscolana in das Kardinalskollegium auf.

Zu Beginn seiner Amtszeit als Erzbischof von São Paulo verkaufte er das Bischofspalais und benutzte den Verkaufserlös zum Aufbau einer Sozialstation in den Favelas. Paulo Evaristo Arns gilt als ein Verfechter der Befreiungstheologie und wurde als ein Gegner der Militärdiktatur einer der populärsten Kirchenmänner Brasiliens. So leitete er Ende der 1970er-Jahre das Untersuchungsprojekt Tortura Nunca Mais („Nie wieder Folter“). Er wurde von den sogenannten „Todeskommandos“ der jeweiligen Machthaber bedroht, arbeitete jedoch weiter.

Kardinal Arns war während der Militärdiktatur Kanzler der Päpstlichen Katholischen Universität São Paulo. Er tat sich dort besonders hervor, indem er Professoren zuließ, die ihre Professuren an staatlichen Universitäten aus ideologischen Gründen verloren hatten.

Im Alter von fast 77 Jahren ging er am 15. April 1998 in den Ruhestand, nachdem er bereits im Jahr 1996 zu seinem 75. Geburtstag bei Papst Johannes Paul II. das im Kirchenrecht vorgesehene Rücktrittsgesuch eingereicht hatte. Am Konklave 2005 nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. sowie am Konklave 2013 nahm er nicht teil, da er das Alter von 80 Jahren bereits überschritten hatte.

Seit dem Tod von Eugênio de Araújo Sales im Juli 2012 ist Arns dienstältester Kardinalpriester und damit Kardinalprotopriester. Neben William Wakefield Baum ist er außerdem der letzte lebende Kardinal, der noch von Paul VI. kreiert wurde.

Ehrungen[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Ehrendoktorwürden[Bearbeiten]

Bibliografie[Bearbeiten]

Kardinal Arns schrieb 49 Bücher. Schwerpunkte waren das Verkündungsamt in Großstädten und die Literatur der Urgemeinde. Daneben schrieb er hunderte Artikel für Zeitungen, bei denen er vor seinem Episkopat Redakteur war.

Filmdokumentationen[Bearbeiten]

  • Dom Paulo oder Die Liebe zu den Armen. Ein Porträt über Kardinal Arns - Erzbischof von Sao Paulo. Deutscher TV-Dokumentarfilm von Michael Albus, ZDF 1986, ca. 35 Minuten

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Eugênio de Araújo Sales Kardinalprotopriester
seit 2012
Agnelo Kardinal Rossi Erzbischof von São Paulo
1970–1998
Cláudio Kardinal Hummes OFM