Peter von Matt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Peter von Matt (2008)

Peter von Matt (* 20. Mai 1937 in Luzern) ist ein Schweizer Germanist und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Peter von Matt wuchs in Stans im Kanton Nidwalden auf. Er studierte Germanistik, Anglistik und Kunstgeschichte in Zürich und Nottingham und promovierte bei Emil Staiger über Franz Grillparzer. 1970 habilitierte er sich mit einer Arbeit über E. T. A. Hoffmann.

Von 1976 bis 2002 lehrte von Matt als Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Zürich. 1980 war er Gastprofessor an der Stanford University in Kalifornien und 1992/1993 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

Von Matt ist Mitglied des Ordens Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt, der Sächsischen Akademie der Künste und der Akademie der Künste Berlin.

Von Matt schreibt regelmässig Beiträge für die Frankfurter Anthologie. Marcel Reich-Ranicki hatte ihn für diese entdeckt. 1998 war von Matt der erste Preisträger der 1974 gegründeten Anthologie.[1]

Peter von Matt ist verheiratet mit der Literaturkritikerin Beatrice von Matt-Albrecht und lebt mit ihr seit 1975 in Dübendorf bei Zürich.[2]

Werke[Bearbeiten]

  • Der Grundriss von Grillparzers Bühnenkunst. Zürich 1965 (Dissertation).
  • Die Augen der Automaten. E.T.A. Hoffmanns Imaginationslehre als Prinzip seiner Erzählkunst. Tübingen 1971 (Habilitationsschrift).
  • … fertig ist das Angesicht. Zur Literaturgeschichte des menschlichen Gesichts. München / Wien 1983.
  • Liebesverrat – Die Treulosen in der Literatur. München 1989.
  • Das Schicksal der Phantasie. Studien zur deutschen Literatur. München 1994.
  • Der Zirkelschmied. Hebels letzter Gauner. Schriftenreihe des Hebelbundes Lörrach, Heft 41, 1994.
  • Verkommene Söhne, mißratene Töchter. Familiendesaster in der Literatur. München 1995.
  • Die verdächtige Pracht. Über Dichtung und Gedichte. München 1998.
  • Die tintenblauen Eidgenossen. Über die literarische und politische Schweiz. München 2001.
  • Öffentliche Verehrung der Luftgeister. München 2003.
  • Die Intrige. Theorie und Praxis der Hinterlist. München 2006.
  • Das Wilde und die Ordnung. Zur deutschen Literatur. Hanser, München 2007, ISBN 978-3-446-20840-7.
  • Der Entflammte. Über Elias Canetti. Nagel & Kimche, München / Zürich 2007, ISBN 978-3-312-00391-4.
  • Wörterleuchten. Kleine Deutungen deutscher Gedichte. Hanser, München 2009, ISBN 978-3-446-23298-3; als Taschenbuch: dtv 34665, München 2011, ISBN 978-3-423-34665-8.
  • Das Kalb vor der Gotthardpost. Zur Literatur und Politik der Schweiz. Hanser, München 2012, ISBN 978-3-446-23880-0.
Vorträge

Daneben publizierte Peter von Matt zahlreiche Aufsätze in Sammelbänden und Zeitschriften.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht ans Getto denke. Gespräch mit Peter von Matt und Marcel Reich-Ranicki in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 15. April 2009
  2. Urs Bühler: «Jeder Esel will heute meine Sehgewohnheiten aufbrechen», Neue Zürcher Zeitung, 31. Dezember 2012 (Interview)