Polizei (Schweden)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo
Staatliche Ebene Reichsweit
Stellung Polizei
Aufsichtsbehörde Justizministerium Schwedens
Hauptsitz Stockholm
Behördenleitung Rikspolischef Bengt Svenson
Bedienstete 18.000 Beamten, 8.000 zivile Mitarbeiter
Website www.polisen.se
Schwedisches Polizeifahrzeug

Die Polizei Schwedens (schwedisch polisen) ist zentral aufgebaut und dem Schwedischen Justizministerium unterstellt.

Die Polizei Schwedens besteht organisatorisch aus zwei Bereichen mit insgesamt 18.000 Beamten und 8.000 zivilen Mitarbeitern.[1] Die Rikspolisstyrelsen (RPS) ist die zentrale Verwaltungs- und Aufsichtsbehörde der Polizei mit Sitz in Stockholm. Die eigentliche Polizei ist die Polismyndighet (Polizeibehörde), die regional auf die 21 Provinzen aufgeteilt ist.

Rund 25 Prozent der Polizeibediensteten in Schweden sind Frauen. Insgesamt zählt Schweden über 300 Polizeiwachen.

Rikspolisstyrelsen (RPS)[Bearbeiten]

Hundestaffel der Schwedischen Polizei während einer Demonstration von Nationalisten 2007 am Nationalfeiertag
Schwedischer Polizeihelikopter Eurocopter

Das Rikspolisstyrelsen (RPS) oder kurz Rikspolisen (Reichspolizei) ist die zentrale Verwaltungs- und Aufsichtsbehörde der Schwedischen Polizei. Sie kann in etwa mit dem deutschen Bundeskriminalamt gleichgesetzt werden. Die Behörde mit Sitz in Stockholm wurde 1964 gegründet und wird von einem Reichspolizeichef (Rikspolischef) geleitet, der direkt von der Regierung benannt wird.

Dem RPS untersteht auch die Polizeihochschule (Polishögskolan) in Solna bei Stockholm sowie die beiden weiteren Bildungszentren an den Universitäten von Umeå und Växjö. Die Grundausbildung besteht aus vier Semestern Schulung auf universitärem Niveau und einer anschließenden, sechsmonatigen Praxisphase.

Das Polizeimuseum (Polismuseet) untersteht ebenfalls dem RPS.

Säkerhetspolis[Bearbeiten]

Die Säkerhetspolis Säpo (Sicherheitspolizei) ist der Inlands-Nachrichtendienst Schwedens und direkt dem Rikspolisstyrelse unterstellt. Hauptaufgabengebiete sind die Gegenspionage, der Verfassungsschutz, die Bekämpfung des Terrorismus und der Personenschutz (zum Beispiel der Königsfamilie und von Politikern).

Das Hauptquartier liegt in Stockholm. Die fünf regionalen Büros befinden sich in Göteborg, Luleå, Malmö, Uppsala und Örebro. Im Hauptquartier ist die Säpo in elf operative Einheiten unterteilt.

Statens kriminaltekniska laboratorium (SKL)[Bearbeiten]

Statens kriminaltekniska laboratorium (SKL). Das Staatliche Kriminaltechnische Laboratorium hat seit 1975 seinen Sitz in Linköping und ist mit etwa 285 Angestellten für kriminaltechnische Untersuchungen zuständig.[2]

Das Institut arbeitet an der Spurensicherung und der Analyse von Material aus Kriminalfällen. SKL hat Experten und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen (Chemiker, Biologen, Techniker), um Spuren an Objekten und Tatorten auszuwerten und zuzuordnen.

Das SKL besteht aus einem Leitungsorgan mit Admistration und derzeit vier Abteilungen:

  1. biologische Abteilung
  2. Drogen und Medikatmenten Analyse
  3. der chemisch- technischen Einheit
  4. der Dokumentation und Archivierung

Neben der Forensischen Analyse arbeitet das Institut auch in der Forschung und Ausbildung der Forensischen Wissenschaft.

Nationella Insatsstyrkan[Bearbeiten]

Nationella Insatsstyrkan (dt. Nationale Inlandsstreitkräfte) sind die landesweit operierenden Spezialkräfte der Schwedischen Polizei. Die 1990 eingerichtete Einheit besteht aus 60 Mann und einem Stab erfahrener Polizisten im Hintergrund. In die Zuständigkeit der NI fallen vor allem Anti-Terror-Einsätze und die Bekämpfung der organisierten Kriminalität, sowie Geiselbefreiungen. Die Kräfte werden auch zur Intervention gegen bewaffnete Personen, bei verschärften Raubüberfällen, Aufklärung in unzugänglichem Gelände, bei den Vorbereitungen auf Staatsbesuche, Krisen-Verhandlungen bei Geiselnahmen und im Personenschutz eingesetzt.[3] Nationella Insatsstyrkan kooperieren in Ausbildung und Taktik mit dem Schwedischen Militär und der Schwedischen Spezial-Einsatzpolizei (SEKs in verschiedenen Teilen Schwedens).

Polismyndighet[Bearbeiten]

Mitglied der Schwedischen Bereitschaftspolizei Beredskapspolisen
Schwedische Polizisten in Festtags-Uniform

Die Polismyndighet (Polizeibehörde), die eigentliche Polizei, ist auf die 21 Provinzen aufgeteilt. Jede Provinz entspricht einem Polizeidistrikt. Dieser wird von einem Länspolismästare geleitet. Die größte Polizeibehörde findet sich in Stockholms län mit 6.700 Angestellten, von ihnen 5.000 Polizisten. Die kleinste Behörde ist die des Gotlands län mit 140 Angestellten, von denen 99 Polizisten sind.[4]

Im Zuge von Rationalisierungsmaßnahmen sollen auch einzelne Polizeidistrikte zusammengelegt werden.

Piketen[Bearbeiten]

Einsatzfahrzeug der Piketen Stockholm bei einer Demonstration von Nationalisten 2007 in Stockholm

Die Piketen sind die regional arbeitenden Mobilen Einsatzkommandos der Schwedischen Polizei. Die aus schnellen Teams der Bereitschaftspolizei entstanden Teams haben eine lange Tradition. Bereits 1887 wurde in Stockholm die erste Einheit der schnellen Bereitschaftspolizei aufgestellt. Die Piketen verfügten bereits 1939 über ein „Packard“, ein Fahrzeug, dass bereits mit einem Funkgerät ausgestattet war. Durch seine technische Ausrüstung war es das damals modernste Polizeiauto Europas.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Polizei (Schweden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.bmi.gv.at/cms/BMI_OeffentlicheSicherheit/2009/09_10/files/Schweden.pdf Angaben zur Mitarbeiterzahl schwanken je nach Quelle, wahrscheinlich auch politische Vorgaben, hier die kleinste gefundene Zahl genannt
  2. polisen.se: Statens Kriminaltekniska Laboratorium, SKL
  3. http://www.polisen.se/sv/Om-polisen/Sa-arbetar-Polisen/Specialkompetenser/Nationella-insatsstyrkan/
  4. polisen.se: 21 självständiga polismyndigheter
  5. http://www.bmi.gv.at/cms/BMI_OeffentlicheSicherheit/2011/01_02/files/SCHWEDEN.pdf