Pottermore

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Pottermore
Logo Pottermore.png
http://www.pottermore.com
Beschreibung Web-Projekt zu J.K. Rowlings Harry Potter-Romanen. E-Book-Shop
Registrierung erforderlich
Sprachen Deutsch, Englisch (BE, AE), Spanisch, Französisch, Italienisch, Japanisch; Portugiesisch (nur im Shop)[1]
Eigentümer Pottermore Limited
Urheber J.K.Rowling, Neil Blair
Erschienen Juni 2011
Status aktiv

Pottermore ist eine Website von J. K. Rowling[2], die von TH_NK entwickelt[3] und von Sony[4] gesponsert wird. Sie bezeichnet sich selbst als "einzigartiges Online-Leseerlebnis" samt Verkaufsplattform für E-Books und Audiobooks der sieben Harry-Potter-Romane.[5]

Pottermore ermöglichte am 31. Juli 2011, dem Geburtstag J.K. Rowlings (und des Hauptcharakters Harry Potter), eine Woche einer Million Fans eine vorzeitige Registrierung. Nach einer langen Beta-Phase ist Pottermore seit dem 14. April 2012 öffentlich zugänglich. Die Nutzung ist kostenlos.[6]

Idee[Bearbeiten]

Die Benutzer können die Bücher interaktiv erleben und den Protagonisten durch die Kapitel „folgen“, beginnend mit dem ersten Buch Harry Potter und der Stein der Weisen. Unter anderem kann man die Winkelgasse besuchen, in der man sich mit virtuellem Geld ('Galleonen') verschiedene Gegenstände kaufen kann und einen Zauberstab erhält. Im weiteren Verlauf wird der Spieler in eines der vier Häuser von Hogwarts, (Gryffindor, Slytherin, Hufflepuff oder Ravenclaw) eingeteilt, lernt Zaubersprüche, kann sich mit anderen Nutzern der Plattform duellieren und Zaubertränke brauen.

Jedes Buchkapitel wurde dafür in sogenannte "Momente" zerlegt – Schauplätze, Spiele oder andere interaktive Umsetzungen der wichtigsten Szenen des jeweiligen Kapitels, die oft mit versteckten Belohnungen (etwa in Form von Zaubertrankzutaten oder Exklusivmaterial von J. K. Rowling) aufwarten. Insgesamt sollen so über 18.000 Wörter zusätzlichen Inhalts und bislang unbekannter Hintergrundinformationen und Notizen der Autorin zur Verfügung gestellt werden.[7]

Momentan sind die ersten drei Bände und Teile des vierten (Stand: Mai 2014) verfügbar, nach und nach werden auch die weiteren Bücher folgen. Durch das Agieren in den Momenten, aber auch Interaktionen mit anderen Benutzern im "virtuellen Hogwarts" sammelt man Hauspunkte und Galleonen. Zwei Mal im Jahr wird der Hauspokal vergeben und der Hauspunktestand danach wieder annulliert. So entwickelt sich Pottermore mittlerweile immer mehr in Richtung eines sozialen Netzwerks (inklusive der Möglichkeit Mitteilungen zu posten, Bilder hochzuladen, und Nachrichten und Objekte zu "liken"). Ein großer Unterschied zu den bekannten sozialen Netzwerken besteht jedoch darin, dass Benutzernamen keine Klarnamen sein können, sondern per Zufall vergeben werden.

Shop[Bearbeiten]

Der Pottermore-Shop wurde am 27. März 2012 eröffnet. Er stellt eine unabhängige Plattform dar, für die sich auch Pottermore-Benutzer erneut registrieren müssen. Hier kann man eBooks und Hörbücher in verschiedenen Sprachen erwerben. Der Pottermore-Shop ist der exklusive Verkäufer der Harry-Potter-eBooks, so leitet etwa auch Amazon bei einer entsprechenden Suchanfrage auf Pottermore weiter.

Geschichte[Bearbeiten]

Pottermore wurde zwei Jahre lang entwickelt. Eine Webseite, die das Projekt ankündigte, erschien im Juni 2011. Diese Webseite enthielt einen Link zu einem Youtube-Kanal, der einen Countdown enthielt. Ab dem 15. Juni veröffentlichten mehrere Harry-Potter-Fanseiten geographische Daten, die auf einer von J.K. Rowling kreierten und in Google Maps integrierten Seite eingegeben werden konnten und so die Buchstaben des Namens ihres neuen Projekts verrieten. Am 23. Juni verriet Rowling Details über Pottermore in einem Youtube-Video.[8]

In der Woche zwischen dem 31. Juli und 6. August 2011 gab es die Möglichkeit, sich vor dem offiziellen Start als Betatester zu registrieren. Jeden Tag wurde ein Rätsel auf der Seite von Pottermore bekannt gegeben, das der Reihenfolge nach jeweils einen der sieben Bände betraf. Das Rätsel erschien immer zu einer anderen Zeit, und täglich hatten ca. 143.000 Fans die Chance, einer der eine Million Betatester zu werden.

Ursprünglich für Oktober 2011 angekündigt, wurde der Start der Vollversion der Website mehrmals nach hinten verschoben. Ab dem 2. November 2011 ging die Seite für eine unbestimmte Zeit offline, um Fehler zu beheben und die Seite zu verbessern. Am 14. Dezember 2011 ging die Seite wieder online, mit der Veränderung, dass nun das Duellieren möglich ist. Am 14. April 2012 wurde Pottermore für alle Nutzer geöffnet.[9]

Rezeption[Bearbeiten]

Seit dem Tag der ersten Ankündigung erfuhr das Projekt Pottermore weltweite Beachtung. Das Magazin Wired nannte die Veröffentlichung der Website einen „Radiohead moment“ und spielte damit auf die Band Radiohead an, die 2007 ihr Album In Rainbows ohne Plattenlabel im Internet veröffentlichte. Auf ähnlich revolutionäre Weise habe sich Rowling von ihrem Verlag unabhängig gemacht, was für Autoren ein zukunftsweisendes Konzept sein könne.[10] Seit der Ankündigung der Website wird daher diskutiert, welche Auswirkungen diese Art der E-Book-Veröffentlichung auf die Verlage Bloomsbury Publishing und Scholastic, den Konzern Warner Bros. und Verkaufsplattformen wie Amazon.com haben wird.[11][12]

Der Sprecher der britischen Buchhändler-Kette Waterstone’s Jon Howells äußerte sich „enttäuscht, dass wir vom Verkauf der lange erwarteten E-Book-Edition ausgeschlossen werden“.[13] Die Branchenzeitschrift des deutschen Buchhandels, das Börsenblatt, beurteilt den Trend zur Selbstvermarktung digitaler Inhalte durch Autoren, vorbei am klassischen Verkauf über Verlag und Handel, als kritisch. Relativierend ergänzt Joachim Kaufmann, Geschäftsführer des Carlsen Verlags, bei dem die deutschen Harry-Potter-Ausgaben erschienen sind: „Ein Erfolg wie Harry Potter ist absolut einmalig, dementsprechend einmalig ist die Stärke der Marke und die damit verbundene Möglichkeit einer direkten Ansprache der Fans.“ .[14]

Die britische Tageszeitung The Guardian analysierte die Marketing-Strategie hinter Pottermore und kritisierte J. K. Rowlings Versuch, die Schaffung einer Plattform zur Vermarktung ihrer Produkte als selbstlosen Akt darzustellen.[15] Rowling hatte zuvor gesagt, sie wolle durch Pottermore ihren treuen Fans etwas zurückgeben.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sprachen auf Pottermore. Hilfe von Pottermore.com. Abgerufen am 1. Dezember 2011
  2. Über Pottermore. Website von Pottermore. Abgerufen am 15. August 2011
  3. TH_NK. Website von TH_NK. Abgerufen am 15. August 2011
  4. Zusammenarbeit mit Sony. Website von Pottermore. Abgerufen am 15.August 2011
  5. Verkauf von E-Books und Audiobooks. Website von Pottermore. Abgerufen am 15.August 2011
  6. Pottermore startet im Oktober und ist kostenlos. Website von Pottermore. Abgerufen am 15. August 2011
  7. Pottermore ist ein Online Leseerlebnis. Website von Pottermore. Abgerufen am 15. August 2011
  8. a b http://www.youtube.com/jkrowlingannounces
  9. We're opening to everyone , In: Pottermore Insider, abgerufen am 14. April 2012
  10. With ‘Harry Potter,’ Publishing Finally Has Its ‘Radiohead Moment’, Wired, 23. Juni 2011
  11. What Pottermore means for Warner, Bloomsbury and other stakeholders, Wired, 23. Juni 2011
  12. Harry Potter And "Pottermore" Could Force Amazon To Open Up The Kindle, Business Insider, 23. Juni 2011
  13. Pottermore.com: Rowling bündelt neue Pottererlebniswelt auf eigener Website / Britischer Buchhandel enttäuscht, Buchmarkt, 24. Juni 2011
  14. Harry Potter an der digitalen Leine in: Börsenblatt, Wochenmagazin für den Buchhandel, 18. August 2011, Seite 16-18
  15. Pottermore gives away JK Rowling's marketing genius The Guardian, 23. Juni 2011

Weblinks[Bearbeiten]