Preis der beleidigten Zuschauer
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Der Medienpreis Preis der beleidigten Zuschauer ist ein vom Netzwerk kritischer Fernsehzuschauer verliehener Negativpreis, der „herausragende Unverschämtheit eines einzelnen Fernsehschaffenden oder einer programmverantwortlichen Institution“ auszeichnet. Ausgelobt ist der Preis vom Augustus Hofmann Verlag. Die jährliche Verleihung auf der Frankfurter Buchmesse findet durch die Pressearbeit des Verlegers Augustus Hofmann ein regelmäßiges Medienecho.
Der seit 1989 verliehene Preis wird als Mahnung zum menschlicheren Umgang mit den Fernsehzuschauern verstanden. Jeder Fernsehzuschauer hat per Onlinewahl die Möglichkeit der Stimmabgabe. Die Trophäe trägt den Namen Watchdog und hat Ähnlichkeit mit einem Fisch. Karl Dall, Die Sendung mit der Maus und Oliver Pocher waren bisher die einzigen Preisträger, die die Auszeichnung auch entgegennahmen.
[Bearbeiten] Preisträger
| Jahr | Preisträger | Begründung |
|---|---|---|
| 1990 | Wim Thoelke | Für den Kommentar „Die Zuschauer müssen ja ab und zu bewegt werden.“ |
| 1991 | ARD und ZDF | Für ihren Slogan „Bei ARD und ZDF sitzen Sie in der ersten Reihe.“ |
| 1992 | Die Sendung mit der Maus | Weil ihr Sendeplatz oft von Sendungen für Erwachsene eingenommen werde |
| 1993 | Linda de Mol | Weil sie sich bei einem Stunt hat doubeln lassen und das Gegenteil behauptet hatte |
| 1994 | Karl Dall | Wegen frauenfeindlicher Sprüche |
| 1995 | Helmut Thoma | Für die Begriffsschöpfung „Kukident“ für Zuschauer jenseits der 50 |
| 1996 | Marijke Amado | Weil sie Kinder zu „Sexobjekten“ herausputze |
| 1997 | Margarethe Schreinemakers | Weil sie „Heilern“ und „Schamanen“ eine Plattform geboten habe |
| 1998 | heute | Für die Ausstrahlung von Bildern der gewaltsamen Tötung eines Menschen |
| 1999 | Ottfried Fischer | Für die Diskriminierung älterer Zuschauer |
| 2000 | Jürgen Möllemann | Weil er einen politischen Talkshowauftritt wegen wahlstrategischer Besprechungen abgesagt, stattdessen aber den Big-Brother-Container besucht habe. |
| 2001 | Gloria von Thurn und Taxis | Für den Kommentar: „Afrika hat Probleme nicht wegen fehlender Verhütung. Da sterben die Leute an AIDS, weil sie zu viel schnackseln. Der Schwarze schnackselt gern.“ |
| 2002 | Johannes B. Kerner | Für Verfehlungen bei der Berichterstattung zum Amoklauf von Erfurt |
| 2003 | Helmut Kohl | Für seine Aussage zur CDU-Spendenaffäre: „Die Gelder sammle ich, um das nötige Geld zu haben, um jetzt eine große Untersuchung anzustellen über die Vaterlandsverräter und Leugner der Deutschen Einheit. Etwa bei bestimmten Machenschaften der ARD“ |
| 2004 | Ruth Moschner, Oliver Welke und Gaby Köster | Für die im Fernsehen üblich gewordenen schlechten Umgangsformen |
| 2005 | Die Super Nanny Katharina Saalfrank | Für die Verletzung der Würde von Kindern durch Vorführen in Extremsituationen |
| 2006 | Harald Schmidt | Für Kritik an seinen Kollegen, ohne dabei Namen zu nennen. Schmidt solle den Preis „an die übelste(n) TV-Pfeife(n)“ weitergeben oder ihn selbst behalten. |
| 2007 | Das Organisationsbüro des Deutschen Fernsehpreises | Für den „Kauf“ von „Fans“ zur Verleihung 2006 in Köln-Ossendorf |
| 2008 | Oliver Pocher | Für seinen Auftritt bei der Feier der deutschen Nationalmannschaft am Brandenburger Tor nach deren Niederlage im Finale der Fußball-EM 2008 gegen Spanien, bei dem er gebückt im Affengang über die Bühne lief mit den Worten: „Wie geh’n die Spanier? So geh'n die Spanier, die Spanier gehen so.“[1] |
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Pocher erhält "Preis der beleidigten Zuschauer". In: WELT ONLINE. 6. Oktober 2008. Abgerufen am 7. Oktober 2008.
[Bearbeiten] Weblinks
- Die Liste des TV-Horrors (Stern.de vom 24. September 2007)
- Gottschalk und Netzer für Schmäh-Preis nominiert (Spiegel Online vom 25. August 2008)

