Pugatschow-Aufstand

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Pugatschows Gericht, Wassili Perow (1879)

Der Pugatschow-Aufstand, auch Russischer Bauernkrieg 1773-1775 genannt, war zunächst ein Aufstand der Ural-Kosaken gegen die Zentralgewalt des Russischen Reichs, der sich mit der Zeit in einen großflächigen Bauernkrieg unter der Führung von Jemeljan Pugatschow verwandelte. Dabei gab sich Pugatschow als Zar Peter III. aus, der Katharinas Mordversuch an ihm angeblich entkommen sei. Peter hatte vor seiner Ermordung 1762 weitreichende Reformen, darunter die Aufhebung der Leibeigenschaft, angekündigt und genoss daher auch ein Jahrzehnt nach seinem Tod einen legendären Ruf im Volk. Von diesem Umstand profitierte Pugatschow.

Der Aufstand umfasste neben dem Kerngebiet rund um den Ural-Fluss bald auch das Umland von Orenburg, die Gebiete an der Kama, Baschkirien, einen Teil Westsibiriens sowie Gebiete am mittleren und unteren Lauf der Wolga. Neben den Kosaken nahmen am Aufstand Baschkiren, Tataren, Kasachen, Kalmücken, die Arbeiter vom Ural und zahlreiche Leibeigene aus den betroffenen russischen Gouvernements teil.

Dabei wurden Angehörige zahlreicher Adelsfamilien umgebracht, ihre Anwesen geplündert und die wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung der südöstlichen Regionen um Jahrzehnte zurückgeworfen. Der Aufstand endete letztlich mit dem Sieg der kaiserlichen Truppen unter Alexander Suworow Anfang 1775 sowie mit der Gefangennahme und der Hinrichtung Pugatschows.

Dem Pugatschow-Aufstand wurden zahlreiche literarische Werke gewidmet, unter anderem die historischen Romane Die Hauptmannstochter und Pugatschow von Alexander Puschkin. In der offiziellen Sowjet-Propaganda wurde der Pugatschow-Aufstand als eine frühe Phase des Klassenkampfes glorifiziert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Valentin Gitermann: Geschichte Russlands. 2. Band. Europäische VerlagsanstaltmFrankfurt am Main 1965, S. 223-234. Dokumente S. 457-461.

Weblinks[Bearbeiten]