RMS Queen Mary

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RMS Queen Mary
RMS Queen Mary Long Beach January 2011 view.jpg
p1
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes KönigreichVereinigtes Königreich (Handelsflagge) Vereinigtes Königreich
Bauwerft John Brown & Company, Clydebank
Stapellauf 26. September 1934
Indienststellung 27. Mai 1936
Verbleib Hotel in Long Beach
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
310,74 m (Lüa)
Breite 36,14 m
Tiefgang max. 11,9 m
Vermessung 80.774 BRT
 
Besatzung 1.101 Mann
Maschine
Maschine 24 Dampfkessel
4 Satz Getriebeturbinen
Maschinen-
leistung
200.000 PS (147.100 kW)
Geschwindigkeit max. 33 kn (61 km/h)
Propeller 4
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 2.280
Sonstiges
Registrier-
nummern

IMO: 5528793

Die RMS Queen Mary war als Passagierschiff der Cunard-Reederei von 1936 bis 1967 im Einsatz. Sie hat seither in Long Beach, Kalifornien, als Hotel The Queen Mary festgemacht.

Der Bau[Bearbeiten]

Bereits im Jahre 1926 wurde ein Ersatz für die veraltete RMS Mauretania geplant. Der Bauauftrag an die Werft John Brown & Company, Clydebank, wurde aber erst 1930 erteilt. Nach der Kiellegung am 31. Januar 1931 ging der Bau so schnell voran, dass der Stapellauf bereits für den Mai 1932 geplant wurde. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise gab die Cunard-Reederei am 11. Dezember 1931 bekannt, dass der Bau vorerst eingestellt wird.

Als die Cunard-Line 1933 die White Star Line übernahm, verschmolzen die beiden Reedereien zur Cunard White Star Ltd.. Die Regierung sicherte der neuen Reederei eine Anleihe von 9,5 Millionen Pfund, damit die Queen Mary fertiggestellt und ein weiteres ähnliches Schiff (die spätere RMS Queen Elizabeth) in Auftrag gegeben werden konnte. Die Arbeiten wurden im April 1934 wiederaufgenommen. Im August desselben Jahres waren die Arbeiten an Schiff Nr. 534 abgeschlossen.

Gerüchten zufolge soll zunächst gemäß Cunard-Tradition (RMS Lusitania, RMS Aquitania) der auf „ia" endende Name Victoria beabsichtigt gewesen sein. Die Namen von White Star-Schiffen endeten dagegen mit „ic" (RMS Titanic, RMS Olympic), so dass nach der Fusion eine Kompromisslösung bevorzugt wurde. Auf die Bitte an König Georg V., das Schiff nach „Britanniens größter Königin" zu taufen, soll die Königin Mary von Teck nonchalant antworten haben lassen, dass sie sich geehrt fühle. Der Reederei blieb angeblich nichts anderes übrig, als dies stillschweigend zu akzeptieren, und so wurde am 26. September 1934 von der gleichnamigen Monarchin nun die Queen Mary getauft. Das Schiff wurde bis Mai 1936 fertiggestellt. Bei den Probefahrten von Southampton aus wurde kurzzeitig eine Geschwindigkeit von 33,0 kn (61,1 km/h) erreicht.

Vor dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Die Jungfernfahrt der Queen Mary war am 27. Mai 1936, auf der klassischen Route Southampton – Cherbourg − New York. Aufgrund dichten Nebels konnte das Schiff das Blaue Band nicht gleich auf der ersten Fahrt erobern. Im August 1936 schaffte es die Queen Mary, auf der Überfahrt ab Höhe Bishop Rock bis Feuerschiff Ambrose, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30,14 kn (55,8 km/h) den Rekord der Normandie zu brechen und ihr damit das Blaue Band abzunehmen. Nach nur einem Jahr Dienst hatte die Queen Mary bereits fast 57.000 Passagiere befördert.

Zwei Tage vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 trat der Liner seine vorerst letzte zivile Überfahrt an. Als das Schiff am 4. September New York erreichte, wurde es an Pier 40 festgemacht.

Kriegseinsatz[Bearbeiten]

Rückkehr von US-Soldaten aus Europa in die Heimat. Einfahrt der Queen Mary im Hafen von New York City am 20. Juni 1945

Am 21. März 1940 erhielt die Queen Mary den Befehl, über Kapstadt nach Sydney auszulaufen. Als das Schiff seinen Zielort erreicht hatte, wurde es grau angestrichen und für den Kriegsdienst umgebaut. Von da an transportierte sie, wie auch die inzwischen fertiggestellte Queen Elizabeth, Tausende von Soldaten nach Australien, um dort die Pazifikfront auszubauen. Unter anderem fuhr sie ab 29. Juni 1940 im Geleitzug WS 1 zwischen Großbritannien und Ceylon.

Am 2. Oktober 1942 befand sich die Queen Mary auf einem Transporteinsatz von den USA nach Britannien, bei dem ca. 10.000 GIs an Bord waren, von denen bis zu 14 Mann in einer eigentlich für zwei Personen vorgesehenen Kabine untergebracht waren. Die Queen Mary kreuzte aufgrund der U-Boot-Gefahr die gesamte Fahrt über in einem beständigen Zickzackkurs, wobei sie alle vier Minuten die Richtung um wenige Grad wechselte. Laut Befehl der Flottenführung (es war von Hitler persönlich eine Belohnung für die Versenkung dieses Schiffs ausgeschrieben worden) durfte sie niemals stoppen.

Zum Geleitschutz in den britischen Gewässern wurde der 1916 gebaute, technisch veraltete Flak-Kreuzer HMS Curacoa eingesetzt, welcher kaum die 28 Knoten erreichen konnte, die die Queen Mary fuhr, den Zickzackkurs daher nicht mitmachen konnte und einen geraden Kurs fuhr. Die kleineren sechs Begleitschiffe waren aufgrund des schlechten Wetter in den Küstengewässern von Irland zurückgelassen worden.

Etwa 80 km vor der nordirischen Küste geriet die Curacoa aufgrund mehrerer und beidseitiger Navigations- und Kommunikationsfehler vor den Bug der Queen Mary und wurde bei voller Fahrt mittschiffs durchrammt. Der hintere Teil des Eskortkreuzers sank fast sofort, der Vorderteil nach wenigen Minuten. Von den 336 Mann an Bord überlebten nur 26 Besatzungsmitglieder, davon nur zwei Offiziere, darunter der Kapitän. 1985 wurden die etwa 1 km voneinander entfernten Wrackteile zur nationalen Gedenkstätte erklärt.

Aufgrund des Flottenbefehls konnte die Queen Mary nicht am Rettungseinsatz teilnehmen. Die von der Curacoa zurückgelassenen kleineren Schiffe trafen erst nach etwa einer Stunde am Unfallort ein. Die Queen Mary war schwer am Bug beschädigt und dieser aufgerissen worden, sodass nach Zeugenaussagen „ein Ruderboot hindurchgepasst hätte“. Der Vorfall wurde geheim gehalten und erst kurz vor Beendigung des 2. Weltkrieges, im April 1945, publiziert. Nach mehreren Gerichtsprozessen erhielt der Kapitän der Queen Mary 1/3 der Schuld an diesem Unglück, der Kapitän der Curacoa 2/3 der Schuld.

Als der Krieg im Mai 1945 in Europa vorbei war, transportierten die beiden Schwesterschiffe Soldaten zurück in ihre Heimat. Insgesamt hatte die Queen Mary dabei über 800.000 Soldaten transportiert.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Queen Mary mit Westkurs auf dem Nordsee-Tonnenweg – an Steuerbord voraus grüne Tonne (1959)

Am 27. September 1946 wurde die Queen Mary der Cunard White Star zurückgegeben. Das Schiff wurde zehn Monate lang generalüberholt und erhielt auch eine neue Klimaanlage.

Am 31. Juli 1947 trat das Schiff seine erste Nachkriegsreise an. Im Juli 1952 verlor die Queen Mary das Blaue Band an die United States, ein neueres und weitaus moderneres Schiff. Aufgrund der vermehrten Beliebtheit von Flügen über den Atlantik wurden die großen Passagierdampfer jedoch in den 1960er Jahren unrentabel.

Am 16. September 1967 lief die Queen Mary zu ihrer letzten Überfahrt aus und wurde stillgelegt.

Legenden[Bearbeiten]

Erzählungen zufolge beherbergt das Schiff eine Reihe Geister. So soll ein junger Seemann im Maschinenraum umgehen, der bei einer Feuerübung an Bord umkam. Ein Geistermädchen, das einst im Pool ertrank, jammere noch immer nach ihrer Mutter. Und Passagiere haben eine „White Lady“ gesichtet, berichteten von Möbelrücken und unheimlichen Schreien. 2004 besuchte das in Amerika bekannte TAPS-Team das Schiff. Es führte eine Geistersuche durch, kam dabei jedoch zu keinem Ergebnis.

Heute[Bearbeiten]

Die Gemeinde Long Beach in Kalifornien kaufte das Schiff für rund 1.230.000 Pfund. Seitdem wird das Hotel The Queen Mary im dortigen Hafen erfolgreich als Museum, Hotel und Tagungszentrum genutzt.

Die aktuelle Queen Mary 2 knüpft an den Namen dieses Schiffes an.

Die Queen Mary im Film[Bearbeiten]

  • In dem US-amerikanischen Film Überfall auf die Queen Mary (Assault On A Queen) aus dem Jahr 1966 spielte das Schiff sich selbst.
  • In dem Katastrophenfilm Die Höllenfahrt der Poseidon aus dem Jahr 1972 entspricht der fiktive Passagierdampfer Poseidon äußerlich der Queen Mary und wird durch ein Queen-Mary-Modell dargestellt. Teile der Aufnahmen entstanden auf der echten Queen Mary.
  • Einige Außenaufnahmen des 1979 gedrehten Films S.O.S. Titanic wurden auf der Queen Mary gedreht.
  • Das Schiff ist in dem Film Pearl Harbor aus dem Jahr 2001 zu sehen (obwohl es in Wahrheit zum dargestellten Zeitpunkt (1941) bereits nicht mehr in US-Gewässern war, spielt die Szene im Hafen von New York).
  • In dem Film Titanic 2 – Die Rückkehr war sie als Double für die (fiktive) Titanic 2 zu sehen.
  • Auch wird die Queen Mary in der Fernsehserie Agatha Christie's Poirot gezeigt. Auf ihrer Jungfernfahrt ist Hercule Poirot mit von der Partie in der zweiten Episode in Staffel 3 – Die Reise auf der Queen Mary (The Million Dollar Bond Robbery).
  • Am 26. Mai 2013 spielte Hugh Laurie zusammen mit seiner Band live auf der Queen Mary. Das Konzert wurde mitgefilmt und später als DVD und Blu-Ray mit dem Titel Hugh Laurie - Live On The Queen Mary veröffentlicht.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: RMS Queen Mary – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]


33.752777777778-118.18972222222Koordinaten: 33° 45′ 10″ N, 118° 11′ 23″ W