Rat mal, wer zum Essen kommt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt einen Spielfilm. Die gleichnamige Fernsehsendung wird unter Rat mal, wer zum Essen kommt (Fernsehsendung) behandelt.
Filmdaten
Deutscher Titel Rat mal, wer zum Essen kommt
Originaltitel Guess Who’s Coming to Dinner
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1967
Länge 108 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Stanley Kramer
Drehbuch William Rose
Produktion George Glass
Musik Frank De Vol
Kamera Sam Leavitt
Schnitt Robert C. Jones
Besetzung

Rat mal, wer zum Essen kommt ist ein Film des Regisseurs Stanley Kramer aus dem Jahr 1967. Hauptthema des Films ist der Rassismus im liberalen, großbürgerlichen Milieu der US-Gesellschaft in den 1960ern. Daneben werden auch der Geschlechter- sowie der Generationenkonflikt aufgezeigt.

Inhalt[Bearbeiten]

Joanna Drayton, eine junge weiße Amerikanerin, bringt ihren Verlobten, den Afroamerikaner Dr. John Prentice von einer Hawaii-Reise mit und stellt ihn ihren Eltern vor. Wäre John ein Weißer, wäre er der absolute Traumschwiegersohn: gebildet, bescheiden, höflich und beruflich höchst erfolgreich. Aber auf Grund seiner Hautfarbe sind Probleme programmiert.

Die Handlung dreht sich hauptsächlich um die Reaktionen der Eltern, ihrer Freunde und ihrer schwarzen Haushaltshilfe. Die Draytons sind reiche, liberale Eltern und haben ihre Tochter auch so erzogen. Eine Beziehung zu einem Schwarzen geht ihnen aber doch zu weit. Im Verlauf des Films treffen auch Johns Eltern bei den Draytons zum Dinner ein, und es ergeben sich zahlreiche Dialoge zwischen den verschiedenen Akteuren, in deren Verlauf zahlreiche Argumente und Meinungen pro und contra die Beziehung ausgetauscht werden. Die Mütter der beiden jungen Leute sind eher für die Beziehung, während die Väter, besonders Johns Vater, dagegen sind. Monsignore Mike Ryan wiederum, ein Geistlicher und langjähriger Freund der Familie Drayton, tritt vorbehaltlos für die Beziehung ein. Der Film endet damit, dass Joannas Vater in einem Monolog seinen Widerstand aufgibt und der Verbindung seine Zustimmung erteilt.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Dies ist der letzte Film mit Spencer Tracy. Alle Beteiligten wussten, dass er nur noch wenige Wochen zu leben hatte. Keine Versicherung wollte deswegen das Ausfall-Risiko eines Hauptdarstellers übernehmen. Stanley Kramer und Katharine Hepburn hatten daraufhin Geld als Sicherheit hinterlegt, damit der Film auch mit einem anderen Schauspieler hätte beendet werden können.

Die Tränen von Hepburn während des finalen Monologs von Tracy waren echt. Beide wussten, dass es sein letzter Satz in einem Film sein würde. Tracy starb 17 Tage später. Hepburn sah sich die endgültige Fassung dieses Films nicht an, weil die Erinnerungen an Tracy zu schmerzhaft seien.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Lexikon des internationalen Films: Eine Tochter aus gutem Hause präsentiert den schockierten Eltern ihren zukünftigen Verlobten: einen Schwarzen. Gut gemeintes, versöhnliches Rührstück.
  • Prisma Online: Stanley Kramers sentimentale, hervorragend gespielte Komödie jongliert gekonnt mit der Rassenproblematik. Hauptdarsteller Spencer Tracy starb kurz nach den Dreharbeiten. Für ihre hervorragende schauspielerische Leistung erhielt Hauptdarstellerin Katharine Hepburn einen Oscar. Ein weiterer ging an Drehbuchautor William Rose. „Ein wirklich herrlicher Film“, jubelte seinerzeit die New York Post nach der Premiere. Ein unerwartetes Echo, denn schließlich befasst sich der Film mit einem seinerzeit heiklen Thema.
  • Evangelischer Film-Beobachter (Kritik Nr. 156/1968): Eine formal wenig überzeugende, stellenweise ins Sentimentale abgleitende Diskussionskomödie über die Mischehe. Nur dank guter Schauspieler (Spencer Tracy, Sidney Poitier) ansehbar, jedoch kein ernstzunehmender Beitrag zu einem aktuellen Thema der amerikanischen Innenpolitik.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt bei insgesamt zehn Oscarnominierungen zwei Auszeichnungen: Katharine Hepburn als beste Schauspielerin und William Rose für sein Drehbuch. Spencer Tracy wurde postum für seine Rolle nominiert. Für Katharine Hepburn war es ihr zweiter Oscar. Sie sollte bereits ein Jahr später für Der Löwe im Winter ihren dritten Oscar erhalten. Das American Film Institute wählte den Film in der 1998 erschienenen Liste der 100 besten aller Zeiten auf Platz 99.

Weblinks[Bearbeiten]