Agi Prandhoff

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Agi Prandhoff (* 1921 in Opava, Tschechoslowakei; eigentlich Agnes Prandhoff, verheiratete Haensel) ist eine deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin.

Leben[Bearbeiten]

Agi Prandhoff ist vor allem für ihre Auftritte in West-Berliner Theatern bekannt, darunter am Renaissance-Theater, Theater des Westens und Hansa-Theater. Sie spielte aber auch am Staatstheater Stuttgart, am Kleinen Theater im Zoo (später Fritz-Rémond-Theater) in Frankfurt am Main und am Wiener Akademietheater.[1]

Im Film war sie nur selten zu sehen und wenn, in Nebenrollen, so in Siebenmal in der Woche (1957), Rivalen der Manege (1958) und in Tausend Sterne leuchten (1959). Ihren letzten Kinoauftritt hatte sie in Loriots Ödipussi (1988).

Als Sprecherin im Rundfunk arbeitete sie für den Sender Freies Berlin (SFB) und den RIAS in West-Berlin und beim Südwestfunk in Baden-Baden.[1] Häufig war sie an Hörspielen von Johannes Hendrich beteiligt. Außerdem trat sie in einer Reihe von Fernsehfilmen und -serien auf, darunter Ein Mann will nach oben, Ein Heim für Tiere und Praxis Bülowbogen.

Seit 1954 ist Agi Prandhoff zudem in der Synchronisation tätig. So sprach sie für Grace Kelly in Mogambo und Grünes Feuer, für Celeste Holm (Die zarte Falle und Die oberen Zehntausend), Susan Hayward (Endstation Paris, Das Tal der Puppen), Lucille Ball (Villa mit 100 PS) oder Ava Gardner (Die kleine Hütte). Mehrfach lieh sie auch Elsa Martinelli ihre Stimme, so in Wem die Sterne leuchten, Es begann in Rom und Hatari!. Eine besondere Beziehung hatte sie zu ihrer britischen Kollegin Kay Kendall und sprach für sie unter anderem in Was weiß Mama von der Liebe? und in Noch einmal mit Gefühl.[1][2]

Weitere Synchronrollen waren Carolyn Jones in Mein Leben ist der Rhythmus, Maureen O’Hara in Die Vermählung ihrer Eltern geben bekannt, Olivia de Havilland in Roots – Die nächsten Generationen und Beverly Garland in der Serie Agentin mit Herz. Zu ihren Synchronarbeiten jüngeren Datums zählen Elizabeth Hoffman in Dante’s Peak (1997), Anne Haney in Auf die stürmische Art und Eve Brent in The Green Mile (beide 1999).[3]

Darüber hinaus lieh sie auch Zeichentrickfiguren ihre Stimme, darunter „Lady Rowena“ in Grisu, der kleine Drache und „Frau Warzenschwein“ in Kimba, der weiße Löwe.

Agi Prandhoff war bis zu dessen Tod 1969 mit dem Bühnenverleger Peter Haensel (Felix Bloch Erben, Berlin) verheiratet. Ihr Sohn Michael Haensel ist ein Bühnenregisseur.

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1954: Nicht zuhören, meine Damen! (Fernsehfilm)
  • 1957: Siebenmal in der Woche
  • 1958: Mord in der Manege (auch: Rivalen der Manege)
  • 1959: Tausend Sterne leuchten
  • 1965: Kubinke
  • 1965: Mrs. Cheney's Ende (Fernsehfilm)
  • 1967: Crumbles letzte Chance (Fernsehfilm)
  • 1988: Ödipussi
  • 1999: Götterdämmerung – Morgen stirbt Berlin (Fernsehfilm)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Kurzbiografie bei www.deutsche-synchronsprecher.de; abgerufen am 14. November 2010
  2. vgl. dazu auch die Einträge zu Agi Prandhoff in der Synchrondatenbank von Arne Kaul
  3. vgl. dazu die Einträge zu Agi Prandhoff in der Deutschen Synchronkartei