Rize

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Dieser Artikel behandelt die türkische Stadt Rize; für die gleichnamige türkische Provinz siehe Rize (Provinz).

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Rize
Wappen von Rize
Rize (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Rize
Koordinaten: 41° 1′ N, 40° 31′ O41.02472222222240.5222222222226Koordinaten: 41° 1′ 29″ N, 40° 31′ 20″ O
Höhe: m
Einwohner: 104.991[1] (2013)
Telefonvorwahl: (+90) 464
Postleitzahl: 53000 oder 531000
Kfz-Kennzeichen: 53
Struktur und Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Reşat Kasap (AKP)
Postanschrift: Piriçelebi Mah. Menderes Blv. 182
53000 Rize
Webpräsenz:
Landkreis Rize
Einwohner: 139.150[1] (2013)
Fläche: 250 km²
Bevölkerungsdichte: 557 Einwohner je km²
Rize

Rize (lasisch: Rizini / რიზინი) ist eine nordosttürkische Stadt am Schwarzen Meer und liegt am Fuße des Kaçkar-Gebirges, des östlichsten und höchsten Teils des Pontischen Gebirges in einer Höhe zwischen 80 und 160 Metern. Sie ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Rize. Die Grenze zu Georgien ist etwa 120 km entfernt.

Der Name könnte sich möglicherweise vom griechischen ριζά - rizá = „unter dem Berg“ herleiten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte der Stadt reicht mehrere Jahrtausende zurück. Die von den Griechen Rhizous (griechisch Ῥιζοῦς, lateinisch Rhizus, deutsch Rhizäum) genannte Stadt gehörte zur antiken Landschaft Kolchis. Es war Teil verschiedener Reiche wie Urartu, Lasika, Georgien, Byzanz, Pontos und des Kaiserreichs Trapezunt. 1461 wurde es von den türkischen Osmanen unter Sultan Mehmed II. erobert und wurde zur Hauptstadt des Sandschak Lazistan. Im Ersten Weltkrieg marschierte die russische Armee am 4. März 1916 nach einer erfolgreichen Landung in Rize ein.[2] Nach zwei Jahren wurde die Stadt im Friedensvertrag von Brest-Litowsk mit Sowjetrussland wieder der Türkei zugesprochen.

Bevölkert wird der östliche Teil der Provinz vor allem vom südkaukasischen Volk der Lasen, die schon im 16. Jahrhundert vom georgisch-orthodoxen Glauben zum Islam übertraten und heute überwiegend in das türkische Staatsgefüge integriert sind.

Das historisch älteste Bauwerk in der Innenstadt ist die Rize Kalesi (Burg von Rize) mit der teilweise noch bis zum Strand verlaufenden Mauer. Die Anlagen sind um 550 n. Chr. zu Zeiten von Justinian I. zum Schutz gegen die Perser erbaut worden und sind teils noch in einem guten Zustand.

Außerhalb der Innenstadt befinden sich viele andere, meist kleinere Burganlagen.

Weitere historisch bedeutende Bauwerke aus der osmanischen Zeit in der Innenstadt sind einige Moscheen.

Das Rize Atatürk Evi Müzesi (Atatürkhaus-Museum) und das Rize Müzesi sind zwei kleine Museen in der Innenstadt.

Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung[Bearbeiten]

Schon in den byzantinischen Zeiten war Rize bekannt für seine Textilprodukte aus Leinen und Hanffasern. Sie sind in der Türkei heute noch bekannt unter dem Namen Rize Bezi (Rize-Tuch). "... besonders aber gestickte Kleider und buntfärbige Zeuge aus Leinen von Rhizäum besaßen einen hohen Grad von Kunstfertigkeit" beschrieb der österreichische Orientalist Jakob Philipp Fallmerayer über die Zeiten des Kaisertums Trapezunt [3]. Vermutlich geht diese Kunstfertigkeit noch weiter zurück bis in die vorchristlichen Zeiten der Kolchis, die sehr berühmt für ihre Produkte aus Leinwand-Gewebe waren.

Mit der Zunahme der Massenproduktion in der Textilindustrie der Türkei seit den 1980er Jahren haben jedoch die meisten Handwerkstätten in Rize schließen müssen.

Die Stadt Rize, mit Teefeldern im Vordergrund

Die im Jahre 2006 gegründete Recep-Tayyip-Erdoğan-Universität hat ihren Sitz sowie den Hauptcampus in der Stadt Rize. Einige Bereiche befinden sich in den Provinzbezirken Pazar, Ardeşen, Fındıklı und Güneysu.

Der Tee, inklusive Anbau, Bearbeitung und Vermarktung, ist die Haupteinkommensquelle der Stadt und auch der Provinz Rize.

Der größte Arbeitgeber der Stadt und der Provinz Rize ist Çay İşletmeleri Genel Müdürlüğü (Çaykur - Generaldirektion für Teebetriebe) mit Hauptsitz in der Stadt Rize. Dieses staatliche Unternehmen wurde 1982 gegründet und hat das vorherige staatliche Unternehmen Çay Kurumu Genel Müdürlüğü (Generaldirektion für Teebehörde) übernommen. Çaykur beschäftigt überwiegend in den Provinzen Rize, Trabzon und Artvin in über 50 Standorten (meist Teefabriken) ca. 16.500 Mitarbeiter [4].

Çaykur ist der größte Hersteller für Teeprodukte in der Türkei. Neben Çaykur haben auch viele private Unternehmen wie Unilever-Lipton, Doğuş Çay und viele andere ihre Teebetriebe in und um Rize.

Klima[Bearbeiten]

Das gemäßigte Klima dieser Region ist mild und äußerst regenreich. Mit jährlichen Niederschlagsmengen von durchschnittlich 2245 mm pro Quadratmeter ist Rize die Stadt mit den meisten Niederschlägen der Türkei.[5]

Monat Durchschnittl. Niederschlag (in mm) Durchschnittl. Höchst- u. Tiefsttemperatur (in °C) Gemessene Höchst- u. Tiefsttemperatur (in °C)
Januar 219 11 / 4 24 / -5,4
April 97 15 / 8 35,8 / -2,8
August 187 27 / 20 34 / 13,6

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Eingang zur Burg
  • Rize Kalesi (Burg von Rize)
  • Çaykur Teemuseum
  • Rize Ziraat Parkı - Botanik Çay Bahçesi (Rize botanischer Teegarten)
  • Anzer Yaylası (Anzer Alm)
  • Rize Şahin Tepesi (Aussichtshügel über der Stadt)

Sport[Bearbeiten]

Der Fußballverein Çaykur Rizespor spielte 2012-2013 in der zweithöchsten türkischen Fußballliga, der Bank Asya 1. Lig. Die Heimspiele finden im Rize Stadion statt.

Nach dem Aufstieg spielt Çaykur Rizespor 2013-2014 in der höchsten türkischen Fußballliga Spor Toto Süper Lig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 8. März 2014
  2. Tragödie der Fehler, Vergebliche Siege, Aleksandr Gennadjewitsch Bolnych
  3. Prof. Jakob Philipp Fallmerayer, Geschichte des Kaiserthums von Trapezunt, 1827, Seite 321 (deutsch)
  4. Çaykur: [1], abgerufen am 15. August 2013 (englisch)
  5. Meteoroloji Genel Müdürlüğü: [2], abgerufen am 24. August 2013 (türkisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rize – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien