Ropucha-Klasse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ropucha-Klasse
Kaliningrad in Cartagena
Kaliningrad in Cartagena
Übersicht
Typ Landungsschiff
Einheiten 25 Klasse I
3 Klasse II
Bauwerft

Stocznia Północna SA, Danzig

Kiellegung 1974
Auslieferung 1976–1992
Dienstzeit

1976–1991 SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
seit 1991 RusslandRussland Russland
seit 1979 JemenJemen Jemen
seit 1996 UkraineUkraine Ukraine

Technische Daten
Für Waffensysteme siehe Unterklassen[1]
Verdrängung

2.200 t leer, 4.800 t voll beladen

Länge

112,5 m

Breite

15 m

Tiefgang

3,7 m

Besatzung

95

Antrieb

2 Diesel Zgoda-Sulzer 16ZB40/48 mit 14,14 MW/19.200 PS

Geschwindigkeit

17,5 kn

Reichweite

3.500 NM bei 16 kn und 6.000 bei 12 kn

Laderaum

Länge: 95 m
Breite: 4,5 m
Höhe: 4,5 m

Beladung

10 Kampfpanzer und 190 Soldaten
oder
24 Schützenpanzer und 170 Soldaten

Die Ropucha-Klasse, Projekt 775, ist eine Klasse von großen Landungsschiffen, die für die sowjetische Marine geplant wurde und von der russischen Marine, der ukrainischen Marine und der Marine Jemens genutzt wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Entwickelt in den 1960er-Jahren, wurden die Schiffe ab 1974 auf der Stocznia Północna in Danzig gebaut. Ab 1975 wurden sie in den Dienst der sowjetischen Marine aufgenommen, wobei die Marine Polens kein Schiff erhielt. Sie dienten als Ersatz für die alternden Schiffe der Alligator-Klasse. Die Schiffe wurden in drei Chargen geliefert, zunächst von 1974 bis 1978 zwölf Schiffe der Klasse I, dann 1980 bis 1988 weitere 13 Schiffe Klasse I und dann 1988 bis 1992 die drei Schiffe der Klasse II.[1]

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden von 25 Schiffen der Klasse Ropucha I nur 17 im Dienst behalten, die anderen acht gingen in Reserve und wurden bereits zum Teil verschrottet.[2]

1976 wurde ein Schiff Ropucha I nach Jemen verkauft. Die Kostjantyn Olschanskyj wurde 1996 als Teil der Schwarzmeerflotte an die Ukraine abgegeben.[1]

Einsätze[Bearbeiten]

Die Schiffe der Ropucha-Klasse waren in ihrer Geschichte bereits mehrere Male in aktive Einsätze verwickelt. Beim Ausbruch des Bürgerkrieges 1986 im Jemen wurden mithilfe dieser Schiffe zahlreiche sowjetische Bürger aus der Hafenstadt Aden evakuiert.

1999 wurden 260 Fahrzeuge und 650 Soldaten zu den russischen Friedenstruppen in Albanien übergesetzt.

2008 waren zwei der Schiffe an der Besetzung der georgischen Hafenstadt Poti beteiligt. Einige Schiffe dienen der Versorgung der Kamtschatka-Halbinsel, der Kurilen und der Insel Sachalin und befinden sich daher im ständigen Einsatz.

Im August 2009 waren die drei Schiffe BDK-54 Asow, BDK-46 Nowotscherkassk und BDK-67 Jamal gemeinsam mit einer Fregatte und zwei Atom-U-Booten an der Suche nach dem verschwundenen Frachtschiff Arctic Sea beteiligt.[3]

Technische Daten[Bearbeiten]

Konzipiert wurden sie für Landungen direkt am Strand. Die Ladefähigkeit beträgt um die 480 Tonnen in einem 95 m × 4,5 m × 4,5 m großen Laderaum, in dem bis zu zehn schwere Panzer oder zahlreiche andere motorisierte Einheiten Platz finden. Das Projekt wurde bis Ende der 1980er-Jahre überholt und in den 1990er-Jahren wurden dann drei Schiffe der Ropucha-II-Klasse in Dienst gestellt. Die wesentlichen Konstruktionsunterschiede beschränken sich jedoch nur auf die Bewaffnung.[1]

Bewaffnung[Bearbeiten]

Die Bewaffnung beläuft sich auf einige Geschütze zur Flugabwehr, Land- und Seezielbekämpfung und Nahbereichsverteidigung sowie auf Raketen gegen Luftziele.

  • Ropucha I:
    • Raketen:
    • Artillerie:
      • 2 × Zwillingsgeschütz AK-725 DP (57 mm)
      • 2 × zwanzigrohriger Raketenwerfer BM-21 (122 mm)
  • Ropucha II:
    • Raketen:
      • 4 × Vierfachstarter für SA-N-5 Strela-2
    • Artillerie:
      • 1 × Geschütz AK-176 (76 mm)
      • 2 × Gatlinggeschütz AK-630 (30 mm) CIWS
      • 2 × zwanzigrohriger Raketenwerfer BM-21 (122 mm)

Einheiten[Bearbeiten]

Klasse I[Bearbeiten]

Liste ist nicht vollständig. Eine weitere Einheit, deren Bezeichnung unbekannt ist, wurde bereits verschrottet.[2][4]

Land Name In Dienst Status
Russland BDK-14 1975 verschrottet
Russland BDK-32 1975 verschrottet
Russland BDK-43 1976 verschrottet
Russland BDK-45 Georgi Pobedonosez 1976 aktiv, Nordflotte
Russland BDK-46 Nowotscherkassk 1976 aktiv, Schwarzmeerflotte
Russland BDK-47 1977 verschrottet
Russland BDK-54 Asow 1977 aktiv, Mittelmeer [5]
Russland BDK-55 A. Otrakowski 1977 in Reserve
Russland BDK-58 Kaliningrad 1977 aktiv, Baltische Flotte
Russland BDK-60 1978 verschrottet
Russland BDK-61 Koroljow 1978 aktiv
Russland BDK-64 Zesar Kunikow 1978 aktiv, Baltische Flotte
Russland BDK-67 Jamal 1978 aktiv, Baltische Flotte
Jemen 139 1979 außer Dienst
Russland BDK-91 Olenegorski Gornjak 1982 aktiv, Nordflotte
Russland BDK-98 Admiral Newelskoi 1982 aktiv, Pazifikflotte
Russland BDK-105 1982 Reserve
Russland BDK-101 Oslyabya 1982 aktiv, Pazifikflotte
Russland BDK-121 Alexander Schabalin 1983 aktiv
Russland BDK-182 Babrujsk 1983 aktiv
Russland BDK-200 Mukhatar Awezow 1984 aktiv
Russland Nikolai Koraskow 1984 aktiv
Russland Zesar Kunikow 1984 aktiv
Ukraine Konstantin Olschanski 1985 aktiv

Klasse II[Bearbeiten]

Land Name In Dienst Status
Russland BDK-54 1990 aktiv, Schwarzmeerflotte
Russland BDK-11 Pereswet 1991 aktiv, Pazifikflotte
Russland BDK-122 1991 aktiv, Baltische Flotte

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ropucha-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d  Richard Shape: Jane's Naval Weapon Systems. Jane's Information Group, Alexandria, USA 1998-1999, ISBN 0 7106 1795 X, S. 586, 740 und 871 (Englisch).
  2. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatProject 775 Ropucha class Tank Landing ship. Federation of American Scientist, 7. September 2000, abgerufen am 14. August 2009 (englisch).
  3. Meldung von Spiegel-Online vom 14. August 2009, abgerufen am 14. August 2009
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format775 Ropucha class. warfare.ru, abgerufen am 14. August 2009 (englisch).
  5. Ria Novosti:"In a First, a Russian Warship Docks in Israel" vom 1. Mai 2013, gesichtet am 2. Mai 2013