Russell Williams

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Colonel Russell Williams (* 7. März 1963) gilt als einer der bekanntesten Offiziere Kanadas. Bis zu seiner Verhaftung im Februar 2010 war er Kommandant der Canadian Forces Base Trenton, der wichtigsten kanadischen Luftwaffenbasis, und diente als Pilot für hochrangige Regierungsmitglieder.

Militärlaufbahn[Bearbeiten]

Nach seinem Abschluss eines Wirtschafts- und Politikstudiums an der University of Toronto trat er 1987 der kanadischen Luftwaffe bei, wo er bis 1990 eine Pilotenausbildung absolvierte. Anschließend war er bis 1992 als Ausbilder an der Fliegerschule in Portage La Prairie eingesetzt, ehe er bis 1999 als Einsatzpilot in der 434. Combat Support Squadron und der 412. Transport Squadron seinen Dienst versah. Im November 1999 wurde er zum Major befördert und wurde Ausbildungsleiter für Piloten an mehrmotorigen Flugzeugen. Von August 2003 bis Juni 2004 erwarb er ein Master of Defence Studium an der Militärakademie Kingston (Royal Military College of Canada), wurde anschließend zum Lieutenant Colonel befördert und mit dem Kommando der 437. Squadron der Luftwaffe in Trenton betraut.

Von Dezember 2005 bis Juni 2006 kommandierte er zudem die Nachschubbasis Camp Mirage am Persischen Golf, einer Logistikbasis zur Unterstützung der in Afghanistan eingesetzten kanadischen Truppen. Im Juli wurde er ins Directorate of Air Requirements versetzt, wo er Projektleiter für diverse Lufttransportprojekte für mehrmotorige Flugzeuge wurde.

Von Januar bis Juli 2009 belegte er einen Sprachkurs in Französisch und wurde anschließend zum Colonel befördert, ehe er im Juli 2009 das Kommando über den Luftwaffenstützpunkt Trenton, der meistgenutzten und wichtigsten Luftwaffenbasis in Kanada, übernahm. Wegen seiner Erfahrung und seines hohen Ansehens wurde er auch als Pilot für hochrangige Politiker wie z. B. den Premierminister von Kanada, den Generalgouverneur von Kanada und Mitglieder des britischen Königshauses eingesetzt.

Anfang 2010 organisierte er den Einsatz der kanadischen Truppen für die Erdbebenhilfe in Haiti und war in führender Position bei der Planung der militärischen Hilfe für die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver tätig.

Verhaftung und Vorwürfe[Bearbeiten]

Am 7. Februar 2010 wurde Russell Williams in Ottawa verhaftet und seines Kommandos enthoben. Ihm war vorgeworfen worden, im September 2009 in zwei Wohnungen eingedrungen zu sein und die anwesenden Frauen gezwungen zu haben, sich auszuziehen und nackt für Fotos zu posieren. Zudem wurde ihm vorgeworfen, im November 2009 die ihm unterstellte, 38-jährige Unteroffizierin Marie-France Comeau vergewaltigt und ermordet zu haben. Im Januar 2010 soll er auch die 27-jährige Studentin Jessica Lloyd vergewaltigt und ermordet haben.

Williams legte zu all den Taten ein umfassendes Geständnis ab und wurde am 21. Oktober 2010 wegen zweifachen Mordes, Vergewaltigung und 82 Fällen des Einbruches und Diebstahls zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.

Weblinks[Bearbeiten]