Saarbrücker Zeitung

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Saarbrücker Zeitung
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Beschreibung regionale Tageszeitung
Verlag Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei
Erstausgabe 1761
Erscheinungsweise täglich außer sonn- und feiertags
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2014, Mo–Sa)
137.399 Exemplare
Reichweite (MA  2009) 0,48 [1] Mio. Leser
Chefredakteur Peter Stefan Herbst
Weblink www.saarbruecker-zeitung.de
ZDB 200773-3

Die Saarbrücker Zeitung ist die einzige Tageszeitung des Saarlandes. Seit 1. Januar 2013 gehört sie mehrheitlich zur Rheinische Post Mediengruppe.[2] Mit elf Lokalredaktionen konzentriert sich das Blatt auf regionale Berichterstattung. Sie übt am saarländischen Zeitungsmarkt de facto ein Monopol aus. Im Jahr 2001 erhielt die Zeitung den begehrten Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem die fürstlich-nassauische Regierung, geführt von Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken, am 24. Januar 1761 einen Auftrag an den Hofbuchdrucker Gottfried Hofer erteilt hatte, ein Allgemeines Wochenblatt zu drucken, erschien die Zeitung 1761 in der ersten Nummer unter der Aufschrift Nassau-Saarbrückisches Wochenblatt, wie bei Wagner, im Handbuch der Deutschen Tagespresse von 1937 und in anderen Quellen angegeben wurde. In dem Blatt wurden einmal in der Woche Bekanntmachungen der Regierung, Preise des Marktes und ähnliche Informationen gedruckt. Politische Nachrichten fehlten in dem Blatt.

Offensichtlich setzte sich der Name Allgemeines Wochenblatt im Titel des Blattes später durch. Eine ernste Krise der Zeitung bedeuteten die Auswirkungen der Französischen Revolution von 1793, die auch Saarbrücken betrafen. Das Erscheinen des Blattes wurde eingestellt. Im Jahre 1794 erfolgte eine Umbenennung des Blattes in Saarbrücker Wochenblatt anlässlich der Wiederaufnahme des Vertriebs. Die Anwesenheit der Franzosen führte dazu, dass alle Anzeigen und Akten in französischer Sprache gedruckt wurden. Diese Maßnahmen hatte der französische Präfekt angeordnet. Das Blatt musste dadurch Verluste hinnehmen und wurde auch nicht mehr regelmäßig herausgegeben.

Im Jahre 1808 nannte sich die Publikation Saarbrücker Offizielles Intelligenzblatt, um dann 1816 nach dem Anschluss an Preußen den Titel Saarbrücker Intelligenzblatt zu tragen. Nachdem die politische Ordnung verändert wurde, hieß die Zeitung nun Amtsblatt von Saarbrücken. Ab dem 22. Mai 1818 trug die Titelseite den preußischen Adler und die Aufschrift Intelligenzblatt von Saarbrücken, womit eine vollkommene Umstellung des Blattes abgeschlossen wurde. Ab dem 23. September 1836 wurde das Blatt Intelligenzblatt des Kreises Saarbrücken genannt, wobei die Auflage jetzt zweimal wöchentlich erschien. In den Jahren 1837 bis 1848 wurde die Zeitung dreimal in der Woche vertrieben.

Ab 1838 erfolgte die Umbenennung in Saarbrücker Anzeiger. Das Revolutionsjahr 1848 brachte auch eine erhebliche Politisierung der Bürgerschaft, so dass die Zeitung vom 1. Juli bis zum 22. September 1848 täglich gedruckt wurde. Jetzt wurden auch politische Deklarationen wie eine Petition an den König gedruckt. Ab dem 22. September 1848 führte die Zeitung den Titel Saarzeitung, um dann 1861 den Titel Saarbrücker Zeitung anzunehmen. Damit begann die Phase, in der sich diese Zeitung zur bedeutendsten im Saargebiet entwickelte.

Nach dem Ersten Weltkrieg geriet auch die Saarbrücker Zeitung im Jahre 1920 in große Schwierigkeiten, weil die französische Besatzungsmacht die Zeitung in französisches Eigentum überführen wollte. Max Winkler leitete die finanziellen und unternehmerischen Maßnahmen ein, so dass die Zeitung im deutschen Besitz blieb. Im Jahre 1928 hatte die Zeitung eine Auflage von 70 000 Exemplaren.

Nach der Rückgliederung des Saargebiets wurde das Blatt mit der nationalsozialistischen Presse gleichgeschaltet.[3]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Zeitung ab dem 27. August 1945 wieder als Neue Saarbrücker Zeitung herausgegeben, um dann ab dem 5. September 1946 den Traditionsnamen Saarbrücker Zeitung von 1861 wieder aufzunehmen. Verleger und Herausgeber der überparteilichen Zeitung war Josef Maria Felten, Direktor des Presse-Verlag Saarbrücker Zeitung; die Auflage erreichte 1947 (bei 3 mal wöchentlichem Erscheinen) 236.000 Exemplare.[4]

Mit dem Vertrag von Luxemburg wurde das Saarland Eigentümer der Saarbrücker Zeitung. Durch Beschluss des Saarländischen Landtags vom 5. November 1969 erfolgte schließlich die Privatisierung, wobei zunächst 49 % an den Verleger Georg von Holtzbrinck gingen. Die Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar mbH (GSB) hält seither einen Anteil von 26 %.[3]

Im Jahr 2005 versuchte die Saarbrücker Zeitung mit der Tageszeitung "20Cent saar" im Billigsegment Fuß zu fassen. Die Publikation konnte das "Break-Even" aber nie erreichen. Das Experiment wurde am 28. Februar 2009 beendet, als die letzte Ausgabe ausgeliefert wurde.[5]

Am 30. Mai 2012 wurde bekannt, dass die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck (GvH) ihre Anteile in zwei Tranchen an die GSB verkaufen wollte.[6] Nachdem das Bundeskartellamt zugestimmt hatte,[7] wollte die GSB zum 1. August 2012 ihren Anteil auf 46,9 % erhöhen. Bis Ende des Jahres 2012 übernahm die GSB auch die restlichen Anteile von Holtzbrinck und verkaufte sie zum 1. Januar 2013 an die Rheinische Post Mediengruppe weiter.[8] Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Derzeit sind die Anteile wie folgt verteilt: Rheinische Post Mediengruppe 52,33 %, GSB 26 %, die Beteiligungsgesellschaft der Mitarbeiter der Saarbrücker Zeitung 15 % sowie 6,67 % bei der Saarbrücker Zeitung selbst.[9]

Auflagenentwicklung[Bearbeiten]

Die Saarbrücker Zeitung ist mit einer verkauften Auflage von 137.399 Exemplaren[10] eine von vier Tageszeitungen im Saarland mit regionaler Berichterstattung. Das Blatt hat ebenso wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage verloren. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 25,9 Prozent gesunken.[11] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 92,5 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[12]

Die Saarbrücker Zeitung wird von rund 420.000 Menschen (Mediaanalyse 2013, mit Pfälzischer Merkur) gelesen und von 480.000 Unique Usern (AGOF III/2013) im Internet genutzt.

Redaktionen und Druckerei[Bearbeiten]

Produziert wird die SZ in der verlagseigenen Druckerei. Die SZ hat elf Lokalredaktionen im Saarland. Das Haupthaus befindet sich im Saarbrücker Stadtzentrum. Das Blatt hat ein Korrespondentenbüro in Berlin und verfügt über ein internationales Korrespondentennetz. Die Saarbrücker Zeitung erwirtschaftet mit 2700 Mitarbeitern einen Umsatz von 330 Millionen Euro, die Umsatzrendite liegt nach eigenen Angaben im zweistelligen Bereich.

Ehemalige Chefredakteure[Bearbeiten]

Verlag[Bearbeiten]

Internetauftritt[Bearbeiten]

Die Saarbrücker Zeitung war 1993 als eine der ersten deutschen Tageszeitungen im Internet präsent, seinerzeit mit dem Angebot SZ-Newsline. Das SZ-Angebot ging 2002 in dem Portal SOL.DE auf. Seit September 2007 ist die Saarbrücker Zeitung wieder mit einem eigenen Angebot im Internet vertreten. Der Online-Auftritt der SZ setzt unter anderem auf geokodierte Regionalnachrichten, Videonews, ePaper und eine Leser-Community. Das Medienhaus setzt seither auf eine Zwei-Säulen-Strategie: saarbruecker-zeitung.de soll die etwas ältere, nachrichtenaffine Zielgruppe ansprechen, SOL.DE die jungen Internet-Nutzer, die an Entertainment-Inhalten, Terminen und Communitys interessiert sind. Im Zuge des Portalausbaus und der Erschließung neuer Zielgruppen hat der Verlag im September 2012 das Gastronomie-Portal finerio.de gestartet.

Literatur – Referenzen[Bearbeiten]

  • Eugen Wagner: Die Presse des Saargebiets und ihr Kampf gegen die französischen Annexionsbestrebungen in den Jahren 1918 bis 1925, Dissertation Heidelberg 1933
  • Institut für Zeitungswissenschaft an der Universität Berlin, Handbuch der Deutschen Tagespresse, Berlin 1937
  • Institut für Publizistik der Freien Universität Berlin: Die Deutsche Presse 1961 – Zeitungen und Zeitschriften, Berlin 1961
  • Emil Ermatinger, Eugen Thurnher, Paul Stapf: Deutsche Kultur im Zeitalter der Aufklärung, Frankfurt/Main 1969
  • Bernarding, Bernhard: Als der Fürst die Zeitung schuf. 250 Jahre Saarbrücker Zeitung – eine ausführliche Geschichte. In: Saarbrücker Zeitung (Hauptteil) v. 3. Januar 2011, S. A2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saarbrücker Zeitung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mit Pfälzischer Merkur
  2. Informationen auf den Internetseiten der Rheinische Post Mediengruppe
  3. a b Entstehung der Stiftung Demokratie Saarland, dargestellt auf der Internetpräsenz der Stiftung
  4. Dietrich Oppenberg(Hrg.): Handbuch Deutsche Presse 1947. Reprint des Zeitungsteils, Econ Verlag, Düsseldorf 1996. ISBN 3-430-17288-8
  5. Holtzbrinck beendet "20Cent"-Experiment, 12.Februar 2009, abgerufen am 31. Oktober 2012.
  6. Steffen Grimberg: Saarbrücker Staatsnahe Zeitung. In: Online-Ausgabe der TAZ. 30. Mai 2012, abgerufen am 30. Mai 2012.
  7. Christian Lohmüller: GSB darf übernehmen: Kartellamt erlaubt Verkauf der "Saarbrücker Zeitung". In: Online-Ausgabe von kressreport. 2. Juli 2012, abgerufen am 19. Juli 2012.
  8. „Rheinische Post“ kauft „Saarbrücker Zeitung“. In: Online-Ausgabe des Handelsblatts. 8. September 2012, abgerufen am 5. Mai 2013.
  9. Henning Kornfeld: GSB übernimmt vorübergehend Mehrheit: Holtzbrinck verkauft Saarbrücker Zeitung. In: Online-Ausgabe von kressreport. 30. Mai 2012, abgerufen am 30. Mai 2012.
  10. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  11. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  12. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)