Schas

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Dieser Artikel befasst sich mit der israelischen Partei Schas. In Österreich ist Schas die Bezeichnung für eine Blähung, siehe Flatus.

Schas (ש״ס, kurz für שומרי-תורה ספרדים, Shomrei Sfaradhebräisch für "Sephardische Tora-Wächter") ist eine ultraorthodoxe israelische Partei. Sie vertritt in erster Linie die Interessen der religiösen sephardischen Juden. Sie war in mehreren Koalitionsregierungen sowohl mit der Arbeitspartei wie mit dem Likud vertreten. Seit dem März 2013 befindet sie sich in der Opposition.

Geschichte[Bearbeiten]

Schas hat sich 1984 von der Agudat Jisra’el, einer von Aschkenasim dominierten ultraorthodoxen Partei, abgespalten. Spirituelles Oberhaupt war Rabbiner Ovadja Josef, ein früherer sephardischer Oberrabiner Israels. Im Friedensprozess mit den Palästinensern nahm die Schas-Partei anfänglich eine gemäßigte Position ein und war zu Konzessionen bereit, meist unter dem Vorbehalt finanzieller Zugeständnisse. Inzwischen vertritt sie eine unnachgiebige Haltung gegenüber den Palästinensern und lehnt beispielsweise eine Verhandlung über den Status Jerusalems strikt ab.[1] Innenpolitisch vertritt Shas Meinungen, die als homophob bezeichnet werden können. So lehnt Schas jegliche öffentliche Äußerung von Homosexuellen hinsichtlich ihrer sexuellen Orientierung ab, einschließlich Gay Pride Paraden- vor allem in Jerusalem. Der Parlamentsabgeordnete Nissim Ze'ev warf den Homosexuellen vor, für die "Selbstzerstörung des Staates Israel und des jüdischen Volkes" verantwortlich zu sein. Er nannt Homosexuelle eine Plage, die "so vergiftet wie Vogelgrippe" sei[2] Offiziell werde aber Gewalt gegen diese Gruppe abgelehnt.

Regierungsbeteiligungen[Bearbeiten]

Schas war von 1992 bis September 1993 an der von der Arbeitspartei angeführten Regierung beteiligt, verließ die Koalition jedoch nach Auseinandersetzungen mit Meretz über die Bildungspolitik. Ab 1996 war Schas in der Likud-geführten Regierung mit zwei Ministern vertreten. Die Partei verließ dieses Bündnis, um Ehud Barak von der Arbeitspartei zu unterstützen. Ab 2001 unterstützte Schas Ariel Scharons Likud-Regierung.

Auch der 2006 neu gebildeten israelischen Regierung unter Ministerpräsident Ehud Olmert von der Kadima-Partei gehört Schas an. Sie stellt dort mit Eli Yishai (Industrie, Handel und Arbeit), Ariel Atias (Kommunikation), Meschulam Nahari und Yitzhak Cohen (beide ohne Portfolio) vier Minister. In den Knessetwahlen von 2009 erhielt Schas elf Sitze und war bis März 2013 an der Regierung unter Benjamin Netanjahu mit vier Ministern vertreten.

Weiteres[Bearbeiten]

Die Schas-Partei wurde durch mehrere Vergehen ihrer Mitglieder erschüttert:

  • Yair Levy – Mitglied der Knesset zwischen 1988 und 1992. 1993 wurde er wegen Unterschlagung von 500.000 Schekel der parteiinternen Organisation El HaMa'ayan zu fünf Jahren Freiheitsentzug verurteilt.[3]
  • Yair Peretz – Mitglied der Knesset geriet im März 2006 in die Schlagzeilen, da er sich einen Doktortitel erschlichen hatte[4].
  • Ofer Hugi –Mitglied der Knesset wurde im Dezember 2006 wegen Betruges und Bestechlichkeit zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und einer Strafe von 12.000 Schekeln verurteilt[5].
  • Shlomo Dayan – Mitglied der Knesset wurde 2008 wegen Betruges und Bestechlichkeit zu vier Monaten Sozialdienst verurteilt[6].

Wahlergebnisse bei Knesset-Wahlen[Bearbeiten]

  • 1984: 3,1 % – 4 Sitze
  • 1988: 4,4 % – 6 Sitze
  • 1992: 4,9 % – 6 Sitze
  • 1996: 8,7 % – 10 Sitze
  • 1999: 13,0 % – 17 Sitze
  • 2003: 8,2 % – 11 Sitze
  • 2006: 9,5 % – 12 Sitze
  • 2009: 8,5 % – 11 Sitze
  • 2013: 8,8 % – 11 Sitze

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homepage der Schas-Partei: Jerusalem nicht zum Verkauf (hebräisch).
  2. Ilan, Shahar: Shas MK: Gays are causing Israeli society to self-destruct. In: Haaretz. 29. Januar 2008. Abgerufen am 21. Dezember 2011.
  3. Yair Levy must stay in jail, panel rules The Jerusalem Post, 1. Dezember 1994
  4. Artikel in der Haaretz
  5. Artikel in der Haaretz
  6. Artikel in der Haaretz

Weblinks[Bearbeiten]