Schellenberg

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Schellenberg in Liechtenstein. Für weitere Bedeutungen, siehe Schellenberg (Begriffsklärung).
Schellenberg
Wappen von Schellenberg
Basisdaten
Staat: Liechtenstein
Wahlkreis: Unterland
Gemeindenummer: 7011
Postleitzahl: 9488
Koordinaten: 759718 / 23355647.2336079.548058Koordinaten: 47° 14′ 1″ N, 9° 32′ 53″ O; CH1903: 759718 / 233556
Höhe: 626 m ü. M.
Fläche: 3.5 km²
Einwohner: 1013 (31. Dezember 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 289 Einwohner pro km²
Website: www.schellenberg.li
Karte
Eschen Eschen Gamprin Mauren Ruggell Schellenberg Balzers Balzers Balzers Planken Schaan Schaan Schaan Triesen Triesenberg Triesenberg Vaduz Vaduz Vaduz Vaduz VaduzLage der Gemeinde Schellenberg  im Fürstentum Liechtenstein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild

Schellenberg ist die flächenmässig kleinste Gemeinde in Liechtenstein. Sie liegt im Norden des Landes auf verkehrsarmer Höhenlage des gleichnamigen Berges. Von Schellenberg hat man einen guten Blick ins obere Rheintal.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Schellenberg, rechts im Bild das Biedermannhaus

Besiedelt ist der Berg Schellenberg (auch Eschnerberg genannt) seit etwa 3000 v. Chr. Fundstücke von der Grabungsstätte Borscht am höchstgelegenen Punkt, dem Gantenstein, belegen dies.

Die Herren von Schellenberg hatten ihren Stammsitz im oberen Isartal und ließen sich auf dem Eschnerberg nieder, der heute nach ihrem Familiennamen genannt wird. Sie erbauten dort in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts die Burg Alt-Schellenberg.

Die Stammburg der Freiherren von Brandis liegt im Berner Oberland, bei Lützelflüh im Emmental. Wolfhart I. von Brandis heiratete Agnes von Montfort-Feldkirch, die Witwe des Grafen Hartmann III. von Sargans-Vaduz.

Der letzte seiner drei kinderlosen Söhne, Bischof von Chur, verpfändete die Grafschaft Vaduz und die Besitzungen auf dem Schellenberg an seine Halbbrüder Ulrich Thüring und Wolfhart II. von Brandis.

Er löste das Pfand nicht mehr ein, und nach seinem Tode waren die Brandiser in vollem Besitz des Landes.

1434 wurde der letzte Teil des Gebietes auf dem Schellenberg erworben, und seither sind in der Vereinigung der Grafschaft Vaduz und der Herrschaft Schellenberg die Landesgrenzen unverändert.

Fürst Johann Adam Andreas von Liechtenstein (1657–1712) erwarb 1699 die reichsfreie Herrschaft Schellenberg.

[Bearbeiten] Wappen

Wappen von Schellenberg

Das Wappen von Schellenberg ist von Schwarz und Gold dreimal geteilt, zuunterst mit Zinnenschnitt.

Es basiert auf dem Wappen der Herren von Schellenberg – von Schwarz und Gold dreimal geteilt und wurde 1340 eingetragen in der Zürcher Wappenrolle.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche
Die Pfarrkirche im Ortsteil Mittelschellenberg entstand in den Jahren 1960–1963 und steht heute aufgrund ihrer architektonischen Bedeutung unter Denkmalschutz. Die Glocken des Kirchenturmes wurden von der Familie Elkuch gespendet.
St.-Georgs-Kapelle
Diese Kapelle im Ortsteil Hinterschellenberg stammt ursprünglich aus der Zeit um 1700 und wurde in den Jahren 1980–1981 renoviert.
Nonnenkloster
Das Frauenkloster von der ewigen Anbetung des Kostbaren Blutes Christi wurde 1858 von Pater Franz Sales Brunner gegründet und prägt den Ortsteil Mittelschellenberg.
Alt- und Neu-Schellenberg (Burgruinen)
Die aus Bayern stammenden Herren von Schellenberg erbauten auf dem Eschnerberg in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts die Burg Alt-Schellenberg.
Aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts datiert die Burg Neu-Schellenberg. Beide Burgen wurden während der Appenzellerkriege zerstört und brannten ab. Neu-Schellenberg wurde wieder aufgebaut, zerfiel aber erneut und diente zeitweise als Steinbruch.
In den Jahren 1960/61 wurden die Reste der Burg ausgegraben und die Mauern konserviert.
Biedermannhaus
Das Biedermannhaus ist ein Bauernhaus in Holzbauweise aus dem 16. Jahrhundert und vermittelt einen Eindruck der bäuerlichen Wohnkultur um 1900. Es ist gleichzeitig eine Aussenstelle des Landesmuseums in Vaduz.
Russen-Denkmal
Ein 1980 in Hinter-Schellenberg errichteter Gedenkstein mit Tafel erinnert an die Flucht der 1. Russischen Nationalarmee der Deutschen Wehrmacht via Fresch über die Grossdeutsche Reichsgrenze nach Schellenberg und die Gewährung von Asyl in Liechtenstein
Historischer Höhenweg Eschnerberg
Der Wanderweg bietet dem historisch Interessierten nebst schönen Aussichten auf die Talschaften interessante Informationen und gleichzeitig das Bild einer wechselvollen Geschichte der Menschen, die hier im Laufe der letzten 5000 Jahre gelebt haben.

[Bearbeiten] Politik

Gemeindevorsteher ist Norman Wohlwend (FBP). Der Gemeinderat zählt acht Sitze; 5 FBP , 3 VU.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistik Liechtenstein - Amt für Volkswirtschaft

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Schellenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Schellenberg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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