Schellenberg

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Schellenberg in Liechtenstein. Für weitere Bedeutungen, siehe Schellenberg (Begriffsklärung).
Schellenberg
Flagge Wappen
Flagge von Schellenberg
Wappen von Schellenberg
Basisdaten
Staat: LiechtensteinLiechtenstein Fürstentum Liechtenstein
Wahlkreis: Unterland
Gemeindenummer: 7011
Postleitzahl: 9488
Koordinaten: 759718 / 23355647.2336079.548058Koordinaten: 47° 14′ 1″ N, 9° 32′ 53″ O; CH1903: 759718 / 233556
Höhe: 626 m ü. M.
Fläche: 3.5 km²
Einwohner: 1033 (31. Dezember 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 295 Einwohner pro km²
Ausländeranteil: 24,1 % (31. Dezember 2010)[2]
Website: www.schellenberg.li
Karte
Eschen Eschen Gamprin Mauren Ruggell Schellenberg Balzers Balzers Balzers Planken Schaan Schaan Schaan Triesen Triesenberg Triesenberg Vaduz Vaduz Vaduz Vaduz VaduzLage der Gemeinde Schellenberg  im Fürstentum Liechtenstein (anklickbare Karte)
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Schellenberg (Dialekt: Schällabärg) ist eine Gemeinde im Wahlkreis Unterland des Fürstentums Liechtenstein. Sie ist flächenmässig die kleinste Gemeinde des Fürstentums und liegt im Norden des Landes auf verkehrsarmer Höhenlage des gleichnamigen Berges. Schellenberg bietet einen Ausblick in das obere Rheintal.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Schellenberg, rechts im Bild das Biedermannhaus

Besiedelt ist der Berg Schellenberg (auch Eschnerberg genannt) seit etwa 3000 v. Chr. Fundstücke von der Grabungsstätte Borscht am höchstgelegenen Punkt, dem Gantenstein, belegen dies.

Die Herren von Schellenberg hatten ihren Stammsitz im oberen Isartal und ließen sich auf dem Eschnerberg nieder, der heute nach ihrem Familiennamen genannt wird. Sie erbauten dort in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts die Obere Burg Schellenberg.

Die Stammburg der Freiherren von Brandis liegt im Berner Oberland, bei Lützelflüh im Emmental. Wolfhart I. von Brandis heiratete Agnes von Montfort-Feldkirch, die Witwe des Grafen Hartmann III. von Sargans-Vaduz.

Der letzte seiner drei kinderlosen Söhne, Bischof von Chur, verpfändete die Grafschaft Vaduz und die Besitzungen auf dem Schellenberg an seine Halbbrüder Ulrich Thüring und Wolfhart II. von Brandis.

Er löste das Pfand nicht mehr ein, und nach seinem Tode waren die Brandiser in vollem Besitz des Landes.

1434 wurde der letzte Teil des Gebietes auf dem Schellenberg erworben, und seither sind in der Vereinigung der Grafschaft Vaduz und der Herrschaft Schellenberg die Landesgrenzen unverändert.

Fürst Johann Adam Andreas von Liechtenstein (1657–1712) erwarb 1699 die reichsfreie Herrschaft Schellenberg.

Bevölkerung [Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 444 513 577 812 975 1'013

(31. Dezember 2010)[3]

Wappen [Bearbeiten]

Wappen von Schellenberg

Das Wappen von Schellenberg ist von Schwarz und Gold dreimal geteilt, zuunterst mit Zinnenschnitt.

Es basiert auf dem Wappen der Herren von Schellenberg – von Schwarz und Gold dreimal geteilt und wurde 1340 eingetragen in der Zürcher Wappenrolle.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Pfarrkirche
Die Pfarrkirche im Ortsteil Mittelschellenberg entstand in den Jahren 1960–1963 und steht heute aufgrund ihrer architektonischen Bedeutung unter Denkmalschutz. Die Glocken des Kirchenturmes wurden von der Familie Elkuch gespendet.
St.-Georgs-Kapelle
Diese Kapelle im Ortsteil Hinterschellenberg stammt ursprünglich aus der Zeit um 1700 und wurde in den Jahren 1980–1981 renoviert.
Nonnenkloster
Das Frauenkloster von der ewigen Anbetung des Kostbaren Blutes Christi wurde 1858 von Pater Franz Sales Brunner gegründet und prägt den Ortsteil Mittelschellenberg. Es beherbergt auch das Sekretariat des Erzbistums Vaduz und ist Wohnsitz von Erzbischof Wolfgang Haas.[4]
Obere- und Untere Burg Schellenberg (Burgruinen)
Die Obere Burg Schellenberg entstand ab 1200 und ist die grössere der beiden Anlagen. Im Appenzellerkrieg wurde die Burg wahrscheinlich zerstört und nachher wieder aufgebaut.
Die Untere Burg Schellenberg wurde um 1250 erbaut. Sie wird oft auch unter der Bezeichnung Altschellenberg geführt. Ausgrabungen ergaben aber, dass sie die jüngere der beiden Burgen ist. Das Missverständnis entstand wohl vor allem aufgrund des baulichen Zustands der Burgen.
Seit dem 16. Jahrhundert sind die Burgen nicht mehr bewohnt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden sie als Steinbrüche (z. B. beim Bau der alten Pfarrkirche oder des Fraunenklosters) benutzt. 1956 erhielt der Historische Verein die beiden verwachsenen Burgen von Fürst Franz Josef II. als Geschenk und erforscht und konserviert sie seitdem.[5]
Biedermannhaus
Das Biedermannhaus ist ein Bauernhaus in Holzbauweise aus dem 16. Jahrhundert und vermittelt einen Eindruck der bäuerlichen Wohnkultur um 1900. Es ist gleichzeitig eine Aussenstelle des Landesmuseums in Vaduz.[6]
Russen-Denkmal
Ein 1980 in Hinter-Schellenberg errichteter Gedenkstein mit Tafel erinnert an die Flucht der 1. Russischen Nationalarmee der Deutschen Wehrmacht via Fresch über die Grossdeutsche Reichsgrenze nach Schellenberg und die Gewährung von Asyl in Liechtenstein.
Historischer Höhenweg Eschnerberg
Der Wanderweg bietet dem historisch Interessierten nebst schönen Aussichten auf die Talschaften interessante Informationen und gleichzeitig das Bild einer wechselvollen Geschichte der Menschen, die hier im Laufe der letzten 5000 Jahre gelebt haben.

Politik [Bearbeiten]

Gemeindevorsteher ist Norman Wohlwend (FBP). Der Gemeinderat zählt acht Sitze; 4 FBP , 3 VU und 1 FL.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Statistik Liechtenstein - Amt für Volkswirtschaft
  2. Bevölkerung und Wohnverhältnisse (PDF), Amt für Statistik, abgerufen am 16. Juni 2012
  3. Bevölkerung und Wohnverhältnisse (PDF), Amt für Statistik, abgerufen am 8. September 2012
  4. Erbistum Vaduz, Adressen / Personen abgerufen am 1. September 2012
  5. Schellenberg Geschichte (PDF; 567 kB), Alfred Goop, abgerufen am 7. September 2012
  6. Bäuerliches Wohnmuseum «Biedermannhaus»

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Schellenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Schellenberg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen