Sigrid Löffler

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Sigrid Löffler (2009)

Sigrid Löffler (* 26. Juni 1942 in Aussig, Sudetenland) ist eine österreichische Publizistin, Kulturkorrespondentin und Literaturkritikerin.

Leben[Bearbeiten]

Sigrid Löffler wuchs in Wien auf und studierte an der dortigen Universität Anglistik, Germanistik, Philosophie und Pädagogik. Sie war von 1968 bis 1972, nach einer Tätigkeit als Deutschlehrerin, Politik-Redakteurin der österreichischen Tageszeitung Die Presse.

Von 1972 bis 1993 gehörte sie der Redaktion des Nachrichtenmagazins profil an, wo sie zuletzt Leiterin des Kulturressorts und stellvertretende Chefredakteurin war. Als Kulturkorrespondentin arbeitete sie für verschiedene Zeitungen (z. B. Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Die Woche), Zeitschriften und Sendeanstalten. Von 1996 bis 1999 war sie Feuilletonchefin der Zeit.

Im Zeitraum von 1988 bis 2000 war Sigrid Löffler ständige Teilnehmerin der Kultursendung Das Literarische Quartett des ZDF, die sie wegen einer Auseinandersetzung mit Marcel Reich-Ranicki verließ, die eine Besprechung des Buches Gefährliche Geliebte des Japaners Haruki Murakami ausgelöst hatte. Nach ihrem Ausstieg aus der Sendung im August 2000 wurde Sigrid Löffler Herausgeberin des Magazins Literaturen. Im September 2008 gab Löffler diese Position nach inhaltlichen Differenzen über die Ausrichtung der Literaturzeitschrift wieder auf.[1]

Heftig kritisiert wurde sie für ihre Jury-Tätigkeit für den Stifter Alfred C. Toepfer, als sie 1991 – gemeinsam mit ihrer Co-Jurorin Gertrud Fussenegger – für die Verleihung des deutschen Grillparzer-Preises an Peter Handke eintrat.[2][3] Löffler ist außerdem Mitglied der Jury des Literaturpreises der Leipziger Buchmesse und gehörte der Jury des Heinrich-Heine-Preises an. Zur geplanten Heine-Preisverleihung an Peter Handke erklärte Löffler am 2. Juni 2006 anlässlich der dazu entstandenen Kontroverse ihren Rücktritt aus der Jury. Sie brachte damit ihren Protest zum Ausdruck über diejenigen Juroren, die ihrer Meinung nach „haltlose wie rufschädigende Behauptungen über den Gekürten in Umlauf“ gebracht hätten.[4] Über Martin Mosebach äußerte Löffler 2007 anlässlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises an den Schriftsteller, er sei als „Reaktionär“ dieser höchsten literarischen Auszeichnung im deutschsprachigen Raum unwürdig.[5]

Löffler ist Jurorin der SWR-Bestenliste.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Kritiken, Portraits, Glossen, Deuticke, Wien 1995
  • Gedruckte Videoclips. Vom Einfluß des Fernsehens auf die Zeitungskultur, Picus, Wien 1997
  • Literaturen. Das Journal für Bücher und Themen, Friedrich Berlin Verlag, monatlich seit Oktober 2000
  • Gebrauchsanweisung für Österreich, Piper, München, Herbst 2001
  • Die neue Weltliteratur und ihre großen Erzähler, Verlag C.H.Beck, München 2014. ISBN 978-3-406-65351-3

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Literaturen“-Verlag Sigrid Löffler kritisiert Boulevardisierung, abgerufen am 22. September 2013
  2. Grillparzer-Preisabgerufen am 22. September 2013
  3. Christian Michelides: Baroneß Münchhausen. Zu Sigrid Löffler und Alfred C.Toepfer. In: FORVM 456, 59-63
  4. „Handke und kein Ende. Warum wir aus der Jury des Heinrich-Heine-Preises austreten“, Erläuterung des Austritts aus der Jury des Heinrich-Heine-Preises in der Süddeutschen Zeitung Nr. 126 vom 2. Juni 2006
  5. Löffler über Martin Mosebach