Martin Mosebach

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Martin Mosebach, 2014

Martin Mosebach (* 31. Juli 1951 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Schriftsteller, der in den Genres Roman, Film-Drehbuch, Theater, Hörspiel, Opernlibretto, Reportage, Feuilleton und Erzählung tätig ist.

Leben und schriftstellerische Tätigkeit[Bearbeiten]

Martin Mosebach wurde in Frankfurt-Sachsenhausen geboren, verbrachte aber die ersten Lebensjahre in Königstein im Taunus, er ist der Sohn einer katholischen Mutter und eines evangelischen Mediziners, der als Arzt und Psychotherapeut praktizierte. Als er fünf Jahre alt war, kehrte die Familie nach Frankfurt ins Westend zurück. Mosebach studierte in Frankfurt am Main und Bonn Rechtswissenschaften. 1979 legte er das Zweite Staatsexamen ab. Gegen Ende seines Referendariats begann Mosebach erzählerisch zu schreiben und bezeichnet sich daher selbst als „Spätentwickler“.[1] Von Golo Mann entdeckt, erhielt er 1980 den Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung. Horst Krüger empfahl dem Hoffmann & Campe Verlag schließlich die ungekürzte Publikation von Mosebachs mehr als tausend Seiten umfassendem Manuskript seines Erstlings Das Bett (1983),[2] in dem neben der Frage, wer beichtet und wer nicht, „die Beschreibung einer Geschlechterkonkurrenz und zugleich eines konfessionellen Gegensatzes in der Eroberung des Wortes“ [3] im Vordergrund steht und zugleich der Einfluss seiner Eltern auf ihn deutlich wird.

Seit 1980 lebt er als freier Schriftsteller in Frankfurt am Main. Mit seiner Heimatstadt (s. auch Frankfurt am Main in der Literatur) weiß sich dieser Autor in einer Art von Hassliebe innig verbunden, was sich in Feuilletons, Reportagen, Reden, aber auch in Romanen (z. B. Westend, Eine lange Nacht, Der Mond und das Mädchen) und Erzählungen äußert: „Es gehört zu meinem besonderen Verhältnis zu meiner Geburtsstadt Frankfurt am Main, dass ich sie als eine der verdorbensten und hässlichsten Städte Deutschlands erlebe und in meiner Phantasie und in meinem inneren Bild von der Stadt an sie als eine der schönsten Städte denke, die ich kenne.“[4] Der Grund, warum Mosebach seine Romane oft in Frankfurt ansiedelt, ist nach seiner Aussage ein rein praktischer: Weil er die Umgebung kenne, sei die Recherchearbeit bereits geleistet.[1] Häufig lässt er sich jedoch auch von seinen zahlreichen Reisen ins Ausland inspirieren. So nimmt er in Die Türkin den Leser mit auf eine Reise nach Lykien in der Türkei und schildert auf einnehmende und spannende Weise die Gebräuche und Lebensart der dortigen Bewohner. Das Beben wiederum zeichnet ein eindrucksvolles Bild eines von den Engländern abgesetzten Königs in einer ländlichen Gegend in Indien, in der die Zeit stehengeblieben zu sein scheint, die aber dennoch vom Strudel der heutigen Zeit mitgerissen wird.

Martin Mosebach ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Berliner Akademie der Künste, im PEN-Zentrum Deutschland und war 2009/2010 auch Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Sein Werk wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt im Oktober 2007 mit dem Georg-Büchner-Preis, dem renommiertesten Literaturpreis der deutschen Sprache, und 2013 mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung. Sein Oeuvre umfasst Filmdrehbücher, Hörspiele und Lyrik. Ferner veröffentlichte er zahlreiche Essays sowie Artikel in Zeitungen und Zeitschriften wie der Süddeutschen Zeitung, Frankfurter Allgemeinen Zeitung oder der Zeitschrift Sinn und Form.

Mosebach veröffentlichte auch beim Wiener Karolinger Verlag[5] von Peter Weiß, in dem laut DÖW Schriften von „deklarierten Antidemokraten“ erscheinen und der „zumindest bis 2001 mit zehn Prozent am W3-Verlag beteiligt war, dem Eigentümer der FPÖ-nahen Wochenzeitung ,Zur Zeit‘“.[6][7]

Büchnerpreis-Verleihung 2007[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 erhielt Martin Mosebach den Georg-Büchner-Preis durch die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung. Zur Begründung führte die Akademie aus: „Die Auszeichnung gilt einem Schriftsteller, der stilistische Pracht mit urwüchsiger Erzählfreude verbindet und dabei ein humoristisches Geschichtsbewusstsein beweist, das sich weit über die europäischen Kulturgrenzen hinaus erstreckt; einem genialen Formspieler auf allen Feldern der Literatur und nicht zuletzt einem Zeitkritiker von unbestechlicher Selbstständigkeit.“[8]

Über das „große Erzähltalent“[9] schrieb die FAZ: „Martin Mosebach, der Erzähler, Romancier und Essayist, der Grandseigneur in der Apfelweinkneipe, der orthodoxe Katholik und unorthodoxe Kenner der Künste, der konservative Anarch und hemmungslose Bewahrer von Stil und Form, ist ein glanzvoller Büchner-Preisträger“ und bezeichnet ihn zugleich als „genuinen Erzähler und [...] Essayisten von ungewöhnlicher stilistischer und intellektueller Brillanz.“ [10] Zugleich charakterisiert sie ihn als „Büchner-Preisträger, dessen Möglichkeiten ebensowenig erschöpft sind, wie seine Verdienste bestritten werden können.“ Ulrich Greiner spricht von Mosebach: „Durchdringender Blick auf das Hässliche“;[11] Uwe Wittstock weist auf die jahrzehntelange Einigkeit unter Germanisten und Literaturkritikern, dass der Gesellschaftsroman heute passé sei, hin und nennt die Preisverleihung an Mosebach ein „weiteres Indiz dafür, wie sehr sich die literarischen Wertungen in den letzten Jahren verändert haben, und dass jene doktrinären Vorstellungen von einst beiseite geschoben wurden.“[12]

Bei der Büchnerpreisverleihung am 28. Oktober 2007 porträtierte der deutsch-iranische Schriftstellerkollege und Laudator Navid Kermani Martin Mosebach als „singuläre katholische Stimme“ in einer „vom protestantischen Bildungsroman“ dominierten deutschen Literatur und als „großen Romancier, dessen Zugriff auf die Welt des krankgeschrumpften Bürgertums“ den Geist von Cervantes atme. „Modern am Don Quijote ist nicht sein Weltentwurf, sondern sein Scheitern“ – dies träfe auch auf Mosebachs Romanfiguren zu. [13]

In seiner Dankesrede Ultima ratio regis anlässlich der Verleihung dieses Preises verglich Mosebach eine Rede von Heinrich Himmler von 1943 mit einer des Jakobiners Saint-Just aus Georg Büchners Drama Dantons Tod, [14] gegen Ende der Französischen Revolution. Besonders dieser Vergleich wurde in den deutschen Medien kontrovers diskutiert. Von Teilen der Presse wurde der Vorwurf einer Relativierung des Nationalsozialismus erhoben. Der Historiker Heinrich August Winkler bezeichnete den Vergleich als Geschichtsklitterung und Abwendung von den Zielen der Aufklärung und Demokratie.[15] In seiner Büchnerpreis-Rede nannte Mosebach das Zitat des Namensgebers Georg Büchner „Es lebe der König!“ – „dieses letzte Wort von Desmoulins’ Frau Lucile umkreiste Mosebach, Auslegungen prüfend und verwerfend. Dem Kern – einem Einspruch gegen Dantons Nihilismus – sich langsam nähernd.“[16]. Einige Kritiker verstanden diesen Teil der Rede auch als ein gedankliches Spiel mit den Vorzügen einer Monarchie. In seiner Flugschrift Der Hessische Landbote forderte Georg Büchner im Jahr 1834 dem widersprechend: „Friede den Hütten, Krieg den Palästen!“

Kritik[Bearbeiten]

Mosebach hat sich selbst als Reaktionär bezeichnet, eine Bezeichnung, die ihm auch kritisch entgegengehalten wurde.[17][18] Anlass war zum Teil sein Buch Häresie der Formlosigkeit, in dem er die liturgischen Ergebnisse des Zweiten Vatikanischen Konzils heftig kritisierte und eine Rückkehr zur Tridentinischen Messe forderte. „Wir glauben mit den Knien oder wir glauben überhaupt nicht..“ „Seltsam nur, daß bei soviel archäologisch-philologischem Sachverstand dann ein Jesus herauskommt, der Ehrenmitglied der SPD hätte sein können, ebenso frauenfreundlich wie Willy Brandt und ebenso wenig auferstanden“. „Auch wenn wir Katholiken sind, so entstammen wir doch einem Land mit langer Zeit militanter Vorherrschaft protestantischer Kultur...“ [19]

In einem Interview mit dem Deutschlandradio sagte Sigrid Löffler, Mosebach schreibe „in einem sehr verschmuckten und gespreizten Prunkstil“ mit „affektierten Vokabeln und ihren verzopften Phrasen aus der bürgerlichen Mottenkiste des 19. Jahrhunderts“.[20] Er stürze beim Schreiben ständig ins Lächerliche ab und habe den Georg-Büchner-Preis 2007 nicht für sein Werk, sondern wegen seiner reaktionären Gesinnung bekommen.[20] Die Preisvergabe hatte sie bereits in einem Artikel in der von ihr herausgegebenen Zeitschrift Literaturen kritisiert. [5]

Falsche Konjunktive, hässliche Wiederholungen, „schaffte“ statt „schuf“, Verwechslungen von Nominativ und Akkusativ etc. – eine ausführliche Analyse der Sprache Mosebachs in Ruppertshain führte Peter Dierlich (d. i. Joachim Rohloff) dazu, das Buch in der linken Wochenzeitung Jungle World als „schlechtesten Roman der Welt“ zu bezeichnen.[21]

Der Kultursoziologe Thomas Wagner kritisierte in der linken Tageszeitung Junge Welt Mosebachs essayistisches Werk: „Mosebach lässt kaum eine Gelegenheit ungenutzt, um demokratische Ideen zu diskreditieren, indem er falsche Parallelen zum deutschen Faschismus behauptet. Sein Haupteinwand gegen den Nazismus scheint zu sein, dass er »eine modernistische Bewegung war« (Häresie, 229)“.[22]

Sonstiges[Bearbeiten]

Mosebach machte sich auch als Librettist mit seiner Bearbeitung des "Fidelio", welcher 2008 mit großem Erfolg aufgeführt wurde, und als Dramatiker einen Namen. Sein Drama "Rotkäppchen und der Wolf" schließt an das Grimm'sche Märchen an und überbietet es.[23] "Aus dem Volksmärchen hat Mosebach ein Zauberspiel für ganz erwachsene Kinder gemacht, an dessen Grund die mal zynische, mal lustvolle reine Lebensgier liegt."[24] Außerdem redigierte Mosebach für seinen Freund Asfa-Wossen Asserate dessen Buch Manieren.[25]

Im Juni 2012 forderte Mosebach in dem Essay Kunst und Religion: Vom Wert des Verbietens eine strikte Anwendung des Blasphemie-Verbots.[26] Hierbei vertrat er die Auffassung, selbst in einem ganz und gar säkularen, religiös neutralen Staat könne es vonnöten sein, Gotteslästerung zu verbieten und zu bestrafen, wenn die „staatliche Ordnung“ durch sie gefährdet würde. Hierbei verwies er auf eine zunehmende Schicht gläubiger Muslime in Deutschland und die Gefahr, eine „größere Gruppe von Gläubigen [könne sich] durch die Blasphemie in ihren religiösen Überzeugungen so verletzt“ fühlen, „dass ihre Empörung zu einem öffentlichen Problem wird“.[27] Er erklärte, das Grundgesetz sei religiös im Christentum fundiert.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Martin Mosebachs Œuvre umfasst neben einer umfangreichen Prosa-Produktion auch Libretti, Filmdrehbücher, Hörspiele, Theaterstücke und Lyrik; der Schwerpunkt liegt jedoch auf den Romanen und Erzählungen sowie zahlreichen Essays und Feuilletons.

Im Mittelpunkt seiner Erzählungen stehen "nach den Maßstäben der Leistungsgesellschaft erfolglose, ja scheiternde Gestalten in eine[m] Alltag, den diese selbst komplizieren". Die mit Vorliebe als Antihelden gezeichneten Protagonisten ziehen die dezente, kräfteschonende Kapitulation jedem heroischen Realismus vor.

Literatur[Bearbeiten]

  • Susanne Kaul / Friedmar Apel: Martin Mosebach – Ein Porträt (PDF; 91 kB), in: Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur (KLG), edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag, München 1999ff., ISBN 3-88377-693-9
  • Franz Josef Czernin: Zu Martin Mosebachs Erzählung 'Stilleben mit wildem Tier'. Laudatio anlässlich der Verleihung des Heimito von Doderer-Literaturpreises, in: Gerald Sommer, Kai Luehrs-Kaiser (Hrsg.): Schüsse ins Finstere. Zu Heimito von Doderers Kurzprosa, Königshausen und Neumann, Würzburg 2001, ISBN 3-8260-2076-6
  • Bernd Eilert: Gesellschaftsroman – aber wie?, in: Neue Rundschau 104 (1993), Nr. 3, S. 59–68
  • Jürgen Engler: Repertorium des Lebens, in: ndl 49 (2001), Nr. 536, S. 163–170
  • Über Recht und Literatur. Ein Gespräch mit Juli Zeh und Martin Mosebach, geführt von Britta Lange und Hermann Weber, abgedruckt in: Hermann Weber (Hrsg.): Literatur, Recht und Musik. Tagung im Nordkolleg Rendsburg vom 16. bis 18. September 2005, Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2007, S. 183–204, ISBN 978-3-8305-1339-1
  • Jens Jessen: Der sanfte Reaktionär. In: Die ZEIT, Nr.44, 25. Oktober 2007, S. 61f.
  • Lorenz Jäger: Martin Mosebach. In: Hans-Rüdiger Schwab (Hg.): Eigensinn und Bindung: katholische deutsche Intellektuelle im 20. Jahrhundert; 39 Porträts. Kevelaer: Butzon & Bercker 2009. S.697-709.
  • Georg Büchner: Dantons Tod. Darmstadt: Reclam, 2002. S. 47-49. Der Text der vorliegenden Ausgabe folgt der Edition:

Georg Büchner: Sämtliche Werke und Schriften. Hist.-krit. Ausg. mit Quellendokumentation und Kommentar (Marburger Ausgabe). Im Auftrag der Akademie der Wissenschaftler und der Literatur,Mainz, hrsg. von Burghard Dedner und Thomas Michael Mayer. Bd.3.2: Danton's Tod. Text, Editionsbericht. Bearb. von Burghard Dedner und Thomas Michael Mayer. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2000. Emendierter Text. S. 3-81.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Über Recht und Literatur. Ein Gespräch mit Juli Zeh und Martin Mosebach, geführt von Britta Lange und Hermann Weber, abgedruckt in: Hermann Weber (Hrsg.): Literatur, Recht und Musik. Tagung im Nordkolleg Rendsburg vom 16. bis 18. September 2005, Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2007, S. 183–204 (187), ISBN 978-3-8305-1339-1
  2. Vgl. Martin Mosebach: Kein Jugendwerk, in: Renatus Deckert (Hrsg.): Das erste Buch. Schriftsteller über ihr literarisches Debüt. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-518-45864-8 S. 225–229, S. 229.
  3. Vgl. Lorenz Jäger: Martin Mosebach. In: Hans-Rüdiger Schwab (Hg.): Eigensinn und Bindung: katholische deutsche Intellektuelle im 20. Jahrhundert; 39 Porträts. Kevelaer: Butzon & Bercker 2009, S.698.
  4. Martin Mosebach, Mein Frankfurt, Insel-Verlag, Frankfurt 2002
  5. a b Sigrid Löffler: Als man zum Kitsch noch „Horreur“ sagte. Cicero, 7. Juli 2009 (Abgerufen am 2. September 2012)
  6. Aufregung um Universitätsräte der Regierung (Abgerufen am 2. September 2012)
  7. Heribert Schiedel: „Österreich neu regieren“: Steuergeld für Vorfeldorgan des Rechtsextremismus. DÖW: Wien, November 2001, (Abgerufen am 2. September 2012)
  8. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, 27. Oktober 2007
  9. Spiegel online, 6. Juni 2007: Martin Mosebach bekommt Büchner-Preis
  10. Hubert Spiegel: Wahrheiten aus dem Palast der Fiktion: Martin Mosebach erhält den Georg-Büchner-Preis; FAZ vom 8. Juni 2007
  11. Ulrich Greiner, in: Die Zeit, 8. Juni 2007: Durchdringender Blick auf das Hässliche
  12. Uwe Wittstock in: Die Welt, 7. Juni 2007: Martin Mosebuch, der Meister alter Formen
  13. NZZ: Antipoden in Darmstadt 29. Oktober 2007
  14. Georg Büchner: Dantons Tod. Stuttgart: Reclam, 2002, S. 47–49. Der Text der vorliegenden Ausgabe folgt der Edition: Georg Büchner: Sämtliche Werke und Schriften. Hist.-krit. Ausg. mit Quellendokumentation und Kommentar (Marburger Ausgabe). Im Auftrag der Akademie der Wissenschaftler und der Literatur, Mainz, hrsg. von Burghard Dedner und Thomas Michael Mayer. Bd.3.2: Danton's Tod. Text, Editionsbericht. Bearb. von Burghard Dedner und Thomas Michael Mayer. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2000. Emendierter Text, S. 3-81.
  15. Pamphlet gegen Aufklärung. Historiker kritisiert Martin Mosebachs Büchner-Preis-Rede. Gespräch von Kathrin Fischer mit Heinrich August Winkler. In: Kultur heute; Deutschlandfunk vom 30. Oktober 2007: „Für ihn ist das Entscheidende, glaube ich, das Zitat ‚Es lebe der König‘ von Lucile Desmoulins, damals ausgesprochen als ein Ausdruck des äußersten Protestes. Und ich glaube, dahinter verbirgt sich die eigentliche Botschaft der Rede, die Aufklärung und die Französische Revolution markieren einen Irrweg. Die Zeit davor war die gute Zeit. Und dieser Standpunkt ist schlichtweg reaktionär. Ich würde von Geschichtsklitterung, denn das Ancien Régime, gegen das sich die Französische Revolution auflehnte, hat die Menschenrechte mit Füßen getreten. Und deswegen denke ich, ist dieses Geschichtsbild, wenn es denn der Rede zugrunde liegen sollte, etwas, mit dem man sich sehr kritisch auseinandersetzen muss.“
  16. Vgl. Lorenz Jäger: Martin Mosebach. In: Hans-Rüdiger Schwab (Hg.): Eigensinn und Bindung: katholische deutsche Intellektuelle im 20. Jahrhundert; 39 Porträts. Kevelaer: Butzon & Bercker 2009, S. 705.
  17. [1]
  18. [2]
  19. Zitate aus diesem Buch, teils verfügbar auf pro-missa-tridentina.de unter [3] und [4]
  20. a b Deutschlandradio Kultur: Das hat etwas Perverses 5. Oktober 2007
  21. Zwischen den Mauern des Schluckaufs. Wie man sich auch ohne Sprachgefühl und -verstand den Ruf eines großen Stilisten erwirbt
  22. „Schöngeist der Gegenaufklärung“, Thomas Wagner, junge Welt, 5. Dezember 2007
  23. Vgl. Lorenz Jäger: Martin Mosebach. In: Hans-Rüdiger Schwab (Hg.): Eigensinn und Bindung: katholische deutsche Intellektuelle im 20. Jahrhundert; 39 Porträts. Kevelaer: Butzon & Bercker 2009. S.705.
  24. Vgl. Lorenz Jäger: Martin Mosebach. In: Hans-Rüdiger Schwab (Hg.): Eigensinn und Bindung: katholische deutsche Intellektuelle im 20. Jahrhundert; 39 Porträts. Kevelaer: Butzon & Bercker 2009. S.706.
  25. Manieren. Eichborn-Verlag, Frankfurt am Main 2003, 388 Seiten, ISBN 3-8218-4739-5
  26. Kunst und Religion: Vom Wert des Verbietens , abgerufen am 2. August 2012.
  27. Katholiken fordern strengeres Blasphemie-Verbot Telepolis 28. Juli 2012, abgerufen am 2. August 2012.
  28. Der Vorzug hohler Häuser in Süddeutsche Zeitung vom 6. Dezember 2011, Seite V2/2