Steindorf am Ossiacher See

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Steindorf am Ossiacher See
Wappen von Steindorf am Ossiacher See
Steindorf am Ossiacher See (Österreich)
Steindorf am Ossiacher See
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Feldkirchen
Kfz-Kennzeichen: FE
Hauptort: Bodensdorf
Fläche: 29,55 km²
Koordinaten: 46° 42′ N, 14° 0′ O46.69833333333314.006111111111510Koordinaten: 46° 41′ 54″ N, 14° 0′ 22″ O
Höhe: 510 m ü. A.
Einwohner: 3.725 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 126 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 9551, 9552
Vorwahl: 0 42 43
Gemeindekennziffer: 2 10 09
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
10.-Oktober-Straße 1
9551 Bodensdorf
Website: www.steindorf.at
Politik
Bürgermeisterin: Marialuise Mittermüller (FPK)
Gemeinderat: (2009)
(23 Mitglieder)
12 FPK, 6 SPÖ, 5 ÖVP
Lage der Gemeinde Steindorf am Ossiacher See im Bezirk Feldkirchen
Albeck Feldkirchen Glanegg Gnesau Himmelberg Ossiach Reichenau Sankt Urban Steindorf am Ossiacher See Steuerberg KärntenLage der Gemeinde Steindorf am Ossiacher See im Bezirk Feldkirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Blick auf Bodensdorf und den Ossiacher See
Gemeindeamt in Bodensdorf
Neue Pfarrkirche Heiliger Josef in Bodensdorf

Steindorf am Ossiacher See ist eine Gemeinde mit 3725 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Feldkirchen in Kärnten in Österreich.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am nördlichen Ufer des Ossiacher Sees, etwa 8 Kilometer von Feldkirchen entfernt. Das Gemeindegebiet reicht den Ossiachberg hangaufwärts bis zum Kamm der Gerlitzen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist in die Katastralgemeinden Bodensdorf, Ossiachberg, Steindorf am Ossiacher See, Stiegl und Tiffen gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 21 Ortschaften (Einwohnerzahlen Stand 31. Oktober 2011[1]):

Ort Einwohnerzahl
Apetig 47
Bichl 12
Bodensdorf 1115
Burg 23
Burgrad 9
Golk 15
Langacker 22
Nadling 209
Ossiachberg 45
Pfaffendorf 88
Regin 19
Sankt Urban 35
Sonnberg 42
Steindorf am Ossiacher See 491
Stiegl 357
Tiffen 184
Tratten 93
Tscherneitsch 16
Tschöran 450
Unterberg 350
Winkl Ossiachberg 78

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Arriach Himmelberg
Treffen Nachbargemeinden Feldkirchen
Villach Ossiach

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bereich von Tiffen war schon um 500 v. Chr. von den Kelten besiedelt. Aus der Römerzeit stammen zwei Jupiter-Votivaltäre, die heute in Schloss Lang in Feldkirchen eingemauert sind. Tiffen wurde zwischen 1050 und 1065 erstmals urkundlich erwähnt, die Ortschaft Steindorf 1263 als „Steyndorf“. Die Kirche in Steindorf wurde 1401 erbaut und später im gotischen Stil umgebaut.

Der Bau der Kronprinz Rudolf-Bahn (heute Ossiachersee-Traverse der Südbahn) 1865 bedeutete den Beginn des Fremdenverkehrs am Ossiacher See, der die traditionelle landwirtschaftliche Struktur des Gebiets im Lauf des 20. Jahrhunderts völlig veränderte.

Die Gemeinde Steindorf hatte sich 1850 konstituiert, von dem sehr ausgedehnten Gemeindegebiet wurde im Jahr 1894 die Ortsgemeinde Glanhofen mit vier Katastralgemeinden abgetrennt und in Ossiach umbenannt. Der Gemeindename von Steindorf erhielt 1986 die Ergänzung „am Ossiacher See“.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Laut Volkszählung 2001 hat die Gemeinde Steindorf 3.583 Einwohner, davon sind 95,6 % österreichische, 1,5 % deutsche und 1,0 % bosnische Staatsbürger. 61,9 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen, 28,9 % zur evangelischen und 0,8 % zur orthodoxen Kirche, 0,5 % sind islamischen Glaubens. 5,4 % sind konfessionslos.

Günther Domenig, 'Steinhaus', Steindorf/Österreich
Urbanibrunnen in Sankt Urban

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Steindorf am Ossiacher See
  • Geburtshaus des Künstlers Switbert Lobisser: das Geburtshaus befindet sich auch in Tiffen
  • Bleistätter Moor: Das 700 ha große 'Bleistätter Moor' (kurz: „Bleistatt“) war früher vom Ossiacher See bedeckt, der einst bis fast nach Feldkirchen reichte. Es ist heute ein Naturschutz- und Naherholungsgebiet.
  • Urbanibrunnen: In Sankt Urban steht der Urbanibrunnen, der auf Initiative der Gastwirte Lisl und Fritz Nindler gemeinsam mit dem Land Kärnten, der Gemeinde Steindorf und der Burschenschaft Tschöran verwirklicht wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde hat durch ihre Lage längs des Ossiacher Sees und ihren Anteil am Skigebiet Gerlitzen Sommer- und Wintertourismus, der den Hauptwirtschaftszweig bildet. Bei Bodensdorf gibt es einen kleinen Klettergarten. Längs des Sees führt ein Abstecher der Südbahn zwischen St. Veit und Villach, der im Personenverkehr nur mit Regionalzügen versorgt wird, für den Güterverkehr jedoch eine wichtige Abkürzung ist.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Steindorf am Ossiacher See.svg

Das blaue Schildgrund des Steindorfer Wappens, das der Gemeinde am 10. Juni 1977 verliehen wurde, nimmt Bezug auf die Lage am drittgrößten Kärntner See, der goldene Dreiberg auf die erste Silbe des Wortes Steindorf anspielt. Der goldene Wels ist eine Parallele zu den drei Forellen der gegenüber liegenden Gemeinde Ossiach; dieser Fisch kommt im östlichen Teil des Sees häufiger vor.

Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet:

„In blauem Schild über goldenem Dreiberg ein goldener Wels (Waller).“[2]

Die Fahne ist Blau-Gelb mit eingearbeitetem Wappen.

Politik[Bearbeiten]

  • Gemeinderat: Der Gemeinderat von Steindorf hat 23 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:
  • Direkt gewählte Bürgermeisterin ist seit 2003 Marialuise Mittermüller (FPK).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter:

  • Friedrich Marx (1830–1905, geboren in Steindorf am Ossiacher See), Schriftsteller und K.u.k. Offizier
  • Switbert Lobisser (1878–1943, geboren in Tiffen), Maler und Graphiker
  • Jörg Freunschlag (* 1942 in Bodensdorf), ehemaliger Kärntner Landtagspräsident
  • Lilian Faschinger (* 1950 in Tschöran), Schriftstellerin und literarische Übersetzerin

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfred Mitterer: Steindorf am Ossiacher See. Chronik einer Gemeinde. Verlag Joh. Heyn, Klagenfurt 1997, ISBN 3-85366-849-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 270

Weblinks[Bearbeiten]