Feldkirchen in Kärnten

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Feldkirchen
Wappen von Feldkirchen
Feldkirchen in Kärnten (Österreich)
Feldkirchen in Kärnten
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Feldkirchen
Kfz-Kennzeichen: FE
Fläche: 77,53 km²
Koordinaten: 46° 43′ N, 14° 6′ O46.72361111111114.091944444444554Koordinaten: 46° 43′ 25″ N, 14° 5′ 31″ O
Höhe: 554 m ü. A.
Einwohner: 14.278 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 184 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9560
Vorwahl: 04276
Gemeindekennziffer: 2 10 02
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 5
9560 Feldkirchen
Website: www.feldkirchen.at
Politik
Bürgermeister: Robert Strießnig (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(31 Mitglieder)
14 SPÖ, 8 BZÖ u. Parteifreie, 8 ÖVP,1 Grüne
Lage der Stadt Feldkirchen im Bezirk Feldkirchen
Albeck Feldkirchen Glanegg Gnesau Himmelberg Ossiach Reichenau Sankt Urban Steindorf am Ossiacher See Steuerberg KärntenLage der Gemeinde Feldkirchen in Kärnten im Bezirk Feldkirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick von Rottendorf auf Feldkirchen
Blick von Rottendorf auf Feldkirchen
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Feldkirchen in Kärnten (slowenisch: Trg) ist eine Stadt in Kärnten und Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks. Die durch mehrere Gemeindereformen heute 86 Ortschaften umfassende Großgemeinde zählt 14.278 Einwohner (Stand 1. Jänner 2014) und ist damit die fünftgrößte Stadt Kärntens. Der Hauptort Feldkirchen (3.300 Einwohner) wurde um 1065/66 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt bereits vor 1176 das Marktprivileg zugesprochen. 1930 wurde die Gemeinde zur Stadt erhoben.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Gebäude unweit des Hauptplatzes von Feldkirchen
Wehr an der Tiebel in Feistritz
Malerisches Wohnhaus in Feistritz Nr. 13
Sankt Nikolai
Landschaft um Pernegg
Westeinfahrt von Pernegg
Typisches Mittelkärntner Holzhaus in Pernegg

Die Stadt Feldkirchen liegt am nördlichen Rand des Klagenfurter Beckens. Das Gemeindegebiet liegt zwischen 510 m (tiefster Punkt an der Gemeindegrenze zu Ossiach im Bachbett der Tiebel) und 1.069 m (höchster Punkt, Taubenbühel am Ossiacher Tauern), Feldkirchen selbst in etwa 550 m Seehöhe. Durch das Gemeindegebiet fließen die Tiebel sowie die Glan.

Drei stehende Gewässer, der Dietrichsteiner See im Osten, der Maltschacher See im Südosten und der Flatschacher See im Nordwesten liegen ebenso im Gemeindegebiet.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Ortschaften der Stadtgemeinde sind in folgende 12 Katastralgemeinden gegliedert:

Fasching
Feldkirchen
Glanhofen
Gradisch

Hoefling
Klein St. Veit
Pernegg
Rabensdorf

St. Ulrich
Sittich
Tschwarzen
Waiern

Das Stadtgemeindegebiet umfasst folgende 86 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1])

  • Adriach (18)
  • Agsdorf-Gegend (13)
  • Aich (27)
  • Albern (35)
  • Alpen (9)
  • Bösenlacken (128)
  • Briefelsdorf (179)
  • Buchscheiden (110)
  • Debar (42)
  • Dellach (147)
  • Dietrichstein (4)
  • Dobra (18)
  • Dolintschig (54)
  • Eberdorf (29)
  • Egg (47)
  • Elbling (27)
  • Farcha (25)
  • Fasching (14)
  • Feistritz (202)
  • Feldkirchen in Kärnten (2.971)
  • Förolach (14)
  • Glan (101)
  • Glanblick (92)
  • Glanhofen (250)
  • Gradisch (12)
  • Guttaring (17)
  • Haiden (447)
  • Hart (51)
  • Höfling (312)
  • Ingelsdorf (123)
  • Kallitsch (46)
  • Klachl (46)
  • Klausen (43)
  • Klein St. Veit (92)
  • Kofl (14)
  • Krahberg (226)
  • Kreuth (41)
  • Laboisen (464)
  • Lang (24)
  • Leinig (102)
  • Leiten (76)
  • Lendorf (84)
  • Liebetig (97)
  • Lindl (816)
  • Maltschach (62)
  • Markstein (564)
  • Mattersdorf (47)
  • Metzing (169)
  • Micheldorf (101)
  • Naßweg (64)
  • Niederdorf (85)
  • Oberglan (425)
  • Pernegg (34)
  • Persching (59)
  • Poitschach (57)
  • Poitschach-Baracke (1)
  • Poitschachgraben (2)
  • Pökelitz (3)
  • Pollenitz (14)
  • Powirtschach (92)
  • Prägrad (104)
  • Praschig (2)
  • Rabensdorf (198)
  • Radweg (313)
  • Raunach (39)
  • Rennweg (7)
  • Rottendorf (136)
  • Sankt Martin (273)
  • Sankt Nikolai (153)
  • Sankt Ruprecht (1.018)
  • Sankt Stefan (118)
  • Sankt Ulrich (602)
  • Seitenberg (68)
  • Sittich (89)
  • Sonnrain (196)
  • Stocklitz (81)
  • Strußnighof (1)
  • Tramoitschig (131)
  • Tschwarzen (89)
  • Unterberg (61)
  • Untere Glan (101)
  • Unterrain (60)
  • Wachsenberg (26)
  • Waiern (858)
  • Weit (39)
  • Zingelsberg (12)

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Himmelberg Steuerberg Sankt Urban
Steindorf Nachbargemeinden Glanegg
Ossiach
Velden
Techelsberg Moosburg

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Ansiedlungen[Bearbeiten]

Das Gebiet um das heutige Feldkirchen, im Glantal und am Ossiacher See ist seit der späteren Jungsteinzeit (um 2000 v. Chr.) vereinzelt besiedelt. Für das 5. Jahrhundert v. Chr. ist eine befestigte Ansiedlung auf dem Krahberg nachgewiesen, die von den Kelten im 3. Jahrhundert v. Chr. übernommen wurde. In der Zeit des Königreichs Noricum wurden allmählich auch die ebenen Talflächen besiedelt. So stand an der Stelle der heutigen Tiffener Jakobskirche ein gut befestigtes Heiligtum. Der Ortsname „Tiffen“ ist auf das keltische „Tif“ (Sumpf) zurückzuführen, und auch der Name der Glan („die Lautere, Klare“) ist keltischen Ursprungs.[2]

Antike und Zeit der Völkerwanderung[Bearbeiten]

Die Römer besetzten das Noricum im Jahr 15 v. Chr. und bauten in der Folge das bis dahin primitive Straßensystem aus. Für das römische Feldkirchen ist anzunehmen, dass es sich um die Straßenstation Beliandrum handelt. Die von Aquileia nach Norden über den Plöckenpass ins Drautal führende Via Iulia Augusta verlief über Irschen (castrum Ursen) - Spittal (Teurnia) - Krastal - Treffen und Feldkirchen (Beliandrum?) nach Virunum. Wie von Teurnia zweigte von Feldkirchen eine Straße in Richtung Norden nach Salzburg (Iuvavum) ab.

Ab dem 4. Jahrhundert nach Christus verbreitete sich, vom Aquileja ausgehend, die christliche Lehre in der römischen Provinz Noricum. Einen Hinweis, dass es im Feldkirchener Raum um das Jahr 400 eine Christengemeinde gegeben haben könnte, ist der Grabstein einer Römerin namens Valerina, auf dem ein Christogrammkreuz abgebildet ist.

In der Zeit der Völkerwanderung wurden im 5. Jahrhundert zahlreiche Ansiedlungen durch umherziehende Germanenstämme verwüstet und geplündert. Im 6. Jahrhundert zogen sich viele der noch ansässigen Keltoromanen, bedrängt durch slawische Siedler, in entlegenere Täler zurück. Kurz vor 600 n. Chr. zog auch slawischer Kriegeradel in das Land ein und begründete das Fürstentum Karantanien. Slawische Siedler rodeten an verschiedenen Stellen des Feldkirchener Beckens Höhenterrassen und legten dort geschlossene Siedlungen an. Mehrere Flur-, Orts- und Flussnamen im heutigen Gemeindegebiet sind daher slawischen Ursprungs, so z. B. Poitschach (von poljanica, „kleine Ebene“), Powirtschach (von podvorcice, „zwei Höflein“) oder Tscherneitsch (von crnejec, „der Schwarze“).

Frühes Mittelalter[Bearbeiten]

Im 8. und 9. Jahrhundert wurden zur Schaffung weiterer Siedlungs- und Bewirtschaftungsflächen Wälder gerodet, bevorzugt in höheren Hanglagen, da sich das sumpfige und dicht bewaldete Gebiet in den Tälern nicht zur Besiedlung eignete. Um die Mitte des 8. Jahrhunderts setzte in Karantanien eine zweite Christianisierungswelle ein, die diesmal vom Bistum Salzburg ausging und die die „Bekehrung“ der Slawen zum Ziel hatte (in diesem Kontext wurden die später niedergeschriebenen Texte der Freisinger Denkmäler und damit einhergehend eine auf dem Alpenromanischen basierende alpenslawisch/slowenische christliche Terminologie geschaffen).[3] In deren Folge entstand auch die erste „Kirche im Felde“, die nebst zugehöriger Siedlung erstmals in einer Schenkungsurkunde vom 26. Dezember 888 als „Ueldchiricha“ genannt wird; diese Urkunde war jedoch um 1065/66 gefälscht worden.[4]

Nach den benediktinischen Klostergründungen Ossiach (vor 1027) und Millstatt (um 1070) wurden umfangreiche Besitzungen in Kärnten an die Kirche vergeben. Auch das erst 1007 gegründete Bistum Bamberg wurde in Kärnten großzügig mit Land bedacht (Villach mit dem Kanaltal, Feldkirchen sowie Wolfsberg mit dem oberen Lavanttal) und gewann dadurch erheblich an Einfluss. Das Gebiet um Feldkirchen gehörte bis 1759 zu Bamberg. Von seiner günstigen Lage am Handelsweg Wien–Steiermark–St. Veit–Villach–Venedig profitierten Feldkirchen und umliegende Ortschaften wie Steindorf und Glanegg ab Mitte des 11. Jahrhunderts. Entlang dieser wichtigen Straße entstanden rund um Feldkirchen die Burgen Dietrichstein, Prägrad, Tiffen und Glanegg. Auch der Bau etlicher gotischer Kirchen in der Region fällt in die Zeit des wirtschaftlichen Aufstiegs, der bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts anhielt.

Entwicklung des Marktes[Bearbeiten]

Bereits in das Jahr 1176 fällt die erstmalige Nennung Feldkirchens als Markt (lat. forum), der dabei als eigener Rechtsbereich bezeichnet wurde, und damit außerhalb des Einflussbereichs des Kärntner Herzogs lag. Zu einem Markt im vollen Rechtssinn fehlten zu diesem Zeitpunkt allerdings noch die bürgerliche Selbstverwaltung durch einen Rat und einen frei gewählten Richter, Marktsiegel und -wappen sowie ein Wochen- und Jahrmarkt. Der Marktrichter etwa, der zugleich Burggraf auf Dietrichstein war, wurde durch den Bamberger Bischof aus dem Kreis der ritterlichen Lehensleute bestimmt, Bestrebungen der Bürger auf eine freie Richterwahl noch Ende des 14. Jahrhunderts durch das Bistum unterdrückt.

1434 wurden Feldkirchen und Dietrichstein an Pankraz Ungnad verpfändet. Dessen aus dem Lavanttal stammende Familie stand ursprünglich in bambergischen Diensten, stellte aber auch einige Heerführer und Beamte des Kaisers und war dadurch zu Reichtum und Ansehen gelangt. Während der Zeit der Ungnadschen Herrschaft, die bis 1468 andauerte, verselbständigte sich der Markt Feldkirchen auch als Bürgergemeinde, was vor allem auf die engen Beziehungen Ungnads zu den habsburgischen Landesfürsten zurückging. 1441 stellte König Friedrich IV. die Feldkirchener Bürger bezüglich Handel und Gewerbe denen der landesfürstlichen Märkte und Städte gleich, 1453 erhielt Feldkirchen das Recht auf einen Jahrmarkt und wurde von der Gerichtsbarkeit auswärtiger Landrichter befreit. Ab 1459 führte der Markt auch ein eigenes Wappen und 1468 schließlich gab Christoph Ungnad den Bürgern eine eigene Marktordnung, die zahlreiche Bereiche des alltäglichen Lebens regelte. Im selben Jahr kaufte der Bamberger Bischof Feldkirchen aus der Verpfändung zurück.

Die folgenden Jahrzehnte waren durch Überfälle zunächst der Türken und später auch der Ungarn geprägt, die sowohl Feldkirchen als auch das obere Gurktal, die Sirnitz, das Glantal und Siedlungen um den Ossiacher See plünderten und anzündeten. Zwar wurden in dieser Zeit viele Kirchen zu Wehrkirchen ausgebaut, und auch der Bamberger Amthof wurde befestigt und bot der Bevölkerung Schutz, der Markt Feldkirchen jedoch war unbefestigt und daher den Angriffen wehrlos ausgesetzt.

Dem durch Plünderungen und zeitweiliger Besatzung bedingten wirtschaftlichen Niedergang folgte im 16. Jahrhundert ein wirtschaftlicher Aufstieg der Region um Feldkirchen, der vor allem auf der Verarbeitung des in Hüttenberg gewonnenen Eisenerzes beruhte. Die eisenverarbeitenden Betriebe prägten bis ins 20. Jahrhundert Handel und Gewerbe der Region. Dass der alte Handelsweg über Feldkirchen und Villach nach Venedig jedoch nach dem Sieg der Habsburger über die Türken und der darauf folgenden Verlagerung des wirtschaftlichen Schwergewichts und der Handelswege nach Osten bedeutungslos geworden war, bedeutete für den Markt Feldkirchen einen Rückschlag.

Nachdem der Bamberger Bischof 1675 bereits auf die Landeshoheit über seine Herrschaften in Kärnten verzichtet hatte, wurden 1759 sämtliche Besitzungen des Bistums und damit auch der Markt Feldkirchen an die Habsburger verkauft.

Bildung der Ortsgemeinde und des Bezirks[Bearbeiten]

Nach dem Revolutionsjahr 1848, das in Feldkirchen selbst für wenig Aufregung sorgte, schuf das Gemeindegesetz vom 17. März 1849 die Voraussetzungen für die Bildung von politischen Ortsgemeinden. Ausgangspunkt hierfür waren die damals schon bestehenden Katastralgemeinden, jedoch ging man in Kärnten sehr uneinheitlich vor. Vor allem in Oberkärnten wurden sehr große Gemeinden geschaffen, so hatte auch die im Jahr 1849 gebildete Gemeinde Feldkirchen bereits rund 60 km² und etwa 4500 Einwohner, wobei die Bewohner des Marktes politisch dominierten. Einige Ortschaften waren daher mit dieser Einteilung unzufrieden und spalteten sich wieder ab: So wurden Steuerberg bereits 1866 und Waiern im Jahr 1894 wieder zu eigenständigen Gemeinden.

Mit der Bildung von Gemeinden ging auch die Schaffung von Bezirksgerichten und Bezirkshauptmannschaften einher. Jede Gemeinde in Kärnten wurde einem der 28 neuen Bezirksgerichte und diese wiederum einer Bezirkshauptmannschaft zugeordnet. Feldkirchen erhielt zwar einen Bezirksgericht, dem die Gemeinden des heutigen Bezirks Feldkirchen untergeordnet waren, jedoch keine eigenen Bezirkshauptmannschaft, sondern wurde dem Bezirk Klagenfurt-Land untergeordnet. Wiederholt versuchten die Gemeinden des Gerichtsbezirks Feldkirchen in gemeinsamen Petitionen an die Landesregierung die Errichtung einer eigenen Bezirkshauptmannschaft zu erreichen. Dieses Ziel konnte zwar nicht vollständig durchgesetzt werden, aber mit Erlass vom 18. März 1903 genehmigte das Innenministerium die Errichtung einer Politischen Expositur in Feldkirchen, die am 1. Oktober desselben Jahres ihre Arbeit aufnahm. Der politische Kommissär erhielt zwar einen Großteil aller Kompetenzen eines Bezirkshauptmanns, war aber dem Klagenfurter Bezirkshauptmann weisungsgebunden. Erst per Verordnung der Landesregierung zur „Bildung eines politischen Bezirks Feldkirchen“ kam es zum 1. Jänner 1982 zur Bildung des Bezirks Feldkirchen. Das Amtsgebäude in der Milesisstraße war bereits 1963 von der kommissarischen Verwaltung bezogen worden.

Der Erste Weltkrieg und die Folgen[Bearbeiten]

Feldkirchen lag zwar weit von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges entfernt, während der Zeit und vor allem nach Ende des Krieges wurden dessen Auswirkungen aber auch hier sichtbar. Nach dem Kriegseintritt Italiens 1915 mussten in Feldkirchen Flüchtlinge aus dem Gailtal und dem Kanaltal untergebracht werden. Nach dem Zusammenbruch der Front 1918 strömten Soldaten und Flüchtlinge in Richtung Norden, Feldkirchen gleicht vorübergehend einem Lager mit Tausenden Menschen, Wagen und Pferden. Unmittelbar nach Kriegsende versuchte der neu gebildete SHS-Staat (das spätere Königreich Jugoslawien), einen Teil Kärntens zu annektieren. Im Zuge dessen rückten Truppen kurzzeitig bis an die südliche Gemeindegrenze bei Radweg und Klein St. Veit vor, zogen aber schon bald wieder bis hinter Klagenfurt zurück. Die Volksabstimmung 1920 in Kärnten brachten die Kriegshandlungen endgültig zu einem Ende. Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges wirkten jedoch noch bis weit in die 20er Jahre fort.

Anlässlich des zehnjährigen Jahrestags der Volksabstimmung erhob die Landesregierung im Jahr 1930 Feldkirchen neben vier weiteren Gemeinden zur Stadt. Bald darauf wirkte sich die infolge der Weltwirtschaftskrise angespannte wirtschaftliche und politische Lage auch auf Feldkirchen aus. Die NSDAP, auf ihrem Feldkirchner Parteitag 1929 wegen ihrer braunen Uniformen noch als „Maikäfer“ verspottet sowie die Kommunisten gewinnen Anfang der 1930er Jahre an Zulauf, Parteiversammlungen werden polizeilich überwacht. 1934 eskalierten die politischen Spannungen in Österreich in gewaltsamen, bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen, in Feldkirchen lieferten sich Aufständische mit Gendarmen und Schutzkorpsangehörigen ein Gefecht, bei dem ein Gendarmeriebeamter getötet wird. Der Aufstand wurde zwar niedergeschlagen, die wirtschaftliche Lage blieb aber weiterhin trostlos.

Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 ergab die Volksbefragung am 11. April in Feldkirchen eine 99,73-prozentige Zustimmung zur Eingliederung in das „Großdeutsche Reich“. Der Feldkirchener Hauptplatz wurde in Adolf-Hitler-Platz umbenannt. Die Wirtschaft schien sich, begünstigt durch das Wegfallen der Zollgrenze und der Tausend-Mark-Sperre, allmählich zu erholen. Vom Zweiten Weltkriegs blieb der Bezirk Feldkirchen aufgrund der abgelegenen Lage und nur spärlich vorhandener industrieller Betriebe – in Poitschach gab es allerdings ein gut getarntes Flugmotorenwerk – verschont. 1945 rückte die Front zwar immer näher heran, zu Bombenabwürfen auf Feldkirchen kam es aber nicht.

Nach der Kapitulation wurde Österreich von den Engländern besetzt, allein im Raum Feldkirchen wurden Lager für zeitweise bis zu 40.000 Mann und 7.000 Pferde errichtet. Die Stadt selbst wurde Sitz eines Britischen Militärkommandos. Feldkirchen war vorübergehend nahezu von der Außenwelt abgeschnitten, es gab zunächst keinen Schienenverkehr, fast keine Kraftfahrzeuge und Treibstoffe. Erst nach und nach wurden zunächst die Bezirksbehörden wiedererrichtet, Anfang der 1950er Jahre setzte eine rege Bautätigkeit ein, und 1959 wurde durch den Bau der Ossiacher Bundesstraße von St. Veit über Feldkirchen nach Villach der Grundstein für die darauf folgende Belebung des Fremdenverkehrs in der Region um Feldkirchen gelegt.

Zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts und Gegenwart[Bearbeiten]

Im Zuge von Gemeindereformen wurde das Stadtgebiet durch die Eingemeindung der bis dahin selbständigen Gemeinden Waiern (1964), Sittich, Klein St. Veit und Glanhofen (alle 1973) nochmals erheblich vergrößert und erreichte mit rund 77,5 km² seinen heutigen Umfang. Anlässlich der Gebietsreform wurde der Name der Marktgemeinde 1973 um den Zusatz „in Kärnten“ erweitert.

Bevölkerung[Bearbeiten]


Laut Volkszählung 2001 waren von den damals 14.030 Einwohnern Feldkirchens 94,1 % österreichische, 1,2 % bosnische und 1,1 % deutsche Staatsbürger. 77,1 % der Bevölkerung bekannten sich zur römisch-katholischen, 12,0 % zur evangelischen und 0,8 % zur orthodoxen Kirche, 2,0 % waren islamischen Glaubens, 5,1 % konfessionslos.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Feldkirchen in Kärnten

Sakralbauten[Bearbeiten]

Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt[Bearbeiten]

Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt (Maria im Dorn). Blick von Osten

Der Vorgängerbau der heutigen Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt („Maria im Dorn“) in Feldkirchen war eine Eigenkirche des Adelsgeschlechts der Eppensteiner und wurde 1065/66 erstmals urkundlich erwähnt. Die Basilika wurde nach 1166, als Feldkirchen an das Bistum Bamberg gelangte, gebaut, als Pfarre wurde Feldkirchen erstmals 1285 genannt. Im 15. Jahrhundert wurde sie anlässlich der Türken- und Ungarneinfälle zu einer Wehrkirche ausgebaut. Die Pfarrkirche war eine hochfürstlich bambergische, bei dem der Markt bis 1759 blieb, heute gehört sie zur Diözese Gurk.

Die Kirche ist eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika mit einem Chorquadrat aus vorromanischer Zeit, einem gotischen Chor und barockisierten Turm. Auf ihr hohes Alter weist auch die Ostchor-Turmanlage hin. Kurz vor oder nach 1200 erfolgte der romanische Bau mit flach gedeckten Schiffen und Apsiden. Um 1340 wurde der gotische Chor errichtet, der der Friesacher Chorgruppe angehört. Um 1500 erhielten die Schiffe spätgotische Netz- und Sternrippengewölbe. Romanische und gotische Freskenreste bezeugen die einstige malerische Ausstattung des Kircheninneren. Im Barock erhielt der Turm seine heutige Gestalt und die Kirche ihre Einrichtung. Die westliche Vorhalle stammt aus dem Spätbiedermeier.

Weitere Kirchengebäude im Gemeindegebiet[Bearbeiten]

  • Die Filialkirche Hl. Michael im Süden Feldkirchens, 1387 erstmals urkundlich erwähnt, ist eine im gotischen Stil errichtete und Anfang des 19. Jahrhunderts barockisierte Kirche. Sie hat einen eingezogenen Chor und an der Nordseite einen Turm mit rundbogigen Fenstern und einem barocken Zwiebelhelm. Im Winkel zwischen Turm und Chor ist die Sakristei angebaut. Über dem Portal an der Westfassade befindet sich eine im 18. Jahrhundert angebrachte Wandmalerei, die den Kirchenpatron darstellt. In der Außenwand des Chorschlusses ist die römerzeitliche Grabtafel eines Aurelius Sura eingemauert. Das Innere der Kirche ist als 2-jochiges Langhaus mit von Wandpfeilern und Stichkappen gestütztem Tonnengewölbe gestaltet. Der Chorraum ist um eine Stufe erhöht und durch ein herabgezogenes Rippengewölbe bedeckt. Alle drei Altäre der Michaelskirche sind im neubarocken Stil des 19. Jahrhunderts gestaltet.
  • Die Filialkirche Hll. Philipp und Jakob am südlichen Ortsrand von Sittich wurde in gotischem Stil erbaut und 1438 erstmals erwähnt. Markantestes Merkmal der Kirche ist der weithin sichtbare Turm mit Zwiebelhelm. Das flachgedeckte Langhaus hat rundbogige Fensteröffnungen, an der Südseite des Kirchenschiffs wurde 1984 ein Christopherusfresko aus dem 15. Jahrhundert entdeckt. Der 2-jochige, netzgratgewölbte Chor hat einen 3/8-Schluss und ist gegenüber dem Langhaus um zwei Stufen erhöht. Die drei Altäre und die Kanzel stammen aus dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts.
  • Die dem Hl. Nikolaus geweihte Pfarrkirche in St. Nikolai ist eine kleine, gotische und von einer Wehrmauer umgebene Kirche. Die älteste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1353. 1954 wurde sie nach Westen verlängert.
  • Die Filialkirche Hl. Martin in St. Martin ist ebenfalls ein gotischer, im Kern aber romanischer Kirchenbau, der als Kirche 1136 erstmals erwähnt wurde. Von 1519 bis 1750 war St. Martin eigenständige Pfarre.
  • Die Pfarrkirche in St. Ulrich ist eine romanische Chorturmkirche und wurde 1144 erstmals erwähnt.
  • Die Filialkirche Hl. Lambert befindet sich in der Ortschaft Hart und ist ob ihrer Fresken und anderen kunsthistorischen Schätze bemerkenswert.
  • In Rottendorf steht die Filialkirche Hll. Wolfgang und Magdalena. Die ehemalige Wehrkirche wurde Ende des 15. Jahrhunderts im Westen des Weilers auf einem Vorsprung des Pollenitzenabhanges errichtet.

Profanbauten[Bearbeiten]

  • Das heutige schlossartige, vierflügelige Gebäude des Bamberger Amthofs geht auf einen im 13. und 14. Jahrhundert errichteten Baukomplex zurück, der den damals für die Verwaltung des in Besitz des Bistums Bamberg befindlichen Feldkirchens zuständigen Ministerialen als Sitz diente. Die älteste urkundliche Erwähnung als „Turm“ von Feldkirchen – das Gebäude bestand zu dieser Zeit aus einem massiven zweigeschossigen Wohnturm, der heute einen Teil des Nordtrakts bildet – stammt aus dem Jahr 1422.[6] Heute wird der Amthof als Kultur- und Veranstaltungszentrum genutzt, in dem unter anderem eine Musikschule und das Stadtmuseum untergebracht sind. Im überdachten Innenhof finden kulturelle Veranstaltungen statt, in den Galerieräumen und im verliesartigen „Gwölb“ werden Ausstellungen einheimischer und international bekannter Künstler gezeigt.
  • Die Burg Dietrichstein wurde im 11. oder Anfang des 12. Jahrhunderts auf einem bewaldeten Hügel östlich von Feldkirchen errichtet. Eine urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahr 1103 belegt. Ab 1166 war sie im Besitz der Familie Dietrichstein. Im Zuge der Türkeneinfälle wurde sie 1483 zerstört. Nach mehreren Besitzerwechseln verfiel die Burg schließlich, so dass heute nur noch wenige Mauerreste erhalten sind. Das heute noch erhaltene Schloss Dietrichstein wurde von den Dietrichsteinern um das Jahr 1500 errichtet. Nach mehreren Besitzerwechseln gelangte es 1838 wieder in den Besitz der Fürsten von Dietrichstein und wurde von diesen in spätklassizistischer Form umgestaltet.[7]
  • Im Ortsteil Prägrad befinden sich in ungewöhnlicher Lage auf einem Vorsprung in einem Hang der Ossiacher Tauern die Reste einer mittelalterlichen Burg, der Burgruine Prägrad. Der Zeitpunkt der ursprünglichen Errichtung ist unbekannt, 1166 ging die Burg in den Besitz der Bamberger über. Über landesfürstliche und anschließend habsburgischen Besitz wurde sie schließlich 1628 Eigentum des Stifts Ossiach. Von der ursprünglichen Burganlage sind nur noch wenige Teile erhalten.[8]
  • Das Schloss Lang(g) befindet sich in einem kleinen Park im gleichnamigen Ortsteil Feldkirchens. Es wurde 1306 erstmals urkundlich erwähnt. Für das Jahr 1440 ist mit der Familie der Pybriacher der älteste Nachweis eines Besitzers belegt, das Schloss gehörte seinerzeit also zur Herrschaft Himmelberg. Der zweigeschossige Bau, der seine heutige Fassade im 19. Jahrhundert erhielt, wechselte häufig den Besitzer und befindet sich heute noch in Privatbesitz.
Groß-Haus, Gurktalerstraße 26, erbaut durch Franz Groß im neoklassizistischen Stil
Groß-Haus, Ausschnitt aus der Fassade
  • Das Stadtbild wird durch repräsentative Bürgerhäuser aus dem 19. Jahrhundert geprägt.

Vereine[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts wurden Turnvereine sehr populär. So wurde auch in Feldkirchen im Jahr 1891 ein „Allgemeiner Deutscher Turnverein“ gegründet, über dessen Anfangsjahre nur sehr wenig bekannt ist. Nach dem Ersten Weltkrieg fanden Vergleichswettkämpfe mit auswärtigen Vereinen statt, darunter auch in heute unbekannten Sportarten wie „Kugelschocken“ oder „Eilbotenlauf“ (einem Staffellauf). Die 1920er und 1930er Jahre waren eine Blütezeit des Vereins, aus der einige erfolgreiche Turnerpersönlichkeiten hervorgingen. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm zunächst die Leichtathletik-Abteilung den Wettkampfbetrieb wieder auf. Der Turnerbetrieb begann erst 1957 wieder, im selben Jahr erhielt der Verein seinen heutigen Namen „Allgemeiner Turnerverein Feldkirchen“ (ATV). Bald darauf wurde auch eine Tennisabteilung ins Leben gerufen. Überregional erfolgreich war auch in den letzten Jahrzehnten vor allem die Leichtathletik-Sektion.

1977 spaltete sich ein Teil der Aktiven vom ATV ab und gründete den „Turn- und Leichtathletikclub“ (TLC). Bereits zwei Jahre darauf errang Alfred Markowitsch im 400-m-Lauf den ersten österreichischen Meistertitel für den Verein, dem bis heute noch rund 100 weitere folgen sollten. Erfolgreichster Sportler des TLC ist bis heute der Hürdenläufer Herwig Röttl, der zwei Mal bei Olympischen Spielen (1992 und 1996) sowie insgesamt 14 Mal bei Welt- und Europameisterschaften für Österreich antrat.

Ein weiterer, überregional erfolgreicher Verein ist der SV Feldkirchen. Er entstand 1948 aus der Fusion des 1924 gegründeten Arbeiterturnvereins (ATUS) sowie dem seinerzeit noch jungen Verein „Blau-weiß Feldkirchen“. Den Fußballern des Sportvereins gelang 1958/59 erstmals der Aufstieg in die Kärntner Liga. In der Saison 2007/08 erreichte die erste Fußballmannschaft, die unter dem Namen SV Wigo Feldkirchen in der drittklassigen Regionalliga Mitte antritt, mit dem 2. Platz ihr bisher bestes Ergebnis.

Der Basketballverein ASKÖ Sparkasse Feldkirchen wurde im Jahr 1971 von fünf engagierten Hauptschullehrern gegründet. Durch verstärktes Augenmerk auf die Nachwuchsarbeit konnten zahlreiche Kärntner Meister-Titel in den diversen Nachwuchsklassen erreicht werden. Der erste Meistertitel wurde bereits im Jahr 1979 unter dem Trainer der Ex-Internationalen Hans Orel geholt. Mangels einer geeigneten Sporthalle hatte man jedoch auf den Aufstieg in die Bundesliga verzichtet. Zwölf Jahre später wurden die Feldkirchner in der Kärntner Liga wieder Erster, der Aufstieg in die Bundesliga B wurde fixiert. Heimspiele mussten aber weiterhin auswärts in St. Veit an der Glan ausgetragen werden. Der Verein wechselte bald wieder in die Kärntner Liga, in der er bei den Herren in den Jahren von 1998 bis 2002 und von 2003 bis 2007 Meister wurde. In den Jahren 2008 und 2009 erreichte die Herren-Mannschaft jeweils das „kleine Finale“.

Der Verein zählt mehr als 100 Mitglieder, davon sind der Großteil Mädchen und Burschen aller Altersklassen.

Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Sportvereine in Feldkirchen, das Spektrum reicht von Mannschaftssportarten (Eishockey, Handball, Volleyball) über Rad- und Motorsport, mehreren Schützenvereinen bis hin zum Segelflugsport.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Zimmerei- und Holzbau-Betrieb in Feistritz

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die in Feldkirchen ansässigen Unternehmen sind in überwiegender Zahl Kleinbetriebe: Von den 706 bei der Arbeitsstättenzählung 2001 erfassten Betriebe beschäftigten 644 weniger als 20 Angestellte, lediglich fünf hatten mehr als 100 Mitarbeiter.[9]

Größter Arbeitgeber der Stadtgemeinde ist die Diakonie de La Tour, die in Waiern ein Krankenhaus und ein Altersheim betreibt. Zu den wenigen größeren und überregional bekannten Unternehmen Feldkirchens zählen das Stahlbauunternehmen Haslinger, der Fertighaushersteller WIGO-Haus sowie der IT-Zubehör-Hersteller Embatex AG (Markenname Emstar).

Mehrere kleinere Unternehmen sind in der Holzbe- und -verarbeitungsbranche angesiedelt. Dies sind in der Regel Holzbaufirmen, Zimmereien und Tischlereien.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Feldkirchen ist eine Station der Bahnstrecke St. Veit an der GlanVillach (ÖBB-Fahrplanbild 650), also zugleich ein Teil der historischen Rudolfsbahn. Mit dem Bahnhof St.Martin-Sittich liegt ein weiterer Haltepunkt dieser Strecke im Gemeindegebiet.

Vor dem Bahnhof befindet sich ein größerer Busbahnhof, der von zahlreichen Buslinien der Region angefahren wird.

Feldkirchen hat keinen Autobahnanschluss, ist aber Knotenpunkt dreier „Bundesstraßen“:

Darüber hinaus verlaufen drei regionale Landesstraßen durch das Gemeindegebiet:

  • Ossiacher-See-Südufer-Landesstraße (L 49)
  • Goggausee-Landesstraße (L 80)
  • Ossiacher-Tauern-Landesstraße (L 47)

In Rabensdorf befindet sich der Flugplatz Feldkirchen/Ossiachersee (LOKF), der vom Flugsportverein Feldkirchen Ossiachersee betrieben wird.[10]

Bildung[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Bis 1820 gab es in Feldkirchen nur ein kleines Schulhaus in der Nähe der Stadtpfarrkirche mit einem Schulzimmer, eine zweite Klasse wurde in einem Privathaus untergebracht. Ein Jahr später wurde mit Unterstützung der Gemeinde und des Grafen Egger zu Treibach in der Kirchgasse ein neues Schulhaus mit zwei Räumen und einer Lehrerwohnung eingerichtet. Für eine dritte Klasse musste damals Schulgeld entrichtet werden, was von vielen als unnütze Geldausgabe angesehen wurde. 1869 wurde der Schulunterricht mit dem Reichsvolksschulgesetz gründlich neu organisiert. Die Feldkirchener Schule litt bereits seit ihren Anfängen unter Platzproblemen – teilweise wurde sogar auf Gasthöfe ausgewichen – die erst 1910 mit dem Bezug der Bürgerschule gelöst wurden. Nach einer weiteren Reform Ende der 1920er Jahre wurde die Bürgerschule in Hauptschule umbenannt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg sah man sich erneut mit Raumproblemen konfrontiert. Zusätzlich wurden noch eine Berufsschule und eine einklassige Sonderschule eingerichtet und im Volksschulgebäude untergebracht. Ein zusätzlicher Neubau sorgte erst 1962 für vorübergehende Entlastung. Durch geburtenstarke Jahrgänge in den 1960er Jahren war bald die Notwendigkeit für ein weiteres Hauptschulgebäude gegeben, das 1972 fertiggestellt und bezogen wurde. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Feldkirchen über 2000 Hauptschüler. 1970 hatte mit der Handelsschule bereits eine weitere Schule im Gebäude der ehemaligen Bürgerschule den Unterricht aufgenommen. Als Allgemeinbildende Höhere Schule (AHS) wurde 1979 ein Bundesrealgymnasium eingerichtet.

Heutige Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

In Feldkirchen gibt es heute sechs Volksschulen und zwei Neue Mittelschulen (Schwerpunkt: IT oder Sport; Italienisch oder Musik; Musisch kreativ) sowie eine allgemeine Sonderschule. Als weiterführende Schulen stehen eine einjährige Polytechnische Schule, das Realgymnasium (BRG) sowie die Handelsakademie und Handelsschule zur Verfügung. Es gibt auch eine Musikschule, die im Bamberger Amthof untergebracht ist.

Seit dem Jahr 2002 ist Feldkirchen einer von vier Standorten der Fachhochschule Kärnten. Hier werden Studiengänge im Bereich „Gesundheit und Soziales“ angeboten.

Zur Erwachsenenbildung gibt es seit 1957 eine Volkshochschule in Feldkirchen.

Im Ortsteil Waiern besteht das Martin-Luther-Kolleg der evangelischen Diakonie Kärnten, in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialen Einrichtungen der Evangelischen Kirche aus- und fortgebildet werden.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat besteht aus 7 Mitgliedern und setzt sich aus folgenden Stadträten zusammen:

  • Bürgermeister. Robert Strießnig, SPÖ
  • 1.Vizebürgermeister Karl Lang, SPÖ
  • 2.Vizebürgermeister Robert Schurian, FPK
  • Stadtrat. Herwig Röttl, SPÖ
  • Stadtrat. Walter Moser,
  • Stadtrat. Martin Treffner, ÖVP
  • Stadtrat. Jürgen Mainhard, ÖVP

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Feldkirchen hat 31 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Feldkirchen

Das Wappen mit der Kirche im Feld zeigt die Pfarrkirche Maria im Dorn als Basilika mit Chorturm sowie dem südöstlich der Kirche errichteten romanischen Karner.

Es wurde Feldkirchen ursprünglich in der Zeit unter Pankraz Ungnad, zeitweilig Besitzer der Feste Dietrichstein und des Marktes, verliehen, in der König Friedrich IV. dem Markt Handelsrechte (1441) und ein Jahrmarktprivileg (1453) verlieh. Das älteste erhaltene Marktsiegel auf einer Urkunde vom 7. November 1541 enthält die Jahreszahl 1459. Um 1530/40 wurde ein kleineres Stadtsiegel angefertigt (erhalten in einer Urkunde von 1542), das bis ins 18. Jahrhundert hinein in Gebrauch blieb und unter anderem die Grundlage für die Neuverleihung des Wappens von 1969 bildete. Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet:

In von Blau und grün geteiltem Schild eine steinplattengedeckte silberne Kirche mit Turm über dem Chorquadrat und skulptiertem Portal längsseits; vor dem Chorschluss ein runder silberner Karner mit Kegeldach.[11]

Die Fahne Feldkirchens ist Blau-Weiß-Grün mit eingearbeitetem Wappen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Bamberg, Bayern, seit 1. Oktober 1993
  • Ahrensburg, Deutschland, seit 13. Februar 1998

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Feldkirchen in Kärnten. Eigenverlag der Stadtgemeinde Feldkirchen i. K., 1980 (Nachdruck 2004), herausgegeben von einem Mitarbeiterkreis unter der Leitung von Wolfgang Putzinger.
  • Wolfgang Putzinger: Von den Nockbergen zum Ossiacher See. Eigenverlag/Wulfenia Verlag, Feldkirchen i.K. 2008.
  • Herbert Strutz: Landschaft um Feldkirchen. Verlag Carinthia, Klagenfurt 1978, ISBN 3-85378-121-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Feldkirchen in Kärnten – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Putzinger: Von den Nockbergen zum Ossiacher See. S. 19.
  3. Franz Miklosich: Die christliche Terminologie der slavischen Sprachen. Wien 1875; Otto Kronsteiner: Virgil als geistiger Vater der Slawenmission und der ältesten slawischen Kirchensprache. In: Virgil von Salzburg. Missionar und Gelehrter. Hg. H. Dopsch und R. Juffinger. Salzburg 1984, 122–128;
  4. Dehio Kärnten, Wien 2001, S. 127.
  5. Gemeindedaten, Stand Volkszählung 2001 der Statistik Austria
  6. Dehio Kärnten, Wien 2001, S. 132.
  7. Dehio Kärnten, Wien 2001, S. 78.
  8. Dehio Kärnten, Wien 2001, S. 646.
  9. Arbeitsstättenzählung der Statistik Austria vom 15. Mai 2001 (PDF-Datei; 18 kB)
  10. Flugsportverein Feldkirchen Ossiachersee
  11. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 90.
  12. http://www.kleinezeitung.at/kaernten/klagenfurt/klagenfurt/3455659/wo-kaerntens-kuenstler-sanft-ruhen.story