Stockum (Düsseldorf)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen der Landeshauptstadt Düsseldorf
Stockum

Stadtteil der Landeshauptstadt Düsseldorf
Führt kein Wappen.svg
Lage im Stadtgebiet
Basisdaten
Geograph. Lage   51° 16′ N, 6° 45′ O51.266.753611111111139Koordinaten: 51° 16′ N, 6° 45′ O
Höhe   39 m ü. NN
Fläche   6,7 km²
Einwohner   5.060 (Stand 31. Oktober 2007)
Bevölkerungsdichte   755 Einwohner je km²
Eingemeindet   1. April 1909
Stadtbezirk   Stadtbezirk 5
Verkehrsanbindung
Autobahn   A44
Bundesstraße   B8
Stadtbahn   U 78 U 79
Schnellbus   SB 51
Buslinie   721 730 760 896
Nachtverkehr   809

Stockum ist ein nördlicher Stadtteil von Düsseldorf und gehört zum Stadtbezirk 5. Mit 6,70 km² gehört Stockum flächenmäßig zu den großen Stadtteilen, hat aber nur 5060 Einwohner. Die Wohnbebauung konzentriert sich überwiegend auf den östlichen Bereich des Stadtteils, während der westliche Teil hauptsächlich durch das Messegelände, die ESPRIT arena sowie die Messeparkplätze und Rheinauen geprägt wird. Aufgrund der Nähe zum Flughafen gibt es außer den Messetürmen keine hohe Bebauung. Vorherrschend sind Ein- und Zweifamilienhäuser sowie kleinere Wohnanlagen. Im Süden liegt der Nordpark mit dem Aquazoo.

Stockum gehört zu den reichsten Stadtteilen Düsseldorfs. Das jährliche Durchschnittseinkommen liegt hier bei 60.697 Euro (Stand 31.Dezember 2007).

Lage[Bearbeiten]

Die Grenze zu Lohausen im Norden bildet die A 44, zu Unterrath die Straßen Am Roten Haus und Deikerstraße im Osten, im Süden zu Golzheim die Grünewaldstraße und die Erich-Klausener-Straße sowie im Westen der Rhein, auf dessen gegenüberliegenden Seite der Meerbuscher Stadtteil Ilverich liegt.

Beschreibung des Stadtteils[Bearbeiten]

Wohnen in Messenähe

Rund um den Freiligrathplatz liegen die überwiegend mit Ein- und Zweifamilienhäusern bebauten gehobenen Wohnviertel Stockums. Bemerkenswert ist die Blumensiedlung, eine unter den Nationalsozialisten im Rahmen der Reichsausstellung Schaffendes Volk errichtete Mustersiedlung.

Daneben wird Stockum durch zahlreiche Einrichtungen geprägt. So liegt die Düsseldorfer Messe in Stockum. Das 1971 eröffnete neue Messegelände mit seinen (2007) 19 Hallen mit 264.000 m² auf rund 308.000 m² Ausstellungsfläche nimmt zusammen mit den Parkplätzen weite Bereiche des Stadtteils ein. 2007 besuchten insgesamt 1,5 Mio. Besucher die etwa 27.704 Aussteller. Auf dem Messegelände liegt auch die Düsseldorfer Stadthalle. Direkt neben der Messe liegt der Nordpark und in diesem der Aquazoo. Gleich neben dem Messekongresszentrum liegt der Japanische Garten. Nördlich der Messe befindet sich die Multifunktionshalle ESPRIT arena (bis Juni 2009 LTU arena), die mit einem Hotel direkt an das Messegelände angebunden ist. Daneben befinden sich der Arena-Sportpark, das öffentliche Rheinbad mit Innen- und Außenbecken und riesenhafte Parkplatzflächen. An der Danziger Straße befindet sich das Düsseldorf Fashion House, ein überregionales Modezentrum mit über 200 Anbietern auf 48.000 m². Der Flughafen liegt im benachbarten Lohausen, wird aber überwiegend über Stockumer Gebiet angefahren.

Geschichte[Bearbeiten]

Siedlungsreste aus der späten Bronzezeit sind bekannt. Eine größere germanische Siedlung stammt aus der jüngeren Römischen Kaiserzeit (ca. 160–260 n. Chr.).[1] Aus der Zeit um 600 bis 740 n. Chr. stammt ein großes Gräberfeld mit etwa 100 Bestattungen; die zugehörige Siedlung dürfte ca. 35 Einwohner gehabt haben.[2] Die erste sichere Erwähnung in den Schriftquellen für die Jahre 1090/1120 befindet sich in einer Auflistung von Einkünften des Stiftes Kaiserswerth.[3] Eine Erwähnung zum Jahr 1003, bei der Erzbischof Heribert Güter u. a. in Stochheim/Stochem erwirbt,[4] ist eher auf den Ort Stockum bei Voerde zu beziehen. Stockum bestand bis in die Neuzeit aus Einzelhöfen. Die Stockumer waren wohl der Kirche von Holthausen zugeordnet; eine eigene Kapelle in Stockum wurde erst 1752 errichtet, nachdem die Holthausener Kirche 1691 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde.[5]

Im Jahre 1877 fand in Stockum die Kaiserparade des Kaisermanövers statt.[6]

Danziger Straße mit Düsseldorf Fashion House

Der Ort wurde 1909 nach Düsseldorf eingemeindet. Er war damals noch ländlich-landwirtschaftlich geprägt. Zum Zeitpunkt der Eingemeindung lebten 807 Einwohner auf einer Fläche von 3,72 km², allerdings schloss das auch größere Teile der Landgemeinde Lohausen ein. Der Ort bestand aus mehreren Bauernhöfen mit einer kleinen mittelalterlichen Kapelle. Die Altbebauung fiel dem Messegelände zum Opfer. Eine alte Straße führte hier bei dem heutigen Lokal Schnellenburg über den Rhein, die Kaiserswerth und Neuss verband. Die Schnellenburg wurde bereits 1411 urkundlich erwähnt. 1913 kaufte die Stadt Düsseldorf die alte Fähr- und Treidelstation und plante hier einen neuen Industriehafen. 1925 wurden die Gebäude dann abgerissen, aber wegen breiter Proteste 1925 und 1926 durch Stadtbaurat Freese neu erstellt. Lange vor 1900 betrieb die Barmer Firma Karl Jäger, später zur Bayer AG gehörig, eine Zeit lang eine Farbenfabrik; ferner wurde Lehm zur Herstellung von Ziegeln abgebaut. Die Überreste dieser Gewerke fielen dem Bau des Nordparks zum Opfer.

Verkehr[Bearbeiten]

Freiligrathplatz mit Stadtbahn U79

Stockum ist aufgrund der im Stadtteil liegenden Einrichtungen sowie der unmittelbaren Lage am Flughafen großer Verkehrsbelastung ausgesetzt. Innerstädtisch ist Stockum über die Kaiserswerther Straße sowie über die Schnellstraße Danziger Straße (B 8) angebunden. Im Norden gibt es zwei Anschlussstellen an die A 44. Das Flughafenterminal im benachbarten Lohausen liegt etwa ein Kilometer entfernt.

An den öffentlichen Personennahverkehr ist der Stadtteil über die Stadtbahnlinien U78 und U79 sowie mehrere Buslinien angeschlossen.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Heilige-Familie-Kirche ist eine katholische Kirche.
  • An Stockums Südgrenze zu Golzheim befinden sich Kirche und Gemeindehaus der evangelischen Tersteegen-Gemeinde sowie ein evangelisches Seniorenwohnheim.
  • Das Nelly-Sachs-Haus ist ein jüdisches Altenwohn- und Pflegeheim.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bonner Jahrbücher 145, 1940, S. 301f.; 148, 1948, S. 367f.; 188, 1988, 402 und 409f. – Manfred Rech, Ausschnitte aus einer germanischen Siedlung des 2.–3. Jahrhunderts n. Chr. in Düsseldorf-Stockum. Ausgrabungen im Rheinland ’79, Bonn 1980, S. 86–88.
  2. Funde im Stadtmuseum Düsseldorf. – Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1998, S. 410–428.
  3. Heinrich Kelleter: Urkundenbuch des Stiftes Kaiserswerth. Bonn 1904, Nr. 10.
  4. Theodor Josef Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins. Düsseldorf 1840–1858, Band I, S. 87, Nr. 140.
  5. Friedrich Lau, Geschichte der Stadt Düsseldorf. Düsseldorf 1921, 2. Abteilung Urkunde Nr. 10.
  6. Alfred Cramer: "Geschichte des Infanterie-Regiments Prinz Friedrich der Niederlande (2. Westfälisches) Nr. 15"; Berlin 1910, Verlag R. Eisenschmid, Verlagsbuchhandlung für Militärwissenschaft

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Düsseldorf-Stockum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien