Voerde (Niederrhein)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Voerde ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Auch ein Stadtteil von Ennepetal in Westfalen trägt den Namen Voerde.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Voerde (Niederrhein)
Voerde (Niederrhein)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Voerde (Niederrhein) hervorgehoben
51.66.683333333333326Koordinaten: 51° 36′ N, 6° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Wesel
Höhe: 26 m ü. NHN
Fläche: 53,49 km²
Einwohner: 36.514 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 683 Einwohner je km²
Postleitzahl: 46562
Vorwahlen: 02855 und
0281 (für Friedrichsfeld)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WES, DIN, MO
Gemeindeschlüssel: 05 1 70 044
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 20
46562 Voerde (Niederrhein)
Webpräsenz: www.voerde.de
Bürgermeister: Dirk Haarmann (SPD)
Lage der Stadt Voerde (Niederrhein) im Kreis Wesel
Bottrop Duisburg Essen Krefeld Kreis Borken Kreis Kleve Kreis Recklinghausen Kreis Viersen Mülheim an der Ruhr Oberhausen Alpen (Gemeinde) Dinslaken Hamminkeln Hünxe Kamp-Lintfort Moers Neukirchen-Vluyn Rheinberg Schermbeck Sonsbeck Voerde (Niederrhein) Wesel XantenKarte
Über dieses Bild

Voerde (Niederrhein) [ˈføːɐ̯də] ist eine Stadt am unteren Niederrhein nordwestlich des Ruhrgebiets in Nordrhein-Westfalen. Sie ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Wesel im Regierungsbezirk Düsseldorf.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Voerde liegt nordwestlich des Ruhrgebiets und südwestlich des Naturparks Hohe Mark-Westmünsterland, rechts des Niederrheins und zwischen den Städten Dinslaken und Wesel.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet gliedert sich gemäß § 1 Abs. 3 der Hauptsatzung in die elf Stadtteile Götterswickerhamm, Löhnen, Mehrum, Möllen, Voerde, Stockum, Holthausen, Friedrichsfeld, Emmelsum, Spellen und Ork. Die Stadtteile sind jedoch keine Ortschaften im Sinne des § 39 GO NW.

Geschichte[Bearbeiten]

Voerde verdankt seinen Namen einer Furt über einen Rheinarm, die dort zur Römer- und Frankenzeit existierte (die alte Schreibweise für Furt war „Fuerdt“). Nahe dem alten Bürgermeisteramt lag ein frühmittelalterliches Gräberfeld des 6. bis frühen 8. Jahrhunderts n. Chr.[2] Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Voerde 1244 als Lehnsgut und Burg der Abtei Werden. 1327 erstreckte sich der Gerichtsbezirk Götterswickerhamm bereits in etwa über das heutige Stadtgebiet.[3] 1652 wurde Voerde Herrlichkeit von brandenburgischen Gnaden mit eigener Gerichtsbarkeit. Den Rang einer Herrlichkeit verlor Voerde wieder, als es 1804 - während der Franzosenzeit - im Amt Götterswickerhamm aufging, das kurz darauf von Napoléon Bonaparte in eine „Mairie“ umgewandelt wurde. 1815/16 erhielt Voerde im Rahmen der preußischen Bürgermeister-Verfassung zum ersten Mal kommunale Selbstverwaltungsrechte als Gemeinde. Zur Bürgermeisterei Götterswickerhamm im Kreis Dinslaken gehörten die Gemeinden Voerde, Löhnen, Mehrum, Görswicker, Möllen und Spellen. 1886 erhielt Voerde einen Bahnhof an der Eisenbahnstrecke zwischen Oberhausen und Arnheim.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

1911 wurde die Bürgermeisterei Götterswickerhamm in Bürgermeisterei Voerde umbenannt.[4] Im Jahr 1912 wurde nach vier Jahren Bauzeit mit der Walsumbahn eine weitere Eisenbahnstrecke durch Voerde in Betrieb genommen. Die beiden Gemeinden Mehrum und Görsicker wurden 1913 in die Gemeinde Löhnen eingegliedert.[5] 1915 hatte Voerde 7.985 Einwohner. Die Gemeinden Möllen, Spellen und Voerde schlossen sich 1922 zur vergrößerten Gemeinde Voerde zusammen. Aus der Bürgermeisterei Voerde wurde 1928 das Amt Voerde.

Von 1943 bis 1945 befand sich am Buschmannshof ein Zwangsarbeiterlager der Firma Krupp, Essen. In dem Lager waren auch 120 Kinder untergebracht, von denen im Herbst 1944 und Winter 1944/45 infolge schlechter Ernährung und Krankheit 99 starben. Einige liegen auf dem "Franzosenfriedhof" in Friedrichsfeld (Alte Hünxer Straße) bestattet. In der Nacht vom 23. auf den 24. März 1945 überquerte die 9. US-Army im Rahmen der Operation Plunder in Mehrum bei Stromkilometer 803,5 den Rhein und erreichte damit an diesem Frontabschnitt erstmals rechtsrheinisches Gebiet.[6] 1950 entstand durch die Vereinigung der Gemeinden Löhnen und Voerde die neue Gemeinde Voerde. Dieser Zeitpunkt war zugleich die Geburtsstunde des Voerder Wappens. Voerde hatte damals 14.170 Einwohner. Seit 1972 wird in Voerde Karneval gefeiert.

Zum 1. Januar 1975 wurden im Zuge des 2. Neugliederungsprogramms der Ortsteil Emmelsum nördlich des Wesel-Datteln-Kanals an die Stadt Wesel und der Ortsteil Eppinghoven an die Stadt Dinslaken abgegeben. Gleichzeitig wurden wesentliche Teile der ehemaligen Kreise Dinslaken, Moers und Rees mit Teilgebieten der Kreise Borken und Recklinghausen zum neuen Kreis Wesel zusammengefügt. Voerde ist seitdem eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Wesel.[7]

Nach Überschreiten der Einwohnerzahl von 25.000 wurde Voerde mit 34.321 Einwohnern 1981 Stadt. 1983 wurde das neue Rathaus bezogen. Seit 1997 wird aufgrund der geänderten Gemeindeordnung (Aufgabe der kommunalen Doppelspitze von ehrenamtlichem Bürgermeister und hauptamtlichem Stadtdirektor) ein hauptamtlicher Bürgermeister gewählt.

Die Stadt Voerde hat 2002 gegen den Rahmenbetriebsplan des Bergwerks Walsum Klage erhoben,

„da vor allem durch den Abbau unter den Rheindeichen u.a. die Sicherheit der öffentlichen Infrastruktur gegenüber Hochwassergefahren massiv beeinträchtigt und der geplante Abbau unter dem Stadtzentrum wegen der zu erwartenden Bergschäden die Umsetzung der städtebaulichen Planung gefährdet, während der Rahmenbetriebsplan eine Bewältigung dieser Folgen nicht thematisiert, sondern lediglich auf die nachfolgenden Abbaupläne verweist.[8]

Einige weitere Klagen folgten; die Stadt Voerde dokumentiert dies detailliert auf ihrer Homepage. [9]

Ein Regierungswechsel auf Landesebene (bei der Landtagswahl am 22. Mai 2005 verlor die bis dahin amtierende rot-grüne Regierung unter NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) gegen Jürgen Rüttgers (CDU)) führte zu einem Wechsel der Kohlepolitik; der Abbau direkt unter dem Rhein wurde nicht betrieben; die Zeche wurde Mitte 2008 endgültig stillgelegt.

Im Jahre 2007 gab es im Rahmen der Diskussionen um die Auflösung des Kreises Wesel den Vorschlag, die Stadt zwischen Wesel und Dinslaken aufzuteilen.[10]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 52,68 % (-3,02 Pp.)
 %
40
30
20
10
0
39,53 %
32,01 %
8,15 %
8,12 %
5,57 %
2,84 %
Rathaus

Die 42 Sitze im Stadtrat verteilen sich nach dem Ergebnis der Kommunalwahl 2014 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:

Partei
Sitze
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
17
Christlich Demokratische Union Deutschlands
14
Bündnis 90/Die Grünen
4
Wählergemeinschaft Voerde
3
Die Linke
2
Freie Demokratische Partei
1
Hans-Peter Bergmann (Direktmandat)
1

Bürgermeister[Bearbeiten]

1806 wurde von Napoleon das Bürgermeisteramt in Götterswickerhamm eingeführt. 1815/1816 wurde es zur „Maire“ umbenannt, erst 1911 gab es offiziell einen Bürgermeister der Gemeinde Voerde. Bürgermeister der Stadt Voerde ist seit 2003 Leonhard Spitzer (CDU). Bei der Kommunalwahl 2009 wurde er für eine zweite Amtszeit und somit für weitere sechs Jahre wiedergewählt. Bei der Kommunalwahl 2014 trat Leonhard Spitzer (CDU) nicht mehr zur Wahl an. An seiner Stelle wurde Dirk Haarmann (SPD) gewählt.

Liste der Bürgermeister der Stadt beziehungsweise vor 1981 Gemeinde Voerde:

Bürgermeister der Gemeinde Götterswickerhamm (Amt Götterswickerhamm):

  • 1806–1823: Jan Leo de Brauin (1768–1829) (ab 1815/1816 „Maire“)
  • 1823–1851: Peter Friedrich Noot (1779–1859)
  • 1851–1854: Gustav Landmann (1810–1865)
  • 1854–1875: Karl von der Mark (1828–1901)
  • 1875–1878: Otto Bender (geschäftsführend)
  • 1878–1880: Alexander von Berkenfeld
  • 1880–1891: ? von Lilienhoff-Zwowitzki
  • 1891–1894: ? Dihm
  • 1895–1897: ? Brandtscheid
  • 1898–1903: ? Weber
  • 1903–1921: Heinrich Giesen (ab 1911 Bürgermeister des Amtes Voerde)
  • 1921–1926: Ernst Jaeger (1878–1926)
  • 1926–1944: Max Schlössin (1884–1956)
  • 1945–  : Hermann Bosserhoff
  • 1944–1946: Nikolaus Hoffmann (Amtsbürgermeister)
  • 1946: Heinrich Bruch (Amtsbürgermeister) (SPD)
  • 1946–1948: Aloys Overkamp (Amtsbürgermeister) (CDU)
  • 1948–1950: Johannes Küttemann (1882–1967) (Amtsbürgermeister) (FDP)
  • 1950–1956: Johannes Küttemann (1882–1967) (Bürgermeister) (FDP)
  • 1956–1958: Hermann Breymann (1898–1958) (SPD)
  • 1958–1966: Heinrich Schmitz (1900–1966) (SPD)
  • 1966–1994: Helmut Pakulat (1928–1999) (SPD)
  • 1994–1997: Heinz Boß (SPD)
  • 1997–2002: Hans-Ulrich Krüger (SPD)
  • 2003-2014: Leonhard Spitzer (CDU)
  • seit 2014: Dirk Haarmann (SPD)

Städtepartnerschaft und Städtepatenschaft[Bearbeiten]

Schon 1957 übernahm die Gemeinde Voerde eine Städtepatenschaft mit Krickerhau dem heutigen Handlová im slowakischen Hauerland. Seit 1979 unterhält Voerde eine Städtepartnerschaft mit Alnwick in der nordenglischen Grafschaft Northumberland.

[Bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt von Schwarz und Rot, an der Teilungslinie ein oberhalbes fünfspeichiges goldenes Rad und ein unterhalbes silbernes Schildchen, überdeckt mit einem unterhalben achtarmigen goldenen Glevenrad (Lilienhaspel), die Nabenhälfte rotgefüllt.“

Wappenerklärung: Das Wappen stellt die Bildung der Gesamtgemeinde Voerde symbolhaft dar. In der oberen Wappenteil findet sich die obere Hälfte des Wappens der Herrschaft von Syberg auf "Haus Voerde" ("In Schwarz ein fünfspeichiges goldenes Wagenrad"), und im unteren Wappenteil die untere Hälfte des Wappens der Herzöge von Kleve ("In Rot ein silbernes Herzschildchen, belegt mit einem achtarmigen goldenen Glevenrad (Lilienhaspel)").

Das Wappen wurde von Otto Korn gestaltet.

Beschreibung der Flagge: Das Banner der Stadt Voerde zeigt im weißen Oberviertel (Bannerhaupt) das Wappen der Stadt. Darunter befinden sich zwei gleich lange und gleich breite Bahnen Rot-Gelb. Der Stadt ist mit Urkunde des Innenministers vom 18. Oktober 1951 das Recht zur Führung eines Wappens und mit Urkunde des Innenministers vom 15. Mai 1957 das Recht zur Führung einer Flagge verliehen worden.[11]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Haus Götterswick
Haus Voerde
  • Haus Götterswick: Wasserburg aus dem 12. Jahrhundert, von 1854 bis 2011 evangelisches Pfarrhaus, seit 2011 in Privatbesitz.
  • Haus Voerde: Das Wasserschloss Haus Voerde liegt inmitten eines kleinen Parks. Erbaut wurde Haus Voerde als Lehen der Abtei Werden (siehe Kloster Werden) bereits vor 1200. Urkundlich erwähnt wurde Haus Voerde allerdings erst 1344. 1688 wurde an der Nordostseite ein Turm angebaut. Insgesamt wurde das idyllische Wasserschloss mehrfach umgebaut, ohne allerdings seinen Charme zu verlieren. Seit 1950 ist Haus Voerde im Besitz der Stadt Voerde. Heute befinden sich das Standesamt sowie ein Restaurant im Gebäude. 2003 wurde die im Keller liegende Küche renoviert.
  • Haus Wohnung: Das Wasserschloss Haus Wohnung liegt an der Stadtgrenze zu Dinslaken und ist im Besitz der Steag. Einem Schriftstück aus dem Jahre 1327 geht der Name zurück auf den ersten Besitzer Arnd van der Wonyngen.
  • Rheinkreuzung bei Voerde der verlängerten Nord-Süd-Leitung: Tragmaste der 220/110-kV-Leitung über den Rhein. Höhe: 138 Meter, Gewicht: 172 Tonnen, Baujahr 1926, Dreiebenenanordnung der Leiterseile in Tannenbaumkonfiguration
  • Wasserwerk Löhnen: Das Wasserwerk Löhnen der Wasserwerke Dinslaken GmbH mit der deutschlandweit größten Nanofiltrationsanlage

Kirchen[Bearbeiten]

  • Evangelische Kirche Götterswickerhamm: Romanischer Turm, Schiff nach Plänen von Schinkel ab 1830 umgebaut; Taufstein 12. Jahrhundert.
  • Evangelische Kirche Voerde: 1704 als reformierte Patronatskirche der Herren von Syberg auf Haus Voerde gebaut; heutiger Bau von 1856.
  • Katholische Kirche Spellen St. Peter (Spellen)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Voerde (Niederrhein) liegt ungefähr 500 m nordöstlich des Stadtzentrums an der Hollandstrecke, einem Verkehrsweg von transeuropäischem Rang und mit direkte Anbindung an die niederländischen Seehäfen. Ebenfalls an der Hollandstrecke, 4 km weiter nördlich in Richtung Wesel, liegt der Bahnhof Friedrichsfeld (Niederrhein).

Im Schienenpersonennahverkehr verkehren an diesen Bahnhöfen der Rhein-Express (RE 5), die RegionalBahn „Der Weseler“ (RB 35) und die Rhein-Niers-Bahn (RB 33). Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr(VRR) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Die zweite Bahnstrecke auf Voerder Stadtgebiet ist die Walsumbahn, die bis 1945 Oberhausen mit Wesel verband. Haltepunkte waren die Bahnhöfe Möllen (Niederrh), Voerde-Löhnen (seit 1950/52) und Spellen (Niederrh). Bis 1963 fand auf der Walsumbahn auch noch Personenverkehr bis Spellen statt. Die Strecke dient heute nur noch dem Güterverkehr und wird für Kohletransporte zum Kraftwerk Voerde und von Logistikunternehmen im LippeMündungsraum, einem Gewerbe- und Industriegebiet mit interkommunal betriebenem Rhein-Hafen, genutzt.

Seit 2006 ist entlang der Bahnstrecke Oberhausen–Arnhem eine Güterstrecke (Betuwelinie) geplant. Sie soll einen schnellen Güterverkehr zwischen den Binnenhäfen der Ruhrgebiets und dem Rotterdammer Seehafen ermöglichen. Zur Verwirklichung werden an der Strecke Lärmschutzmauern und Über- und Unterführungen gebaut.

Straßen[Bearbeiten]

Voerde ist durch die Bundesautobahn 3 (E 35) und die Bundesstraße 8 an das Fernstraßennetz angebunden. Seit zwei Jahren werden die Straßen rund um Voerde für den Güterfernverkehr massiv ausgebaut.

Wasserstraßen und Häfen[Bearbeiten]

Voerde liegt am Rhein und am Wesel-Datteln-Kanal, an dem es den betriebenen Hafen Emmelsum gibt. Dieser wird von der Rhein-Lippe-Hafen Wesel GmbH, einer interkommunalen Betreibergesellschaft, betrieben, an der die Stadt Voerde mit 25 Prozent beteiligt ist und deren Ziel es ist, den Lippemündungsraum zu einem wichtigen Logstikstandort am Rhein weiterzuentwickeln.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wichtige Arbeitgeber sind das zur Steag gehörende Kraftwerk Voerde, die Voerdal, ehemals Corus, Aluminiumhütte und die Winergy AG. Im Lippe-Mündungsraum auf Voerder Stadtgebiet befinden sich die Firmen Sappi und das weltweit tätige Logistikunternehmen Jerich International.

Medien[Bearbeiten]

In Voerde existiert bei der Volkshochschule eine von sechs Radiowerkstätten des Lokalradios Radio K.W. In diesen Studios wird der größte Teil der Sendungen des Bürgerfunks produziert.

Sport[Bearbeiten]

Schießsport[Bearbeiten]

In Voerde ist der Schießsport stark verbreitet. Sportschützen aus den 11 Voerder Schützenvereinen qualifizieren sich regelmäßig für Kreis-, Bezirk-, Landes- und sogar Deutschenmeisterschaften und konnten dort auch schon die Deutsche Meisterschaft gewinnen.

Breitensport[Bearbeiten]

Der bedeutendste Verein für Breitensport der Stadt ist der TV Voerde, dessen Damen-Faustballmannschaft neben zahlreichen nationalen und internationalen Titeln im Jahr 2001 den Weltpokal gewinnen konnte. Neben dem TV Voerde gibt es noch drei größere Breitensportvereine, wie den GA Möllen, den SV Friedrichsfeld 08/29 und den SV Spellen.

Reitsport[Bearbeiten]

Großes Ansehen genießt auch der Reitsport in Voerde. Der Reit- und Fahrverein Voerde führt auch seinem eigenen Reitplatz regelmäßig große Reit- und Fahrtuniere, in den verschiedensten Klassen, aus.

Tennis[Bearbeiten]

In Voerde gibt es 2 eigenständige Tennisvereine, sowie die Tennisabteilungen des SV 08/29 Friedrichsfeld und des SV Spellen.

Kultur[Bearbeiten]

Das kulturelle Leben in Voerde wird maßgeblich von den Voerder Vereinsgemeinschaften geprägt. Die musikalische Weiterbildung, insbesondere für Kinder und Jugendliche, wird durch die Musikschule Voerde e.V. und das Tambourcorps Voerde unterstützt. Die Stadt Voerde erstellt jährlich ein eigenes Kulturprogramm, welches mit breitgefächerten Veranstaltungsgenres (Kindertheater, Kunstausstellungen, Kabarett, Kleinkunst, klassische Konzerte u.v.m.) eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürger anspricht.

Feste in Voerde[Bearbeiten]

In Voerde ist das Deutsche Schützenbrauchtum schon über seit 250 Jahren Tradition. Die 11 Schützenvereine der Stadt feiern jedes Jahr 9 Schützenfeste mit unterschiedlichsten Highlights. Die unterschiedliche Anzahl an Schützenfesten im Vergleich zu den Vereinen kommt daher da einige Vereine nur alle 2 Jahre ein Schützenfest veranstalten. Mittlerweile ist auch Karneval zur Tradition geworden. Jahr für Jahr sammeln sich in Voerde ca. 50.000 Menschen aus Voerde und Umgebung um Karneval zu feiern. Der Karneval in Voerde begann mit 150 Leuten und wurde aus dem Kölner Raum nach Voerde gebracht. Jedoch wird in Voerde nicht Alaaf gerufen sondern das Düsseldorfer Helau.

Jugendzentren[Bearbeiten]

In Voerde existieren zwei Jugendzentren, das städtische Jugendzentrum in der Stadtmitte und das Jugend- und Kulturzentrum „Stockumer Schule“ im Ortsteil Stockum. Das ehemalige Dietrich-Bonhoeffer-Haus („DiBo“), das in der Nähe der Sportanlage Rönskenstraße auf dem evangelischen Kirchengrundstück stand, wurde 2010 abgerissen.

Bildung[Bearbeiten]

In Voerde gibt es 7 Grundschulen, eine Gesamtschule, ein Gymnasium, eine Realschule und eine Förderschule für Lernbehinderte und Erziehungshilfe. Neben einer Stadtbibliothek (mit Nebenstellen in den Ortsteilen Friedrichsfeld, Spellen und Möllen) und der Volkshochschule (VHS-Zweckverband Dinslaken-Voerde-Hünxe) gibt es in Voerde seit 1975 eine evangelische Familienbildungsstätte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

in Voerde geboren[Bearbeiten]

mit Voerde verbunden[Bearbeiten]

  • Gerhard von Holy (1687–1736), Orgelbauer (Kirchenorgel in Voerde)
  • Pierre Boffin (1907–1992), deutsch-französischer Maler, lebte bis zu seinem Tod in Voerde
  • Uwe Jens (* 1935-2013), Honorarprofessor (Wirtschaftspolitik), Politiker (SPD), lebte bis zu seinem Tod in Voerde
  • Hans-Ulrich Krüger (* 1952), Politiker (SPD), 1997–2002 Bürgermeister, 2002-2009 Bundestagsabgeordneter, 2009-2013 Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen, seit 2013 erneut Bundestagsabgeordneter
  • Heike Schulte-Mattler (* 1958), Leichtathletin (TV Voerde), Bronzemedaille Olympische Spiele 1984

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Bonner Jahrbücher 146, 1941, 389. - Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1998, S. 434. ISBN 3-7927-1247-4
  3. Ingolf Isselhorst: Siedlungsentwicklung der Stadt Voerde, Voerde-Spellen 1991
  4. Amtsblatt der Regierung Düsseldorf 1911, S. 143
  5. Amtsblatt der Regierung Düsseldorf 1913, S. 177
  6. Gedenksteinenthuellung im Mehrum auf voerde.de . An anderen Stellen hatte es schon zuvor Rheinüberquerungen anderer Truppenteile gegeben, z.B. Ludendorff-Brücke bei Remagen
  7.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  8. Schachtanlage Walsum - Vorwort
  9. Eine Chronologie der Abläufe und Entscheidungen (Mitte 2002 bis Mitte 2005; PDF; 32 kB)
  10. taz-NRW: http://www.taz.de/dx/2007/04/11/a0003.1/text
  11. Hauptsatzung der Stadt Voerde

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Voerde (Niederrhein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien