Straße der Versuchung

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Filmdaten
Deutscher Titel Straße der Versuchung
Originaltitel Scarlet Street
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1945
Länge 103 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Fritz Lang
Drehbuch Dudley Nichols
Produktion Fritz Lang
Musik Hans J. Salter
Kamera Milton R. Krasner
Schnitt Arthur Hilton
Besetzung

Straße der Versuchung (Originaltitel: Scarlet Street) ist ein US-amerikanischer Film noir von Fritz Lang aus dem Jahre 1945. Der Film entstand nach dem französischen Theaterstück La Chienne von Georges de La Fouchardière und André Mouézy-Éon. Bereits 1931 verfilmte Jean Renoir das Stück unter dem Titel Die Hündin.

Handlung[Bearbeiten]

New York 1934: Christopher Cross arbeitet seit Jahrzehnten als ehrlicher Kassierer für den Kaufhausbesitzer J.J. Hogarth. Zu seinem 25-jährigen Betriebsjubiläum erhält er eine goldene Uhr. Christopher ist zufrieden, obwohl er in seiner Jugend lieber Maler geworden wäre. Heute malt er nur an seinen freien Sonntagen heimlich im Badezimmer der Wohnung, die er mit seiner gestrengen Ehefrau Adele bewohnt. In der Nacht seiner Jubiläumsfeier wird Christopher Zeuge, wie eine junge Frau von einem Mann auf der Straße bedroht wird. Sie schlägt mit seinem Regenschirm auf den Mann ein, der unerkannt entkommt. Nach diesem Zwischenfall beginnt er eine Freundschaft mit der Frau namens Kitty, die eine kleine Wohnung in Greenwich Village mit Millie Ray teilt. Der biedere Mann verfällt Kitty und kann endlich aus seinem gewohnten Leben ausbrechen. Um seine Bekanntschaft zu beeindrucken, gibt er sich als erfolgreicher Maler aus. Doch Kitty führt ein Doppelleben, sie ist mit Johnny Prince zusammen, dem Mann, der Kitty auf der Straße bedroht hatte. Der zwielichtige Johnny setzt nun Kitty auf den vermeintlich wohlhabenden älteren Herrn an.

Christopher finanziert Kitty eine größere Wohnung. Als er dort Johnny begegnet, gibt sie ihn als den Freund von Millie Ray aus. Die Ausgaben für Kitty übersteigen bald sein Einkommen. Er beginnt, in seiner Firma Geld zu unterschlagen. Christopher malt Portraits von Kitty und übergibt ihr die Bilder. Johnny versucht unterdessen, die Bilder zu verkaufen. Als der begeisterte Kunstkritiker Janeway den Maler herauszufinden versucht, gibt Johnny Kitty als Malerin aus. Johnny sieht Christophers Bilder als Goldader, und Kitty spielt das Spiel mit.

Eines Tages erkennt Adele Cross die Bilder ihres Mannes in der Dellarowe-Galerie. Sie werden dort für 5.000 US-Dollar das Stück angeboten und tragen die Signatur Katherine March. Adele konfrontiert ihren Mann mit dieser Tatsache. Zunächst ist Christopher enttäuscht über Kitty, doch als sie im vorspielt, die Bilder nur aus blanker Not unter ihrem Namen verkauft zu haben, wandelt sich seine Enttäuschung in Freude. Er ist der Meinung, ein Verlierer zu sein und mutmaßt, dass es ihm nie gelungen wäre, die Bilder zu verkaufen. Sobald sie verheiratet seien, könne er ja den Namen March annehmen.

Plötzlich taucht Higgins auf, der tot geglaubte frühere Ehemann von Adele. Christopher erkennt, dass er niemals rechtmäßig verheiratet war. Die Trennung von seiner ihn unterdrückenden Ehefrau ist nun greifbar nahe. Er erzählt Higgins von 2.000 Dollar Lebensversicherung, die Higgins ja rechtmäßig zustünden. Higgins glaubt, dass er ihm das Geld überlassen wolle, damit er wieder verschwindet und Christopher so bei seiner Ehefrau bleiben könne. Christopher arrangiert jedoch alles so, dass Higgins seine Ehefrau wiedertrifft. Somit ist er frei für Kitty. Als Christopher sich auf den Weg zu Kitty macht, muss er erkennen, dass in Wahrheit Johnny ihr Freund ist. Doch auch diese Erkenntnis lässt ihn Kitty noch einen Heiratsantrag machen. Kitty will ihn hinauswerfen, woraufhin Christopher sie in seiner Verzweiflung ersticht.

Am nächsten Tag verliert Christopher seine Arbeit, da seine Unterschlagung entdeckt wurde. Unter Mordverdacht gerät jedoch Johnny Prince. Auch Christopher wird von der Polizei vernommen, leugnet aber, der Maler der Bilder zu sein. Johnny wird schließlich für den Mord an Kitty verurteilt, doch Christophers Leben liegt in Scherben. Geplagt von seinem schlechten Gewissen erleidet er einen Nervenzusammenbruch und versucht sich zu erhängen. Er wird gerettet und landet schließlich als Obdachloser auf der Straße. Er muss weiterleben, verfolgt von den Stimmen der Toten.

Hintergrund[Bearbeiten]

Straße der Versuchung wurde am 28. Dezember 1945 in den USA uraufgeführt.[1][2] In der BRD startete der Film am 22. Juni 1950 in einer um zwölf Minuten gekürzten Fassung. 1982 wurde er erstmals ungekürzt in den deutschen Kinos gezeigt.[3]

Nach Gefährliche Begegnung (1945) war dies Fritz Langs zweiter Film mit Edward G. Robinson, Joan Bennett und Dan Duryea in den Hauptrollen.

Kritiken[Bearbeiten]

„In Langs Inszenierung wird aus dem Kolportagestoff eine vielschichtige Studie über das Kleinbürgertum, die Ängste des urbanen Menschen und die Beziehungen zwischen Kunst und Leben, Kultur und Gesellschaftsstruktur.“

Lexikon des Internationalen Films[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Straße der Versuchung in der Internet Movie Database.
  2. Alain Silver, Elizabeth Ward (Hrsg.): Film Noir. An Encyclopedic Reference to the American Style, Third Edition. Overlook/Duckworth, New York/Woodstock/London 1992, ISBN 978-0-87951-479-2, S. 247–248.
  3. a b Straße der Versuchung im Lexikon des Internationalen Films.