Der müde Tod

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel: Der müde Tod
Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 1921
Länge: 105 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Fritz Lang
Drehbuch: Thea von Harbou
Produktion: Erich Pommer
Musik: Giuseppe Becce, Karl-Ernst Sasse Sr., Peter Schirmann (Originalmusik)
Kamera: Erich Nitzschmann, Hermann Saalfrank, Fritz Arno Wagner
Besetzung

Der müde Tod ist ein Stummfilm, mit dem Fritz Lang 1921 der internationale Durchbruch gelang.

Das „deutsche Volkslied in sechs Versen“, so der Untertitel, ist die romantisch-tragische Geschichte einer jungen Frau, die den Ehemann vom Tod zurückfordert. In diesem Film setzt Fritz Lang Licht und Raum in jener expressiven Weise ein, die viele seiner späteren Filme prägen sollte.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Ein junges Ehepaar kommt in ein Gasthaus und lernt dort einen geheimnisvollen Fremden kennen. Von ihm erfährt man in Rückblenden, dass er ein Grundstück nah am Friedhof gekauft und mit einer hohen Mauer umgeben hat. Als die Ehefrau kurz den Speiseraum verlässt, wird ihr Mann von dem Fremden zum Mitkommen aufgefordert. Sie versucht, seinen Spuren zu folgen, und entdeckt dabei, dass er dem Tod folgen musste.

Die Ehefrau findet beim Tod Einlass: Er führt sie in eine dunkle Halle, in der die Lebenslichter der Menschen brennen, flackern und verlöschen, wenn ihre Stunde gekommen ist. Der Tod erklärt ihr, dass er eigentlich des Tötens überdrüssig ist – doch da auch er Gott Folge leisten muss, kann er nicht anders.

Trotzdem gibt er der Frau eine Möglichkeit, ihren Mann wieder zu bekommen: Sie muss eines von drei Lichtern retten, die gerade am Verlöschen sind. Diese drei Episoden sind orientalisch (Rache der Gläubigen), venezianisch (Mord auf dem Karneval) und chinesisch (kaiserlicher Tyrann). Sie scheitert in allen drei Fällen.

Als letzte Chance bietet der Tod an, ihren Mann zurück ins Leben zu holen, indem sie ihm ein anderes Leben bringt. Die Frau versucht Alte, Elende und Kranke zu überreden, aber keiner will ihr sein noch so erbärmliches Leben schenken.

Zuletzt steht ein Haus in Flammen – die Bewohner flüchten und hinterlassen ein Baby. Sie geht in das brennende Haus und denkt zunächst darüber nach, dieses Kind dem Tod zu überlassen. Doch dann rettet sie es und wird im eigenen Flammentod mit ihrem Geliebten vereint.

[Bearbeiten] Kritik

„Fritz Langs Stummfilmwerk ist eine expressionistisch-romantische Darstellung von Schicksalsmotiven, die, obwohl stilistisch nicht einheitlich, vor allem durch die reiche Bildgestaltung wirkt. Als filmhistorisches Dokument sehenswert. “

Lexikon des Internationalen Films

[Bearbeiten] Bemerkungen

Lang rezipiert in diesem Film auch das traumatische Erlebnis des Ersten Weltkrieges, das den Tod „müde“ gemacht habe.

Monumental ist der Amtssitz des Todes dargestellt – sein Haus ist von einer etwa 15 m hohen, undurchdringlichen Felsmauer umgeben. Nur wenn man vom Tod gerufen wird, findet man Einlass.

Lang verwendet vor allem in der „Chinesischen Episode“ eine für die damalige Zeit sehr fortschrittliche und aufwendige Tricktechnik. Diese Technik war Vorbild für den in Hollywood gedrehten Film Der Dieb von Bagdad (1924, Regie: Raoul Walsh).

Besonders eindrucksvoll ist auch die Szene, in der die Frau versucht, andere zum Sterben zu überreden: Auch wenn es ihnen wirklich schlecht geht, hängen sie am Leben und wollen es nicht mit dem Tod eintauschen. Dies kann bereits zu diesem Zeitpunkt als klares Bekenntnis angesehen werden, dass es nichts Lebensunwürdiges auf der Welt gibt.

[Bearbeiten] Literatur

  • Ilona Brennicke, Joe Hembus: Klassiker des deutschen Stummfilms. 1910–1930.Citadel-Filmbücher. Goldmann, München 1983, ISBN 3-442-10212-X

[Bearbeiten] Weblinks


Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen