Superintendent

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Superintendent (Begriffsklärung) aufgeführt.

Der Superintendent (lat. superintendens, wörtlich „Aufseher“, Lehnübersetzung von griechisch ἐπίσκοπος episkopos) ist ein kirchliches Amt.

In einigen deutschen evangelischen Landeskirchen, in der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, in vielen methodistischen Kirchen und in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche ist der Superintendent der leitende Geistliche eines Kirchenkreises, einer Superintendentur oder Superintendenz (in Österreich) bzw. eines Kirchenbezirks, also eines Zusammenschlusses mehrerer Kirchengemeinden. Die Bezeichnungen für vergleichbare Ämter in anderen evangelischen Landeskirchen in Deutschland lauten in der Regel Kreispfarrer, Kreisoberpfarrer, Dekan, Inspektor oder Propst. Die Superintendenten visitieren die Kirchenkreise und dabei auch die haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiter der Kirchenkreise. Zu ihren Aufgaben gehört die Dienstaufsicht über die Pfarrerinnen und Pfarrer, Pastorinnen und Pastoren sowie die Repräsentation des Kirchenkreises in der Öffentlichkeit. Zudem sollen sie Seelsorger der Seelsorger sein.

Das übergeordnete Leitungsamt wird in Deutschland mit Bischof, Landesbischof, Präses oder Landessuperintendent bezeichnet.

In einigen evangelischen Landeskirchen und in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche existiert dazwischen eine Regionalebene, deren leitender Geistlicher als Regionalbischof, Propst, Prälat oder Generalsuperintendent bezeichnet wird. Ihr Wirkungsbereich trägt oft die Bezeichnung Sprengel. Zu den Aufgaben der leitenden Geistlichen auf der Regionalebene gehören die klassisch bischöflichen Aufgaben Ordination und Visitation der Superintendenten (sofern sie nicht dem ihm übergeordneten Bischof vorbehalten ist); hinzu kommen die Dienstaufsicht über die Kirchenkreise.

In der Römisch-Katholische Kirche hat das Amt keine direkte Entsprechung, da es Zuständigkeiten von Dechant, Regionaldekan und Bischof vereint. Faktisch wird in Deutschland der Superintendent meist als Pendant zum Dechanten oder Regionaldekan gesehen, da sie für einen Teil des Bistums, der von seiner Größe her einem Kirchenkreis entspricht, zuständig sind. In Österreich wird das Amt aufgrund der weitgehenden Übereinstimmung der Grenzen der Superintendenzen (die dort auch „Diözesen“ genannt werden) mit den Grenzen der römisch-katholischen Diözesen mit der Funktion eines Diözesanbischofs verglichen und der Superindendent etwa im gleichen Rang wie ein katholischer Bischof gesehen.

Übersicht[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Landeskirchen mit Landessuperintendent als leitendem Amt[Bearbeiten]

Landeskirchen mit Superintendenten auf Sprengelebene[Bearbeiten]

Altkonfessionelle lutherische Kirche mit Superintendent als leitendem Amt[Bearbeiten]

Landeskirchen mit Superintendenten auf Kirchenkreisebene[Bearbeiten]

Altkonfessionelle lutherische Kirche mit Superintendenten[Bearbeiten]

Methodistische Freikirchen mit Superintendenten[Bearbeiten]

Kirchen, in denen früher ein leitendes Superintendentenamt bestand[Bearbeiten]

Auf Landeskirchenebene[Bearbeiten]
Auf Sprengelebene[Bearbeiten]
Generalsuperintendenturen altpreußischer Kirchenprovinzen[Bearbeiten]
Auf Kirchenkreisebene[Bearbeiten]

Österreich[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Geck (Hrsg.): Kirchenkreise – Kreissynoden – Superintendenten. Recklinghäuser Forum zur Geschichte von Kirchenkreisen 1, LIT-Verlag, Münster 2004.
  • Isolde Karle: Artikel Superintendent. In: RGG4, Bd. 7, Mohr (Siebeck), Tübingen 2004.
  • Beatus Brenner: Artikel Superintendent. In LThK3, Bd. 9, Herder, Freiburg u.a. 2000, Sp. 1135f.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Für die Amtsträger siehe die Einträge zu den einzelnen Generaldiözesen Alfeld, Bockenem, Bremen-Verden, Calenberg, Göttingen, Grubenhagen und auf dem Harz, Harburg, Hildesheim, Hoya-Diepholz, Lüneburg-Celle.