Superwahljahr

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Superwahljahr beschreibt den Umstand, wenn in einem Jahr besonders viele politische Wahlen stattfinden. Ein solches Jahr ist in Deutschland wahrscheinlich, wenn es auf eine 4 oder eine 9 endet, denn in jenen Jahren gibt es zumindest immer die Europawahl und die Bundespräsidentenwahl sowie zumindest die Bundestagswahl.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache kürte das Wort 1994 zum Wort des Jahres.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Superwahljahr 1994

[Bearbeiten] Deutschland

Landtagswahlen fanden in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Thüringen, Saarland, Sachsen und Brandenburg statt. Das umstrittenste Ergebnis lieferte Sachsen-Anhalt, wo ein Regierungswechsel von CDU-FDP zu SPD-GRÜNE vollzogen wurde. Diese Regierung hatte keine absolute Mehrheit im Parlament und war auf Tolerierung durch die PDS angewiesen. Dieses Modell wurde von CDU/CSU und FDP als Möglichkeit für die anstehende Bundestagswahl thematisiert („Rote-Socken“-Kampagne).

Ferner gab es Kommunalwahlen in den Ländern Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und im Saarland.

In ganz Deutschland und in der EU kam es im Juni zur Europawahl, das heißt zur Wahl zum Europäischen Parlament.

Krönender Abschluss des Superwahljahres war die Wahl eines gesamtdeutschen Bundestages. Es war die zweite Wahl im vereinten Deutschland. Zugleich fand auch die zweite Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern seit der politischen Wende 1989 statt.

Nicht von den Bürgern, aber von der Bundesversammlung wurde ein Nachfolger des scheidenden Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker gewählt. Im dritten Wahlgang setzte sich schließlich Roman Herzog als Kandidat von CDU/CSU und FDP durch.

[Bearbeiten] Österreich

Im Frühjahr wurden die Landtage Tirols, Kärntens und Salzburgs gewählt, darauf folgte am 12. Juni Österreichs Abstimmung über einen EU-Beitritt des Landes. Im Herbst fand die Vorarlberger Landtagswahl statt und am 9. Oktober folgte schließlich die Wahl zum österreichischen Nationalrat. Dazu kamen mehrere kleine Wahlgänge, wie die Gemeindevertretungswahlen in Salzburg oder die Gemeinderatswahl in Innsbruck.

Insgesamt brachte dieses Superwahljahr gehörige Verschiebungen im Parteiensystem Österreichs, das durch den stetigen Aufstieg der FPÖ Jörg Haiders und dem 1993 als FPÖ-Abspaltung gegründeten Liberalen Forum nachhaltig verändert wurde.

[Bearbeiten] Superwahljahr 2009

Im Jahr 2009 stand europaweit die Wahl des Europäischen Parlaments an.

[Bearbeiten] Deutschland

In Deutschland fand neben der Europawahl sowohl die Bundestagswahl am 27. September 2009 als auch die Wahl des deutschen Bundespräsidenten am 23. Mai 2009 statt. Daneben wurde der Landtag in Hessen, Sachsen, Thüringen, Saarland sowie in Brandenburg und Schleswig-Holstein neu gewählt.

Zudem fanden Kommunalwahlen in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen statt.[1]

[Bearbeiten] Österreich

Auch in Österreich wird 2009 öfters als Superwahljahr bezeichnet, da neben den EU-Wahlen im Juni die Landtage Salzburgs und Kärntens im März, jene Vorarlbergs und Oberösterreichs im September und die Gemeinderäte in Salzburg, Kärnten und Oberösterreich zu wählen sind. Lediglich Spekulation ist bis jetzt das Vorziehen der Wiener Gemeinderats- und Landtagswahl von 2010 in den Herbst 2009.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Zusammenstellung aller Wahltermine der kommenden Jahre von wahlrecht.de.

[Bearbeiten] Weblinks

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