Landtagswahl im Saarland 2009

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Landtagswahl 2009
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Gewinne und Verluste
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Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c 2004 PDS
     
Von 51 Sitzen entfallen auf:

Die Landtagswahl im Saarland 2009 fand am 30. August 2009 statt. Zum selben Termin wurde auch in Sachsen und Thüringen ein neuer Landtag gewählt.

Die CDU von Ministerpräsident Peter Müller erlitt Verluste im zweistelligen Prozentpunktbereich. Sie verlor damit die absolute Mehrheit im Landesparlament. Auch die SPD unter Heiko Maas verlor Stimmanteile, blieb aber vor der Linken, die mit ihrem Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine ihr mit großem Abstand bestes Ergebnis in einem westdeutschen Bundesland erzielte. Die FDP konnte deutlich zulegen. Auch Bündnis 90/Die Grünen gelang der erneute Einzug ins Landesparlament.

Endgültiges amtliches Endergebnis[Bearbeiten]

Partei Stimmen Anteil Sitze
CDU 000000000184537.0000000000184.537 34,5 % 19
SPD 000000000131241.0000000000131.241 24,5 % 13
DIE LINKE. 000000000113664.0000000000113.664 21,3 % 11
FDP 000000000049064.000000000049.064 9,2 % 5
GRÜNE 000000000031516.000000000031.516 5,9 % 3
FAMILIE 000000000010710.000000000010.710 2,0 %
NPD 000000000008099.00000000008.099 1,5 %
FW 000000000004528.00000000004.528 0,8 %
FBU 000000000000754.0000000000754 0,1 %
GUR 000000000000680.0000000000680 0,1 %

Die Wahlbeteiligung lag bei 67,6 % und stieg damit im Vergleich zur Wahl 2004 deutlich um 12,1 Prozentpunkte.

Ausgangssituation[Bearbeiten]

Die CDU regierte seit 1999 im Saarland mit absoluter Mehrheit. Bei der Wahl am 5. September 1999 hatten die Christdemokraten mit 45,5 % und 26 Mandaten die absolute Mehrheit errungen. 2004 konnte die CDU diese Mehrheit noch ausbauen und erhielt schließlich 27 Mandate. Die SPD musste mit ihrem Spitzenkandidaten Heiko Maas starke Verluste hinnehmen. Sie verlor erneut 13 % der Wählerstimmen und war von nun an mit nur noch 18 Abgeordneten im Landtag vertreten. Bündnis 90/Die Grünen und die FDP/DPS kämpften 2004 um den Wiedereinzug in den Landtag, dem Bündnis 90/Die Grünen seit 1994 und die FDP/DPS seit 1990 nicht mehr angehörten. Dies gelang beiden mit je drei Sitzen. Seit dem Wechsel Barbara Spaniols von Bündnis 90/Die Grünen zur Linken (2007) verfügte Bündnis 90/Die Grünen nur noch über zwei Abgeordnete.

Ergebnisse nach Parteien 2004:

  • CDU: 47,5 % – 27 Abgeordnete
  • SPD: 30,8 % – 18 Abgeordnete
  • Bündnis 90/Die Grünen: 5,6 % – 3 Abgeordnete
  • FDP/DPS: 5,2 % – 3 Abgeordnete
  • NPD: 4,0 %
  • FAMILIE: 3,0 %
  • PDS: 2,3 %

Daraus resultierend konnte Peter Müller erneut eine CDU-Alleinregierung bilden.

Parteien[Bearbeiten]

Folgende Parteien traten zur Landtagswahl an:[1][2]

Wahlziele[Bearbeiten]

Die CDU ging ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf. Der amtierende Ministerpräsident Müller äußerte sich hierzu:[3]

„Die Union sollte durchaus einräumen, dass das Maß an inhaltlicher Übereinstimmung mit der FDP ausreichen kann, um ein gemeinsames Politikprojekt zu wagen. Aber ich glaube nicht, dass wir es nötig haben, als große Volkspartei, die ein Ergebnis von 40 plus x Prozent anstrebt, ein konkretes Koalitionsangebot zu machen.“

Wahlziel der SPD war die Ablösung der CDU-Regierung. Weiterhin sollten die Studiengebühren für Studenten an den saarländischen Hochschulen abgeschafft werden.[4] Der Spitzenkandidat der Saar-SPD schloss eine Koalition mit der Linken nicht aus.[5] Die Linke strebte eine Koalition mit der SPD an.

Umfragen[Bearbeiten]

Institut Datum CDU SPD GRÜNE FDP DIE LINKE FAMILIE Sonstige
Forschungsgruppe Wahlen[6] 21.08.2009 36 % 26 % 6 % 9 % 16 % 7 %
Infratest dimap[6] 20.08.2009 38 % 26 % 6 % 9 % 15 % 3 % 3 %
Infratest dimap[6] 22.04.2009 36 % 27 % 7 % 9 % 18 % 3 %
Emnid[6] 16.04.2009 38 % 23 % 5 % 8 % 22 % 4 %
Infratest dimap[6] 28.10.2008 38 % 25 % 5 % 6 % 23 % 3 %
Forsa[6] 03.09.2008 37 % 23 % 5 % 7 % 24 % 4 %

Mögliche Koalitionen[Bearbeiten]

Zur Bildung einer Mehrheitsregierung waren mindestens 26 Abgeordnete nötig. Damit kamen für die Regierungsbildung sowohl eine Große Koalition aus CDU und SPD (32 Mandate) als auch eine Dreierkoalition unter Beteiligung der Grünen in Frage, entweder in einer 27 Mandate starken rot-rot-grünen oder einer sogenannten Jamaika-Koalition (ebenfalls 27 Mandate).[7]

Die Grünen ebneten am 11. Oktober 2009 mit ihrer Entscheidung für Koalitionsverhandlungen mit CDU und FDP auf einem Landesparteitag den Weg für die erste Jamaika-Koalition auf Landesebene.[8] Nachdem Parteitage von CDU, FDP und Grünen dies gebilligt hatten, wurde am 9. November 2009 der Koalitionsvertrag unterzeichnet[9], woraufhin am 10. November die Wahl des Ministerpräsidenten und die Bildung des Kabinetts Müller III folgte.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Endgültiges amtliches Endergebnis der Landtagswahl 2009. Die Landeswahlleiterin, Statistisches Amt Saarland, 30. August 2009, abgerufen am 9. April 2012.
  2. Schmitz-Meßner: Ergebnis der öffentlichen Sitzung des Landeswahlausschusses. Die Landeswahlleiterin, 8. Juli 2009, abgerufen am 9. April 2012 (PDF; 32 kB).
  3. Florian Kain und Egbert Nießler: Eine Koalitionsaussage für die FDP haben wir nicht nötig. In: Hamburger Abendblatt. 31. Dezember 2008, abgerufen am 9. April 2012.
  4. Maas: Wir brauchen den Wechsel. In: SOL.DE. Saarbrücker VerlagsService GmbH, 22. Oktober 2010, abgerufen am 9. April 2012.
  5. ./. (Nicht mehr online verfügbar.) In: SOL.DE. Saarbrücker VerlagsService GmbH, ehemals im Original, abgerufen am 9. April 2012. (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.sol.de
  6. Sondierungsgespräche im Saarland in entscheidender Phase. 30. September 2009, abgerufen am 9. April 2012.
  7. dpa: Saar-Grüne klar für Bündnis mit CDU und FDP
  8. Koalitionsvertrag in Saarbrücken unterzeichnet. 9. November 2009, abgerufen am 24. Februar 2014.