Susianna Kentikian

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Susianna Kentikian Boxer
Kentikian in Hamburg, Februar 2008

Kentikian in Hamburg, Februar 2008

Daten
Geburtsname Sjusanna Lewonowna Kentikjan
Kampfname Killer Queen
Gewichtsklasse Fliegengewicht
Nationalität Deutsch/Armenisch
Geburtstag 11. September 1987
Geburtsort Jerewan, Armenische SSR, Sowjetunion
Stil Linksauslage
Größe 1,55 m
Kampfstatistik
Kämpfe 37
Siege 34
K.-o.-Siege 17
Niederlagen 2
Unentschieden 0
Keine Wertung 1
Profil in der BoxRec-Datenbank

Susianna „Susi“ Kentikian (* 11. September 1987 in Jerewan, Armenische SSR, Sowjetunion als Sjusanna Lewonowna Kentikjan,[1] armenisch Սյուզաննա Կենտիկյան) ist eine deutsche Boxsportlerin armenischer Abstammung. Im Alter von fünf Jahren verließ sie auf Grund des Krieges um Bergkarabach zusammen mit ihrer Familie Armenien und lebt seit 1996 in Hamburg. Nach erfolgreicher Amateurlaufbahn gab sie 2005 ihr Debüt als Profi und stand zunächst beim Hamburger Boxstall Spotlight Boxing unter Vertrag, im März 2011 wechselte sie zu Sport Events Steinforth. Kentikian wurde 2007 Weltmeisterin im Fliegengewicht. Kentikian war bis Mai 2012 Weltmeisterin im Fliegengewicht nach Version der World Boxing Association (WBA), der World Boxing Organization (WBO) und der Women’s International Boxing Federation (WIBF).

Leben[Bearbeiten]

Susianna Kentikian verließ mit fünf Jahren gemeinsam mit ihren Eltern und ihrem Bruder Armenien, weil dort die Einberufung ihres Vaters zum Militärdienst im damals umkämpften Bergkarabach drohte.[2] Die Familie zog zunächst in ein Wohnheim nach Berlin, begab sich dann jedoch wegen der dort vorherrschenden Gewalt und fehlender Deutschkenntnisse nach Moldawien und später nach Russland, wo Kentikian kurzzeitig die Schule besuchte.[3] Im Jahr 1996 kehrte die Familie nach Deutschland zurück und zog nach Hamburg. Kentikian lebte zunächst auf der „Bibby Altona“, einem Wohnschiff für Asylbewerber, und danach mit Eltern und Bruder in einem Asylbewerberheim.[4] Ihr Aufenthaltsstatus blieb lange unsicher; erst ihr dreijähriger Profivertrag sicherte ihr und ihrer Familie im Jahr 2005 ein dauerhaftes Bleiberecht.[5]

Neben der Schule begann Kentikian im Alter von 16 Jahren in einem Fitnesscenter als Putzkraft zu arbeiten, um ihre Familie finanziell zu unterstützen.[3] Im Sommer 2006 machte sie an einer Berufsfachschule für Ernährung und Hauswirtschaft ihren Realschulabschluss[6] und sie erhielt im Juni 2008 die deutsche Staatsbürgerschaft.[7] Sie hat einen Antrag auf Genehmigung einer doppelten Staatsbürgerschaft gestellt, um ihre armenische Staatsangehörigkeit zu erhalten.[8] Kentikian lebt heute zusammen mit ihrer Familie in einer Wohnung in der Nähe ihres Hamburger Boxstalls.[4]

Amateurkarriere[Bearbeiten]

Mit zwölf Jahren entdeckte Kentikian ihre Begeisterung für das Boxen, nachdem sie ihren Bruder einmal zum Training begleitet hatte.[4] Sie begann selbst mit regelmäßigem Training und erklärte, das Boxen habe ihr die Gelegenheit geboten, private Schwierigkeiten für kurze Zeit zu vergessen: „Ich konnte alles rauslassen, die ganze Energie. Wenn man so viele Probleme hat wie wir, dann braucht man so was.“[2]

Zwischen 2001 und 2004 war Kentikian Hamburger Juniorenmeisterin.[5] Als Amateurin wurde sie 2003 und 2004 außerdem norddeutsche Juniorenmeisterin im Regionalverband. Im Oktober 2004 errang sie ihren wichtigsten Titel bei den Amateuren, die Deutsche Meisterschaft der Juniorinnen.[9] Mit wachsendem Erfolg wurde es für Kentikian zunehmend schwieriger, Gegnerinnen im Amateurbereich zu finden. Der Status als geduldete Asylbewerberin verbot ihr, außerhalb Hamburgs zu boxen, was die Situation erschwerte.[10] Während ihrer Amateurzeit erzielte Kentikian eine Bilanz von 24 Siegen bei einer einzigen Niederlage. Später erklärte sie diese mit ihrem Übereifer, da sie trotz gesundheitlicher Probleme zu jenem Kampf angetreten sei.[11] Ihr aggressiver Kampfstil mit schnellen Kombinationen und ihr Bestreben, die Gegnerin bis zum Knockout zu attackieren, brachte ihr den Kampfnamen „Killer Queen“ ein; das gleichnamige Lied Killer Queen der britischen Rockband Queen diente ihr häufig als Einmarschmusik.[4]

Profikarriere[Bearbeiten]

Während eines Schaukampfes im Rahmen der WM-Ausscheidung der Amateure wurde Kentikian für die Profis entdeckt. Zu Beginn des Jahres 2005 unterschrieb sie einen Drei-Jahres-Vertrag mit dreijähriger Option beim Hamburger Boxstall Spotlight Boxing, einem Schwesterunternehmen der Universum Box-Promotion.[5] Sie wird dort seitdem vom Universum-Trainer Magomed Schaburow betreut. Kentikian begann ihre Profikarriere am 15. Januar 2005 mit einem einstimmigen Punktsieg über die Bulgarin Iliana Boneva im Vorprogramm eines Weltmeisterschaftskampfs von Regina Halmich. In den folgenden 14 Monaten gewann Kentikian elf weitere Aufbaukämpfe, davon neun vorzeitig, und machte mit ihrer für das Frauenboxen – insbesondere in den unteren Gewichtsklassen – ausgesprochen hohen K.o.-Quote auf sich aufmerksam. Am 25. Juli 2006 besiegte Kentikian Daniela Graf einstimmig nach Punkten und errang damit ihren ersten Profi-Titel, die Internationale Deutsche Meisterschaft im Fliegengewicht. In ihrem ersten internationalen Titelkampf am 9. September 2006 gewann sie die WIBF InterContinental Meisterschaft im Fliegengewicht; sie bezwang die US-Amerikanerin Maribel Zurita nach technischem K.o. in der vierten Runde, nachdem Zurita wegen einer Platzwunde an der linken Augenbraue aus dem Kampf genommen wurde.[12]

2007[Bearbeiten]

Am 16. Februar 2007 bestritt Kentikian in Köln nach 14 gewonnenen Profikämpfen ihre erste Weltmeisterschaft. Sie besiegte Carolina Alvarez aus Venezuela durch technischen K.o. in der neunten Runde und errang damit den vakanten Weltmeistertitel des Verbandes WBA im Fliegengewicht. Der Kampf, der gleichzeitig ihren ersten Auftritt als Hauptkämpferin darstellte und erstmals live von ProSieben übertragen wurde, entwickelte sich nach einer zunächst ausgeglichenen ersten Runde klar zu Gunsten von Kentikian, und der Ringrichter brach das Gefecht wegen allzu großer Überlegenheit zum Schutz der stark gezeichneten Alvarez in Runde neun ab.[13] Bereits sechs Wochen später, am 30. März 2007, kämpfte Kentikian in ihrer ersten Titelverteidigung im Rahmenprogramm des Schaukampfes zwischen Regina Halmich und Stefan Raab vor 19.500 Zuschauern in der Kölnarena. Dabei gewann sie gegen María José Núñez aus Uruguay durch technischen K.o. in der dritten Runde. Kentikian schickte ihre deutlich unterlegene Gegnerin in Runde zwei zu Boden und der Ringrichter beendete den Kampf eine Runde später, als Núñez nach mehreren schweren Treffern nur noch von den Ringseilen auf den Beinen gehalten wurde.[14]

Kentikian (rechts) im Rückkampf mit Nadia Hokmi, Dezember 2007

In ihrem nächsten Titelkampf stand sie am 25. Mai 2007 in Köln der Französin Nadia Hokmi gegenüber. Die Gegnerin erwies sich als erster harter Prüfstein in Kentikians Profikarriere und Hokmi gelang es, das Gefecht äußerst ausgeglichen zu gestalten. Nach schwächerem Beginn konnte die Französin mit Hilfe ihres deutlichen Größen- und Reichweitenvorteils besonders in der zweiten Kampfhälfte Runden für sich entscheiden und Kentikian gewann erstmals nur infolge einer geteilten 2:1 Punktentscheidung.[15] Der Kampf wurde von der Frauenboxsportseite Womenboxing.com unter die fünf „Top Fights“ des Jahres gewählt.[16] Am 7. September 2007 verteidigte sie ihren Titel im Burg-Wächter Castello in Düsseldorf gegen die Britin Shanee Martin und besiegte diese durch technischen K.o. in der dritten Runde. Kentikian dominierte Martin von Anfang an klar und der Ringrichter brach den Kampf nach einem Niederschlag in Runde drei ab.[17]

Nachdem die langjährige WIBF-Weltmeisterin Regina Halmich eine Woche zuvor ihre Karriere beendet hatte, vereinigte Kentikian am 7. Dezember 2007 in ihrer Heimatstadt Hamburg ihren WBA-Weltmeistertitel mit dem nach Halmichs Rücktritt vakanten Titel der WIBF. Dabei traf Kentikian in einem Rückkampf erneut auf Nadia Hokmi. Die Französin erwies sich wie schon sechs Monate zuvor als harte Gegnerin und der Kampf verlief ähnlich ihrem ersten Aufeinandertreffen. Wieder konnte Kentikian die ersten Runden für sich entscheiden, während Hokmi mit zunehmender Dauer besser zum Zuge kam und insgesamt ein ausgeglichener Kampf entstand. Diesmal sahen die Punktrichter Kentikian allerdings einstimmig als Gewinnerin.[18][19]

2008[Bearbeiten]

Durch einen Sieg nach technischem K.o. in der dritten Runde gegen die Philippinin Sarah Goodson verteidigte sie am 29. Februar 2008 in Hamburg ihren Status als Doppelweltmeisterin. Goodson, die zuvor fast ausschließlich in niedrigeren Gewichtsklassen antrat, erwies sich von Beginn an als chancenlos und wurde vom Ringrichter in der dritten Runde aus dem Kampf genommen.[20] Bei ihrer nächsten Titelverteidigung am 10. Mai 2008 in Halle besiegte Kentikian die US-Amerikanerin Mary Ortega durch technischen K.o. in der ersten Runde. Ortega ging nach rechten Geraden zwei Mal zu Boden und als Kentikian ihre Gegnerin erneut an den Ringseilen gestellt hatte, brach der Ringrichter den Kampf kurz vor Ende der ersten Runde ab. Das schnelle Aus kam überraschend, da Ortega im Vorfeld als starke Boxerin galt und unter anderem bereits gegen die damalige WIBA-Weltmeisterin Elena Reid trotz einer Punktniederlage überzeugen konnte.[21]

Kentikian verteidigte ihre beiden Weltmeistertitel erneut am 29. August 2008 gegen die Israelin Hagar Finer, der letzten Gegnerin Regina Halmichs bei deren Abschied. Der Kampf im Düsseldorfer Burg-Wächter Castello entwickelte sich nach ausgeglichener erster Runde zunächst zu Gunsten von Finer, die während der ersten Kampfeshälfte die eindeutigeren Aktionen zeigte. Ab Runde fünf kam Kentikian besser zum Zuge und landete die klareren Treffer. Sie gewann das zum Teil unsaubere Gefecht letztlich einstimmig nach Punkten.[22] In ihrem darauf folgenden Titelkampf traf Kentikian am 5. Dezember 2008 in Halle auf die amtierende russische GBU-Weltmeisterin Anastasia Toktaulova, deren Titel jedoch nicht auf dem Spiel stand. Kentikian gelang es, ihre Gegnerin über weite Strecken des taktisch geführten Kampfes von der Ringmitte aus zu kontrollieren und erzielte einen einstimmigen Punktsieg.[23] Im Dezember 2008 wurde sie vom Fachmagazin BoxSport erstmals zu Deutschlands Boxerin des Jahres gekürt.[24]

2009[Bearbeiten]

Am 20. März 2009 verteidigte Kentikian in Hamburg ihre Weltmeistertitel gegen die US-Amerikanerin Elena Reid einstimmig nach Punkten. Die Amerikanerin, die nach zwei umstrittenen Gefechten mit Regina Halmich 2004 und 2005 in Deutschland bereits für Aufsehen sorgte und neben Boxen auch zwei Mixed Martial Arts Kämpfe bestritten hatte, blieb von Beginn an ungewohnt passiv und wurde von Kentikian klar kontrolliert. Auf den offiziellen Punktzetteln gewann Reid letztlich keine Runde.[25]

Nachdem ProSieben und Spotlight Boxing ihre Zusammenarbeit zwei Monate zuvor beendet hatten, wurde Kentikians zweiter Kampf des Jahres am 4. Juli 2009 erstmals im ZDF übertragen. Dabei verteidigte sie ihre Titel in der Hamburger Color Line Arena erfolgreich gegen die Argentinierin Carolina Gutierrez Gaite, der WBA Interims-Weltmeisterin im Superfliegengewicht. Kentikian dominierte ihre Gegnerin über die gesamte Kampfdauer deutlich und erzielte ein einstimmiges Punkturteil, bei dem sie jede Runde für sich entschied.[26]

2010[Bearbeiten]

Am 24. April 2010 boxte Kentikian in Hamburg gegen die bis dahin in 12 Kämpfen ungeschlagene Nadia Raoui (D) um die Titel der Verbände WIBF, WBA sowie WBO und gewann durch eine umstrittene Punkteentscheidung (96-95,94-96,94-96). Der UBPboxing-Moderator gab nach der Bekanntgabe der Siegerin mit der Aussage "This defeat will be hard to swallow" seiner Skepsis gegenüber dem Kampfrichterurteil Ausdruck. Junge Medien Hamburg schreibt über den Kampfverlauf: "Nach vollen zehn Runden entscheiden die Punktrichter 2:1 für "Killer Queen" Susi Kentikian. War das fair? Boxexperten waren da durchaus geteilter Meinung und vom Hamburger Publikum gab es sogar vereinzelte Pfiffe."

Dank eines technischen Unentschiedens verteidigte Kentikian am 17. Juli 2010 erfolgreich ihren Titel im Fliegengewicht gegen Arely Mucino.[27] Der Kampf musste in der dritten Runde nach 24 Sekunden abgebrochen werden. Ein Kopfstoß durch die Mexikanerin löste bei Kentikian eine Platzwunde aus, deren Blutung nicht durch den Ringarzt gestillt werden konnte.

2011[Bearbeiten]

Im März 2011 wechselte Kentikian zum SES-Boxstall des Managers Ulf Steinforth nach Magdeburg. Universum hatte sich bereits im Vorjahr vom TV-Partner ZDF getrennt. So wurde es für Kentikian unmöglich, weitere Kämpfe medienwirksam zu bestreiten. Kurzfristig absolvierte sie bereits am 26. März 2011, im Gym ihres ehemaligen Arbeitgebers Universum in Hamburg, einen Kampf gegen die Mexikanerin Ana Arrazola. Der Fight wurde durch Bild.de im Internet live übertragen. Kentikian konnte dabei erfolgreich ihren WIBF-Titel über 10 Runden erneut per einstimmiger Punktwertung verteidigen.

2012[Bearbeiten]

Im März 2012 boxte Kentikian 10 Runden gegen die US-Amerikanerin Melissa McMorrow. Durch die Niederlage nach Punkten verlor Kentikian ihre drei Meistertitel (WBA, WBO und WIBF).

Am 1. Dezember 2012 verlor Kentikian in Düsseldorf gegen die US-Amerikanerin Carina Moreno umstritten nach Punkten. Somit wurde Moreno neue Weltmeisterin des vakanten WBA-Weltmeistertitels im Fliegengewicht.

2013[Bearbeiten]

Am 1. Februar 2013 boxte Kentikian in Düsseldorf gegen Sanae Jah und gewann das Interim WBA-Weltmeistertitel. Am 7. Juni 2013, besiegte Kentikian Carina Moreno und verteidigte die WBA-Interims Weiblich Titel im Fliegengewicht. Am 7. Dezember 2013, Kentikian besiegt Simona Galassi und verteidigte die WBA-Interims Weiblich Titel im Fliegengewicht.

2014[Bearbeiten]

Am 31. Mai 2014, Kentikian besiegt Dan-Bi Kim mit TKO und verteidigte die WBA-Interims Weiblich Titel im Fliegengewicht. Am 8. November 2014, Kentikian besiegt Naoko Fujioka und verteidigte noch ein mal die WBA-Interims Weiblich Titel im Fliegengewicht.

Medienpräsenz[Bearbeiten]

Am Anfang ihrer Profilaufbahn erschienen Berichte über Kentikian vor allem in der Hamburger Lokalpresse und in verschiedenen deutschen Printmedien. Dabei war für die Presse im Besonderen ihre schwierige Lebensgeschichte von Interesse, was unter anderem Vergleiche mit dem Boxfilm „Million Dollar Baby“ schuf.[4][5] Außerdem wurde sie in den Medien auf Grund ihrer geringen Körpergröße oftmals als „kleinste Profiboxerin Deutschlands“ beschrieben.[4][9] Sie galt bereits zu Beginn ihrer Profikarriere als eines der großen Talente in der deutschen Boxszene,[2] und die Presse handelte sie als potentielle Nachfolgerin von Rekordweltmeisterin Regina Halmich; ein Ziel, das sie sich auch selbst setzte.[3]

Im Jahr 2007 wurde Kentikian durch die Kooperation zwischen ProSieben und Spotlight Boxing einem größeren Publikum bekannt.[28] Neben der Liveübertragung ihrer Boxkämpfe im Rahmen der „ProSieben Fight Night“ trat Kentikian außerdem mehrmals in der Unterhaltungssendung TV total auf und absolvierte mit Stefan Raab vor dessen Rückkampf gegen Halmich ein Sparring über vier Runden.[29] Sie nahm im März 2007 an der 5. Wok-Weltmeisterschaft in Innsbruck teil und gewann dort zusammen mit Sven Hannawald, Christina Surer und Markus Beyer den Wettbewerb im Vierer-Wok.[30] Kentikians erste Titelverteidigung gegen die uruguayische Boxerin María José Núnez im Rahmen des Schaukampfes zwischen Halmich und Raab, ihr bis heute meistgesehener Kampf, verfolgten 4,69 Millionen Zuschauer.[31]

Daneben besuchte ein Fernsehteam des WDR Kentikian und ihre Familie über den Zeitraum eines Jahres; die Dokumentation schildert ihren sportlichen und persönlichen Werdegang und wurde im Juni 2007 im Ersten ausgestrahlt.[32]

Kentikian engagierte sich im Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs 2008 als Botschafterin in Deutschland, um Menschen über die Vorteile von Vielfalt zu informieren und für einen interkulturellen Austausch zu begeistern.[33] Außerdem ist sie derzeit das Gesicht von „5 macht fit!“, einer Initiative der Deutschen Betriebskrankenkasse für fünf Minuten Bewegung am Tag.[34]

Am 9. Januar 2010 trat sie als Laudatorin für Michael Wendler in der Preisverleihung zur Krone der Volksmusik auf.

Seit 2010 ist Susi Kentikian Schirmherrin für die Initiative „Lebensbaum für Armenien“.[35] Die gemeinnützige Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, durch die Anlage von Walnussplantagen eine dauerhafte Existenzgrundlage für bis zu 200 armenischen Familien zu schaffen, behinderte Kinder zu unterstützen und soziale Einrichtungen zu fördern. „Lebensbaum für Armenien" soll als Vorzeigeprojekt armenischer und deutscher Partnerschaft nicht nur „Hilfe zur Selbsthilfe" bieten, sondern Impulse für mehr unternehmerische Engagements setzen.

Ab dem 21. April 2011 ist Kentikian in einer Nebenrolle in dem Kinofilm Der Himmel hat vier Ecken zu sehen. Sie spielt eine kasachisch-stämmige Boxerin am Anfang ihrer Profikarriere. Kentikian hat 2010 in dem Musikvideo Weg eines Kriegers der HipHop-Gruppe Berlins Most Wanted einen Gastauftritt.

Box-Titel und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Amateur-Titel
  • Hamburger Meisterin der Juniorinnen – 2001 bis 2004[5]
  • Norddeutsche Meisterin der Juniorinnen – 2003 und 2004[12]
  • Deutsche Meisterin der Juniorinnen – 2004[9]
Profi-Titel
  • Internationale Deutsche Meisterin im Fliegengewicht – am 25. Juli 2006 (später niedergelegt)[12]
  • WIBF InterContinental Meisterin im Fliegengewicht – am 9. September 2006 (später niedergelegt)[12]
  • WBA Weltmeisterin im Fliegengewicht – 16. Februar 2007[12] bis 16. Mai 2012
  • WIBF Weltmeisterin im Fliegengewicht – 7. Dezember 2007[12] bis 16. Mai 2012
  • WBO Weltmeisterin im Fliegengewicht – 10. Oktober 2009[12] bis 16. Mai 2012
Auszeichnungen
  • Hamburgs Sportlerin des Jahres 2007[36]
  • Beste WBA Boxerin 2007/2008[37]
  • Deutschlands Boxerin des Jahres 2008[24]

Liste der Profikämpfe[Bearbeiten]

33 Siege (17 K.o.-Siege, 16 Punktsiege), 2 Niederlagen, 0 Unentschieden, 1 Kampf ohne Wertung[38]
Jahr Tag Halle/Ort Gegnerin Kampfziel Ergebnis für Kentikian
2005 15. Januar Bördelandhalle, Magdeburg BulgarienBulgarien Iliana Boneva Punktsieg (4 Runden)
26. Februar Color Line Arena, Hamburg DeutschlandDeutschland Debbie Lohmaier Sieg / KO 1. Runde
29. März Sporthalle Wandsbek, Hamburg, Deutschland SlowakeiSlowakei Lucie Hornakova Sieg / TKO 1. Runde
7. Mai Volkswagen Halle, Braunschweig SlowakeiSlowakei Juliia Vlasenko Sieg / TKO 3. Runde
4. Juni Ballhaus Arena, Aschersleben BulgarienBulgarien Albena Atseva Sieg / TKO 2. Runde
2. Juli Color Line Arena, Hamburg SlowakeiSlowakei Simona Pencakova Sieg / TKO 2. Runde
17. September Harzlandhalle, Ilsenburg TschechienTschechien Renata Vesecka Sieg / TKO 4. Runde
29. Oktober TURM Erlebnis City, Oranienburg BulgarienBulgarien Svetla Taskova Sieg / TKO 2. Runde
13. Dezember Freizeit Arena, Sölden, Österreich RusslandRussland Maria Kriwoschapkina Punktsieg (6 Runden)
2006 14. Januar Ballhaus Arena, Aschersleben BulgarienBulgarien Emilina Metodieva Sieg / TKO 4. Runde
30. April Maritim Hotel, Magdeburg RusslandRussland Evgenia Zablotskaja Sieg / TKO 2. Runde
25. Juli Sportschule Sachsenwald, Hamburg DeutschlandDeutschland Daniela Graf vakante Internationale Deutsche
Meisterschaft
Punktsieg (10 Runden)
9. September Bördelandhalle, Magdeburg Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Maribel Zurita vakante WIBF-InterContinental
Meisterschaft
Sieg / TKO 4. Runde
21. November Universum Gym, Hamburg DeutschlandDeutschland Maya Frenzel WIBF-InterContinental Titelverteidigung Sieg / TKO 4. Runde
2007 16. Februar Fight Night Arena, Köln VenezuelaVenezuela Carolina Alvarez vakante WBA-Weltmeisterschaft Sieg / TKO 9. Runde
30. März Kölnarena, Köln UruguayUruguay María José Núñez WBA-Titelverteidigung Sieg / TKO 3. Runde
25. Mai Fight Night Arena, Köln FrankreichFrankreich Nadia Hokmi WBA-Titelverteidigung Punktsieg (10 Runden)
7. September Burg-Wächter Castello, Düsseldorf Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Shanee Martin WBA-Titelverteidigung Sieg / TKO 3. Runde
7. Dezember Alsterdorfer Sporthalle, Hamburg FrankreichFrankreich Nadia Hokmi WBA-Titelverteidigung und
vakante WIBF-Weltmeisterschaft
Punktsieg (10 Runden)
2008 29. Februar Alsterdorfer Sporthalle, Hamburg PhilippinenPhilippinen Sarah Goodson WBA und WIBF-Titelverteidigung Sieg / TKO 3. Runde
10. Mai Brandberge Arena, Halle Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mary Ortega WBA und WIBF-Titelverteidigung Sieg / TKO 1. Runde
29. August Burg-Wächter Castello, Düsseldorf, Deutschland IsraelIsrael Hagar Shmoulefeld Finer WBA und WIBF-Titelverteidigung Punktsieg (10 Runden)
5. Dezember Brandberge Arena, Halle RusslandRussland Anastasia Toktaulova WBA und WIBF-Titelverteidigung Punktsieg (10 Runden)
2009 20. März Alsterdorfer Sporthalle, Hamburg Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Elena Reid WBA und WIBF-Titelverteidigung Punktsieg (10 Runden)
4. Juli Color Line Arena, Hamburg ArgentinienArgentinien Carolina Gutierrez Gaite WBA und WIBF-Titelverteidigung Punktsieg (10 Runden)
10. Oktober Stadthalle, Rostock DeutschlandDeutschland Julia Sahin vakante WBO-Weltmeisterschaft,
WBA- und WIBF-Titelverteidigung
Punktsieg (10 Runden)
2010 24. April Alsterdorfer Sporthalle, Hamburg DeutschlandDeutschland Nadia Raoui WBA-, WBO- und WIBF-Titelverteidigung Punktsieg (10 Runden)
17. Juli Sport- und Kongresshalle, Schwerin MexikoMexiko Arely Mucino WBA-, WBO- und WIBF-Titelverteidigung Abbruch ohne Wertung in der 3. Runde
2011 26. März Universum Gym, Hamburg, Deutschland MexikoMexiko Ana Arrazola WIBF-Titelverteidigung Punktsieg (10 Runden)
21. Oktober Brandenburghalle, Frankfurt (Oder) ThailandThailand Teeraporn Pannimit WBA-, WBO- und WIBF-Titelverteidigung Punktsieg (10 Runden)
2012 16. Mai Brandenburghalle, Frankfurt (Oder) Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Melissa McMorrow WBA-, WBO- und WIBF-Titelverteidigung Niederlage nach Punkten (10 Runden)
1. Dezember Burg-Wächter Castello, Düsseldorf Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Carina Moreno vakante WBA-Weltmeisterschaft Niederlage nach Punkten (10 Runden)
2013 1. Februar ISS Dome, Düsseldorf BelgienBelgien Sanae Jah interim WBA-Weltmeisterschaft Punktsieg (10 Runden)
6. Juli Westfalenhalle, Dortmund Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Carina Moreno WBA-Weltmeisterschaft Punktsieg (10 Runden)
7. Dezember Porsche Arena, Stuttgart ItalienItalien Simona Galassi WBA-Weltmeisterschaft Punktsieg (10 Runden)
2014 31. Mai König Palast, Krefeld Korea SudSüdkorea Dan-Bi Kim interim WBA-Weltmeisterschaft Sieg / TKO 9. Runde
11. November Porsche Arena, Stuttgart JapanJapan Naoko Fujioka WBA-Weltmeisterschaft Punktsieg (10 Runden)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Susianna Kentikian – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Susianna Kentikian in der BoxRec-Datenbank
  2. a b c Ina Bösecke. „Ich bin ein Killer, ich kämpfe wie ein Mann“. SPIEGEL ONLINE. 16. Februar 2007.
  3. a b c Julia Treptow. Ein Fliegengewicht boxt sich nach oben. SPIEGEL ONLINE. 18. Januar 2006.
  4. a b c d e f Anne-Dore Krohn. Durchgeboxt. Die Zeit. 15. Februar 2007.
  5. a b c d e Andreas Hardt. Susi Kentikian - Hamburgs „Million Dollar Baby“. Die Welt. 31. März 2005.
  6. Josef Seitz. Der lächelnde Pitbull. FOCUS-Reportage. 7. Dezember 2007.
  7. Hamburg. Hamburger Abendblatt. 16. Juni 2008.
  8. Endlich passt die Hymne. Hamburger Abendblatt. 26. August 2008.
  9. a b c Björn Jensen: Die kleinste Profiboxerin Deutschlands. Hamburger Abendblatt. 10. Januar 2005.
  10. Susi Kentikian. taz Hamburg. 2. Januar 2003.
  11. Andreas Kötter. ProSieben Fight Night - Interview mit Susi Kentikian. ProSieben.de.
  12. a b c d e f g Torben Lodberg. Women's Boxing: Susianna Kentikian Biography. Womenboxing.com. 2. März 2008.
  13. Deutsche Killer-Queen Kentikian ist Weltmeisterin. SPIEGEL ONLINE. 16. Februar 2007.
  14. Schläge auf die Killerplauze. Die Welt. 31. März 2007.
  15. Wolfgang Schiffbauer. Susianna Kentikian vs. Nadia Hockmi - Der Bericht. BoxingPress.de. 28. Mai 2007.
  16. Womens Boxing - WBAN Awards 2007. WomenBoxing.com.
  17. Susi Kentikian verteidigt WM-Titel. Hamburger Abendblatt. 26. Oktober 2007.
  18. Susi Kentikian ist jetzt die neue Halmich. Die Welt. 8. Dezember 2007.
  19. boxing.de
  20. Pavo Prskalo und Mike Glindmeier. Kurzarbeit für die Killer Queen. SPIEGEL ONLINE. 1. März 2008.
  21. Kentikian verteidigt WM-Titel in der ersten Runde. SPIEGEL ONLINE. 10. Mai 2008.
  22. "Killer Queen" Kentikian verteidigt ihre WM-Titel. SPIEGEL ONLINE. 30. August 2008.
  23. Kentikian verteidigt WM-Titel. SPIEGEL ONLINE. 6. Dezember 2008.
  24. a b „König Arthur“ sticht Klitschkos aus. FOCUS Online. 18. Dezember 2008.
  25. Boxen: Kentikian siegt souverän. ZEIT ONLINE. 21. März 2009.
  26. Björn Jensen. „Susi ist ein großartiger Champion". Hamburger Abendblatt. 5. Juli 2009.
  27. Technisches Unentschieden am 17. Juli 2010 gegen Arely Mucino ProfiFight.com. 18. Juli 2010.
  28. „Ich wollte schon als Siebenjährige Großes schaffen“. Hamburger Abendblatt. 7. April 2007.
  29. TV total - 29. März 2007. ProSieben.de.
  30. TV total - WOK WM 2007. ProSieben.de.
  31. Reifeprüfung für die „Killer Queen“. ProSieben Television GmbH. 18. April 2007.
  32. Enno Hungerland. Die starke Susi - Boxen zum Überleben. WDR. 24. Mai 2007.
  33. Kentikian Susi. European Year of Intercultural Dialogue (2008)
  34. „5 macht fit!“: Sportlerin Susi Kentikian zeigt neue 5-Minuten-Übungen. Deutsche BKK. 15. April 2008.
  35. lebensbaum-armenien.de
  36. Hamburgs Sportler des Jahres. Die Welt. 5. Februar 2008.
  37. The WBA congratulates 2007/2008 Award Winners. WBAOnline.com.
  38. Quelle: Susianna Kentikian in der BoxRec-Datenbank
Vorgängerinnen Amt Nachfolgerinnen
neuer Titel Boxweltmeisterin im Fliegengewicht (WBA)
16. Februar 2007 – 16. Mai 2012
Melissa McMorrow
vakant
letzte Titelträgerin
Regina Halmich
Boxweltmeisterin im Fliegengewicht (WIBF)
7. Dezember 2007 – 16. Mai 2012
Melissa McMorrow
neuer Titel Boxweltmeisterin im Fliegengewicht (WBO)
10. Oktober 2009 – 16. Mai 2012
Melissa McMorrow
Carina Moreno Boxweltmeisterin im Fliegengewicht (WBA)
seit 6. Juli 2013
Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel.
Dieser Artikel wurde am 27. April 2008 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.