Tabu – Eine Geschichte von Liebe und Schuld

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Filmdaten
Deutscher Titel Tabu – Eine Geschichte von Liebe und Schuld
Originaltitel Tabu
Produktionsland Portugal, Deutschland, Brasilien, Frankreich
Originalsprache Portugiesisch
Erscheinungsjahr 2012
Länge 111 Minuten
Altersfreigabe FSK 0
Stab
Regie Miguel Gomes
Drehbuch Mariana Ricardo,
Miguel Gomes
Produktion Sandro Aguilar,
Luís Urbano
Kamera Rui Poças
Schnitt Telmo Churro,
Miguel Gomes
Besetzung

Tabu – Eine Geschichte von Liebe und Schuld ist ein portugiesisches Filmdrama des Regisseurs Miguel Gomes aus dem Jahr 2012.

Handlung[Bearbeiten]

Die sozial engagierte Pilar wohnt in einem Häuserblock im Großraum Lissabon, in direkter Nachbarschaft zu der extravaganten älteren Aurora und ihrer kapverdischen Haushälterin. Als Aurora im Sterben liegt, bittet sie Pilar, einen gewissen Gian Luca Ventura zu suchen. Als diese ihn in einem Altersheim findet, erzählt er ihr seine überraschende, mit Aurora verbundene Lebensgeschichte, die er mit den Worten Aurora hatte eine Farm in Afrika, am Fuße des Monte Tabu... anfängt. Hier beginnt mit einem Zeitsprung der zweite Teil des Films, der nun die von Ventura erzählte Geschichte zeigt, die sich etwa um 1960 in einer ungenannten portugiesischen Kolonie kurz vor Ausbruch des Portugiesischen Kolonialkriegs abspielt.

Produktion[Bearbeiten]

Der im Film genannte Mount Tabu existiert in der Realität nicht. Gedreht wurde im Gebiet der Teeplantagen von Gurué in der mosambikanischen Provinz Zambezia, außerdem in Lissabon und im Casino Estoril.

Der Film wurde in Schwarzweiß gedreht. Im zweiten Teil wurde zudem der Ton reduziert. Es ist die Erzählstimme Venturas zu hören, und verschiedene Hintergrundgeräusche und Musik der Filmszenen, nicht jedoch Dialoge. Der Filmtitel selbst stellt einen weiteren Bezug zum Stummfilm dar, und spielt auf Murnaus Film Tabu an.

An der Produktion waren portugiesische Institutionen wie das Filmförderungsinstitut ICA und der öffentlich-rechtliche Fernsehsender RTP beteiligt, dazu als brasilianischer Partner das staatliche Filminstitut Ancine, und aus Frankreich die CNC-Filmförderungsanstalt. Deutsche Partner waren das ZDF, die Film- und Medienstiftung NRW und die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. Auch der deutsch-französische Sender arte und das europäische MEDIA-Filmförderungsprogramm waren beteiligt.

Rezeption[Bearbeiten]

Der Film lief am 20. Dezember 2012 in den deutschen Kinos an. Er startete hier in 47 Kinos, teils in besonderen Vorstellungen unter Anwesenheit des Regisseurs.[1]

Tabu war zuvor auf einer Vielzahl internationaler Filmfestivals gelaufen, so auf der Berlinale 2012, wo er den Alfred-Bauer-Preis und den FIPRESCI-Preis gewann. 2013 wurde der Film in Frankreich mit dem Prix du Syndicat Français de la Critique (Bester ausländischer Film) ausgezeichnet.

Die Kritik lobte den Film für seine poetische, unkonventionelle Erzählweise, die dabei schlüssig bleibt und flüssig vorgetragen wird, und an verschiedenen Punkten gekonnt Bezug zur Filmgeschichte nimmt. Positiv bemerkt wurde auch der unterschwellige Humor, etwa in einigen Dialogen im ersten Teil, oder wenn im zweiten Teil das Lied Be My Baby in verschiedenen, eher unbekannten Versionen zu hören ist. So steht in einer Szene die Beat-Band aus dem Freundeskreis der jungen Aurora am Swimmingpool und spielt das Lied, während für den Zuschauer die in einer späteren Epoche aufgenommene Version der Ramones zu hören ist.

„Die beiden sich spiegelnden Teile kreisen spielerisch-melancholisch um die Vergegenwärtigung von Verlorenem, um unerfüllte Glückssehnsüchte und kolonialistische Projektionen, wobei geschickt mit wiederkehrenden Bildmotiven sowie Anleihen bei der Filmgeschichte gearbeitet wird. Ein fesselnder Film an der Grenze von klassischer Narration und Experimentalfilm.“

Lexikon des Internationalen Films[2]

Tabu ist in Portugal bereits als DVD erschienen.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.realfictionfilme.de, abgerufen am 22. Dezember 2012
  2. Tabu – Eine Geschichte von Liebe und Schuld im Lexikon des Internationalen Films, abgerufen am 22. Dezember April 2012
  3. Seite des DVD-Verlages Alambique, abgerufen am 22. Dezember 2012