The Charlatans (englische Band)

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The Charlatans
The Charlatans, 2006
The Charlatans, 2006
Allgemeine Informationen
Herkunft England
Genre(s) Alternative Rock, Britpop
Gründung 1988
Website www.thecharlatans.net
Aktuelle Besetzung
Martin Blunt
Tim Burgess (ab 1989)
Mark Collins (ab 1991)
Tony Rogers (ab 1997)
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug
Jon Brookes (bis 2013, †)
Gesang, Gitarre
Baz Ketley (bis 1989)
Keyboard
Rob Collins (bis 1996, †)
Gitarre
Jon Baker (1989–1991)

The Charlatans (in den USA auch The Charlatans UK) ist eine englische Musikgruppe. Drei ihrer Alben haben die Nummer eins der britischen Album-Charts erreicht. Zu ihren bekanntesten Songs gehören The Only One I Know, Just When You’re Thinkin’ Things Over, One to Another und North Country Boy.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Charlatans wurden 1988 von Martin Blunt, ehemaliges Mitglied der Mod-Band Makin' Time, zusammen mit Baz Ketley und Jon Brookes im Großraum Birmingham gegründet. Blunt schlug als Namen Law Lords vor, Ketley bevorzugte den Namen The Charlatans. Der Entscheid wurde durch Münzwurf ermittelt. Kurz danach stieß der Keyboarder Rob Collins zur Band, ein Element, das den Sound der Charlatans stark beeinflusst hat. In dieser Formation wurden zwei Demos veröffentlicht.

Ketley verließ 1989 die Band, der Mancunian Tim Burgess wurde neuer Sänger, die Gitarre übernahm Jon Baker. Die erste Single Indian Rope wurde im Januar 1990 veröffentlicht. Danach profitierte die Band vom Madchester-Boom: Die zweite Single The Only One I Know stieg in die Top Ten vor, das im selben Jahr veröffentlichte Debütalbum Some Friendly erreichte gar die Spitze der Album-Charts.

1991 gaben die Charlatans erstmals Konzerte in den USA und Japan. Im selben Jahr verließ Baker die Band und wurde durch Mark Collins ersetzt, seinen Einstand gab der neue Gitarrist auf der Single Me in Time. Mit dem Abflachen des Madchester-Booms sank auch der Erfolg der Charlatans; das zweite, von Flood produzierte Album Between 10th and 11th (1992) war deutlich weniger erfolgreich als das Debütalbum.

Rob Collins saß 1993/1994 eine viermonatige Haftstrafe wegen Fahren eines Fluchtautos ab, kurz nach seiner Entlassung wurde die Single Can’t Get Out of Bed veröffentlicht, das zugehörige Album Up to Our Hips war wieder etwas erfolgreicher als sein Vorgänger.

Eine Art Comeback gelang den Charlatans mit dem Hit Just When You’re Thinkin’ Things Over und dem zugehörigen Album The Charlatans 1995, ihr zweites Nummer-eins-Album. Sie profitierten vom Sog der Britpop-Bewegung Mitte der 90er Jahre, die von Oasis und Blur angeführt wurde. Im Juni spielten die Charlatans beim Glastonbury Festival.

Am 22. Juli 1996 starb der Keyboarder Rob Collins bei einem Autounfall in Wales. Gemäß Untersuchung war er alkoholisiert und nicht angeschnallt. Collins hinterließ eine Frau und eine junge Tochter. Trotz des Schocks beschloss die Gruppe aber weiterzumachen. Am 11. August traten sie als Support von Oasis in Knebworth auf, am Keyboard half Martin Duffy von Primal Scream aus. Die kurz darauf erschienene Single One to Another erreichte Nummer drei der UK-Single-Charts, die bislang höchste Platzierung für die Charlatans. Es folgten 1997 zwei weitere Top-Ten-Singles, North Country Boy und How High sowie das Nummer-eins-Album Tellin' Stories.

Es folgte ein Wechsel der Plattenfirma von Beggars Banquet Records zu Universal. Der Keyboarder Tony Rogers, der die Charlatans schon auf der Tour 1997 begleitet hatte, war auf dem nächsten Album Us and Us Only (1999) offizielles Mitglied der Gruppe. Als Nächstes folgten die Alben Wonderland (2001) und Up at the Lake (2004), nach dem der Vertrag mit Universal auslief.

2006 kehrten die Charlatans mit dem Album Simpatico zu einem Indie-Label zurück, dieses Mal zu Sanctuary Records. Hinsichtlich ihrer Tonträgerverkäufe waren sie nicht mehr so erfolgreich wie in den 1990er Jahren, standen aber als Vorgruppe von bekannten Bands wie den Rolling Stones, The Police, Oasis oder The Who immer noch im Rampenlicht. Die Single You Cross My Path (2007) wurde nur noch als Download veröffentlicht, das gleichnamige Album war ebenfalls vorerst nur als Gratis-Download erhältlich, im Mai 2008 wurde es auch als CD und LP veröffentlicht.

Zum 20-jährigen Jubiläum von Some Friendly im Jahr 2010 wurde dieses Album als 2CD Expanded Edition wiederveröffentlicht. Begleitet wurde das Jubiläum von einer kleinen Konzertreihe, in der die Charlatans alle Songs des Albums und einige weitere aus jener Zeit spielten. Ein neues Studioalbum Who We Touch erschien im September 2010.

Gründungsmitglied und Drummer Jon Brookes (* 21. September 1968) starb am 13. August 2013 an den Folgen eines Gehirntumors.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[1] Anmerkungen
UK US
1990 Some Friendly 1
(17 Wo.)
73
(27 Wo.)
1992 Between 10th and 11th 21
(4 Wo.)
1994 Up to Our Hips 8
(3 Wo.)
1995 The Charlatans 1
(13 Wo.)
1997 Tellin’ Stories 1
(28 Wo.)
1998 Melting Pot 4
(25 Wo.)
Best-of-Album
1999 Us and Only Us 2
(10 Wo.)
2001 Wonderland 2
(5 Wo.)
2002 Songs from the Other Side 55
(1 Wo.)
2002 Live It Like You Love It 40
(2 Wo.)
Livealbum
2004 Up at the Lake 13
(6 Wo.)
2006 Simpatico 10
(2 Wo.)
2006 Forever – The Singles 38
(2 Wo.)
Kompilation
2008 You Cross My Path 39
(1 Wo.)
2010 Who We Touch 21
(1 Wo.)
2015 Modern Nature

Weitere Alben

  • The Best of the BBC Sessions (14. Juli 2008)
  • Some Friendly Expanded Edition (17. Mai 2010)
  • Some Friendly – 20th Anniversary Concerts (Livealbum, 31. Mai 2010)

DVDs

  • Just Lookin’ 1990-1997 (20. Mai 2002)
  • Live at Last (11. April 2005)
  • Forever. The Singles (13. November 2006)

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Charts[1]
UK
1990 The Only One I Know 9
(9 Wo.)
1990 Then 12
(5 Wo.)
1991 Over Rising 15
(5 Wo.)
1991 Indian Rope 57
(1 Wo.)
1991 Me. In Time 28
(3 Wo.)
1992 Weirdo 19
(4 Wo.)
1992 Tremelo Song (EP) 44
(2 Wo.)
1994 Can’t Get out of Bed 24
(3 Wo.)
1994 I Never Want an Easy Life If Me and He Were Ever to Get There 38
(1 Wo.)
1994 Jesus Hairdo 48
(2 Wo.)
1995 Crashin’ In 31
(2 Wo.)
1995 Just Lookin’ / Bullet Comes 32
(3 Wo.)
1995 Just When You’re Thinking Things Over 12
(3 Wo.)
1996 One to Another 3
(6 Wo.)
1997 North Country Boy 4
(6 Wo.)
1997 How High 6
(5 Wo.)
1997 Tellin’ Stories 16
(3 Wo.)
1999 Forever 12
(3 Wo.)
1999 My Beautiful Friend 31
(3 Wo.)
2000 Impossible 15
(3 Wo.)
2001 Love Is the Key 16
(3 Wo.)
2001 A Man Needs to Be Told 31
(2 Wo.)
2004 Up at the Lake 23
(3 Wo.)
2004 Try Again Today 24
(3 Wo.)
2006 Blackened Blue Eyes 28
(2 Wo.)
2006 NYC (There’s No Need to Stop) 53
(1 Wo.)
2006 You’re so Pretty, We’re so Pretty 56
(1 Wo.)

Weitere Singles

  • Loving You Is Easy (20. Dezember 2004) - nur als Radio-Single
  • You Cross My Path (29. Oktober 2007) - Gratis-Download
  • Oh Vanity (23. Februar 2008, wiederveröffentlicht 3. November 2008)
  • The Misbegotten (5. Mai 2008)
  • Mis-Takes (14. Juli 2008)
  • Love Is Ending (2. August 2010)
  • My Foolish Pride (20. September 2010)

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Chartquellen: UK US

Weblinks[Bearbeiten]