Thomas Mitchell (Schauspieler)

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Thomas John Mitchell (* 11. Juli 1892 in Elizabeth, New Jersey; † 17. Dezember 1962 in Beverly Hills, Los Angeles) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Autor. Bleibende Bekanntheit erreichte er durch markante Nebenrollen in zahlreichen Hollywood-Filmklassikern wie Vom Winde verweht, Ringo, Ist das Leben nicht schön? und Zwölf Uhr mittags. Mitchell war zudem der erste Schauspieler, welcher den Oscar, den Tony Award und den Emmy gewinnen konnte.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Thomas Mitchell wuchs als Sohn irischer Auswanderer in New York City auf. Viele Mitglieder arbeiteten als Journalisten oder in anderen gesellschaftlichen Berufen. Sein Neffe James P. Mitchell war zeitweise Arbeitsminister unter Eisenhower. Wie sein Bruder und sein Vater arbeitete er zunächst als Reporter, begann dann aber zumeist komische Texte für das Theater zu schreiben.[1]

Bei seinem Einstieg ins Schauspielfach im Jahre 1913 wurde Mitchell maßgeblich von Charles Coburn unterstützt, welcher ihn in seiner Shakespeare-Company auftreten ließ. Mitchell gab im Jahre 1916 sein Broadway-Debüt im Stück Under Sentence. Bis 1960 sollte er dort in mindestens 27 Stücken auftreten. Regelmäßig schrieb er auch Theaterstücke, von denen sechs später auch verfilmt wurden, darunter Der Mann, der nicht zur Hochzeit kam mit Gary Cooper in der Hauptrolle. Thomas Mitchell gab sein Filmdebüt zwar bereits 1923 im Stummfilm Six Cylinder Role, doch der Durchbruch in Hollywood gelang ihm erst 1937 mit Frank Capras Film In den Fesseln von Shangri-La in der Rolle eines Schwindlers. Nur ein Jahr später erhielt er seine erste Oscarnominierung für den Film … dann kam der Orkan, in dem er einen verschlagenen Bankier verkörperte.

In den folgenden Jahren spielte Mitchell zumeist größere, sehr unterschiedliche Nebenrollen in zahlreichen anerkannten Klassikern. 1939 war eines seiner erfolgreichsten Jahre. Zu den Filmen, die er in diesem Jahr drehte, gehören der Western Höllenfahrt nach Santa Fe, für den Mitchell 1940 den Oscar als Bester Nebendarsteller erhielt sowie das Leinwandepos Vom Winde verweht, in der er Scarlett O’Haras Vater darstellte, außerdem die Klassiker Mr. Smith geht nach Washington, Glöckner von Notre Dame und S.O.S. Feuer an Bord.[2] Er blieb über die 1940er Jahre ein vielbeschäftigter Darsteller. 1946 spielte Mitchell zum Beispiel den etwas schusseligen Onkel Billy im Weihnachtsklassiker Ist das Leben nicht schön? an der Seite von James Stewart. In Fred Zinnemanns Western Zwölf Uhr mittags war er neben Gary Cooper und Grace Kelly in der Rolle des Bürgermeisters zu sehen.

Ab den 1950er Jahren wirkte er regelmäßig im Fernsehen mit. 1952 gewann Mitchell den Emmy als bester Fernsehdarsteller des Jahres 1952, nur ein Jahr später erhielt er auch den Tony Award für seinen Auftritt in einer Musicalversion von Denen ist nichts heilig. Er war damit der erste Schauspieler, der einen Oscar (Film), einen Emmy (Fernsehen) sowie einen Tony Award (Theater) gewinnen konnte und somit die wichtigsten Preise in den drei wichtigsten Arbeitsfeldern für Schauspieler gewonnen hat.[2] 1954 spielte er die Titelfigur der Serie Mayor of the Town und hatte 1959 ebenfalls eine Hauptrolle in der Fernsehserie Glencannon, von der 39 Folgen produziert wurden. Ein weiterer Klassiker mit Mitchell und zugleich sein letzter Film war Die unteren Zehntausend aus dem Jahr 1961 mit Bette Davis und Glenn Ford.

Er starb im Alter von 70 Jahren an Krebs.[2] Er hinterließ seine zweite Ehefrau, die er 1941 geheiratet hatte. Von seiner ersten Frau hatte er sich 1939 nach nur zweijähriger Ehe getrennt.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1943: Immortal Sergeant
  • 1943: Geächtet (The Outlaw)
  • 1943: Bataan
  • 1943: Das zweite Gesicht (Flesh and Fantasy)
  • 1944: Fünf Helden (The Sullivans)
  • 1944: Buffalo Bill, der weiße Indianer (Buffalo Bill)
  • 1944: Wilson
  • 1944: Dark Waters
  • 1944: Schlüssel zum Himmelreich (The Keys of the Kingdom)
  • 1945: Die tollkühnen Abenteuer des Captain Eddie (Captain Eddie)
  • 1945: Within These Walls
  • 1945: Mann ohne Herz (Adventure)
  • 1946: Three Wise Fools
  • 1946: Der schwarze Spiegel (The Dark Mirror)
  • 1946: Ist das Leben nicht schön? (It’s a Wonderful Life)
  • 1947: High Barbaree
  • 1947: The Romance of Rosy Ridge
  • 1948: Der Herr der Silberminen (Silver River)
  • 1949: Alias Nick Beal
  • 1949: Die Todeskurve (The Big Wheel)
  • 1951: Journey Into Light
  • 1952: Zwölf Uhr mittags (High Noon)
  • 1953: The Backbone of America
  • 1954: Das Geheimnis der Inkas (Secret of the Incas)
  • 1954: Destry räumt auf (Destry)
  • 1955: The Adventures of Huckleberry Finn (Fernsehfilm)
  • 1956: Die Bestie (While the City Sleeps)
  • 1958: Handle with Care
  • 1960: Too Young to Love
  • 1961: Und die Nacht wird schweigen (By Love Possessed)
  • 1961: Die unteren Zehntausend (Pocketful of Miracles)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1938: Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller für … dann kam der Orkan
  • 1940: Oscar als Bester Nebendarsteller für Ringo
  • 1940: 2. Platz als Bester Schauspieler beim New York Film Critics Circle Award für Der lange Weg nach Cardiff
  • 1952: Emmy-Nominierung als Bester Schauspieler
  • 1953: Emmy als Bester Schauspieler
  • 1955: Emmy-Nominierung als Bester Schauspieler mit Gastauftritt
  • 1960: Zwei Sterne auf dem Hollywood Walk of Fame für Fernsehen und Film

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thomas Mitchell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://matineeclassics.com/celebrities/actors/thomas_mitchell/details/
  2. a b c Thomas Mitchell bei hollywoodsgoldenage.com