Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

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Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
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Trägerschaft Anstalt des öffentlichen Rechts
Ort Dresden-Johannstadt
Koordinaten 51° 3′ 24,5″ N, 13° 46′ 48,4″ O51.05681388888913.780108333333Koordinaten: 51° 3′ 24,5″ N, 13° 46′ 48,4″ O
Leitung Detlev Michael Albrecht (Medizinischer Vorstand)
Versorgungsstufe Maximalversorgung
Betten 1255 (2010)
Mitarbeiter 4080
Zugehörigkeit Technische Universität Dresden
Gründung 1815
Website www.uniklinikum-dresden.de
Carl Gustav Carus, Leibarzt König Antons, lehrte von 1815 bis 1869 an der Chirurgisch-Medicinischen Akademie
Die 1956 eröffnete chirurgische Klinik

Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der Technischen Universität Dresden ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts des Freistaates Sachsen und das größte Krankenhaus der Landeshauptstadt Dresden. Bis zum 1. Oktober 1993 bildete das Klinikum zusammen mit der medizinischen Fakultät der TU Dresden gleichen Namens die Medizinische Akademie Dresden. Die Kurzform MedAk ist immer noch im verbreiteten Sprachgebrauch erhalten. Neben dem Universitätsklinikum Leipzig ist das Klinikum eines der beiden Krankenhäuser mit Maximalversorgung in Sachsen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Anfänge der medizinischen Ausbildungsstätten in Dresden gehen auf das Collegium medico-chirurgicum zurück, das als militärische Ausbildungsstätte 1748 gegründet wurde. Die als Vorläufer der Medizinischen Akademie angesehene Königlich Chirurgisch-Medicinische Akademie wurde 1815 gegründet und rief den später namensgebenden Mediziner Carl Gustav Carus als Professor. Die Gründung erfolgte 13 Jahre vor der Gründung der Königlich-Technischen Bildungsanstalt, dem historischen Kern der Technischen Universität Dresden und drei Jahre nach Gründung der Fachrichtung Forstwissenschaften, dem ältesten Teil der TU Dresden.

Ursprünglich und bis 1864 war die Akademie im Kurländer Palais gegenüber dem heutigen Albertinum in unmittelbarer Innenstadtlage am Rand der Viertel um den Neumarkt untergebracht. Die Technische Bildungsanstalt befand sich zu der Zeit in einem Pavillon auf der Brühlschen Terrasse, nur wenige Gehminuten entfernt.

Im Dezember 1901 konnte das Klinikum die weitläufigen Anlagen des Stadtkrankenhauses Johannstadt beziehen. Der Komplex wurde in den folgenden Jahren weiter ergänzt, so zum Beispiel durch die Frauenklinik 1903. Weite Teile des Klinikcampus', in dem die Gebäude U-förmig um einen zentralen Park arrangiert sind, stehen nunmehr unter Denkmalschutz.

Bei den Luftangriffen auf Dresden wurden einige Klinikgebäude zerstört oder beschädigt. Der Lehrbetrieb wurde 1954 in der Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus Dresden wieder aufgenommen.

Anfang der 1990er Jahre wurde die Medizinische Akademie im Zuge der Reform der sächsischen Hochschullandschaft aufgelöst. Sie wurde aufgeteilt in das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und die medizinische Fakultät, die seit dem Wintersemester 1993 Teil der Technischen Universität Dresden ist. Am 1. Juli 1999 wurde das Universitätsklinikum auch rechtlich von der Universität getrennt. Es dient der Universität aber weiterhin zur Forschung und Lehre. Einzig das Klinikum rechts der Isar in München und das Universitätsklinikum Aachen sind in Deutschland neben dem Dresdner Universitätsklinikum an Technische Universitäten angegliedert.

Der Campus des Klinikums wird seit 1990 stetig erweitert. Seitdem entstand zum Beispiel die chirurgische Notaufnahme und das Kinder- und Frauenzentrum. Im Jahr 2011 wurde das neue Diagnostisch-Internistisch-Neurologische Zentrum mit 411 angeschlossenen Plätzen und das durch einen Neubau erweiterte Versorgungszentrum eröffnet.

Daten und Fakten[Bearbeiten]

Im Jahr 2005 hatte das Klinikum 1246 Betten bereitgestellt, die zu 82 % ausgelastet waren. Es wurden insgesamt etwa 53000 Patienten stationär behandelte, davon etwa knapp die Hälfte aus Dresden und etwa 84 % aus dem Regierungsbezirk Dresden. Außerdem wurden etwa 130.000 Patienten ambulant behandelt. Es ist das einzige Krankenhaus in Ostsachsen mit Maximalversorgung. Die durchschnittliche Verweildauer der Patienten war 7,88 Tage.

Die Anstalt öffentlichen Rechts stellt einen Jahresabschluss auf. Demnach hatte sie im Jahr 2005 250.964.000 Euro Erträge und ein Gesamtergebnis von 2,1 Mio Euro. Am Klinikum arbeiten etwa 700 Ärzte und 1600 Krankenpfleger und -schwestern. Daneben sind noch etwa 2100 Studenten am Klinikum tätig. Das Universitätsklinikum verfügt über eine eigene Medizinische Berufsfachschule mit etwa 500 Schülern.

Die Anstalt hat einen medizinischen und kaufmännischen Vorstand. Im Aufsichtsrat sind unter anderem Vertreter der sächsischen Staatsregierung und der Technischen Universität.

Im Klinik-Ranking 2012 der Zeitschrift Focus erreichte das Klinikum den 3. Platz.[1]

Daten basierend auf dem Jahresbericht 2011[2]:

  • Betten: 1.280
  • Fälle im stationären Bereich: 54.695
  • Fälle in tagesklinischer Betreuung: 6.893
  • Fälle in der ambulanten Versorgung: 17.7823
  • durchschnittliche Verweildauer: 7,14 Tage
  • Voll- und Teilzeitbeschäftigte: 4080,46 (Vollzeit-Äquivalent)
  • Erträge: 333.411.000 €
  • Aufwand: 336.501.000 €
  • Gesamtergebnis: -9.450.000 €
  • Jahresbilanz: 703.413.000 € (31. Dezember 2011)

Lage und Anbindung[Bearbeiten]

Die nördliche Haupteinfahrt und Notaufnahme
Ökumenisches Seelsorgezentrum

Das Klinikum liegt in der Johannstadt, einem östlich der Dresdner Altstadt gelegenen Stadtteil des Vorstadtgürtels. Das Klinikumsgebiet liegt auf Höhe des Großen Gartens nicht weit von der Elbe entfernt und hat den Charakter eines geschlossenen parkartigen Campus' mit zahlreichen Gebäuden. Die Einrichtungen der TU Dresden und des Studentenwerks Dresden für die medizinische Fakultät grenzen unmittelbar an den Klinikumsbereich an bzw. reichen in diesen hinein. Im Osten ragt das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in den Klinikcampus.

Im Westen läuft die Fetscherstraße am Klinikum vorbei. Diese gehört zum Verkehrszug Waldschlößchenbrücke. Im Norden verlaufen Pfotenhauerstraße und das Käthe-Kollwitz-Ufer in Richtung Innenstadt und in Richtung Blasewitz. Im Süden tangiert die Blasewitzer Straße das Universitätsklinikum von West nach Ost.

Auf der Blasewitzer Straße verkehren die Straßenbahnlinien 12 und 6. Teilweise im Klinikumsareal verlaufen die Buslinien 62 und 64.

Kliniken und Institute[Bearbeiten]

  • Klinik und Poliklinik für HNO-Heilkunde
  • Klinik und Poliklinik für Dermatologie
  • Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde
  • Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
  • Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin
  • Klinik und Poliklinik für Neurologie
  • Dresdner Universitäts SchlaganfallCentrum (DUSC)
  • Klinik und Poliklinik für Orthopädie
  • Abteilung Klinische Epidemiologie, Rehabilitations- und Sportmedizin
  • Klinik und Poliklinik für Urologie

Zentrum für Innere Medizin

  • Medizinische Klinik und Poliklinik I
  • Medizinische Klinik und Poliklinik III

Chirurgisches Zentrum

  • Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie
  • Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie
  • Klinik und Poliklinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie
  • Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie
  • Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie
  • Abteilung Chirurgische Forschung

Universitäts Kinder-Frauenzentrum

  • Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie
  • Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
  • Abteilung Neuropädiatrie
  • Institut für Klinische Genetik

Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

  • Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
  • Poliklinik für Kieferorthopädie
  • Abteilung für Kinderzahnheilkunde
  • Poliklinik für Zahnerhaltung
  • Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik

Zentrum für seelische Gesundheit

  • Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie u. -psychotherapie
  • Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik
  • Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie

Interdisziplinäre Kompetenzzentren

  • Universitäts KrebsCentrum (University Cancer Center UCC)
  • Regionales Brustzentrum Dresden
  • Prostatakarzinomzentrum
  • Hautkrebszentrum[3]
  • Universitäts GefäßCentrum (UGC)
  • Universitäts SchmerzCentrum (USC)
  • Universitäts Physiotherapiezentrum (UPZ)
  • Universitäts PalliativCentrum (UPC)
  • Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ)
  • Dresdner Universitäts SchlaganfallCentrum (DUSC)

Institute:

  • Institut und Poliklinik für Radiologische Diagnostik
  • Abteilung Neuroradiologie
  • Institut für Pathologie
  • Institut für Klinische Chemie und Laborationsmedizin

im Bau befindlich:

  • Diagnostisch-Internistisch-Neurologisches Zentrum (DINZ)

Kooperierende Einrichtungen am Standort des Universitätsklinikums:

  • Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e. V. (KfH)
  • Herzzentrum Dresden GmbH, von den Sana Kliniken seit 2002 privat geführte Universitätsklinik
  • Tumorzentrum Dresden e. V.

Medizinische Fakultät[Bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten]

An der Medizinischen Fakultät sind etwa 2200 Studenten der Medizin oder Zahnmedizin eingeschrieben. Sie gliedert sich in 13 Institute und verfügt über angeschlossene Kliniken und Polikliniken. Neben den Instituten bestehen zwei Zentren und ein Arbeitsbereich. Erst seit der Errichtung der Fakultät kann in Dresden auch das vorklinische Studium absolviert werden. Seitdem ist die TU Dresden eine von drei Technischen Universitäten mit der Möglichkeit des Medizinstudiums in Deutschland.

Die Fakultät ist geförderte Reformfakultät des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft und erstellt eine jährliche Leistungsbilanz der Forschung und Lehre, nach der sie ihre Mittel aufteilt. Sie ist Mitglied im Verbund der Harvard Medical International Associated Institution.

Institute und Arbeitsbereiche[Bearbeiten]

  • Institut für Anatomie
  • Institut und Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin
  • Institut für Geschichte der Medizin
  • Institut für Immunologie
  • Institut für Klinische Genetik
  • Institut für Klinische Pharmakologie
  • Institut für Medizinische Informatik und Biometrie
  • Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
  • Institut für Pharmakologie und Toxikologie
  • Institut für Physiologie
  • Institut für Physiologische Chemie
  • Institut für Rechtsmedizin
  • Institut für Virologie
  • Lehrstuhl Gesundheitswissenschaften
  • Experimentelles Zentrum
  • Arbeitsbereich Medizinische Physik und Biomedizinische Technik
  • Zentrum für Innovationskompetenz OncoRay

Literatur[Bearbeiten]

  • C.-P. Heidel, M. Lienert: Die Professoren der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus und ihrer Vorgängereinrichtungen 1814−2004. Saur, München 2005, ISBN 978-3-59811-720-6.
  • A. Scholz, C.-P. Heidel, M. Lienert: Vom Stadtkrankenhaus zum Universitätsklinikum − 100 Jahre Krankenhausgeschichte in Dresden. Böhlau, Köln 2001, ISBN 978-3-41203-301-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Universitätsklinikum Dresden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. UKD-Pressemitteilung
  2. Jahresbericht des UKD 2011 (PDF-Datei; 3,59 MB)
  3. Liste der Hautkrebszentren