Vitznau-Rigi-Bahn

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Vitznau–Rigi-Bahn
Elektrische Triebwagen von 1937 im Winterbetrieb.
Streckenlänge: 6,975 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 1500 V =
Maximale Neigung: 250 
Minimaler Radius: 120 m
Zahnstangensystem: Riggenbach
Dampfzüge bei Rigi-Kaltbad
Kursbuchfeld 603: Vitznau–Rigi Kulm
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0,0 Vitznau 435 m ü.M.
Haltepunkt, Haltestelle
Unterschwanden
Haltepunkt, Haltestelle
1,2 Mittlerschwanden 685 m ü.M.
Haltepunkt, Haltestelle
Oberschwanden
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Schwandentunnel 67 m
Haltepunkt, Haltestelle
Tunnelhüttli
Brücke (mittel)
Schnurtobelbrücke 80 m
Haltepunkt, Haltestelle
2,1 Grubisbalm 910 m ü.M.
Bahnhof, Station
2,6 Freibergen Beginn Doppelspur 1026 m ü.M.
Haltepunkt, Haltestelle
3,4 Romiti Felsentor 1195 m ü.M.
Bahnhof, Station
4,5 Rigi Kaltbad-First Ende Doppelspur 1453 m ü.M.
Haltepunkt, Haltestelle
5,0 Rigi Staffelhöhe 1550 m ü.M.
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Arth-Rigi-Bahn von Arth-Goldau
Bahnhof, Station
5,9 Rigi Staffel 1603 m ü.M.
Kopfbahnhof – Streckenende
6,8 Rigi Kulm 1752 m ü.M.

Die Vitznau-Rigi-Bahn (VRB) ist eine schweizerische Normalspur-Zahnradbahn, welche von Vitznau auf die Rigi führt. Zusammen mit der Arth-Rigi-Bahn (ARB), welche von der anderen Bergseite hochgeht, und der von Weggis kommenden Luftseilbahn bildet sie seit 1992 die Gesellschaft Rigi Bahnen AG (RB).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Vitznau-Rigi-Bahn (VRB) wurde am 21. Mai 1871 unter dem Namen Rigibahn als erste Bergbahn Europas eröffnet.[Anm. 1] Die erste Zahnradbahn Europas hatte ihren Betrieb im Steinbruch von Ostermundigen bereits 1870 aufgenommen. Die Steinbruchbahn wurde aus Marketinggründen erst im Oktober 1871 offiziell eröffnet.[1] Die Vitznau-Rigi-Bahn wurde von den Ingenieuren Niklaus Riggenbach, Ferdinand Adolf Naeff und Olivier Zschokke gebaut. Zuerst führte sie "nur" von Vitznau (439 m ü.M.) hinauf auf die Rigi Staffelhöhe (1550 m ü.M.). Per 27. Juni 1873[2][Anm. 2] wurde sie von dort bis Rigi Kulm (1752 m ü.M.) verlängert. Dieser Abschnitt liegt auf dem Gebiet des Kantons Schwyz, für den die VRB keine Konzession besitzt. Die Strecke gehört der ARB und wurde von der Vitznau-Rigi-Bahn gepachtet. Die Strecke ist zumeist eingleisig; von der Bedarfshaltestelle Freibergen bis Rigi Kaltbad-First allerdings ist die Strecke schon seit 1874 zweigleisig ausgelegt.

In den ersten Jahren war die Bahn nur im Sommer im Betrieb. Nachdem aber der Wintersport sich allmählich entwickelte, wurde auch der Winterbetrieb aufgenommen.

In Kaltbad (1'453 m ü.M.) begann die 1875 fertiggestellte schmalspurige Rigi-Scheidegg-Bahn (RSB) zur Rigi Scheidegg. 1931 wurde diese Bahn stillgelegt und 1942 endgültig abgebrochen. Hier endet seit 1968 auch die von Weggis kommende, ebenso von der Rigi-Bahnen AG betriebene Luftseilbahn Weggis-Rigi Kaltbad.

Weiter oben auf der Staffel trifft die Vitznau-Rigi-Bahn auf die Geleise der von Arth-Goldau kommenden, im Jahr 1875 gebauten Arth-Rigi-Bahn und läuft mit ihr parallel hinauf zum gemeinsamen Endbahnhof Rigi Kulm. Die beiden Bahnen waren strikt getrennt und Konkurrenten, einzige Verbindung war eine einfache Schiebebühne vor dem gemeinsamen Depotgebäude auf Rigi-Kulm. Erst 1990 wurde in Rigi Staffel eine Gleisverbindung zwischen ARB und VRB gebaut. Dies war der Anfang der Fusionierung, die 1992 vollzogen wurde und auch die Luftseilbahn Weggis-Rigi Kaltbad (LWRK) umfasste.

1937 stellte die Bahn auf elektrische Traktion um und die Strecke Vitznau-Rigi Kulm erhielt eine Fahrleitung (Oberleitung). 2012 wurde die Bahnhofsanlage in Kaltbad erneuert und auf zwei Gleise erweitert. Das Stationsgebäude wurde abgebrochen, der Neubau wurde im Mai 2014 begonnen und soll 2015 nutzbar sein.

Technische Daten[3][Bearbeiten]

Dampflokomotive in Rigi-Kaltbad
VRB kurz nach Vitznau
Vitznau Rigi-Bahn Weiche in Kaltbad, Zustand vor 2012

Elektrischer Betrieb[Bearbeiten]

Einführung des elektrischen Betriebes 3. Oktober 1937
Anlagen für den elektrischen Betrieb: 3 Gleichrichterstationen
Speisung: Drehstrom 15 kV/50 Hz
Traktionsenergie: Gleichstrom 1'500 V
Leistung der Gleichrichterstationen 4'000 kW

Geschwindigkeit[Bearbeiten]

Dampflokomotiven 9 km/h
Elektr. Triebfahrzeuge Bergfahrt 18/23 km/h
Elektr. Triebfahrzeuge Talfahrt 12/14 km/h
Fahrzeit Vitznau–Rigi Kulm 30 Minuten
Kapazität ca. 850 Personen/h
Eine Seltenheit ist die Drehscheibe der Talstation, welche sich in einer Kurve befindet.


Rollmaterial[Bearbeiten]

Die einzige Elektrolok, Nummer 18
H 1/2 mit Stehkessel aus der Pionierzeit

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vitznau-Rigi-Bahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Bahnstation Vitznau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kilian T. Elsasser: Restaurierung der Zahnrad-Dampflok Gnom im Verkehrshaus der Schweiz, Januar 2000 bis März 2002. In: Schweizerische Gesellschaft für Technikgeschichte und Industriekultur (Hrsg.): IN.KU. Nr. 32/Oktober 2000, ZDB-ID 1446048-8. Verlag der Gesellschaft, Winterthur 2000, S. 1–4 (unpaginiert). – Online (PDF; 170 KB), abgerufen am 31. Januar 2014.
  2. Mitteilungen. (…) Elektrifikation der Vitznau-Rigi-Bahn. In: C(arl) Jegher (Hrsg.): Schweizerische Bauzeitung. 5. Juni 1937, Band 109, Nr. 23, ISSN 0036-7524, S. 279. – Digitalisat.
  3. Erste Bergbahn Europas. (…) Technische Daten Zahnradbahn ab Vitznau. In: rigi.ch, abgerufen am 31. Januar 2014.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Der Name Vitznau-Rigi-Bahn wurde erst 1. Januar 1970 offiziell eingeführt.
  2. Das häufig angeführte Datum 23. Juni 1873 widerspricht dem Umstand, dass der eidgenössische Bundesrat erst in der Sitzung vom 25. Juni 1873 den Verwaltungsrat der Bahngesellschaft ermächtigte, das Streckenstück dem öffentlichen Betrieb zu übergeben. – Siehe: Tages-Courrier. (…) Zur Lage. (…) Eidgenossenschaft. Bundesrathsverhandlungen. In: Intelligenzblatt für die Stadt Bern, 26. Juni 1873, Beilage, S. 5 Mitte.

47.0097222222228.4830555555556Koordinaten: 47° 0′ 35″ N, 8° 28′ 59″ O; CH1903: 679419 / 207047