Kanton Schwyz

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Kanton Schwyz
Wappen
Wappen
Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Kürzel/Kontrollschild: SZ
Amtssprache: Deutsch
Hauptort: Schwyz
Grösster Ort: Freienbach
Beitritt zum Bund: 1291
Fläche: 908 km²
Website: www.sz.ch
Bevölkerung
Einwohner: 151'396[1] (31. Dezember 2013)
Dichte: 165 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 19,3 %[2] (August 2013)
Arbeitslosenquote: 1,6 %[3] (November 2013)
Lage des Kantons in der Schweiz
Lage des Kantons in der Schweiz
Karte des Kantons
Karte des Kantons
Gemeinden des Kantons
Gemeinden des Kantons

47.058.7Koordinaten: 47° N, 9° O; CH1903: 695842 / 211767 Schwyz ([ʃviːts], schweizerdeutsch Schwyz, französisch Schwytz[4] oder Schwyz, italienisch Svitto, rätoromanisch Sviz) ist ein deutschsprachiger Kanton der Schweiz. Der Hauptort ist die gleichnamige Gemeinde Schwyz.

Logo des Kantons

Name[Bearbeiten]

Benannt ist der Kanton nach seinem Hauptort Schwyz.

Da der Kanton Schwyz der wichtigste der drei Schweizer Urkantone war, wurde sein Name bald auf die gesamte Eidgenossenschaft verallgemeinert. Die ins Neuhochdeutsche übertragene Form Schweiz (mit dem typisch nicht-alemannischen Diphthong) wurde in der Folge im gesamten deutschen Sprachraum als Bezeichnung des Staates üblich; die einheimische Form (wie im Mittelhochdeutschen ohne Diphthong) wurde hingegen als Suisse ins Französische übernommen. Die Schwyzer- und die Schweizerfahne sind dagegen unabhängig voneinander entstanden.

Geographie[Bearbeiten]

Der Kanton Schwyz liegt in der Zentralschweiz, zwischen Zugersee, Vierwaldstättersee und Zürichsee und grenzt an die sieben Kantone Uri, Glarus, St. Gallen, Zürich, Zug, Luzern und Nidwalden. Er gehört grösstenteils zu den Schwyzer Voralpen, einem Teil der Zentralschweizer Voralpen. Ein kleiner Teil im Südosten gehört zu den Glarner Alpen. Dort liegt als höchster Berg auf dem Kantonsgebiet der Grisset (2'721 m, auch Guet Fulen genannt), auf der Kantonsgrenze liegt die Spitze des Bös Fulen (2'801,8 m).

Bevölkerung[Bearbeiten]

Sprache[Bearbeiten]

Die im Kantonsgebiet verbreiteten deutschen Mundarten gehören mit Ausnahme des Bezirks Höfe, in dem Zürichdeutsch gesprochen wird, dem Höchstalemannischen an.

Staatsangehörigkeit[Bearbeiten]

Staat[5] Volkszählung
2010
SchweizSchweiz Schweiz 81,37 %
DeutschlandDeutschland Deutschland 4,29 %
SerbienSerbien Serbien 2,22 %
ItalienItalien Italien 2,12 %
KosovoKosovo Kosovo 1,29 %
PortugalPortugal Portugal 0,84 %
Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina 0,80 %
KroatienKroatien Kroatien 0,79 %
MazedonienMazedonien Mazedonien 0,66 %
TurkeiTürkei Türkei 0,65 %
OsterreichÖsterreich Österreich 0,59 %
Sri LankaSri Lanka Sri Lanka 0,51 %

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

Religionen im Kanton Schwyz[Bearbeiten]

Religionszugehörigkeit
nach der Eidgenössischen Volkszählung 2000[6]
Religionsgemeinschaft absolut in Prozent
Römisch-katholisch 92'868 72,20 %
Evangelisch-reformiert 15'140 11,80 %
Konfessionslos 6331 4,90 %
Islamische Gemeinschaften 5598 4,35 %
ohne Angabe 3752 2,92 %
Orthodox 2758 2,14 %
Evangelische Freikirchen 724 0,56 %
Hinduistische Vereinigungen 429 0,33 %
Neuapostolische Kirche 343 0,27 %
Buddhistische Vereinigungen 272 0,21 %
Zeugen Jehovas 177 0,14 %
Andere christliche Gemeinschaften 136 0,11 %
übrige Religionsgemeinschaften 62 0,05 %
Jüdische Gemeinschaft 51 0,04 %
Christkatholische Kirche 46 0,04 %
Evangelisch-methodistische Kirche 17 0,01 %
Wohnbevölkerung 128'704 100,00 %

Mit 72 Prozent ist die römisch-katholische Kirche die grösste Konfession im Kanton Schwyz. Der Kanton Schwyz gehörte zu den fünf inneren katholischen Berg-Kantonen, die an den zwei Kappeler Kriegen teilnahmen. Infolge des zweiten Kappeler Landfriedens durften im Kanton Schwyz keine Angehörige anderer Konfession wohnen. Erst die Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 12. September 1848 garantierte die Religions- und Niederlassungsfreiheit. Mit der «Verfassung des eidgenössischen Standes Schwyz» vom 11. Juni 1876 wurde die vollständige Religionsfreiheit, auch für nichtchristliche Religionen, eingeführt.
Die katholische Kirche blieb bis 1957 einzige anerkannte Religionsgemeinschaft (Staatskirche) für den Kanton Schwyz. Am 27. September 1992 stimmten die Bürger des Kantons Schwyz einer Neuordnung des Verhältnisses zwischen Kirchen und Staat zu. Sie sprachen sich damit für eine Aufgabenentflechtung und die Schaffung zweier konfessionsgebundener Kantonalkirchen aus. Diese wie auch die Kirchgemeinden sind in finanz- wie steuerrechtlicher Hinsicht vom Kanton und von den Gemeinden unabhängig.

Römisch-katholische Kirche[Bearbeiten]

Die römisch-katholische Kirche ist die zahlenmässig grösste Konfessionsgemeinschaft im Kanton Schwyz. Die römisch-katholische Kantonalkirche Schwyz wurde 1998 gegründet. Sie gehört zum Bistum Chur.
Grosse Ausstrahlungskraft hat das Benediktinerkloster Einsiedeln.

Evangelisch-reformierte Kirche[Bearbeiten]

Heute leben circa 15'000 Reformierte im Kanton Schwyz, das entspricht etwa zwölf Prozent der Bevölkerung. 15,9 Prozent sind es im an Zürich orientierten Ausserschwyz, das schon um 1830 erste Reformierte ansiedeln liess. In Innerschwyz sind nur 7,7 Prozent der Bevölkerung reformiert. Die erste evangelisch-reformierte Kirchgemeinde wurde 1868 im Bezirk March gegründet. Die Kirche von Siebnen wurde 1878 eingeweiht. 1886 wurde der erste reformierte Pfarrer in Brunnen angestellt. Diese Entwicklung wurde massgeblich durch den protestantisch-kirchlichen Hilfsverein des Kantons Zürich unterstützt, der seine Aufgabe in der Förderung des evangelischen Glaubenslebens in der Diaspora sah.

Die Anerkennung der sechs evangelisch-reformierten Kirchgemeinden als öffentlich-rechtliche Körperschaft mit dem Recht Steuern einzuziehen erfolgte mit dem Kantonsratsbeschluss vom Oktober 1957. Die Gründung einer evangelisch-reformierten Kantonalkirche erfolgte 1998. Die evangelisch-reformierte Kantonalkirche Schwyz umfasst sechs evangelisch-reformierte Kirchgemeinden.

Freikirchen und andere christliche Gemeinschaften[Bearbeiten]

Gründung

  • Neuapostolische Kirche Lachen, 1931
  • Neuapostolische Kirche Immensee, 1961
  • FEG Höfe Wilen, 1977
  • FEG Lachen, 1979
  • Chrischona Arth-Goldau, 1984
  • FEG Einsiedeln, 1987
  • Chrischona Brunnen-Schwyz, 1986
  • FEG Siebnen, 1994
  • ICF Schwyz, 2011

Verfassung und Politik[Bearbeiten]

Die gegenwärtige Kantonsverfassung[7] datiert vom 24. November 2010 und ist in der Volksabstimmung vom 15. Mai 2011 angenommen worden. Sie löste die bisherige, vielfach geänderte Verfassung von 1898 ab.

Legislative[Bearbeiten]

Gesetzgebende Behörde ist der Kantonsrat mit 100 Mitgliedern. Diese werden vom Volk gemäss Verhältniswahlrecht fest auf vier Jahre gewählt, wobei jede Gemeinde einen Wahlkreis bildet.

Verfassungsänderungen, Gesetzeserlasse bzw. -änderungen sowie Ausgabenbeschlüsse über einmalige Ausgaben von mehr als 5 Millionen Franken bzw. jährlich wiederkehrende Ausgaben von mehr als 500'000 Franken, die mit weniger als drei Viertel der an der Schlussabstimmung teilnehmenden Kantonsräte angenommen worden sind, unterliegen zwingend der Volksabstimmung (obligatorisches Referendum), die übrigen Gesetzeserlasse und -änderungen dann, wenn es von 1000 Stimmberechtigten verlangt wird (fakultatives Referendum). Das Volk kann selbst Verfassungs- und Gesetzesänderungen vorschlagen, wenn 2000 Wahlberechtigte einen dahingehenden Vorschlag unterstützen (Volksinitiative).

Bei den Wahlen zum Kantonsrat erhielten die Parteien folgende Sitzzahlen:

Partei 1996 2000 2004 2008 2012 Sitzverteilung 2012
Schweizerische Volkspartei (SVP) 12 20 27 41 35
Sitzverteilung des Kantonsrats 2012
Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) 46 43 34 29 29
FDP.Die Liberalen (FDP) 29 26 24 21 23
Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) 11 11 15 9 10
Diverse 2 0 0 0 3

Der Kanton Schwyz entsendet für die Bundesversammlung zwei Vertreter in den Ständerat und vier Vertreter in den Nationalrat.

Exekutive[Bearbeiten]

Vollziehende Behörde ist der Regierungsrat, dessen sieben Mitgliedern direkt vom Volk gemäss Majorzwahl fest auf vier Jahre gewählt werden. Den Vorsitz hat der Landammann auf zwei Jahre inne, sein Stellvertreter ist der Landesstatthalter.

Nach den Gesamterneuerungswahlen von 2012 stellt die SVP 3, die CVP 2 und die FDP ebenfalls 2 Regierungsräte. Die Regierungsräte Armin Hüppin (SP) und Peter Reuteler (FDP) stellten sich nicht zur Wiederwahl. Die SP verlor ihren Sitz an die SVP und ist damit nicht mehr in der Regierung vertretern. Mit Petra Steimen-Rickenbacher (FDP) ist erstmals seit 1996 wieder eine Frau im Regierungsrat vertreten. Landammann von 2012-2014 ist Walter Stählin (SVP), Landesstatthalter ist Andreas Barraud (SVP).

Der Regierungsrat hat die Vollzugsverordnung über die Aufgaben und die Gliederung der Departemente und der Staatskanzlei revidiert und auf den 1. Juli 2008 in Kraft gesetzt. Am 28. März 2007 hatte der Kantonsrat einer Änderung der Organisationsverordnung zugestimmt und damit den Weg für eine neue Departementsstruktur freigemacht.

Departemente[Bearbeiten]

Regierungsrat Partei Departement
Petra Steimen-Rickenbacher FDP Departement des Innern
Kurt Zibung CVP Volkswirtschaftsdepartement
Walter Stählin, Landammann SVP Bildungsdepartement
André Rüegsegger SVP Sicherheitsdepartement
Kaspar Michel FDP Finanzdepartement
Othmar Reichmuth CVP Baudepartement
Andreas Barraud, Landesstatthalter SVP Umweltdepartement

Departemente seit Juli 2012[Bearbeiten]

  • Departement des Innern (RR Petra Steimen-Rickenbacher)
  • Volkswirtschaftsdepartement (RR Kurt Zibung)
  • Bildungsdepartement (LA Walter Stählin)
  • Sicherheitsdepartement (RR André Rüegsegger)
  • Finanzdepartement (RR Kaspar Michel)
  • Baudepartement (RR Othmar Reichmuth)
  • Umweltdepartement (RR Andreas Barraud)

Judikative[Bearbeiten]

In zweiter Rechtsinstanz gibt es auf kantonaler Ebene das Kantonsgericht und das Verwaltungsgericht. Erste Rechtsinstanz bilden die Bezirksgerichte, das Kantonale Straf- und Jugendgericht sowie das Zwangsmassnahmengericht. Den Bezirksgerichten als Schlichtungsbehörde vorgeschaltet sind die auf kommunaler Ebene angesiedelten Vermittler (in anderen Kantonen Friedensrichter genannt).

Gemeinden, Bezirke und Korporationen[Bearbeiten]

Im Kanton Schwyz sind sowohl die Gemeinden wie, anders als in den meisten anderen Schweizer Kantonen, die Bezirke autonome Selbstverwaltungseinheiten. Während die Gemeinden aber auch einen eigenen, vom Kanton unabhängigen Wirkungskreis haben, erfüllen die Bezirke nur solche Aufgaben, die ihnen das kantonale Recht überträgt. Sowohl Gemeinden wie Bezirken kommt das Besteuerungsrecht zu; sie setzen die Höhe ihrer Steuern selbst fest. Der Bezirk Schwyz kennt als einziger Bezirk des Kantons noch eine Landsgemeinde, an welcher der Bezirksrat und das Bezirksgericht gewählt, das Budget beraten und die Rechnung abgenommen sowie zu Handen der Urnenabstimmung die Sachgeschäfte vorberaten werden.

Durch die Verfassung öffentlichrechtlich anerkannt sind überdies die römisch-katholischen und die evangelisch-reformierten Kirchgemeinden, die sich je innerhalb der jeweiligen Kantonalkirche formieren.

Die altherkommenen Korporationen sind ebenfalls öffentlich-rechtlich anerkannt. Bürgergemeinden hingegen gibt es im Kanton Schwyz, im Gegensatz zu vielen anderen Kantonen, nicht.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Am Volkseinkommen der Schweiz ist der Kanton mit einem Anteil von 1,9 Prozent beteiligt, seine Finanzkraft liegt nur einige Prozent unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt.

Geschichte[Bearbeiten]

Städte und Orte[Bearbeiten]

Bezirkswappen des Kantons Schwyz; Schwyz, Gersau, March, Einsiedeln, Küssnacht und Höfe

Nachfolgend aufgelistet sind die grössten Gemeinden per 31. Dezember 2013:[1]

Gemeinde Einwohner
Freienbach 15'870
Einsiedeln 14'878
Schwyz 14'785
Küssnacht 12'426
Arth 11'062
Schübelbach 8761
Ingenbohl 8640
Lachen 8126
Wollerau 7078
Altendorf 6585

Bezirke[Bearbeiten]

Bezirke des Kantons Schwyz

Der Kanton Schwyz unterteilt sich in 6 Bezirke und 30 Gemeinden, wobei die Bezirke Einsiedeln, Küssnacht und Gersau jeweils nur aus der gleichnamigen Gemeinde bestehen.

Bezirk Einwohner Gemeinden
Schwyz 53'131 Schwyz, Arth, Ingenbohl, Muotathal, Steinen, Sattel, Rothenthurm, Oberiberg, Unteriberg, Lauerz, Steinerberg, Morschach, Alpthal, Illgau, Riemenstalden
Einsiedeln 14'878 Einsiedeln
Gersau 2169 Gersau
Höfe 27'884 Wollerau, Freienbach, Feusisberg
Küssnacht 12'426 Küssnacht
March 40'908 Lachen, Altendorf, Galgenen, Vorderthal, Innerthal, Schübelbach, Tuggen, Wangen, Reichenburg

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kanton Schwyz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Kanton Schwyz – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b Wohnbevölkerung im Kanton Schwyz per 31.12.2012 (PDF; 34 kB), Volkswirtschaftsdepartement, Amt für Wirtschaft, vom 15. Februar 2012, abgerufen am 26. Dezember 2013
  2. Bestand der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung nach Wohnkanton und Ausländergruppe Ende August 2013 (PDF; 132 kB). Bundesamt für Migration (BFM). Medienmitteilung vom 22. Oktober 2013. Abgerufen am 26. Dezember 2013.
  3. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt – November 2013 (PDF; 618 kB). Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO). Pressedokumentation vom 9. Dezember 2013. Abgerufen am 26. Dezember 2013.
  4. Die Schreibweise mit tz wird vom Guide du Typographe romand verwendet und ist dementsprechend häufig anzutreffen.
  5. http://www.sz.ch/documents/wohnbevoelkerung_gemeinden_herkunft_2010.pdf (abgerufen am: 6. Juni 2012).
  6. Bundesamt für Statistik: Volkszählung 2000
  7. Verfassung des Kantons Schwyz vom 24. November 2010. (PDF; 1,1 MB)