Wachauer Marille

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Blüten der Wachauer Marille

Wachauer Marille ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung für Marillen (Aprikosen) aus dem Gebiet der Wachau (Niederösterreich) und einiger in der Nähe liegenden Orten.

Mitgliedsgemeinden[Bearbeiten]

Mit dem Namen „Wachauer Marille“ dürfen gemäß EU-Regulation nur Marillen bezeichnet werden, die im Gebiet „Wachau – Krems – Mautern“ geerntet werden. Ein Verein „Wachauer Marille“ definiert das Anbaugebiet etwas großzügiger mit den Gemeinden Aggsbach-Markt, Albrechtsberg, Bergern im Dunkelsteinerwald, Droß, Dürnstein, Furth, Gedersdorf, Krems, Maria Laach, Mautern, Mühldorf, Paudorf, Rohrendorf bei Krems, Rossatz-Arnsdorf, Senftenberg, Spitz, Stratzing, Weinzierl am Walde, Weißenkirchen, Schönbühel-Aggsbach und Emmersdorf stammen.

Marillenanbau in der Wachau[Bearbeiten]

Marillenblüte in der Wachau (Oberloiben, März 2014)

Die Anbaufläche beläuft sich zur Zeit auf ca. 250 Hektar. Der Marillenanbau erfolgt überwiegend mit Rundkronen auf Meterstamm. Seltener werden die Marillen in Spindelerziehung gezogen, da die dabei notwendige Mechanisierung in der Wachau nicht überall möglich ist.

Die großen Bäume geben dem Tal der Wachau ihr typisches Aussehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name „Marille“ für Aprikosen ist bereits um das Jahr 1509 in der Wachau nachgewiesen. Im Jahre 1890 erfolgte in großem Stil die Einführung der Marille als Ertragsobst in der Wachau. Seither ist der Marillenanbau ein traditionell wichtiger Erwerbszweig dieser Region.

Seit 1996 ist der Name „Wachauer Qualitätsmarille“ eine geschützte Ursprungsbezeichnung.

Seit 2003 kümmert sich der Verein Original Wachauer Marille um die Erhaltung und Vermarktung dieser für die Wachau so typischen Frucht. Das Siegel des Vereins dürfen nur Betriebe führen, die sich verpflichten, die seit mehr als 100 Jahren in der Wachau üblichen Sorten von besonderer Qualität zu produzieren.

Sorten[Bearbeiten]

geschützte Ursprungsbezeichnung

Hauptsächlich wird die regionaltypische Sorte Klosterneuburger/Ungarische Beste angebaut. In der Wachau gedeihen weiters eine Vielzahl regionaltypischer Marillensorten, besonders handelt es sich um die Formenkreise der Kegelmarillen, Ovalmarillen/Rosenmarillen, Ananasmarillen.

Sorten in der Wachau Formenkreis
Ananas Marille Ananasmarille
Apricose von Nancy Oval-/Rosenmarille
Frühe Kremser Rosenmarille Oval-/Rosenmarille
Frühe Moorpark Oval-/Rosenmarille
Gelbe Wachauer Ananasmarille
Große Kremser Marille Oval-/Rosenmarille
Große Wahre Frühe Oval-/Rosenmarille
Klosterneuburger Marille Kegelmarille
Luizets Marille Oval-/Rosenmarille
Royal, Königliche Marille Oval-/Rosenmarille
Ungarische Beste Kegelmarille

Kennzeichnung[Bearbeiten]

Wachauer Marillen werden von Mitgliedern des Vereins „Wachauer Marille g.U.“ durch Kartons mit einer geschützten Marke gekennzeichnet. Mitglieder sind verpflichtet, dass in diesen Kartons ausschließlich Marillen aus dem Vereinsgebiet angeboten werden. Das Gebiet des Vereins umfasst auch Gebiete, die nicht zur Wachau gehören. Die Deklaration „Wachauer Qualitätsmarille“ kann jeder Anbieter verwenden, wenn die Marillen aus dem Anbaugebiet stammen – ideal ist es natürlich, beim Pfücken zuzuschauen. Geschützt ist der Produktname „Wachauer Qualitätsmarille“ für die Herkunft aus dem Gebiet Wachau-Mautern-Gebiet Krems (EU-Regulation gem. Art.5(17) Nr. 2081/92 – Nationales Ansuchen No. 1233.GR/95.)[1]

Regionale Marillenspezialitäten[Bearbeiten]

Schild in Rossatz

Die bekanntesten Produkte sind:

Aber auch Marillenkracherl, Marillenessig und Marillenchutney werden angeboten

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wachauer Marille g.U.. Eintrag Nr. 7 im Register der Traditionellen Lebensmittel des österreichischen Lebensministeriums.