Rossatz-Arnsdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rossatz-Arnsdorf
Wappen von Rossatz-Arnsdorf
Rossatz-Arnsdorf (Österreich)
Rossatz-Arnsdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Krems-Land
Kfz-Kennzeichen: KR
Hauptort: Rossatz
Fläche: 39,21 km²
Koordinaten: 48° 24′ N, 15° 30′ O48.39583333333315.504166666667225Koordinaten: 48° 23′ 45″ N, 15° 30′ 15″ O
Höhe: 225 m ü. A.
Einwohner: 1.043 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 27 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 3602 und 3621
Vorwahl: 02714
Gemeindekennziffer: 3 13 38
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rossatz 29
3602 Rossatz
Website: www.rossatz-arnsdorf.at
Politik
Bürgermeister: Erich Polz (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
13 ÖVP, 5 SPÖ, 1 FPÖ
Lage der Marktgemeinde Rossatz-Arnsdorf im Bezirk Krems-Land
Aggsbach Albrechtsberg an der Großen Krems Bergern im Dunkelsteinerwald Droß Dürnstein Furth bei Göttweig Gedersdorf Gföhl Grafenegg Hadersdorf-Kammern Jaidhof Krumau am Kamp Langenlois Lengenfeld Lichtenau im Waldviertel Maria Laach am Jauerling Mautern an der Donau Mühldorf Paudorf Rastenfeld Rohrendorf bei Krems Rossatz-Arnsdorf Schönberg am Kamp Senftenberg Spitz St. Leonhard am Hornerwald Straß im Straßertale Stratzing Weinzierl am Walde Weißenkirchen in der Wachau Krems an der DonauLage der Gemeinde Rossatz-Arnsdorf im Bezirk Krems-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Rossatz-Arnsdorf ist eine Marktgemeinde mit 1043 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Krems-Land in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Hofarnsdorf

Rossatz-Arnsdorf liegt am rechten Donauufer der Wachau in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 39,04 Quadratkilometer. 78,6 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende neun Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Bacharnsdorf (37)
  • Hofarnsdorf (93)
  • Mitterarnsdorf (175)
  • Oberarnsdorf (187)
  • Rossatz (368)
  • Rossatzbach (95)
  • Rührsdorf (117)
  • St. Johann im Mauerthale (3)
  • St. Lorenz (23)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Mitterarnsdorf, Oberarnsdorf, Rossatz und Rührsdorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs.

Urgeschichte und Antike[Bearbeiten]

Von einer Besiedelung schon in der Steinzeit (bis etwa 2500 v. Chr.) zeugen Bodenfunde wie Hockergräber, Steinbeile und Keramik. Auch aus der jüngeren Eisenzeit (4. Jahrhundert v. Chr.) wurde ein Keltengrab gefunden.

Die Ruine des römischen Wachturms von Bacharnsdorf

Während der Römerzeit gehörte das Gebiet zur Provinz Noricum. Entlang der Donau verlief die Grenze des Reichs. Belegt sind zwei Wachtürme des Limes aus dem 3. Jahrhundert, deren Reste von Mitarbeitern des Bundesdenkmalamtes restauriert wurden - einer in Bacharnsdorf (Burgus Bacharnsdorf) (links das Bild dazu) und einer in Rossatzbach (siehe Burgus Bacharnsdorf); aus dem 1. Jahrhundert wurden keltorömische Grabhügel („Sieben Gräber“) gefunden.

7. bis 15. Jahrhundert[Bearbeiten]

Rossatz[Bearbeiten]

Im 7. und 8. Jahrhundert bestand eine slawische Siedlung am Steilabfall zur Donau. Neben Bodenfunden erinnern daran heute noch Orts- und Flurnamen mit slawischen Wurzeln.

Anfang des 9. Jahrhunderts schenkte Kaiser Karl der Große das Gebiet der Benediktinerabtei St. Michael in Metten. Die erste urkundliche Erwähnung als „Rosseza“ datiert um etwa 985.

Ab dem 11. Jahrhundert stand der Ort im Besitz der Babenberger und wurde bis zum 13. Jahrhundert planmäßig ausgebaut. 1258 ist ein Richter urkundlich erwähnt. Im 15. Jahrhundert verlieh Kaiser Friedrich III. Rossatz das Marktrecht.

Im 16. Jahrhundert bis etwa 1630 war Rossatz protestantisch.

Ab dem 15. Jahrhundert hatte der Ort öfter wechselnde adelige Inhaber; 1768 wurde er mit der Herrschaft Mautern der Grafen Schönborn-Puchheim vereinigt.

Seit etwa 1170 gibt es urkundliche Zeugnisse für den Weinbau in dem Gebiet. Nach Ankauf der ehemals herrschaftlichen Grundstücke nach Aufhebung der Erbuntertänigkeit gründeten die Rossatzer 1859 die Wald- und Gutsgenossenschaft (jetzt Agrargemeinschaft).

1626 und 1886 wurde Rossatz durch Brände verwüstet.

1971/71 wurden die Gemeinden Mitter- und Oberarnsdorf eingemeindet.

Arnsdorf[Bearbeiten]

Bach-, Ober- und Mitterarnsdorf standen von 860 bis 1803/06 im Besitz des Erzbistums Salzburg.

Rührsdorf[Bearbeiten]

Das Gebiet von Rührsdorf befand sich seit 823 im Besitz des Bistums Passau und von 1732 bis 1848 der Grafen Schönborn-Puchheim. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes, in dem verschiedene Stifte Weingärten besaßen, stammt von 1083.

Religionen[Bearbeiten]

Nach der Volkszählung vom 15. Mai 2011 waren 91,1 % der Bevölkerung römisch-katholisch, 2,2 % evangelisch und 2,5 % Muslime. Auf andere Bekenntnisse entfielen weniger als 1 %. 2,9 % waren ohne religiöses Bekenntnis.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung von
1971 gab es 1172 Einwohner.
1981 hatte die Marktgemeinde 1189 Einwohner,
1991 waren es 1127 und im Jahr
2001 besaß die Gemeinde 1197 Einwohner.
2011 lebten 1120 Menschen in der Marktgemeinde, was den geringsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen darstellt.

Politik[Bearbeiten]

  • Bürgermeister der Marktgemeinde ist Erich Polz, Amtsleiter Robert Schütz.
  • Im Gemeinderat gibt es bei insgesamt 19 Sitzen nach der Gemeinderatswahl 2010 folgende Mandatsverteilung: ÖVP 13, SPÖ 5, FPÖ 1, andere keine Sitze.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche hl. Jakob d. Ä. in Rossatz
Filialkirche hl. Lorenz in St. Lorenz. Im Hintergrund Weißenkirchen in der Wachau.
Filialkirche hl. Johannes der Täufer in St. Johann im Mauerthale. Rechts der barocke „Johannesbrunnen“ mit dem schindelgedeckten Glockenhelm.
  • Pfarrkirche hl. Jakob d. Ä. in Rossatz: Ein Sakralbau mit einem dreischiffigen basilikalen Langhaus, das im Kern spätromanisch ist (1. Viertel des 14. Jahrhunderts) und einem mächtigen, vorgestellten gotischen Westturm. Der zweijochige Chor stammt aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts und hat ein Kreuzrippengewölbe auf Konsolen. Die Einrichtung ist überwiegend neugotisch.[2]
  • Filialkirche hl. Lorenz in St. Lorenz: Eine romanische Chorquadratkirche, die an die Südseite eines römischen Burgus angebaut wurde.
  • Filialkirche hl. Johannes der Täufer in St. Johann im Mauerthale: Ein Kirchenbau aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Musik[Bearbeiten]

In der Marktgemeinde gibt es zwei Blasmusikkapellen, die Trachtenkapelle Rossatz und den Musikverein Arnsdorf.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Orte der Marktgemeinde sind über die Aggsteiner Straße am rechten Donauufer miteinander sowie mit Krems an der Donau und Melk verbunden. Die Rollfähre Spitz–Arnsdorf und die Rollfähre Weißenkirchen–St. Lorenz stellen in den wärmeren Monaten die Verbindung zum linken Donauufer her.

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 39, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 127. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 493. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 42,35 Prozent.

Rossatz-Arnsdorf ist die größte Marillenanbaugemeinde Österreichs und eine bedeutende Weinbaugemeinde im Weinanbaugebiet Wachau südlich der Donau.

Rupertiwinzer: Im Gedenken an die 1000-jährige Verbindung (ca. 800–1803) der Weltkulturerbestätten Arnsdorf in der Wachau und Salzburg, die mit einer Schenkung Kaiser Karls an den damaligen Erzbischof Arno begann, und anlässlich der 200. Wiederkehr der Säkularisierung des Fürsterzbistums Salzburg im Jahr 1803 formierten sich im Jänner 2003 zehn Weinhauer aus Arnsdorf zu den „Rupertiwinzern“. Der Name beruht auf dem Hl. Rupert (Gedenktag 24. September), der zugleich Kirchenpatron der Pfarrkirche Hofarnsdorf ist und 1. Bischof von Iuvavum (Salzburg) war.

Die Rupertiwinzer sind eine Vereinigung von Weinbaubetrieben, die mit ihren besten Qualitäten gemeinsam bei Präsentationen und Verkostungen auftreten, um den Arnsdorfer Wein national und international bekannter zu machen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Herwig Friesinger, Friedrich Krinzinger: Der römische Limes in Österreich. Führer zu den archäologischen Denkmälern. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-2618-2, S. 203–207.
  • 1000 Jahre Rossatz. Festschrift. 985–1985. Malek, Krems an der Donau, 1985.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rossatz-Arnsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Bundesdenkmalamt (Hg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich, südlich der Donau, Teil 2. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, Seite 1866f, ISBN 3-85028-365-8