Krems an der Donau

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Krems an der Donau
Wappen von Krems an der Donau
Krems an der Donau (Österreich)
Krems an der Donau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Statutarstadt
Kfz-Kennzeichen: KS
Fläche: 51,61 km²
Koordinaten: 48° 25′ N, 15° 37′ O48.41083333333315.610277777778203Koordinaten: 48° 24′ 39″ N, 15° 36′ 37″ O
Höhe: 203 m ü. A.
Einwohner: 24.085 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 467 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 3500, 3506 (Krems-Süd)
Vorwahl: 02732, 02739 (Krems-Süd)
Gemeindekennziffer: 3 01 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Obere Landstraße 4
3500 Krems
Website: www.krems.gv.at
Politik
Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ)
Gemeinderat: (2012)
(40 Mitglieder)
16
15
3
2
2
2
16 15 
Von 40 Sitzen entfallen auf:
Lage der Statutarstadt Krems an der Donau
Bezirk Amstetten Bezirk Baden (Niederösterreich) Bezirk Bruck an der Leitha Bezirk Gänserndorf Bezirk Gmünd Bezirk Hollabrunn Bezirk Horn Bezirk Korneuburg Krems an der Donau Bezirk Krems-Land Bezirk Lilienfeld Bezirk Melk Bezirk Mistelbach Bezirk Mödling Bezirk Neunkirchen St. Pölten Bezirk Sankt Pölten-Land Bezirk Scheibbs Bezirk Tulln Bezirk Waidhofen an der Thaya Waidhofen an der Ybbs Wiener Neustadt Bezirk Wiener Neustadt-Land Bezirk Wien-Umgebung Bezirk Wien-Umgebung Bezirk Wien-Umgebung Bezirk Wien-Umgebung Bezirk ZwettlLage des Bezirks Krems an der Donau im Bundesland Niederösterreich (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Eindrücke aus Krems und Stein 2008 (Video)

Krems ist mit 24.085 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) die fünftgrößte Stadt Niederösterreichs und liegt 70 km westlich von Wien. Als Statutarstadt erfüllt sie sowohl die Aufgaben einer Gemeinde als auch eines Bezirks, darüber hinaus ist sie Verwaltungssitz des Bezirks Krems-Land. Die Stadt ist heute Handelsstadt, Kulturstadt, Schul- und Universitätszentrum.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Krems liegt im Donautal und zwar im östlichen Randbereich der Wachau und am Südabbruch des Waldviertels. Wagram und Tullnerfeld schließen im Osten an. Im gegenüberliegenden Donaubereich erstreckt sich der Dunkelsteinerwald. Am rechten Donauufer liegt das bereits seit römischer Zeit besiedelte Mautern.

Krems liegt auf einer Höhe von 203 m ü. A., der tiefste Punkt im Gemeindegebiet sind die Steinplatten bei Hollenburg (189 m), der höchste liegt mit ca. (545 m) in der Nähe von Scheibenhof.[1]

Panorama Krems: links Piaristenkirche Krems, rechts Pfarrkirche St. Veit, ganz rechts Turmspitze der Bürgerspitalkirche; Im Hintergrund: Mitte Kraftwerk Theiß, rechts Kraftwerk Dürnrohr, ganz rechts am Berg die Wetterkreuzkirche (Stadtteil Hollenburg)
Panorama des Stadtteiles Stein – gesehen von Mautern. Mitte, etwas nach rechts ehemalige Frauenbergkirche, Pfarrkirche Hl. Nikolaus, nach den Pappeln ehemalige Minoritenkirche.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima in Krems bildet ein Übergangsklima mit ozeanischen Einflüssen aus dem Westen sowie kontinentalen Einflüssen aus dem Osten. Dies zeigt sich in vergleichsweise hohen Temperaturschwankungen, mit warmheißen Sommern und kühlen Wintern. Die im Bezugszeitraum 1971-2000 höchste gemessene Temperatur betrug 36,8 °C im Juni und die tiefste -22.8 °C im Januar. Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt 9,4 °C, dabei ist der Juli mit durchschnittlich 19,5 °C der wärmste Monat und mit -0,6 °C der Januar der kälteste. Mit etwa 500 l/m² weist Krems eine sehr geringe Jahresniederschlagsmenge auf, der österreichische Durchschnitt beträgt ca. 1100 l/m². Insgesamt ist das Klima in Krems und Umgebung sehr gut für Weinbau geeignet.

Krems an der Donau
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
17
 
3
-3
 
 
21
 
5
-3
 
 
27
 
10
1
 
 
38
 
15
5
 
 
58
 
21
9
 
 
80
 
23
12
 
 
80
 
26
14
 
 
62
 
26
13
 
 
46
 
20
10
 
 
28
 
15
5
 
 
34
 
8
1
 
 
25
 
4
-2
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: http://www.zamg.ac.at/fix/klima/oe71-00/klima2000/klimadaten_oesterreich_1971_frame1.htm
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Krems an der Donau
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,1 5,1 10,2 15,3 20,6 23,3 25,8 25,5 20,4 14,5 7,5 3,7 Ø 14,6
Min. Temperatur (°C) -3,2 -2,5 0,8 4,5 9,0 12,0 13,8 13,4 9,7 4,9 0,8 -2,1 Ø 5,1
Temperatur (°C) -0,6 0,8 4,9 9,3 14,6 17,6 19,5 18,9 14,3 8,9 3,7 0,7 Ø 9,4
Niederschlag (mm) 17,3 21,0 27,4 37,5 58,2 80,2 79,8 62,0 45,5 28,3 33,6 24,9 Σ 515,7
Sonnenstunden (h/d) 1,8 3,2 4,1 5,5 7,1 7,1 7,7 7,6 5,2 3,9 1,8 1,4 Ø 4,7
Regentage (d) 5,0 5,1 5,8 6,5 9,0 9,9 9,6 8,4 6,9 5,0 7,2 6,0 Σ 84,4
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,1
-3,2
5,1
-2,5
10,2
0,8
15,3
4,5
20,6
9,0
23,3
12,0
25,8
13,8
25,5
13,4
20,4
9,7
14,5
4,9
7,5
0,8
3,7
-2,1
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
17,3
21,0
27,4
37,5
58,2
80,2
79,8
62,0
45,5
28,3
33,6
24,9
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadtteile von Krems
Die Westansicht vom Stadtteil Stein

Siehe auch: Liste der Stadtteile von Krems an der Donau

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 12 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[2]):

  • Angern (176)
  • Brunnkirchen (233)
  • Egelsee (1000)
  • Gneixendorf (780)
  • Hollenburg (426)
  • Krems an der Donau (13982)
  • Landersdorf (887)
  • Lerchenfeld (2066)
  • Rehberg (1801)
  • Scheibenhof (92)
  • Stein an der Donau (2299)
  • Thallern (290)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Angern, Egelsee, Gneixendorf, Hollenburg, Krems, Landersdorf, Rehberg, Scheibenhof, Stein, Thallern und Weinzierl bei Krems.

Zur Katastralgemeinde Krems gehört der dicht bewohnte Stadtteil Mitterau, erst in der Zwischenkriegszeit ist der Stadtteil Lerchenfeld – auch Standort der VOEST Krems – entstanden.

Stadtteile
  • I. Innenstadt
  • II. Weinzierl
  • III. Mitterau
  • IV. Stein
  • V. Egelsee
  • VI. Rehberg
  • VII. Am Steindl
  • VIII. Gneixendorf
  • IX. Lerchenfeld
  • X. Krems-Süd

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

An Krems grenzen (von Norden im Uhrzeigersinn) Stratzing, Langenlois, Rohrendorf bei Krems, Gedersdorf, Traismauer, Nußdorf ob der Traisen, Paudorf, Furth bei Göttweig, Mautern an der Donau, Dürnstein und Senftenberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 2005 wurde bei Ausgrabungen am Wachtberg ein 27.000 Jahre altes Kindergrab gefunden. Bei diesen aus der Eiszeit stammenden Funden handelt sich um die älteste bekannte Grabstätte in Österreich. In den Lössablagerungen hat sich die Grabstelle gut erhalten. Die beiden bestatteten Säuglinge wurden mit einem Schulterblatt eines Mammuts bedeckt. Es sind auch noch Grabbeigaben erhalten.[3] Ebenso spektakulär war der Fund im Zuge von archäologischen Grabungen bei Krems-Rehberg: das bisher älteste Kunstwerk Österreichs, die Fanny vom Galgenberg, eine 32.000 Jahre alte Frauenstatuette. Das Original der zierlichen Figur wird im Naturhistorischen Museum gemeinsam mit der Venus von Willendorf, die übrigens einige tausend Jahre jünger ist, präsentiert.

Mittelalter[Bearbeiten]

Stadtansicht aus dem 17. Jahrhundert

Die ältesten Niederlassungen im Raum Krems-Stein wurden nicht dauerhaft bewohnt. Auch im frühen Mittelalter vertrieben kriegerische Auseinandersetzungen die Siedler immer wieder. Neueste Funde von Slawensiedlungen gerade in Krems und Stein lassen auf eine Siedlungskontinuität der Slawen seit dem 7. Jahrhundert schließen. Mit der Schlacht auf dem Lechfeld 955 stabilisierten sich die Verhältnisse, die Kolonisation im Auftrag bayrischer und Salzburger Klöster und Stifte setzte verstärkt ein. Für Krems und Stein ist gesichert, dass ab dem 10. Jahrhundert rasch und kontinuierlich Kaufmanns- und Verwaltungsstützpunkte rund um den Hohen Markt in Krems und die Kirchensiedlung am Frauenberg in Stein errichtet wurden. Aus 995 ist die älteste Urkunde mit dem Namen Krems (orientalis urbs quae dicitur Cremisa) erhalten.[4] Südlich der Donau wird der heutige Stadtteil Hollenburg bereits in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 860 erwähnt. 1014 wurde die Pfarre Krems gegründet und in den Jahren 1130–1190 war Krems Münzstätte der ältesten babenbergischen Münzprägung. Vor 1200 wurde Stein zur landesfürstlichen Zollstätte. Aus 1305 ist das älteste geschriebene Stadtrecht überliefert, das aber bereits aus babenbergischer Zeit stammen dürfte. Die beiden Siedlungsräume Krems und Stein waren damals zwar in der Natur getrennt, doch über ein gemeinsames Stadtrecht und die gemeinsame Verwaltung verbunden. Ein rasches Wachstum, sowohl von der Wirtschaftskraft als auch räumlich, kennzeichnet diesen Abschnitt der Stadtgeschichte. Im Rahmen der von Herzog Albrecht V. 1421 mit Edikt angeordneten Wiener Gesera wurde die jüdische Gemeinde in Krems so wie in 16 weiteren landesfürstlichen Orten, darunter auch Herzogenburg, vernichtet.

Am 1. April 1463 verlieh Kaiser Friedrich III. der Stadt Krems ein neues Stadtwappen, das heute noch gültig ist. Es zeigt einen bewehrten, rot-bezungten goldenen Doppeladler mit über den Köpfen schwebender Kaiserkrone auf schwarzem Grund. Außerdem erhielt Krems das Privileg für den Bau einer Donaubrücke. Um 1470 wurde die Bürgerspitalskapelle errichtet, die im Türsturz des Portals den Wahlspruch Kaiser Friedrich III. A.E.I.O.U., mit der Jahreszahl 1470 in gotischen Ziffern zeigt.

1447 wurde die Kremser Hauerinnung St. Paul, der ältesten Hauerinnung im deutschsprachigen Raum, erstmals urkundlich erwähnt.

Neuzeit[Bearbeiten]

Im 16. Jahrhundert war Krems ein Zentrum der Reformation, getragen von den wohlhabenden Fernhandelskaufleuten und den einkommensstarken Handwerkern. Ende des Jahrhunderts war Krems fast zu 100 Prozent evangelisch, die Gegenreformation schlug jedoch mit voller Härte zu. Viele Kirchen und Profanbauten sind Zeugen der hohen Wirtschaftskraft und der kirchlichen Reformstreitigkeiten. Am Ende siegten die Katholiken, dazu kam eine wirtschaftliche Katastrophe, ausgelöst durch einen verheerenden Stadtbrand: 1645 wurde die Stadt im Dreißigjährigen Krieg nach einjähriger Belagerung von den Schweden erobert und anschließend von den kaiserlichen Truppen rückerobert, wobei die Hälfte der Häuser beschädigt oder zerstört wurde. Das Kapuzinerkloster zwischen den beiden Städten Krems und Stein (Kloster „Und“) wird 1612 gegründet; nach einem Brand 1656 wird es wieder aufgebaut. Im Jahr 1756 wird Martin Johann Schmidt Bürger von Stein. Der letzte große Barockmaler Österreichs lebt und arbeitet hier bis zu seinem Tod im Jahr 1801.

In der Schlacht von Dürnstein (11. November 1805) vor den Toren von Stein besiegten die österreichisch-russischen Truppen die Franzosen unter Mortier, dennoch wurde der 3. Koalitionskrieg nach der Schlacht bei Austerlitz verloren.

1849/50 werden die beiden Städte Krems und Stein im Zuge der Verwaltungsreformen getrennt – diese Trennung blieb bis zum Jahr 1938 bestehen.

1872 wird die Stadt Krems an das Bahnnetz angeschlossen. Die Holzbrücke über die Donau wird 1897 durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Brücke wird durch zufällig vorhandene Elemente ergänzt, heute ist sie ein Kulturdenkmal der bewegten Geschichte der Doppelstadt. Außerdem wird die Bahnverbindung Krems – St. Pölten nach der Fertigstellung der Kremser Eisenbahnbrücke geschaffen.

Am 19. Juni 1933 wurde von zwei Nationalsozialisten im Allauntal ein Handgranatenüberfall auf eine Gruppe von christlich-deutschen Wehrturnern verübt. 30 Turner wurden dadurch verletzt, davon 17 schwer und einer lebensgefährlich; ein Turner starb an den Folgen des Anschlags. In der Folge wurde ein Betätigungsverbot für die österreichische „NSDAP – Hitlerbewegung“, ihre Neben- und Unterorganisationen und den Steirischen Heimatschutz erlassen. Im Zusammenhang damit wurden am 21. Juni auch 43 „deutschvölkische“ Turnvereine behördlich aufgelöst. Zudem wurde die Todesstrafe am 10. November 1933 wieder eingeführt und am 8. Juli 1934 auch auf Sprengstoffanschläge ausgeweitet. Ein Gedenkstein wurde 1938 entfernt und nicht wieder angebracht.[5]

Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Das Jahr 1938 bedeutete auch in der Stadtgeschichte einen gravierenden Einschnitt. Verfolgung und Vertreibung der jüdischen Mitbürger, das Kriegsgefangenenlager Stalag 17 B (die Vorlage für Billy Wilders Film Stalag 17 in Gneixendorf), wehrwirtschaftliche Interessen am Industrieausbau in Lerchenfeld waren nur einige der Auswirkungen und Folgen des Nationalsozialismus.

Unter Einschluss von 14 Gemeinden (Krems*, Stein*, Egelsee*, Mautern, Oberrohrendorf, Unterrohrendorf, Landersdorf*, Gneixendorf*, Rehberg*, Palt, Furth, Brunnkirchen*, Thallern* und Stratzing) der Umgebung wurde in der NS-Zeit „Groß-Krems“ geschaffen. Die ersten Bauprojekte, die realisiert wurden, sind der Kremser Hafen, ein Stahlwerk und der Stadtteil Lerchenfeld, danach ist der Ausbau von Krems zur Gauhauptstadt von Niederdonau kriegsbedingt eingestellt worden. Da aus diesem Grund auch das geplante Gauforum nicht gebaut werden konnte, sind die Verwaltungseinrichtungen nicht nach Krems übersiedelt, sondern in Wien verblieben. (*heute noch Stadtteil von Krems)

Im gleichen Jahr wurde Krems mit Bescheid des Innenministeriums zur Statutarstadt erhoben. Am 2. April 1945 erfolgte der einzige Bombenangriff auf Krems, der massive Schäden im Gebiet des Bahnhofes verursachte und offiziell 108 Tote forderte (die genaue Zahl konnte wegen der Flüchtlingskolonnen aus dem Osten, die sich durch die Stadt bewegten, nicht ermittelt werden).

Im Zuge des Massakers im Zuchthaus Stein wurden am 6. April 1945 229 durchwegs politische Häftlinge sowie fünf Justizwachebeamte durch Einheiten der Schutzpolizei, des Kremser Volkssturms, der Wehrmachtsgarnison und der Waffen-SS erschossen. In den folgenden Tagen setzte im Stadtgebiet von Krems und Umgebung eine regelrechte Jagd auf weitere freigelassene Gefangene ein. 61 wiederergriffene Häftlinge wurden am 7. April auf dem Friedhof von Hadersdorf am Kamp Opfer eines Erschießungskommandos der Waffen-SS.[6]

Zweite Republik[Bearbeiten]

Blick auf die Altstadt von Krems

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte viele Erfolge, darunter den Ausbau des Kremser Hafens als Ergebnis der steigenden Bedeutung des Donauweges und, verbunden damit, eine moderne und leistungsfähige Industrie. Die Errichtung der Landesakademie und die Gründung der Donau-Universität Krems sowie eine aktive Rolle im Kulturgeschehen des Landes führten zu weiterem Wachstum von Krems im ausgehenden 20. Jahrhundert. Vielfältige Veranstaltungen und Festivals, darunter das Musikfestival Glatt und Verkehrt, das NÖ Donaufestival oder die Erfolge der Kunsthalle Krems mit internationalen Großausstellungen bestätigen den Weg. Unter der Dachmarke Kunstmeile Krems vereinen sich unter anderem das Karikaturmuseum, eine Artothek, das Forum Frohner und viele weitere Einrichtungen. 2000 werden die Altstädte von Krems und Stein gemeinsam mit der Wachau zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt.

Siehe auch: Geschichte Niederösterreichs.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Stadtpfarrkirche St. Veit

Religionen[Bearbeiten]

Die Religionszugehörigkeit der Kremser Wohnbevölkerung setzt sich laut Volkszählung 2001 wie folgt zusammen:

römisch-katholisch: 74,1 %
ohne Bekenntnis: 13,6 %
islamisch: 04,0 %
evangelisch: 03,0 %
orthodox: 01,3 %
Sonstige bzw. keine Angabe: 04,4 %

In Krems gibt es sechs katholische Pfarren, die zur Diözese St. Pölten gehören: Krems - St. Veit, Krems - St. Paul, Krems - Lerchenfeld, Stein, Rehberg, Egelsee und Hollenburg. Pfarrkirchen in anderen Ortsteilen werden von nahe liegenden Pfarrämtern mitbetreut. Weitere Religionsgemeinschaften mit Kirchengebäuden sind unter anderem: die Evangelische Pfarrgemeinde mit der Heilandskirche von Otto Bartning, die Altkatholische Kirchengemeinde und die Rumänische Baptistengemeinde.[7]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Magistrat der Stadt Krems
Stadtteil Stein


Politik[Bearbeiten]

Liste der Bürgermeister der Stadt Krems an der Donau

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2012[8]
Wahlbeteiligung: 62,63 %
 %
50
40
30
20
10
0
37,89 %
(+0,40 %p)
36,15 %
(-10,12 %p)
7,98 %
(+2,13 %p)
6,92 %
(+2,70 %p)
5,03 %
(+1,16 %p)
4,73 %
(n. k.)
1,30 %
(+0,10 %p)
2007

2012

Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
f Unabhängige Bürger Krems
g Franz Stieger Gerechtigkeit für Krems

Von den 40 Mandaten des Gemeinderats entfallen auf Grund der Gemeinderatswahl von 2012 auf die SPÖ 16 Sitze, auf die ÖVP 15 Sitze, auf die FPÖ drei Sitze und je zwei Sitze auf die KLS (Kommunisten und Linkssozialisten), auf die Grünen und auf die UBK (Unabhängige Bürger für Krems).[9]

Stadtsenat[Bearbeiten]

Der Stadtsenat besteht aus folgenden Mitgliedern:[10]

  • Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ)
  • 1. Vizebürgermeister Wolfgang Derler (ÖVP)
  • 2. Vizebürgermeister Gottfried Haselmayer (SPÖ)
  • StR Wolfgang Chaloupek (SPÖ)
  • StR Werner Friedl (FPÖ)
  • StR Eva Hollerer (SPÖ)
  • StR Albert Kisling (SPÖ)
  • StR Erwin Krammer (ÖVP)
  • StR Alfred Scheichel (SPÖ)
  • StR Alice Schopper (ÖVP)
  • StR Anna Wegl (ÖVP)

Wappen, Farben und Siegel[Bearbeiten]

Wappen Krems an der Donau.jpg

Fahne der Stadt Krems

Wappenbeschreibung:
Ein rot-bezüngter goldener Doppeladler mit über den Häuptern schwebender Kaiserkrone auf schwarzem Grund.
Die Fahne der Stadt Krems ist schwarz-gold. Die Farben der Stadt sind ebenfalls schwarz-gold. Das Amtssiegel des Magistrates weist das Wappen und die Umschrift Magistrat der Stadt Krems a. d. Donau auf.
Steinertor auf einer Münze

Am 1. April 1463 verlieh Kaiser Friedrich III. der Stadt Krems ein neues Stadtwappen, das heute noch gültig ist.

Das älteste bekannte Siegel der Stadt mit der Umschrift SIGIL(LUM).CIVIUM.IN.CHREMS ist aus der Zeit Ottokar von Böhmens, also um Jahr 1250 belegt. 1318 und 1453 erhielt die Stadt nachweislich neue Siegel.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Krems unterhält mit den folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Die Partnerschaft wurde in den Gremien 1971 beschlossen. Sie wurde aber erst 1972 abgeschlossen. Daher wird in Böblingen 1972 als Beginn der Städtepartnerschaft geführt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die größten Industrie- und Gewerbebetriebe sind die VOEST Alpine Krems Finaltechnik, die Fa. Eybl International AG und Eybl Austria GmbH (Autozubehör, Textilien), die Fa. Dynea Austria (chemische Industrie: Kunstharze und Leime) sowie die Brantner Gruppe. Mit dem Technopol Krems (für Medizinische Biotechnologie) gibt es eine Institution an der Schnittstelle Wirtschaft, Forschung und Ausbildung.[11]

Stadtversorgung[Bearbeiten]

Kraftwerk Theiss

Im Osten der Stadt liegt die Kläranlage des Gemeindegebietes. Weiter östlich befindet sich das überregional bedeutende Dampfkraftwerk Theiß der EVN, das neben der Stromerzeugung die Stadt und die Gemeinde Gedersdorf mit Fernwärme durch die EVN Wärme versorgt.

Verkehr[Bearbeiten]

Krems ist ein Verkehrsknotenpunkt der sich durch seine Lage an Donau und den Nebentälern ergibt.

Krems ist Endpunkt zweier Schnellstraßen: der S5 (Stockerauer Schnellstraße) zum Knoten Stockerau an der A22 und der S33 (Kremser Schnellstraße) zum Knoten Sankt Pölten an der A1. Die Donau Straße B3 führt in die Wachau und weiter nach Oberösterreich, die Kremser Straße B37 führt in das Waldviertel nach Zwettl. Die L100 führt über die Mauterner Donaubrücke und durch Furth/Paudorf nach Sankt Pölten. Die Langenloiser Straße B218 führt von Krems über den Kremser Flugplatz nach Langenlois und in das Kamptal, die Retzer Straße B35 vom Knoten Krems-Nord nach Retz.

Für den ruhenden Verkehr stehen in der Innenstadt sieben Parkhäuser mit etwa 2750 Stellplätzen zur Verfügung.

Durch Krems führt der bekannteste Radweg Österreichs, der Donauradweg. Dieser führt von Donaueschingen über Passau nach Krems und weiter nach Wien. Siehe auch: Liste der Donaubrücken

Schifffahrt[Bearbeiten]

Große Bedeutung hat auch der Donauhafen, der neben Wien und Linz zu den größten in Österreich zählt.

Der Hafen besitzt eine 40- und 50-Tonnen Kranbrücke sowie einen Getreideterminal mit Silolagerung. Außerdem besitzt der Kremser Hafen eine Schleuse die vor Hochwasser schützt und bei Bedarf geschlossen werden kann. Der Gesamtumschlag im Jahr 2005 beträgt 2.889.643 Tonnen.

Neben dem Kremser Hafen gibt es noch den Yachthafen, den Behördenhafen und vier Anlegestellern für Ausflugsschiffe im Stadtteil Stein.

Die Schiffstation Krems ist Ausgangspunkt vieler Besichtigungs- und Themenfahrten in die Wachau, aber auch nach Wien und Linz. So fahren die DDSG Blue Danube, die Nostalgie Tours Krems und Brandner Schifffahrt in Krems ab. Seit Eröffnung des Rhein-Main-Donau-Kanals fahren auch französische und niederländische Schiffe in der Bedarfsschifffahrt.

Der Hafen verfügt auch über Anlagen, die ihn auch bei langanhaltender Kälteperiode eisfrei halten kann. Dabei wird Luft in sechs Meter Tiefe in das Wasser eingeblasen.[12]

Luftverkehr[Bearbeiten]

Der Flugplatz Krems hat eine 904 Meter lange Asphaltpiste, die für Flugzeuge bis 5 Tonnen geeignet ist. Außerdem sind 4 Hangars mit 2400 m² Stellfläche vorhanden.

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]

Hauptgebäude des Kremser Bahnhofes

Der Bahnhof Krems ist ein Bahnknotenpunkt. Er ist der Endpunkt einer elektrifizierten Abzweigung der Franz-Josefs-Bahn und Ausgangspunkt der nicht elektrifizierten Strecken in die Wachau (Donauuferbahn; eröffnet 1909) und über die Kremser Eisenbahnbrücke nach St. Pölten Hauptbahnhof (Kremser Bahn; eröffnet 1879). Einige Züge der in Hadersdorf am Kamp abzweigenden Kamptalbahn fahren in Krems ab.

Busverkehr[Bearbeiten]

Krems ist der Knotenpunkt von drei Wieselbus-Linien (C,E,F) die St. Pölten mit verschiedenen Regionen Niederösterreichs verbinden. Außerdem ist Krems Bahnhof Ausgangspunkt mehrerer Buslinien der ÖBB Postbus GmbH ins Waldviertel und in die Wachau und der Wachaulinien, die an sieben Tagen (auch an Sonn- und Feiertagen) in der Woche von den Firmen Zuklinbus und Pichelbauer im Stundentakt (WL 1, Nordufer) oder im zwei Stundentakt (WL 2, Südufer) bedient werden. Zusätzlich betreibt die landeseigene Verkehrsgesellschaft NÖVOG an Wochenenden und Feiertagen - im Sommerhalbjahr - die Wachaubahn als Erlebniszug.

In der Stadt verkehren vier städtische Buslinien der Stadtwerke Krems, die alle am Bahnhof ihren Endpunkt haben:

  • Linie 1: Bahnhof – Stein – Bahnhof
  • Linie 2: Bahnhof – Mitterau – Bahnhof
  • Linie 3: Bahnhof – Lerchenfeld – Bahnhof
  • Linie 4: Bahnhof – Rehberg – Turnerberg – Bahnhof

Zusätzlich halten auch die regionalen Postbusse und Wachaulinien in Krems-Stein und anderen Stadtteilen.

Als Ergänzung zu den klassischen öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es in Krems auf der Wachau-Linie 4 ein Rufbusservice.[13]

Soziale Infrastruktur[Bearbeiten]

Gesundheitswesen

Krems beherbergt das Landesklinikum Krems mit 472 Betten, 11 bettenführenden Abteilungen, fünf Instituten und 1008 Bedienstete (172 Ärzte, 573 Pflege, 163 Sonstige). Der in Krems stationierte Rettungshubschrauber Christophorus 2 wurde am 1. September 1983 in Dienst gestellt und fliegt im Jahr etwa 1000 Einsätze. In Krems gibt es sechs Apotheken sowie eine Bezirksstelle des Österreichischen Roten Kreuzes, die den Rettungsdienst übernimmt.

Polizei
Gerichtsgebäude in Krems
Justizanstalt Stein

In Krems befinden sich die Außenstelle des Landeskriminalamtes NÖ sowie das Bezirkspolizeikommando Krems im Stadtteil Mitterau neben dem Finanzamt. Zudem ist in dem Gebäude die Autobahnpolizeiinspektion Krems untergebracht.

Dadurch, dass die Donau das Stadtgebiet von Krems durchfließt, existiert auf dem Schutzdamm, in der Nähe der Feuerwache, die Strompolizeiinspektion Krems mit dazugehörigem Behördenhafen (z.T. Pionierübungsplatz des Bundesheeres). Die Strompolizei Krems besitzt 2 Polizeiboote (Krems und Archimedes) sowie 4 Einsatzfahrzeuge.

In demselben Gebäude wie die Strompolizei ist auch die Wasserstraßendirektion – Mitte (kurz:WSD) sowie die Strom- und Hafenbehörden untergebracht.

Justiz

In Krems befindet sich ein Landesgericht, das für die Waldviertler Region zuständig ist, sowie ein Bezirksgericht für den Bezirk Krems-Land und die Stadt Krems.

In Krems gibt es zwei Justizanstalten:

Feuerwehr

Als Folge der Eingemeindungen in den 1960er und 1970er Jahren kam es im Gegensatz zu den meisten anderen Feuerwehren in Niederösterreich auch zu Fusionen bei den Feuerwehren, daher hat Krems lediglich eine einzige Freiwillige Feuerwehr – diese hat aber mit über 500 freiwilligen Mitgliedern auch eine dementsprechende Größe. Die Feuerwehr Krems ist auf Grund ihrer für Freiwillige Feuerwehren untypische Größe auf mehrere Wachen im gesamten Gemeindegebiet verteilt. Die wesentliche Aufteilung: Feuerwehrkommando, 3 Bereichskommandanten (Bereich NORD, Bereich MITTE, Bereich SÜD), 11 Züge mit 22 Gruppen.

  • Hauptwache (größte Feuerwache der Feuerwehr, Mitterau Abfahrt S5) I., II., III. und IV. Zug
  • FW Stein (kleinste Feuerwache, im Ortsteil Stein gelegen) V. Zug
  • FW Rehberg (im Ortsteil Rehberg) VI. Zug
  • FW Gneixendorf (im Ortsteil Gneixendorf) VII. Zug
  • FW Egelsee (im Ortsteil Egelsee) VIII. Zug
  • FW Hollenburg (im Ortsteil Hollenburg) IX. Zug
  • FW Thallern (im Ortsteil Thallern) X. Zug
  • FW Angern (im Ortsteil Angern) XI. Zug

Alle Spezialfahrzeuge (30 m Drehleiter, 70 t Kran, Wechselladefahrzeuge, Schadstofffahrzeug, Atemluftfahrzeug), sowie der größte Pool an aktiven Einsatzkräften (4 Züge) ist in der Hauptwache konzentriert. Ferner stehen in den Feuerwachen Rehberg, Egelsee, Hollenburg sowie Angern Tanklöschfahrzeuge bzw. Kleinlöschfahrzeuge mit integriertem Wassertank.

Bedingt durch die exponierte Lage an der Donau existiert für die Stadt Krems ein mobiler Hochwasserschutz, eine Stahlträger/Alubalkenkonstruktion die eine Überflutung der tieferliegenden Stadtteile verhindern soll. Dieser ist am Feuerwehrgelände in einem eigenen Hochwasserschutzlager deponiert. Der Aufbau erfolgt nach vorgegebenen Alarmplänen des Magistrates. Die Information der Bevölkerung zu aktuellen Donau-Wasserständen, Kremsfluss-Pegel, Hochwasserwarnungen wie auch laufende Informationen im Krisenfall erfolgt.

Die Feuerwehr Krems wurde 1861 als erste Turnerfeuerwehr in Österreich gegründet und ist die älteste Feuerwehr in Niederösterreich. Im Jahr 1969 war die Feuerwehr Krems Veranstalter der IV. Internationalen Feuerwehrwettkämpfe. Landesfeuerwehrleistungsbewerbe wurden viermal in den Jahren 1952, 1961, 1986 und 2011 ausgerichtet.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

BRG Ringstraße
  • 12 öffentliche Kindergärten

Allgemeinbildende Schulen:

Zweige: Ökologie, Musik
Zweige: Mediendesign (Informatik), naturwissenschaftlicher Zweig, musikalische Zweige und bildnerischer Zweig

Berufsbildende Schulen:

Weinbauschule und Weinmanagement Krems
  • HTBL Krems
Zweige: Hochbau, Tiefbau, Sanierungstech., Kolleg, Informationstech. und Fachschule
  • Tourismusschulen – HLF Krems
Zweige: Fachschule, Kolleg, Tourismusmanagement und Reisewirtschaft, Hotel und Dienstleistungsmanagement
  • HLA/HLW Krems
Zweige: Mode und Wirtschaft
  • BHAK/BHAS Krems
Zweige: HAS, Vino-Hak, IT-HAK, Global-HAK und Management-HAK
Zweige: Fachschule, Weinmanagement, Vino-Hak
  • Bildungszentrum Wachau – Schule für Gesundheits- und Krankenpflege
  • 1 Polytechnische Schule

Hochschulen und Universitäten:

Campus Krems

Weitere Bildungseinrichtungen:

Sportvereine[Bearbeiten]

Krems, am linken Ufer der Donau
  • Kremser SC (Fußball)
  • ESV Vorwärts Krems (Fußball)
  • SV Raika Rehberg (Fußball)
  • 1.FC Union Stein (Fußball)
  • SV Donau Hollenburg (Fußball)
  • KSK Austria Krems (Kegeln)
  • Union Handballklub Krems (Handball)
  • KEV Eagles (Eishockey)
  • WSV VÖEST Alpine Krems (Tennis, Tischtennis, Kegeln, Schach, Stockschiessen, Ski und Philatelie)
  • ULV Krems (Leichtathletik)
  • Rugby Club Krems (Rugby Union)
  • Union Badminton Krems (Badminton)
  • Sportunion Krems (Turnen)
  • ÖTB Turnverein Krems 1862 (Turnen)
  • RSC Krems (Radsport)
  • 1.TSGK Krems, Union Tanzsportclub Krems (Tanzen)
  • Union Formations- und Tanzsportclub Völker (Tanzen, Formationstanzen)
  • Paintball Sport Verein Tribune (OPBL Staatsmeister 2006)
  • Alpenverein Sektion Krems (Klettern)
  • ACU Krems, Athletenklub Union Krems (Gewichtheben)
  • Judoklub Krems (Judo)
  • Aikido Krems (Aikido)
  • Steiner Ruderclub (Rudern)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Krems an der Donau

Altstadt von Krems[Bearbeiten]

Steiner Tor – Das Wahrzeichen der Altstadt Krems
Gozzoburg
Rathaus in der Landstraße
Steiner Landstraße

Die Altstadt von Krems gehört zum UNESCO-Welterbe Kulturlandschaft Wachau, das im Jahr 2000 anerkannt wurde.

Das Wahrzeichen der Stadt Krems ist das Steiner Tor, das im Jahr 2005 aufwendig restauriert wurde.

Sowohl im Stadtteil Krems als auch im Stadtteil Stein sind geschlossene Altstadtbestände vorhanden. Da sich in den letzten 50 Jahren der Hauptschwerpunkt des Handels und Gewerbes in den Stadtteil Krems beziehungsweise die Einkaufszentren am östlichen Ostrand der Stadt zurückgezogen hat, ist der Stadtteil Stein baulich weitgehend unverändert geblieben. Die kleingewerblichen Nutzungen sowie die kleinen Handelsbetriebe sind jedoch zum großen Teil verschwunden.

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Initiativen unternommen, den Stadtteil Stein und das zwischen Krems und Stein gelegene ehemalige Kloster Und zu beleben. Besonders sind die Kunsthalle Krems (mit wechselnden Ausstellungen, Schwerpunkt zeitgenössische Kunst) sowie das Karikaturmuseum Krems (permanente Ausstellung der Künstler Manfred Deix und des Architekten-Karikaturisten Gustav Peichl (Ironimus) sowie Sonderschauen), ein Literaturhaus sowie örtliche Initiativen hervorzuheben.

Historische Gebäude[Bearbeiten]

Krems[Bearbeiten]

  • Bürgerspitalkirche: Die Kirche wurde 1470 unter Friedrich III. erbaut und liegt an der Oberen Landstraße im Zentrum von Krems. Der Hochaltar stammt von 1860/82, geschaffen von Johann Bernhard Grabenberger mit den Statuen der Heiligen Nikolaus und Wolfgang von Matthias Schwanthaler.
  • Dominikanerkirche und -kloster: 1236 wurde den Dominikanern in Krems ein Bauplatz geschenkt, kurz danach der Bau begonnen. Das Kloster wurde später barock ausgestaltet und 1785 aufgehoben. Heute ist dort das museumkrems untergebracht.
  • Donauuniversität: Seit Oktober 2005 sind am Campus Krems Universität, IMC Fachhochschule Krems, Krenek-Stiftung und Österreichische Filmgalerie vereint. Teils in einer ehemaligen Tabakfabrik, großteils in den Neubauten am Campus von Dietmar Feichtinger untergebracht.
  • Göglhaus: Das Haus mit einzigartigen Wandmalereien am Täglichen Markt hat über dem Hauptportal einen gotischen Kapellenerker.
  • Gozzoburg: Frühgotisches Profangebäude mit bemerkenswerten Fresken und Kapellen, nach dem Stadtrichter Gozzo benannt. Als Wohnsitz und Kommunalgebäude ist dieses Gebäude für seine Zeit einzigartig nördlich der Alpen. 2006/2007 generalsaniert.
  • Großes Sgraffitohaus: in der Margarethenstraße, bildreiche Fassade, zeigt Szenen aus dem Alten Testament, den Äsopschen Fabeln und Alltags-Szenen.
  • Heilandskirche errichtet 1912, ein Frühwerk des Architekten Otto Bartning.
  • Jesuitenkollegium- und -gymnasium: 1616 gegründet, 1871 Staatsgymnasium, heute Sitz des Piaristengymnasium Krems und der IMC-Fachhochschule Krems.
  • Jüdischer Friedhof: an der Wienerstraße im Osten der Stadt gelegen; der letzte von insgesamt drei jüdischen Friedhöfen. In Krems gab es bis zur Vertreibung 1421 eine sehr bedeutende Judengemeinde. Danach siedelten sich erst wieder im 19. Jahrhundert Juden in Krems an.[14]
  • Karikaturmuseum Krems: von Gustav Peichl geplant und 2001 eröffnet, liegt gegenüber der Kunsthalle.
  • Kloster Und: Profaniertes Kloster im Westen von Krems. Sehenswerte Fresken von Daniel Gran. Das Kloster war später unter anderem ein Truppenspital und ist heute ein Veranstaltungsraum und Restaurant.
  • Kunsthalle Krems: ist im ehemaligen Tabakfabriksgebäude neben der Justizanstalt am Franz-Zeller-Platz untergebracht. Die Adaptierung zum Ausstellungshaus erfolgte 1994/95 nach Plänen von Adolf Krischanitz. Hauptgebäude der Kunstmeile Krems.
  • Piaristenkirche: Im 11. Jahrhundert erstmals erwähnt, im 16. Jahrhundert großteils neu errichtet. Gilt als „kleine Schwester des Wiener Stephansdomes“. Die barocke Innenausstattung enthält eine große Anzahl von Werken des bedeutenden Malers des österreichischen Barocks, Martin Johann Schmidt, genannt Kremser Schmidt. Daran angebaut ist der Frauenbergturm: Stadtturm, früher Sitz des Türmers, des Feuerwächters.
  • Pulverturm: Der Turm wurde 1477 erbaut, er diente später als Batterieturm, Teil der Stadtbefestigung.
  • Rathaus: Markanter Bau in der Oberen Landstraße hin zum Pfarrplatz aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Die barock gegliederte Fassade trägt an der Südwestecke einen markanten Erker aus 1548. 1549 erhielt das Rathaus eine zweischiffige Halle, die von der Nordseite, vom Pfarrplatz aus zu erreichen ist.
  • Stadtpfarrkirche:[15] Geht zurück auf eine Schenkung eines Bauplatzes durch Kaiser Heinrichs II. von 1014. An den Vorgängerbau des frühen 12. Jahrhunderts, eine romanische Basilika mit niedrigem Turm erinnert der Unterbau des Turmes an der Südseite. Erst 1178 wurde der Heilige Veit (Vitus) als Titelheiliger der Kirche genannt. Im Zuge der Gegenreformation wurde der Neubau der Pfarrkirche eines der Symbole des Sieges der Katholiken. Die heutige Inneneinrichtung stammt aus dem 18. Jahrhundert. Martin Johann Schmidt schuf die fünf Deckenfresken
  • Steinertor: Das Tor ist als einziges von vier Stadttoren erhalten geblieben. Es enthält viele Inschriften und Bilder, wie A.E.I.O.U. (Kaiser Friedrichs III.), Doppeladler mit dem Buchstaben M(aria). T(heresia), rot-weiß-roter Bindenschild und der Steirische Panther bildeten das Wappen der Stadt von 1453–1463, Doppeladler gekrönt mit der Kaiserkrone in den Farben schwarz-gold. Es ist das Wahrzeichen der Stadt Krems.

Stein[Bearbeiten]

Das Rathaus von Stein
  • Ehemalige Frauenbergkirche: gotischer Bau des 14. Jahrhunderts, nach Restaurierung 1963–1965 als Denkmal der Gefallenen der beiden Weltkriege gewidmet.
  • Göttweigerhofkapelle: Kapelle des ehemaligen Wirtschaftshofs des Benediktinerstiftes Göttweig mit Kapelle und gotischen Fresken, datiert um 1300.
  • Großer Passauerhof: Erstmals 1263 genannt, Zehenthof des Bischofs von Passau, Bau in heutiger Erscheinung zwischen 1550 und 1600 aus drei Einzelhäusern zusammengefasst.
  • Haus der Regionen, das ehemalige Gasthaus Zum Goldenen Elephanten, Steiner Donaulände, 1721 erstmals schriftlich belegt.
  • Kremser Tor: Östlicher Abschluss der mittelalterlichen Stadtbefestigung zur Stadt Krems hin. Erbaut um 1470.
  • Linzer Tor: 1477 erbaut (Tafel mit gotischen Ziffern an der Außenseite eingemauert), im 18. Jahrhundert verändert.
  • Mauthaus: Beeindruckende Freskendekorierung aus der Renaissance, dürfte das Wohnhaus des Brückenmautners gewesen sein, nicht aber das Mauthaus selbst. Dieses befand sich außerhalb des Linzertores im Westen der Stadt.
  • Mazettihaus: Schürerplatz; benannt nach seinem Erbauer; war Wohnhaus Ludwig Ritter von Köchels (geb. 1800 in Stein), des Verfassers des Mozartverzeichnisses.
  • Ehemalige Minoritenkirche: 1264 geweiht, heute Veranstaltungsraum Klangraum Krems und Museen (Forum Frohner, Ernst Krenek Forum, Kunstraum Stein) im anliegenden Klostergebäude.
  • Pfarrkirche Hl. Nikolaus: Spätgotisch, datiert Ende 14./Ende 15. Jahrhundert, enthält mehrere Werke des Kremsers Schmidt.
  • Salzstadl: Salzlagergebäude aus dem 16. Jahrhundert, Stein war auf Grund eines kaiserlichen Privilegs der Umschlagplatz des donauabwärts verschifften bayerischen und Salzburger Salzes für die Länder des nördlichen Mitteleuropas wie etwa Böhmen, Mähren, Schlesien usw.
  • Steiner Rathaus: ab 1701 als Rathaus der Stadt Stein genutzt, Fassade aus 1779 von Johann Michael Ehmann.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche und Ruine Rehberg im Winter
  • Schloss Wolfsberg: Schloss im Stadtteil Angern.
  • Ruine Bertholdstein im Stadtteil Hollenburg, neben der S33.
  • Ruine Altrehberg im Kremstal, auf einem Hügel mitten in Rehberg.
  • Wasserhof: Schloss im Stadtteil Gneixendorf nördlich von Krems.
  • Beethovenhaus, ehemaliger Trautingerhof: Gneixendorf, Schlossstraße 19; hier hielt sich Ludwig van Beethoven kurz vor seinem Tod auf.
  • Donauwarte am Braunsdofer Berg

Moderne Architektur[Bearbeiten]

  • St.-Paul-Kirche: Grundsteinlegung 1977, freistehender Glockenturm.
  • Kremser Bahnhofplatz: Er wurde von 1995 bis 1997 von Boris Podrecca, Fritz Göbl und Michelangelo Pistoletto umgestaltet. Dabei wurden die Verkehrsbänder in die Mitte des Platzes verlegt, um an beiden Seiten größere Fußgängerbereiche zu schaffen.
  • Forum Frohner: 2007 im Garten des ehemaligen Minoritenklosters Krems-Stein von Fritz Göbl.

Theater[Bearbeiten]

  • Glatt & Verkehrt (Festival)
  • Szene Bunte Wähne

Museen[Bearbeiten]

Museum Krems in der Dominikanerkirche
Kunsthalle
Egon Schiele: Stein an der Donau, 1913

Innerhalb der Kunstmeile ist auch die Österreichische Filmgalerie angesiedelt, die sehr eng mit dem Österreichischen Filmmuseum und dem Filmarchiv Austria in Laxenburg zusammenarbeitet.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten]

Der Weinbau hat in Krems und Umgebung eine große wirtschaftliche Bedeutung. Krems wird als die Weißweinhauptstadt von Österreich bezeichnet. Im Magistratsbereich der Stadt Krems wurden 2006 961 ha Weingärten bewirtschaftet (Österreich 48.557 ha, 1999).

Wichtige Rebsorten von Krems:

Weißweinsorten (87 %):

Grüner Veltliner, Riesling, Müller Thurgau, Neuburger, Weißburgunder, Chardonnay, Muskateller, Frühroter Veltliner, Roter Veltliner, Sauvignon Blanc

Rotweinsorten (13 %):

Zweigelt (Blaufränkisch x St. Laurent), St. Laurent, Blauer Burgunder, Blauer Portugieser, Merlot, Cabernet Sauvignon

Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Weinbau sind im Raum Krems deutlich erkennbar. Das belegen langfristige Aufzeichnungen an der Weinbauschule Krems.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Englisch u. a.: Der Kremser Wein und die klösterlichen Lesehöfe, Hrsg. v.d. Weinbruderschaft Krems, 1995
  • Ernst Englisch: Krems. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 3, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2004, ISBN 3-7001-3045-7.
  • Franz Eppel: Die Wachau – Nibelungen- und Strudengau, Verlag St. Peter, 1975, ISBN 3-900173-02-8
  • Franz Eppel: Das Waldviertel, Seine Kunstwerke, Verlag St. Peter, 1966.
  • Gerhard Jagschitz (Hrsg.): Stein 6. April 1945. Das Urteil des Volksgerichts Wien (August 1946) gegen die Verantwortlichen des Massakers im Zuchthaus Stein. Bundesministerium für Justiz, Wien 1995, ISBN 3-901142-24-X.
  • Hans Frühwirth: Die Doppelstadt Krems-Stein. Kulturamt der Stadt Krems, Krems 2000, ISBN 3-9501219-0-0.
  • Hans Frühwirth: Ihre Liebe galt Krems. Kulturamt der Stadt Krems, Krems 1997, ISBN 3-901664-01-9 (formal falsche ISBN).
  • Anton Kerschbaumer: Geschichte der Stadt Krems. Verlag Josef Faber, Krems 1885.
  • Ernst Kalt: Krems – Einst und Jetzt, Handel & Gewerbe. 2-teilig, Eigenverlag Ernst Kalt, Krems 1987 und 1988.
  • Ernst Kalt: Krems – Einst und Jetzt, 1000 Jahre Stadtentwicklung. Eigenverlag Ernst Kalt, Krems 1995.
  • Eduard Kranner: Krems – Antlitz einer alten Stadt. 2.Auflage, Verlag Josef Faber, Krems 1979.
  • Harry Kühnel: Krems an der Donau (Deutsche Lande – Deutsche Kunst). München/Berlin 1968
  • Harry Kühnel, Franz Schönfellner (Hrsg.): 1000 Jahre Krems, Dachs-Verlag, Wien 1995, ISBN 3-224-17613-X.
  • Kurt Preiß: Von der Befreiung zur Freiheit, Hrsg. v. Verein f. Geschichte der Arbeiterbewegung in Krems, 1997
  • Rupert Schweiger: Zauber der Architektur, Doppelstadt Krems-Stein und Mautern, Verlag NÖ-Pressehaus, 1993 ISBN 3-85326-992-3
  • Robert Streibel: Plötzlich waren sie alle weg, Verlag Picus, 1991, ISBN 3-85452-223-1
  • Robert Streibel: Die Stadt Krems im Dritten Reich, Verlag Picus, 1993, ISBN 3-85452-248-7
  • Gozzoburg – Stand der Dinge (Schrift zur Eröffnung der Gozzoburg September 2007), Bundesdenkmalamt, Horn 2007
  • Helga Schönfellner-Lechner/Günther Buchinger: Der Wappensaal der Domus Gozzonis in Krems. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege. Heft 4, 2008.
  • Franz Schönfellner: Krems und Stein, Bibliothek der Provinz, Weitra 2008, ISBN 978-3-85252-847-2.
  • Franz Schönfellner: Krems und Stein - das Tor zur Wachau, Schnell+Steiner, Regensburg, 2008, ISBN 978-3-7954-6730-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krems an der Donau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alpenverein, https://www.alpenverein.at/schwanenstadt/av_sektion_schwanenstadt/OeAVs_interesantes/_Berge/h_niederoesterreich.php
  2. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  3. 30.000 Jahre alte Säuglingsbestattungen im eiszeitlichen Löss von Krems-Wachtberg auf ORF Science abgerufen am 24. November 2008
  4. Kaiser Otto III. gibt dem Bischof Gotesschalch von Freising Sechs Königshufen in Ulmerfeld zu Tausch. Urkunde Nr. 170 in: Theodor Sickel (Hrsg.): Diplomata 13: Die Urkunden Otto des II. und Otto des III. (Ottonis II. et Ottonis III. Diplomata). Hannover 1893, S. 581–582 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  5. Gerhard Zeillinger: „Starb für Österreich.“ In: Die Presse.com vom 20. Juni 2008.
  6. siehe Jagschitz, Gerhard (Hg.): Stein, 6. April 1945. Das Urteil des Volksgerichts Wien (August 1946) gegen die Verantwortlichen des Massakers im Zuchthaus Stein. Bundesministerium für Justiz/Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 1995
  7. Eine Aufzählung aller Religionsgemeinschaften in Krems findet man auf der Website der Stadt.
  8. http://www.krems.at/wahlen/html/gemeinderatswahlen/grwahl2012.asp
  9. [1] NÖN-Online abgefragt am 8. Oktober 2012.5:32.
  10. [2]
  11. Technopol Krems (Abgerufen am 6. November)
  12. Kälte behindert Schiffsverkehr auf ORF-NÖ vom 6. Februar 2012 abgerufen am 6. Februar 2012
  13. Umgesetzte kleinräumige Mobilitätsangebote in NÖ. Amt der NÖ Landesregierung. Abgerufen am 5. August 2014.
  14. Geschichte der Juden in Krems
  15. Dom der Wachau - Stadtpfarrkirche Krems St. Veit
  16. Dichand-Gefährte "Bibi" Dragon wird 80. 42 Jahre führte er als Chefredakteur die "Krone" bevor er im Jahr 2001 beim Zeitungszaren in Ungnade fiel.
  17. Dragon, Friedrich