Weißenkirchen in der Wachau

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Weißenkirchen in der Wachau
Wappen von Weißenkirchen in der Wachau
Weißenkirchen in der Wachau (Österreich)
Weißenkirchen in der Wachau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Krems-Land
Kfz-Kennzeichen: KR
Fläche: 23,34 km²
Koordinaten: 48° 24′ N, 15° 28′ O48.39777777777815.47224Koordinaten: 48° 23′ 52″ N, 15° 28′ 12″ O
Höhe: 224 m ü. A.
Einwohner: 1.432 (1. Jän. 2013)
Bevölkerungsdichte: 61 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3610
Vorwahl: 02715
Gemeindekennziffer: 3 13 51
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 32
3610 Weißenkirchen in der Wachau
Website: www.weissenkirchen-wachau.at
Politik
Bürgermeister: Anton Bodenstein (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
13 ÖVP-WG, 4 SPÖ, 2 FPÖ
Lage der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau im Bezirk Krems-Land
Aggsbach Albrechtsberg an der Großen Krems Bergern im Dunkelsteinerwald Droß Dürnstein Furth bei Göttweig Gedersdorf Gföhl Grafenegg Hadersdorf-Kammern Jaidhof Krumau am Kamp Langenlois Lengenfeld Lichtenau im Waldviertel Maria Laach am Jauerling Mautern an der Donau Mühldorf Paudorf Rastenfeld Rohrendorf bei Krems Rossatz-Arnsdorf Schönberg am Kamp Senftenberg Spitz St. Leonhard am Hornerwald Straß im Straßertale Stratzing Weinzierl am Walde Weißenkirchen in der Wachau Krems an der DonauLage der Gemeinde Weißenkirchen in der Wachau im Bezirk Krems-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Weißenkirchen in der Wachau gesehen von Süden
Weißenkirchen in der Wachau gesehen von Süden
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Weißenkirchen in der Wachau ist eine Marktgemeinde mit 1432 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2013) im Bezirk Krems-Land in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Weißenkirchen in der Wachau liegt im Waldviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 23,28 Quadratkilometer. 63,06 % der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Joching (178)
  • St. Michael (25)
  • Weißenkirchen in der Wachau (916)
  • Wösendorf in der Wachau (313)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Joching, St. Michael, Weißenkirchen und Wösendorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Markt Weißenkirchen 1701 auf einem Gemälde im Fürstengang Freising

Um 830 wurde das linke Donauufer von erstmals als „Wahowa“ (Wachau) bezeichnet. Bereits 1258 wurde der Ort in einer Urkunde des Albero von Kuenring als Liechtenchyrchen bezeichnet. In karolingischer Zeit wird für das Kloster Niederaltaich in einer Urkunde aus dem Jahre 830 Weingartenbesitz in Weißenkirchen und Wösendorf angeführt. 1070 wird Weißenkirchen in einer Schenkungsurkunde an das Benediktinerkloster Weihenstephan erwähnt, Besitzungen der Bischöfe von Freising. Die Benediktinerabtei Michaelbeuern erhielt 1138 durch eine Schenkung der Gräfin Ita von Burghausen Weingärten in Weißenkirchen.

Im 12. bis 14. Jahrhundert finden sich spärliche Aufzeichnungen über Weißenkirchen. Das hat seine Ursache darin, dass größere Besitzungen des Klosters Tegernsee in Weißenkirchen meist unter der Bezeichnung „Distrikt Wachau“ erwähnt werden. Zu diesem Distrikt gehören die Orte St. Michael, Wösendorf, Joching und Weißenkirchen. Seit mindestens 1256 hat das von Hadmar von Kuenring gestiftete Kloster Zwettl (1137) Besitzungen (Weingärten) in Weißenkirchen und Wösendorf.

Leutold I. von Kuenring gründete 1289 das Clarissinnenkloster Dürnstein. In der Stiftungsurkunde werden Weingärten in Weißenkirchen erwähnt. 1325 erwirbt das Kloster Kremsmünster Weingartenbesitz in Weißenkirchen. 1414 gründete Hans von Neidegg das Paulinerkloster Unterranna und übertrug diesem Weingartenbesitz in Weißenkirchen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1494 Einwohner. In den letzten Jahrzehnten verringerte sich die Bevölkerung stets.

Jahr Bevölkerung
1971 1672
1981 1601
1991 1563
2001 1494

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Anton Bodenstein, Amtsleiter Christian Tauber. Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 13, SPÖ 4, FPÖ 2.(Stand 2010)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Ort wird dominiert von der mächtigen gotischen Wehrkirche aus dem 14. Jahrhundert, die auch namensgebend ist und deren stattlicher Turm 1531 zum Schutz gegen die Türken erbaut wurde. Im Inneren mischen sich Spätgotik und Barock.

Sehenswert sind auch der prächtige aus der Renaissance stammende Teisenhoferhof (Fertigstellung 1542), der heute das Wachaumuseum, eine Außenstelle des NÖ. Landesmuseums, und das Weinbaumuseum beherbergt, sowie die an der Donau gelegenen drei Salzstadeln aus dem 17. Jahrhundert, die zu früheren Zeiten das nahe gelegene nördliche Waldviertel mit dem „weißen Gold“ (=Salz) versorgt haben.

Zwei Kilometer stromaufwärts, in der Katastralgemeinde St. Michael, befindet sich die gleichnamige Wehrkirche aus der Zeit um 1500. Die Pfarre St. Michael ist noch 500 Jahre älter und gilt als älteste Pfarre der Wachau.

Ortszentrum von Weißenkirchen mit der Wehrkirche Mariae Himmelfahrt.
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Weißenkirchen in der Wachau

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 72, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 196. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 702. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 50,06 %.

Rollfähre Weißenkirchen–St. Lorenz[Bearbeiten]

Rollfähre bei Weißkirchen in der Wachau, kurz vor dem Anlegen in Weißenkirchen

In Weißenkirchen quert eine Rollfähre die Donau, nach St. Lorenz i.d. Wachau. Sie verkehrt nur in der Sommersaison.[2]

Weinbau[Bearbeiten]

Weißenkirchen ist einer der wichtigsten und bedeutendsten Weinbauorte der Wachau nördlich der Donau. Angebaut werden hauptsächlich Grüner Veltliner und Riesling. Zu den besten und bekanntesten Rieslinglagen gehören die Rieden Achleiten, Klaus und Steinriegl. Die älteste der urkundlich erwähnten Rieden (aus dem 13. Jahrhundert) heißt Ritzling.

Wehrkirche St. Michael

Tourismus[Bearbeiten]

Mit über 14.000 Touristen pro Jahr und rund 40.900 Nächtigungen[3] ist der Fremdenverkehr, wie auch in der gesamten Region Wachau, zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige Weißenkirchens geworden. Zusammenschlüsse von touristischen Betrieben wie die ARGE 100% Wachau dienen der Stärkung der Region und des Ortes Weißenkirchen.

Hochwasserschutz[Bearbeiten]

Nachdem Weißenkirchen wie viele Orte im Jahr 2002 beim Donauhochwasser verheerende Schäden davontrug, wurde beschlossen, einen Hochwasserschutz zu errichten. Dieser musste aber mit den Weltnaturerbevorschriften koordiniert werden. Aus diesem Grund wurde eine mobile Lösung auf einer Länge von über drei Kilometer Länge errichtet. Dieser Schutz, der innerhalb von einigen Stunden aufgebaut werden kann, ist zum Errichtungszeitpunkt der größte in Österreich und soll den Ort vor einem Pegel von maximal elf Meter schützen. Fertiggestellt wurde er mit einem Kostenaufwand von 27 Millionen Euro im Februar 2010.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Donaufähren Wachau, wachauerbahn.at (pdf)
  3. Tourismus in Weissenkirchen. Website von Weissenkirchen in der Wachau.
  4. Wachau: Hochwasserschutz um 27 Millionen auf ORF-NÖ vom 6. März 2010 abgerufen am 6. März 2010

Weblinks[Bearbeiten]