Wettelsheim
48.97978055555610.8811417Koordinaten: 48° 58′ 47″ N, 10° 52′ 52″ O
| Wettelsheim
Stadt Treuchtlingen
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|---|---|
| Höhe: | 417 m |
| Einwohner: | 1500 |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 |
| Postleitzahl: | 91757 |
| Vorwahl: | 09142 |
Wettelsheim ist der größte Ortsteil der Stadt Treuchtlingen im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen in Bayern. Es liegt am Rand des Hahnenkammes in der Südlichen Frankenalb. Zu Wettelsheim gehören die Ortschaft Falbenthal sowie die Einöden Dornmühle, Kellerhaus, Ziegelmühle und Zollmühle.
Inhaltsverzeichnis |
Lage [Bearbeiten]
Wettelsheim liegt im Naturpark Altmühltal zwischen Bubenheim und Windischhausen, rund 4 km südlich von Markt Berolzheim und rund 2,5 km nördlich von Treuchtlingen. Es ist von ausgedehnten Mischwäldern und den Altmühlwiesen umgeben. Südlich befinden sich die Zwillingsberge Patrichberg (590,0 m) und Viersteinberg (600,2 m), nordwestlich liegt der Berolzheimer Wald. Durch den Ort verlaufen die Rohrach, deren Steinbrücken dem Ortsbild einen besonderen Charakter verleihen und der Erlach, die nördlich von Wettelsheim in die Altmühl münden. Südwestlich von Wettelsheim liegt im Rohrachtal seit 1989 das 4,45 Hektar große Naturschutzgebiet Rohrachmäander bei Wettelsheim.[1]
Verkehr [Bearbeiten]
Die Hauptstraßen des Ortes sind die Kreisstraße WUG 5 und die Staatsstraße 2230. Ebenfalls durch den Ort läuft der Altmühltal-Panoramaweg. An Wettelsheim vorbei führt die Bahnstrecke Treuchtlingen–Würzburg. Die Ortschaft hatte einen eigenen, mittlerweile stillgelegten Bahnhof mit zwei durchgehenden Hauptgleisen, der 1869 eröffnet wurde. Der Bahnhof Treuchtlingen ist ca. 4 km entfernt. Dorthin führt eine Buslinie.
Geschichte [Bearbeiten]
Das Gebiet um Wettelsheim ist seit langer Zeit besiedelt. Davon zeugen Siedlungen der Römerzeit[2], des Neolithikum[3], mehrere Villa rustica,[4] Siedlungen der Hallstattzeit und der Urnenfelderzeit, Körpergräber der Bronzezeit und des frühen Mittelalters und ein Einzelfund eines neolithischen Steinbeils.[5]
Der wohl im 5. / 6. Jahrhundert entstandene Ort wird erstmals 1044 in einer Schenkungsurkunde des Kaisers Heinrich III. urkundlich erwähnt. Er wurde unter anderem von den Marschällen aus Pappenheim, dem Kloster Wülzburg zu Weißenburg und nach dem Dreißigjährigen Krieg von den Hohenzollern verwaltet. 1757 bis 1791 ließ der Markgraf von Ansbach im Ortszentrum die heutige Christuskirche erbauen. Bis zur Gemeindegebietsreform, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, war Wettelsheim eine selbstständige Gemeinde.[6] 2001 gewann das Dorf Silber im Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft.
Wirtschaft / Infrastruktur [Bearbeiten]
Wettelsheim ist landwirtschaftlich geprägt, besitzt jedoch auch einen vergleichsweise hohen Anteil an Gewerbe, Industrie und infrastrukturellen Einrichtungen. Der Hauptarbeitgeber ist die Brauerei Strauß, besser bekannt unter den Namen Brauerei Wettelsheimer Bier. Sie wurde 1797 gegründet und gehört seit 1874 der Familie Strauß.[7]
Mehr als 20 Vereine zeugen von einem regen Dorfleben.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Kirche St. Martin [Bearbeiten]
Die evangelische Friedhofskirche St. Martin wurde im 11. Jahrhundert durch Gundekar II. geweiht. Sie stammt in ihrer Grundstruktur aus dem 14. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert begannen die Herren von Leubelfing aus Falbenthal, die Kirche als Grablege zu nutzen.[8] Der Saalraum besitzt ein eingezogenes Chor; der Westturm ist gedrungen und wird von einem Zeltdach gekrönt. Ein Ausbau der Kirche fand im 15. Jahrhundert sowie im Jahr 1656 statt.[9]
Christuskirche [Bearbeiten]
Die evangelische Christuskirche wurde unter Leitung des markgräflichen Landbauinspektors Johann David Steingruber von 1756 bis 1757 anstelle einer alten Marienkapelle erbaut. 1866 wurde sie wegen Baufälligkeit unter dem Baumeister Gustav Renner neuaufgebaut. Der polygonale Kirchturm wird von einem Spitzhelm gekrönt und befindet sich westlich des quergerichteten Kirchensaals. Östlich davon liegt die Sakristei und die Orgelempore.[10] Die Kirchenorgel wurde 1515 vom Abt des Klosters Wülzburg gestiftet und stammt von Sebastian Dayg aus Nördlingen. Hinter der Kirche befinden sich Überreste von Mauern und Gräben des Amtshofes aus dem 15. oder 16. Jahrhundert.[11]
Ortssammlung Wettelsheim [Bearbeiten]
Die Ortssammlung Wettelsheim zeigt seit 1957 die Geschichte von Wettelsheim. Ausgestellt werden Bestände an Keramik aus Wettelsheimer Töpfereien aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Ausstellungsschwerpunkte sind weiterhin das bäuerliche Leben, Handwerk und Brauchtum.[12]
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Georg Burckhardt (1539-1607), deutscher Professor für Rhetorik und Logik an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen.
- Johannes IV. Burckhardt (1538-1598), Abt der Klöster Münsterschwarzach und Banz
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Beschreibung des Naturschutzgebietes Rohrachmäander bei Wettelsheim
- ↑ BayernViewer-denkmal: Siedlung der Römerzeit bei Wettelsheim
- ↑ BayernViewer-denkmal: Siedlung des Neolithikums bei Wettelsheim
- ↑ BayernViewer-denkmal: Villa Rustica
- ↑ BayernViewer-denkmal: Siedlungen der Hallstattzeit, Körpergräber des frühen Mittelalters und Einzelfund eines neolithischen Steinbeils bei Wettelsheim
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 477.
- ↑ Wettelsheimer-Bier.de
- ↑ Beschreibung der Martinskirche auf pointoo.de
- ↑ Beschreibung der Martinskirche auf BayernViewer-denkmal
- ↑ Beschreibung der Christuskirche auf pointoo.de
- ↑ Beschreibung der Christuskirche auf BayernViewer-denkmal
- ↑ Die Ortssammlung Wettelsheim
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