Wilder Strom

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Filmdaten
Deutscher Titel Wilder Strom
Originaltitel Wild River
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1960
Länge 105 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Elia Kazan
Drehbuch Paul Osborn
Produktion Elia Kazan
Musik Kenyon Hopkins
Kamera Ellsworth Fredericks
Schnitt William Reynolds
Besetzung

Wilder Strom (Originaltitel: Wild River) ist ein US-amerikanischer Spielfilm von Regisseur Elia Kazan aus dem Jahr 1960. Für das Drehbuch adaptierte Paul Osborn Erzählungen von Borden Deal (Dunbar’s Cove) und William Bradford Huie (Mud on the Stars).

Handlung[Bearbeiten]

Der Film spielt in den 1930er Jahren während der Weltwirtschaftskrise in Alabama und nach einer großen Flutkatastrophe im Tennessee Valley. Ein Staudamm wird gebaut, um zukünftig Katastrophen zu verhindern und den Menschen Arbeit zu geben. Der Ingenieur Chuck Glover arbeitet für die Tennessee Valley Authority (TVA) und kommt in das Tal, um dafür zu sorgen, dass die betreffenden Menschen ihre Häuser verlassen und ihr Land für das Staudammprojekt an die TVA verkaufen. Die von der Krise gebeutelten Menschen sind auch dazu bereit, nur die alte Ella Garth ist störrisch und nicht willig, für Geld ihre Heimat, eine Insel im Fluss, zu verlassen. Sie würde lieber sterben als nur einen Quadratzentimeter ihres Eigentums abzugeben.

Glover verliebt sich in die Enkeltochter der alten Frau, Carol Garth Baldwin, eine verwitwete Mutter, und heiratet sie „über Nacht“ vor dem Friedensrichter. Der vom Fortschritt überzeugte Ingenieur erkennt die eigentlichen Beweggründe der alten Dame und fühlt mit ihr. Gleichzeitig wirbt er die Arbeiter, bei denen es sich vor allem um Afroamerikaner handelt, ab und gibt ihnen neue Arbeit mit höherem Lohn, was ihm auch Ärger mit einigen weißen Talbewohnern, immer noch rassistisch eingestellten Südstaatlern, einbringt. Letztlich wird die Insel enteignet und der Staudamm geschlossen. Der Fluss überflutet die Insel bis auf einen kleinen Teil, dem Friedhof. Der Film endet mit dem Tod der alten Dame, ihrer Beerdigung auf dem Inselfriedhof und dem Wegzug des Ingenieurs mit seinen neuen Familie.

Hintergrund[Bearbeiten]

Montgomery Clift, der unter Depressionen und Alkoholsucht litt, musste vor den Dreharbeiten unterschreiben, dass er keinen Tropfen Alkohol während der Dreharbeiten anrührt. Unterstützt von Lee Remick und Jo Van Fleet gelang es dem sensiblen Künstler, während der Dreharbeiten trocken zu bleiben. Clift musste jedoch eine Szene spielen, in der seine Rollenfigur Chuck Glover sich aus Frust völlig betrinkt.

Die Theaterschauspielerin Jo Van Fleet, die bereits unter Kazans Regie in Jenseits von Eden gespielt hatte, war nur halb so alt wie die Rollenfigur der alten Frau Ella Garth.

Kritiken[Bearbeiten]

„Unentschlossen zwischen sozialkritischer Studie und individueller Liebesgeschichte schwankend, bietet der episch angelegte Film teilweise sehr gefühlvoll ausgerichtete Unterhaltung.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

„Aus zwei Romanen um den Bau der Tennessee-Staumauer unter Roosevelts New-Deal-Programm extrahierten Regisseur Elia Kazan (Die Faust im Nacken) und Autor Paul Osborn eine bäurische Blut und-Boden-Ballade. In dem Mischwerk sind die Bemühungen des Regierungsagenten, eine störrische Alte von ihrer flutbedrohten Farm zu entfernen, nur notdürftig verknüpft mit der Liebe des Helden zu einer jungen Witwe; und vollends eingeflickt erscheinen einige Attacken gegen südstaatliche Rassenvorurteile. Den Hauptdarsteller Montgomery Clift vermochte selbst der als Marlon-Brando-Bändiger gerühmte Regisseur nicht aus mimischer Erstarrung zu erlösen.“

Der Spiegel, Nr. 30/1960[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film wurde zum Wettbewerb um den Goldenen Bären der Berlinale 1960 eingeladen, ging bei der Preisvergabe allerdings leer aus.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wilder Strom im Lexikon des Internationalen Films
  2. vgl. spiegel.de