Wonder Woman

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wonder Woman (Begriffsklärung) aufgeführt.
Fan im Wonder-Woman-Kostüm beim Cosplay

Wonder Woman ist einer der ältesten Superhelden (und die erste Superheldin) des DC-Comics-Verlags. Sie wurde von William Moulton Marston und seiner Frau, Elizabeth (Sadie) Holloway Marston, geschaffen und hatte ihren ersten Auftritt 1941 in All Star Comics Nr. 8.

Geschichte[Bearbeiten]

1940er Jahre: Entstehung[Bearbeiten]

Mit der Einführung von Superman (1938) in Action Comics #1 begann die Ära der Superheldencomics. Bald veröffentlichten viele Verlage ihre eigenen Superheldencomics, so dass man diese Zeit die „Golden Age“ (dt.: goldene Ära) von Comicbüchern nennt. Anfang der 1940er Jahre machte der als Feminist bekannte Psychologe und Comic-Fan William Moulton Marston die Beobachtung, dass in der Welt der U.S.-Comics praktisch keine weiblichen Figuren zu finden waren. Dies empfand Marston, der von der „moralischen Überlegenheit“ von Frauen überzeugt war, als großen Fehler.[1] Er schloss sich mit Max Gaines kurz, dem Chef von All-American Comics (die später in DC Comics aufgingen), und erdachte sich eine Frau, die so stark wie Superman sein sollte aber „mit weiblichem Charme“ („all the strength of a Superman plus all the allure of a good and beautiful woman“).[2]

Marston erdachte sich eine schwarzhaarige, starke und attraktive Amazonenprinzessin namens Diana, die übermenschlich stark war und gut kämpfen konnte. Als Superheldenuniform trug sie eine Tiara, eine rote Corsage, die als Saum einen goldenen Adler mit ausgebreiteten Schwingen besaß, und dazu einen blauen Minirock mit weißen Sternen: letztere waren Allusionen auf die amerikanische Nationalflagge. Als Ausrüstung hatte sie ein magisches Lasso, das ein eingefangenes Opfer zwang, die Wahrheit zu sagen. Zudem hatte die Amazone zwei silberne Armbänder („Bracelets“), mit denen sie Geschosse abwehren kann. So wie Superman eine Schwäche gegen Kryptonit hatte, so war ihre Schwäche, dass sie all ihre Kräfte verlor, wenn ein Mann ihre Armbänder aneinanderkettete oder sie fesselte. Zunächst hieß der Superheldenname der Amazone Suprema, der Name wurde aber von Gaines in Wonder Woman umgeändert.[2]

Viele von Marstons Ideen sind auf reale Einflüsse zurückführbar. Als Hauptinspiration diente seine Kollegin Olive Byrne, eine schwarzhaarige, sehr intelligente und emanzipierte Frau, die gerne große Armbänder trug. Byrne wurde später die gemeinsame Geliebte von Marston und seiner Frau (Stichwort Polyamory).[1] Das magische Lasso entsprang Marstons anderer großer Erfindung, dem Lügendetektor.[1] Er sah in Wonder Woman sowohl den Ausdruck unbewusster männlicher Wünsche, von einer Frau gebunden und gezähmt zu werden, als auch ein Vorbild für Jugendliche, die seiner Meinung nach durch den Comic die Unterwerfung unter eine liebende Autorität schätzen und somit ein friedliches Miteinander lernen könnten: „Nur wenn in zwischenmenschlichen Beziehungen die Kontrolle des Selbst durch Andere angenehmer als das ungebundene Geltendmachen des Selbsts ist, können wir eine stabile, friedvolle Gesellschaft erhoffen. [...] Das Geben an Andere, von ihnen kontrolliert zu werden, sich anderen Menschen zu fügen, kann ohne ein starkes erotisches Element unmöglich erfreulich sein.[3]

1941 kam Wonder Woman in All-Star Comics #8 zum ersten Mal vor. In diesem Abenteuer stürzt ein US-Pilot namens Steve Trevor während des Zweiten Weltkrieges auf der „Paradiesinsel“ Themyscira der Amazonen von Königin Hippolyta ab. Ihre Tochter Diana gewinnt das Recht, ihn in die „Welt der Männer“ zurückzuführen, folgt ihm heimlich in ihrer Geheimidentität als Armeesekretärin Diana Prince (ein Wortspiel auf Prince Diana) und verschreibt sich dem Kampf gegen die Nazis. Wichtiger Nebencharakter wurde die 1942 eingeführte Soldatin Etta Candy, die Dianas gute Freundin wird. Ein running gag der damaligen Storys war, dass Nazijäger Trevor die angeblich schwache Diana immer beschützen will, aber er selbst immer von Wonder Woman gerettet wird.

Als Marston gegenüber Byrne die Idee von „Wonder Woman“ nahebrachte, war Byrne davon überzeugt, dass die zumeist männlichen Comicleser niemals eine solch emanzipierte Frau akzeptieren würde. Die Verkaufszahlen von Heften mit Wonder Woman waren aber überdurchschnittlich: Marston leitete korrekt ab, dass die Leser Wonder Woman mochten, nicht obwohl sie eine untypisch starke Frau war, sondern weil sie so untypisch stark war.[4]

Marston schrieb viele Wonder Woman-Storys selbst und bekam bald Probleme. Marston war ein ausgesprochener Bondage-Fan und schrieb viele Geschichten, in denen sowohl Männer als auch Frauen gefesselt oder ausgepeitscht wurden oder sich in demütigenden Körperstellungen wiederfanden. Regelmäßig war Wonder Woman gefesselt bzw. durch Ankettung ihrer Armbänder ohne Kräfte zu sehen. Obwohl die Szenen in den Comics eher infantil als sexuell ausfielen, waren die Bondage-Anspielungen eindeutig. Dies änderte sich erst, als Marston 1947 an Krebs starb.[2]

1950er Jahre: McCarthy-Ära[Bearbeiten]

In den 1950er Jahren waren die Vereinigten Staaten von Amerika im Griff von Senator Joseph McCarthy, unter dem eine antikommunistische Hexenjagd nach unamerikanischen und jugendgefährdenden Elementen stattfand. 1954 veröffentlichte Fredric Wertham sein berüchtigtes Buch Seduction of the Innocent, in dem er u.a. den überzeugten Junggesellen Batman als homosexuell und die emanzipierte Wonder Woman als lesbisch anklagte und für das Ende dieser Comics plädierte. DC Comics wurde von dieser Kampagne schwer getroffen und reagierte auf den Verkaufseinbruch, indem sie viele kleinere Comicreihen ab- oder aussetzte. Die Reihen Superman, Batman und Wonder Woman aber blieben bestehen, weswegen man diese drei Figuren bis heute „die großen Drei“ von DC Comics nennt.

1960er Jahre: Reinterpretation[Bearbeiten]

Nach dieser Krise begann die „Silver Age“ (dt.: silbernes Zeitalter) von Comicbüchern, in der Superhelden menschlicher und nicht mehr als unverwundbar geschrieben wurden. So verlor Wonder Woman zeitweilig ihre Kräfte, und spürte als sterbliche Frau viel stärker die Auswirkungen von Krieg und Leid. Zudem wurde Wonder Womans Vorgeschichte neu geschrieben und fester in die griechische Mythologie verankert. Ihre Kräfte und Waffen wurden nun als Göttergaben gesehen: die Armbänder waren von Zeus, ihr Lasso von Gaia, und sie war sprichwörtlich „so schön wie Aphrodite, so weise wie Athene, stärker als Herkules und schneller als Mercurius“ („beautiful as Aphrodite, wise as Athena, stronger than Hercules, and swifter than Mercury“). Ihr rot-blau-goldenes Dress wurde nun so erklärt, dass das Design von Steve Trevors US-Flagge inspiriert war. Außerdem wurde ihr Sidekick Wonder Girl erfunden (1965), ein junges Mädchen namens Donna Troy.

1970er Jahre: Agentin[Bearbeiten]

In den 1970er Jahren begann das „Bronze Age“ (dt.: Bronzenes Zeitalter) von Comicbüchern, die stark von sozialkritischen, andererseits von Pop-Elementen bestimmt war. Inspiriert von Agenten-Reihen wie James Bond oder Mit Schirm, Charme und Melone wurde die bis dahin eher 1940er-mäßig angehauchte Wonder Woman zu einer hippen Agentin, die eher Emma Peel von Mit Schirm, Charme und Melone als einer griechischen Kriegerin ähnelte. Optisch bedeutete dies für die Leser eine große Umstellung: hatte Wonder Woman bis dahin seit Marstons Tagen immer eine goldene Tiara, eine rot-goldene Corsage und einen blauen Minirock mit weißen Sternen getragen, so trug sie nun einen weißen Ganzkörperanzug. Diese Änderung hielt sich mehrere Jahre, bis die Zeichner sie mit einer modernisierten Version des alten Kostüms zeichneten: in dieser Version wurden Corsage und Minirock durch einen Einteiler ersetzt. In den 70ern fällt auch die sehr populäre TV-Serie Wonder Woman mit Lynda Carter, die von 1975 bis 1979 lief und bis heute Kultstatus genießt.

In Deutschland wurden Wonder-Woman-Comics von 1976 an bis 1983 durch den Ehapa-Verlag vertrieben. Die „eingedeutschte“ Bezeichnung für die Superheldin war „Wundergirl“. Spätere Wonder-Woman-Ausgaben wurden entweder vom Dino-Verlag oder Panini vertrieben und benutzten den englischen Originaltitel.

1980er Jahre: Relaunch[Bearbeiten]

Mitte der 80er Jahre beschloss DC Comics die Storyline Crisis on Infinite Earths, mit der das mit Parallel-Dimensionen überfrachtete DC Comics-Multiversum (z.B. die „normale“ Erde war Erde-1; in Erde-2 waren alle Helden in der Version vor Wertham; in Erde-A waren alle Helden von Erde-1 Schurken und umgedreht etc.) bereinigt wurde. Hiermit begann die bis heute anhaltende „Modern Age“ (dt.: modernes Zeitalter) von Comicbüchern. Für Wonder Woman bedeutete dies, dass sie nun als Botschafterin des Amazonenvolkes neuinterpretiert wurde, die die Mission hatte, Friede und Weisheit in die Welt der Männer zu bringen. Sie wurde nicht mehr als allwissend und weise, sondern als mühsam lernende Anfängerin geschrieben, die nur Griechisch konnte und erst einmal Englisch und den Umgang mit moderner Technologie lernen musste.

Außerdem wurde die Goldkante des Wonder Womans Kostüms geändert. Hatten Zeichner bislang einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen gezeichnet, so wurde es durch ein stilisiertes Doppel-W (für Wonder Woman) ersetzt. Da im Gegensatz zum Adler dieses WW-Symbol patentiert werden konnte, wurde es zum neuen Markenzeichen der Wonder Woman-Produkte. Einkünfte aus Comics, Spielfiguren, Lunchboxen etc. konnten hiermit erhöht werden, und das „WW“ ist bis heute unverkennbares Zeichen der Wonder Woman-Artikel.

Die Rolle von Steve Trevor wurde ebenfalls geändert: anstelle von Steve war es nun seine (neu erfundene) Mutter Diana Trevor, die im Zweiten Weltkrieg die Amazoneninsel überflog und sich heldenhaft opferte, um einen Dämon zu bannen. Von ihr bekam Diana ihren Namen und von ihrer US-Flagge ihre rot-blau-goldenen Farben. Trevor wurde außerdem älter gemacht, und die seit den 1930er-Jahren existierende Romanze zwischen Diana/Wonder Woman und ihm abgeändert, dass stattdessen Etta Candy und er ein Paar sind.

1990er Jahre[Bearbeiten]

In den 1990er Jahren wurde von DC Comics die Geschichte so umgeschrieben, dass Wonder Womans Mutter Hippolyte ebenfalls vor ihr eine Wonder Woman gewesen war. John Byrne, der in dieser Zeit viele Wonder-Woman-Comics verfasste, konnte somit viele Geschichten mit sowohl Diana als auch Hippolyte als Wonder Woman verfassen. Außerdem verlor Diana temporär (1994) ihre Wonder Woman-Rolle an eine Mitamazone namens Artemis, eroberte aber die Rolle später zurück. Zudem wurde wieder das antike Element betont, so dass die Wonder Women oft gegen klassische griechische Bösewichte antreten mussten, insbesondere gegen den bösen Kriegsgott Ares und die verschlagene Zauberin Circe. Im Laufe der Zeit wurde aber wieder Diana als einzige Wonder Woman etabliert. Zudem gewann sie einen neuen Sidekick: als die DC-Autoren Donna Troy zu einer „vollwertigen“ Superheldin namens Troia machten, wurde ein junges Mädchen namens Cassandra Sandsmark die neue Wonder Girl (1996).

2000er Jahre und Gegenwart[Bearbeiten]

Im neuen Jahrtausend wurde das DC-Comics-Universum mehrere Male geändert. In der Infinite Crisis-Storyline (2005) wird Wonder Woman gezwungen, den Superschurken Maxwell Lord zu töten, so dass sie in der DC-Comics-Welt als Mörderin verfemt ist. Sie taucht unter und beginnt ein Verhältnis mit ihrem Kollegen Nemesis, welches aber später beendet wird. In der DC-weiten Storyline One Year Later (2006) wurde etabliert, dass Donna Troy in Wirklichkeit Dianas/Wonder Womans magisch erschaffener Zwilling war.

2009 wurde Wonder Womans Kostüm erneut geändert: Obenherum trug sie weiterhin einen gold-blau-roten Body, darüber trug sie aber eine schwarze Lederjacke sowie schwarze Leggins (beides eine Hommage auf den 1960er-Agentinnen-Look), und die roten Stiefel verschwanden. Diese Änderung wurde zur DC-weiten Storyline The New 52 (2011) rückgängig gemacht, in der Wonder Woman drastisch umgeschrieben wurde. Zentrum der neuen Wonder-Woman-Storys ist der Kampf der griechischen Götter gegeneinander um die Vorherrschaft auf dem Olymp. Autor Brian Azzarello schrieb ihre Hintergrundgeschichte um, so dass Diana nun ein Kind von Hippolyte und dem griechischen Gottkönig Zeus ist. Dies macht Diana und insbesondere Hippolyta zur Zielscheibe von Zeus' betrogener Ehefrau Hera. Diana wird von Ares in den Kriegskünsten unterwiesen, doch da sie Gnade empfinden kann, gilt sie in seinen Augen als schwach. Dennoch wird sie zur Hauptfigur in diesem göttlichen Konflikt.

Fiktionale Biografie[Bearbeiten]

In der Golden Age-Version (ab 1941) ist Wonder Woman die Amazonenprinzessin Diana, die von ihrer Mutter Hippolyte aus Ton geschaffen und von den griechischen Göttern belebt wird. Stützpunkt ihrer Operationen ist die fiktionale Amazoneninsel Themyscira, die von ihrer Mutter Königin Hippolyta regiert wird. Themyscira ist auch der Sitz des Purpurstrahls, der tödliche Wunden heilen kann. Zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges stürzt US-Pilot und Nazijäger Steve Trevor auf der Amazoneninsel Themyscira ab. Diana heilt ihn mit dem Purpurstrahl und erwirbt im Wettkampf gegen ihre Mitamazonen das Recht, ihm als „Wonder Woman“ in der „Welt der Männer“ im Kampf gegen die Nazis beizustehen. Ihre damalige bürgerliche Geheimidentität lautete Diana Prince. Wonder Womans Superkräfte sind übermenschliche Stärke, Schnelligkeit und die Fähigkeit, fliegen zu können (seit 1960). Sie erhielt ihre Superkräfte als Geschenk der griechischen Götter, so ist sie schneller als Mercurius und stärker als Herkules. Zu ihrer Ausrüstung gehören das Goldene Lasso der Wahrheit, welches jeden, der es berührt, zwingt die Wahrheit zu sagen und mit dem sie auch Illusionen erzeugen kann. Um die Handgelenke trägt sie silberne Armbänder, mit denen sie (dank ihrer Super-Schnelligkeit) Kugeln abfangen kann. Ihr goldener Stirnreif dient ihr ebenfalls als Waffe, außerdem besitzt sie einen unsichtbaren Jet. In dieser frühen Version verliert Diana noch ihre amazonische Stärke, wann immer sie von einem Mann gefesselt wurde, da die Amazonen sich ja den Männern im Allgemeinen überlegen sahen.

In den 1960er-Jahren, der Silver Age, wurde ihre Geschichte neu interpretiert. Es wurde etabliert, dass nicht Steve Trevor, sondern seine Mutter Diana Trevor während des Zweiten Weltkriegs auf der Insel Themyscira notlandet und einen Heldentod stirbt, als sie den Amazonen in einem Kampf gegen Dämonen hilft. Zudem wurde als Hauptfeind Ares ausgemacht, der Gott des Krieges. Dianas Wettstreit um die Rolle als „Wonder Woman“ wurde uminterpretiert, so dass Wonder Woman eine Botschafterin darstellte, die in der „Welt der Männer“ die friedfertigen Lehren der Amazonen verbreiten sollte. Auch in dieser Zeit wechselte Diana oft zwischen ihrer Superheldenrolle als Wonder Woman und ihrer zivilen Identität als Diana Prince. Diese Interpretation hatte auch während der gesamten Bronze Age Bestand, doch 2011 (in der Storyline The New 52) wurde Wonder Womans Hintergrundgeschichte radikal geändert. Sie war nicht mehr länger eine Tonfigur, die durch göttliche Gnade zum Leben erschaffen worden war, sondern die leibliche Tochter von Amazonenkönigin Hippolyte und dem Gott Zeus. Zudem hatte sie keine bürgerliche Geheimidentität mehr.

Ähnlich wie Superman, der zum Wechsel von seiner zivilen Identität in seine Superheldenidentität eine Telefonzelle nutzt, benutzt Wonder Woman hierfür entweder ihr Lasso, deren Öse sie um sich wirbelt und so magisch ihr Kostüm wechselt, oder eine superschnelle Pirouette. Letzteres war oft in der TV-Serie zu sehen.

Wonder Woman steht innerhalb des DC-Universums sprichwörtlich für göttliche Wahrheit, Gerechtigkeit, Mut und Stolz. Ihr Ziel des Weltfriedens vereint sie mit anderen Helden wie Superman und Batman, mit denen sie auch zusammen in der Gerechtigkeitsliga (auch: Liga der Gerechten; im englischen Original: Justice League of America) das Böse in jeglicher Form bekämpft.

Freunde und Feinde[Bearbeiten]

Innerhalb des DC-Universums hat Wonder Woman eine enge Mutter-Tochter-Beziehung zu Königin Hippolyta, zudem enge Bande zu ihren Sidekicks Donna Troy (seit 1965) und Cassandra Sandsmark (seit 1996). Traditionell teilen Wonder Woman und Superman eine tiefe Verbindung, die im Mainstream-Universum stets platonisch bleibt, aber bei DC-Comics in alternativen Universen (z.B. Kingdom Come oder JLA:Act of God) gründen sie eine Familie. Zudem hat Wonder Woman gute Verbindungen zur Soldatin Etta Candy und zu ihrem Chef, Colonel Steve Trevor.

Die Rolle von Steve Trevor hat sich in den Jahrzehnten oft gewandelt. Nachdem sie ihn gleich von ihrer ersten Erscheinung im All-Star Comic #8 (1941) kennenlernte, folgte sie ihm unter der Geheimidentität „Diana Prince“ begleitete sie ihn zurück in die „Welt der Männer“ gegen die Nazis. Unter Marston wurde etabliert, dass Wonder Woman Trevor liebte und Trevor ebenfalls Gefühle für ihr alter ego Diana Prince entwickelte, aber die beiden nie zusammenkamen. Diese Version gibt es seit dem Relaunch der 1980er Jahre nicht mehr, da seitdem nicht Steve Trevor, sondern seine Mutter Diana auf der Paradiesinsel abstürzte. Steve Trevor selbst ist seitdem lediglich Wonder Womans Kollege, und es existieren keine romantischen Verbindungen mehr. Ebenfalls seit den 1940er Jahren existiert die etwas rundliche Soldatin Etta Candy. Sie war in frühen Wonder-Woman-Storys Dianas und Wonder Womans beste Freundin, ohne zu wissen, dass sie ein und dieselbe Person sind. Seit dem Relaunch 1985 waren Candy und Steve Trevor kurzzeitig als Ehepaar geschrieben, gegenwärtig (The New 52, 2011) ist Trevor der Chef von Candy, und es existieren ebenfalls keine romantischen Verbindungen mehr.

Wonder Womans Erzfeinde sind der Kriegsgott Ares, die Zauberin Circe, die Wissenschaftlerin/Werkatze Cheetah (die es seit 1943 in diversen Inkarnationen gibt) und die überzeugte Nazifürstin Baroness Paula von Günther. Auch Herakles wird in den Wonder Woman-Comics eher kritisch gesehen. Dies ist eine Hommage an die neunte der zwölf legendären Taten, bei der Herakles der Amazonenkönigin Hippolyte ihr Wehrgehänge stahl. In der DC-Comics-Version wollte Herakles das ganze Amazonenvolk versklaven, dies schlug aber fehl.

Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Fernsehfilm und -serien[Bearbeiten]

Ab 1975 wurde von dem US-Fernsehsender American Broadcasting Company das Thema Wonder Woman in einer Fernsehserie mit Lynda Carter in der Hauptrolle verarbeitet. Nach 3 Staffeln mit 61 Episoden (darunter zwei Langfolgen) wurde die Serie eingestellt. Bereits 1974 war auf ABC ein Fernsehfilm mit dem Titel Wonder Woman ausgestrahlt worden. Die Titelfigur wurde von dem Tennisprofi Cathy Lee Crosby, ihre Mutter, Amazonenkönigin Hippolyte, von Charlene Holt verkörpert.[5]

Wonder Woman ist auch ein regulärer Charakter in den US-Zeichentrickserien Justice League und Justice League Unlimited.

Im März 2011 begannen die Dreharbeiten für eine Neuauflage der Realserie. Die Fernsehausstrahlung sollte im Herbst beginnen, wurde jedoch vom Sender NBC letztendlich doch verworfen.[6] Die Rolle der Wonder Woman übernahm Adrianne Palicki.[7]

Eine neue Adaption des Stoffs als Fernsehserie wird derzeit für den Sender The CW unter dem Titel Amazon entwickelt. Darin soll das Leben der Figur als junge Amazone gezeigt werden, bevor sie zu einer Superheldin wurde. Eine Bestellung eines Pilotfilms durch den Sender sollte ursprünglich im Laufe des Jahres 2013 erfolgen, [8] jedoch war der Sender mit dem Drehbuch nicht zufrieden und ließ die Produktion vorerst pausieren.[9]

Filme[Bearbeiten]

Im Jahr 2009 entstand unter der Regie von Lauren Montgomery und dem Drehbuch von Michael Jelenic ein Zeichentrickfilm mit dem Titel Wonder Woman. Die essentielle Entstehungsgeschichte von Wonder Woman folgt sehr locker der Golden Age-Version, einschließlich des Charakters Steve Trevor als Dianas romantischen Interesses, aber in moderneren Zeiten angesetzt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wonder Woman and her cast – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Wonder Woman: Love and Murder by Jodi Picoult
  2. a b c Suffering Sappho! A Look At The Creator & Creation of Wonder Woman
  3. zitiert nach Charles Lyons: Suffering Sappho! A Look at the creator & creation of Wonder Woman, Comic Book Resources, 23. August 2006
  4. In memory of William Moulton Marston
  5. Wonder Woman. The Actresses, auf: community-2.webtv.net
  6. Über den Beginn der Dreharbeiten zur neuen Wonder-Woman-Serien. (englisch); abgerufen am 15. März 2011
  7. cinema.de
  8. Nellie Andreeva: Wonder Woman CW Drama ‘Amazon’ Rolled. In: Deadline.com. 28. Januar 2013, abgerufen am 31. Januar 2013.
  9. Nellie Andreeva: UPDATE: CW Eyes ‘Flash’ Series With ‘Arrow’s Greg Berlanti, Andrew Kreisberg & David Nutter. In: Deadline.com. 30. Juli 2013, abgerufen am 2. Dezember 2013 (englisch).